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Schöne Oper - kaum gehört



Errico Petrella [1813-1877]

Jone


 

Lyrisches Drama in vier Akten

Libretto von Giovanni Peruzzini

nach dem Roman 'Die letzten Tage von Pompeji'
von Edward Nulwer-Lytton


Uraufführung am 26.01.1858 an der Mailänder Scala


Personen:

Jone,
eine vornehme Römerin
Glauco, ein Edelmann aus Athen
Arbace, ein Ägypter, Hohepriester der Isis
Nidia, eine Thessalierin, Jones Freundin
Burbo, Gastwirt, zeitweise Gladiator
Dirce, Sklavin Jones
Sallustio
Clodio
Vornehme Patrizier
und weitere

Das Geschehen ereignet sich in Pompeji,
anlässlich des Vesuvausbruches im Jahre 79 n. Chr.


 
HANDLUNG


 

Erster Akt

Erste Szene:

Einst gefeierter Gladiator, hat Burbo das Kunststückchen fertig gebracht, zu überleben. Nun ist er stolzer Besitzer einer schmucken kleinen Taverne in Pompeji, dem idyllischen kleinen Städtchen unweit von Neapel. Kunstvoll bemalte Amphoren dekorieren die Wandregale. In ihnen wird der süße Rebensaft bevorratet, dessen Trauben an den Hängen des Vesuvs wachsen.

Die Zusammensetzung der Besucher ist gemischt, ungehobelte Gesellen in der Mitte des Gewölbes an einem langen Tisch und eine Gruppe Patrizier mit annehmbaren Manieren sitzt in einer Nische beim Würfelspiel. Die Gladiatoren bleiben am liebsten unter sich. Burbo geht umher, inspiziert die leeren Becher und fragt, ob er nachschenken darf. Weshalb säumt er? Scherzhaft wird ihm gedroht, dass man ihm die Möbel zurecht rücken wird, wenn er sich nicht endlich auch des hungrigen Magens annimmt.

Unter den jungen Patriziern befinden sich Glauco, Clodio und Sallustio. Eifrig schütteln sie den Würfelbecher. Mal ist das Glück bei dem einen und dann wechselt es zum anderen. Wer kein Glück im Spiel hat, findet es in der Liebe! Hat Glauco gestern den funkelnden Blick Jones wahrgenommen? Von der finsteren Miene Arbaces wurde das Wiederekennen begleitet! Glauco ersucht den Freund, Jone durch Nennung ihres Namens in der Öffentlichkeit nicht herabzuwürdigen. Meint er das im Ernst? Clodio kritisiert Glaucos Empfindsamkeit - er bewege sich nicht mehr so, wie man es aus alten Tagen von ihm gewohnt sei. Wer negativ von ihm denke, sei im Irrtum und behandele ihn schlecht, entgegnet der Provozierte. Wie gut, dass Burbo kommt und den Falemianer kredenzt! Er stellt den Krug auf den Tisch, damit Glauco sich selbst eingießen kann.

Der Angeheiterte ergänzt seinen Flüssigkeitsbedarf unverzüglich, füllt seinen Becher und leert ihn in einem Zuge. Keineswegs möchte er Spielverderber sein oder für mürrisch gehalten werden. Bacchus soll lange leben und die übrigen Götter auch. Von Helmen und Rüstungen möchte er singen. Aber zum Ärger des Kriegsgottes strebt er nicht nach Ruhm auf dem Schlachtfeld, sondern er schlägt sich nur um schöne Mädchen. Den König beneide er nicht um sein Zepter. Die Gier nach Gold sei heilig und der Durst nach Wein ebenfalls. Wenn er eines Tages tot umfällt, möchte er einen leeren Weinkrug in der Hand halten. „Bravo, lieber Glauko, jetzt bist du wieder der Kumpel der ersten Tage!“

Glauco improvisiert nun ein Liebesgedicht. Er möchte ihre Locken küssen – sagt er – und mit einem Kuss ihren Mund verschließen. Weniger Zurückhaltung mache die Holde noch schöner. Das Mädchen soll kommen, denn Liebe sei das Leben. Man nimmt die fröhliche Stimmung auf, stimmt ein Trinklied an und alle singen mit:

Venere e Bacco son nostri Numi.
Noi della vita cogliamo il fior:

A Bacco e Venere canti e profumi
Viva il falerno… viva l'amor!”

Venus und Bacchus seien ihre Götter
Die Blumen des Lebens wollen sie pflücken
Gesang und Weihrauch sollen Bacchus und Venus geopfert werden.
Lange lebe der Falernianer, lang lebe die Liebe!

Von draußen ertönt plötzlich ein schriller Schrei. Glauco erkennt die Stimme Nidias.

Zweite Szene

Jetzt wird es dramatisch! Nidia wirft sich zu Glaucos Füßen und ersucht um Hilfe. Der junge Herr soll Mitleid mit ihr haben. Wer wagt es, ihr ein Leid zuzufügen? Der Beschützer muss nicht raten, er sieht Burbo mit erhobener Peitsche den Raum betreten. Seine Gesichtszüge zeigen keinerlei Emotion. Dem Ziegenbock mit seinen räuberischen Klauen wird er sein Opfer entreißen! Was hat das Mädchen getan? Obwohl die Kleine seine Sklavin ist, weigere sie sich ständig, zu gehorchen. Nidia errötet schamhaft, wie sich das gehört. Sie sollte Arbace zugeführt werden. Ach was, das schöne Kind soll sich ein Herz fassen! Wieviel Sesterzien will Burbo haben, wenn Glauco ihm die Sklavin abkauft? Der Großzügige wirft dem Besitzer seinen Geldbeutel vor die Füße. Burbo brauche nicht nachzählen. Die Differenz darf er behalten. Dem Mädchen wird bedeutet, dass es frei sei. Burbo bestätigt, dass sie ihres Weges gehen kann. Die Freunde loben die Großzügigkeit und die edle Tat.

Glauco hat sich nun jemanden auf den Hals geladen, ohne zu ahnen, was auf ihn zukommen kann. Die arme Waise fragt, wo sie nun eine starke Schulter finden wird. Freiheit habe keine Faszination für sie, solange als Ergänzung nicht auch Unterkunft geboten würde. Nidia bettelt, als Sklavin in Glaucos Nähe bleiben zu dürfen. Das reiche Haus ihres Herrn wird für sie das Elysium sein. Glauco hat keine Einwände.

Clodio und Sallustio wollen aufbrechen und leeren den letzten Becher. Den Gladiatoren spendet Sallustio wie üblich eine Runde, denn er hat beim Würfeln wieder gewonnen. Es lebe Bacchus und die Liebe! Das Mädchen erinnere ihn an seine Jone. Sie erscheint ihm wie ein Strahl des Himmels. Verkündet der Unbedachte. Die Kleine erwartet in Zukunft gleichwertig wie Jone behandelt zu werden. Extreme Freude überflute ihr Herz. Sie kann es kaum glauben, nun die Sklavin von Glauco zu sein. Ein Traum von Liebe wird sich erfüllen! Nun empfindet sie wieder Freude an ihrem Leben. Ein Lächeln von Glauco bedeute ihr alles. So macht die Freiheit Spaß! Venus und Bacchus sind gute Götter. Die Blumen des Lebens wollen wir pflücken" singt der Chor. Die übermütigen Gäste verabschieden sich. Burbo holt den Beutel aus den Falten seiner Tunkia, setzt sich in einer Ecke an den Tisch und freut sich am Geklimper der Münzen.

Dritte Szene

Für Burbo ist es ein glücklicher Tag. Der Athener var äußerst großzügig. Gewiss ist er der vermögende Sohn reicher Eltern. Ein Haufen Gold kann Burbo seinem Erwirtschafteten hinzufügen. Er sinnt darüber nach, wie er Arbace seine Niederlage beibringen kann. Gelöst hatte er die Flügel der Taube, doch der Habicht kommt zu spät, um das Ferdervieh zu packen. Der Geprellte wird toben!

Schon steht er hinter ihm und tippt ihn auf die Schulter. „Was ist mit Nidia?“ fragt der Isispriester mit bedrohlich wirkender Stimme. Er habe den ganzen Morgen auf sie gewartet, aber sie sei nicht gekommen. Sieht so sein Gehorsam aus? Burbo tat sein bestes, aber es sei nicht sein Fehler, wenn das Mädchen nicht bereit sei, zusammen mit dem Priester im Isistempel zu beten. Hat er dem Mädchen nicht gedroht? Die Thessalierin sei schön, aber schließlich verdunkle jeder Stern vor der Gegenwart Jones. Der Schurke soll nicht ablenken! Burbo behauptet, er könne im Herzen Nidias, seiner ehemaligen Sklavin lesen - sie befinde sich im Delirium in Liebe zu Glauco. Vielleicht kann diese Information ihm weiterhelfen. Ihre glücklichere Rivalin ist Jone. Von dem widerwärtigen Glauco weiß er, dass er regelmäßig bei den abscheulichen Bacchus-Orgien zugegen sei, nun habe Jone in seinem Herzen Platz genommen.

Arbace muss die schlechten Nachrichten erst einmal verarbeiten. Nach einer kleinen Pause bringt er das Thema auf eine ungewöhnlichen Festellung. Versteckt unter den Felsen des Vesuvs sei eine tiefe Höhle, vom Volk gefürchtet. Diese Höhle sei der Aufenthalt einer alten Sybille welche magische Zaubergetränke aus Kräutern destilliert. Burbo erkennt die Sage von dem Berg!

Sofort soll er sich aufmachen, einen Zaubertrank von der Alten für ihn einzukaufen. Eilfertig erklärt Burbo sich bereit, ihm wie ein Sklave in jeder Sache zu dienen. Seinem Siegelring muss die Alte glauben. Er nimmt ihn von seinem Finger und gibt ihn Burbo. Die Sache solle er aber geheim halten. Arbace droht, dass sein magisches Auge ihn bei allem, was er anstelle, beobachte. Im Erfolgsfall habe er ihm einiges Gold zur Belohnung zu geben. Einen Dolch, um ihn im Falle von Unbotmäßigkeit zu bestrafen, halte die andere Hand. Arbace sei der Kopf, und er die ausführende Hand. Burbo gibt sich gekränkt. Seine Zunge sei treu wie sein Herz. Den Beweis seiner Eilfertigkeit hat er immer gegeben. Einen kleinen Vorschuss in klingender Münze erhält er schon jetzt.

Vierte Szene:

In ihrem Schlafgemach hängt Jone ihren Gedanken nach. Immerzu hat sie seinen freundlichen Blick vor Augen, seitdem er ihr im Tempel der Göttin zum ersten Mal erschienen ist. Wahrscheinlich liebt er sie mit der gleichen Liebe. Sich zu offenbaren, wagt er nicht. So prächtig, wie die Sonne scheint, dünkt ihr sein Lächeln. Schaut sie zu den Sternen, wirken diese auf sie wie Symbole seiner Augen. Im Flüstern der Wellen hört sie, wie der Geliebte zu ihr spricht. Jone liebt ihn mit unendlicher Flamme, die von Zeit und Kummer nicht vertrieben werden kann. Leben soll Glauco in ihrem Herzen. Das Feuer der Liebe wird sie hüten wie eine eifersüchtige Vestalin.

Fünfte Szene

Arbace gibt vor, zufrieden zu sein, Jone in ihrem Haus glücklich vorzufinden. Aber weshalb versucht sie, ihr Glücklichsein vor ihm geheim zu halten? Er, der die Fähigkeit besitzt, in den Himmel zu schauen, kann auch in ihrem Herzen lesen. Auf den Kopf sagt er ihr zu, dass sie liebe. „Ist es etwa Sünde, zu lieben?“ verteidigt sich Jone. Wenn die Liebe vor Gott würdig ist und die Seele erhöht, ist an dem Zustand nichts auszusetzen. Als ihr Vormund hat er das Recht, zu wissen, wer die Flamme entzündet hat. Pompeji habe keinen jungen Mann, der stattlicher und edler sei als er. Arbace ist genau so schlau wie vorher, er will den Namen wissen. Jones Naivität ist nicht gespielt, er heiße Glauco. Weiß sie nicht, welch schlechter Leumund diesem Jüngling anhaftet? Eigentlich sollte sie wissen, dass sie ständig hintergangen wird. In der Brutalisierung seiner Seele verschleudert er unter unschicklichen Sklaven seine Nächte. An Orgien und unzüchtigen Tänzen finde der Verdorbene Gefallen, sein Herz sei eine schlammige Lawine. Arbace hat so dick aufgetragen, dass Jone seinen Ausführungen keinen Glauben schenkt. Was muss die arme Jone hören? Soll das etwa die Wahrheit sein? Kann der Geliebte eine solche gemeine Seele haben? Nein, sein Gesicht ist ehrenhaft und stolz. Diese Augen, die so züchtig schauen, könnten sie niemals belügen! Noch nie gab es auf der Erde eine Liebe, die mit einem solch heiligen Schleier zugedeckt wurde. Jone soll ihrem Vormund getrost glauben: Die letzte Nacht hat der Abtrünnige seine Stunden mit obszönen Freunden verbracht und eine hübsche Sklavin käuflich erworben. Wahrscheinlich verbringt er nun den Tag in Verzückung mit seiner neuen Liebe. Arbace soll nicht fortgehen! Er soll zuschauen, wie Jone sich in heftigem Schmerz selbst aufgibt.

Sechste Szene

Dirce kündet Jone, dass eine junge Sklavin sie zu sprechen wünsche, sie warte im Vestibül! Die Dienerin soll ihr doch kundtun, wer das Mädchen schicke - doch die Kleine will sich nur ihr selbst anvertrauen. Arbace ist überrascht, als er Nidia sieht. Diese fixiert Jone und flüster: Ahi bella tanto!“ Nidia soll frei sprechen! Sie habe eine Botschaft dabei. Der Papyrus würde erklären, wer sie sei und von wem sie geschickt wird.

Der Brief kommt von Glauco. Jone entringt sich ein Seufzer der Erleichterung. Ihre Augen betrogen sie nicht und sie ist auch nicht wahnsinnig. In triumphalen Tonfall erklärt sie Arbace, Glauco habe die Kleine gekauft, um ihr das Mädchen zum Geschenk zu machen. Arbace möge die Botschaft selbst lesen und ihr erklären - wenn er kann - wieso Glauco abscheulich sein sollte

An Nidia gewandt, spricht sie die erlösenden Worte, dass sie das huldreiche Geschenk annehmen wird. Wie könnte sie die Kleine nicht lieb gewinnen, deren Ursprung Griechenland ist? Nicht wie eine Sklavin, sondern wie eine Schwester, wird sie zu ihr sein. Arbace gelingt es nur mühsam, sein Missvergnügen zu verstecken. Doch seine letzten Gifttropfen verfehlen ihre Wirkung. Schlimme Heimtücke würde gegen Jone in Anwendung gebracht, sie kenne nicht die Kunst eines Verführers und den Tag der Reue solle sie fürchten! - Glauco gab ihr ein Pfand seiner wahren Liebe! Er sei ihrer Liebe ebenbürtig, verabschiedet sie ihren Vormund ironisch. Eine fatale Kälte rennt durch Nidias Adern. Jones Sklavinnen fordern sie auf, ihnen in den Garten zu folgen.

Zweiter Akt

Erste Szene: 

Ein Arkadenweg führt zum Garten und zu den Räumen in Jones Haus. Es ist Abend und der Festsaal  erstrahlt in hellem Glanz. In tiefe Traurigkeit versunken, lehnt Nidia gegen eine Säule. Aus dem Inneren des Hauses tönt ein Chor, der die festliche Stimmung unterstreicht. Finger wie von Elfenbein zupfen die Seiten der Lyra und erwecken den Eindruck, dass Sapphos glühendes Feuer die Verse inspiriert hat. Als Tribut werden der Interpretin Blumengirlanden übergeworfen, allerdings muss eingeschränkt werden, dass es so schöne Blumen, die dem Liebreiz von Jone auch nur annähernd nahe kämen, in Pompeji gar nicht gibt. Lob und Ehre folgen der Königin des Festes, wohin sie ihre Schritte auch lenkt. Welches Mädchen auf der Erde ist glücklicher als sie, denn sie darf sich sicher sein, von Glauco ebenfalls geliebt zu werden.

Nidia, die arme Sklavin, kann sich nicht einmal rühmen, sein Mitgefühl errungen zu haben, obwohl er solches signalisiert hatte. Verschachert hat er sie, ohne daran zu denken, dass sie ihn wahnsinnig liebt. O grauenvolle Pein! Das Leben ist schwer, denn sich immerzu in seiner Nähe aufzuhalten, ohne von ihm auch nur ein einziges Mal konsumiert zu werden, ist ein hartes Schicksal. O Jone, ihr ganzes Leben würde Nidia dafür geben, auch nur ein einziges Mal ihren Platz einnehmen zu können.

Zweite Szene:

Burbo ist aufgetaucht und hat die von Nidia leise gesprochenen Worte gehört. Ist sie erschrocken über sein plötzliches Auftauchen? Nein, seine Sklavin ist die nicht mehr! Zeitweise war sie ihm verbunden, aber er trägt ihr nichts nach, denn sie war immer lieb zu ihm. Sie soll ihr Herz fest in die Hand nehmen und um ihre Liebe zu Glauco kämpfen. Er sieht ihr Unglück, aber Gott wird Mitleid mit ihr haben. Hat sie in ihrer Heimat nicht öfters von mysteriösem Liebeszauber gehört? Ein Zaubertränklein aus der Heimat der Magie möchte er ihr offerieren. Ängstlich beobachtet Nidia, wie er seinem Gürtel eine winzige Ampulle entnimmt, um sie ihr auszuhändigen. Sobald Glauco sich den Inhalt einverleibt, wird er gefordert sein, sie zu lieben. Sie soll die Flüssigkeit unbemerkt in sein Getränk kippen und sogleich wird sie bemerken, dass er seine Augen auf die richtet, die ihn so sehr liebt. Nidia gibt sich misstrauisch. Sie soll die Gabe annehmen bevor sie eines Tages die Reue überfällt, nicht alles versucht zu haben, ihr Schicksal zu wenden. Aber was ist, wenn sich eine fatale Wirkung zeigt? Fatal zu ihm? Vielleicht zur Rivalin, aber nicht zu seinem Wohltäter. Wie kann sie nur denken, dass er dem großzügigen Glauco etwas zuleide tun könnte! Das törichte Mädchen soll sich beeilen und keine Zeit auf unnütze Gedanken verschwenden. Sieht sie nicht, wie der Undankbare schmachtend zu Jones Füßen kauert und mit liebevollen Blicken ihre Figur abschleckt? Wenn sich das Feuer ausweitet entsteht ein Brand und die Macht des Zaubertranks wird nicht mehr fähig sein, das Feuer löschen.

Furien bewegen Nidias eifersüchtiges Herz, welches zu hüpfen beginnt. Eine furchtbare Niedergeschlagenheit, der sie nicht standhalten kann, überkommt sie. Aber sie ist sich auch sicher, dass keine andere Frau ihn so sehr lieben kann, wie sie es tut. Burbo mahnt, dass die Notwendigkeit des Handelns nicht aufschioben  werden sollte. Sie soll Tempo geben, denn jede vergeudete Minute kann ihr zum Schicksal werden. Burbo verschwindet und lässt Nidia mit ihren widerstreitenden Gefühlen zurück. Venus wird ihr gütig sein! Nidia schleicht sich in Glaucos Nähe und in einem unbewachten Augenblick gießt sie ihm den Inhalt unter vorgehaltener Hand in den halb gefüllten Weinbecher.

Nidia verdreht die Augen und ein irres Lächeln umspielt ihre Lippen. Das Leben bekommt für sie nun einen Kranz von Rosen. Das Mädchen wird plötzlich bewusstlos, doch keiner ahnt die Ursachen. Die Gäste denken nicht an umkippende Emotionen, sondern glauben, die Kleine habe dem süffigen Wein zu sehr zugesprochen. Burbo beobachtet das Geschehen aus der Dunkelheit der Nacht. Arbace wird mit ihm zufrieden sein. Hoffentlich hat die Dosis ausgereicht.

Dritte Szene

Die Wirkung des Giftes zeigt sich nun bei Glauco, nachdem er den Becher in einem Zug geleert hat. Sein Mienenspiel kann er nicht mehr unter Kontrolle halten und unbewusst und ungewollt schneidet er Grimassen. Ein erhabenes Entzücken hat seinen Geist und seine Seele erfasst. Die Gedanken beschäftigen sich mit Jone, seiner ersten, einzigen und wahren Liebe. Die Augen bekommen einen unnatürlichen Glanz und er hat Probleme, seine gestammelten Worte in Sätzen zu fassen

Jone fragt ihn, ob er vor ihr geflüchtet sei. Sie erkennt nicht, dass der Geliebte nicht mehr ganz bei Sinnen ist. Er faselt von ehelicher Bindung und sie bestätigt den Gleichklang ihrer Gefühle. Herz und Leben habe sie ihm anvertraut und gern sei sie bereit, sich zum Traualtar führen zu lassen. Arbaces Unwille kann sie nicht mehr von ihm trennen.

Poetische Ergüsse können nur noch mühsam formuliert werden. Die Stirn brennt und die weit geöffneten Augen wandern unkontrolliert umher. Das Delirium schreitet voran! Scharfe Pfeile haben sich in sein Herz gebohrt. Glauco schimpft auf Arbace und Jone bittet ihn, sich zu beruhigen.

Das Meer sei ruhig, das Schiff breite die Segel aus und lichte den Anker. Die Küste komme näher. Welche Freude, das ist Griechenland! Nun stürzt er sich mit dem Gewicht seines Körpers auf Jone, will Küsse saugen und Lust trinken. Burbo soll herkommen und den Falernianer nachschenken. Ist der Geliebte verrückt geworden? Jone kann sich aus seiner Umklammerung befreien und ruft um Hilfe.

Vierte Szene:

Die Situation hat sich verschärft. Die Gäste sind aufmerksam geworden und mahnen den Trunkenen, zu sich zu kommen. Doch dieser denkt nicht daran, in Ekstase nimmt er eine Sklavin nach der anderen in die Arme und küsst ihre Locken und ihr Gesicht. Liebe ist Leben!

Von Burbo herbeizitiert, ist Arbace auf dem Fest erschienen. Nachdem er eine kurze Zeit beiseite gestanden ist, nähert er sich Jone. Sieht sie nun, wohin sie ihr weiches Herz platziert hat? Ihr Fuß soll ihr nicht zu schade sein, nach dem Reptil zu treten. - Nicht länger wird er sie sehen, nicht länger wird er sie hören, ihr Herz ist überschüttet von abscheulichen Eindrücken. Und diesem Menschen schenkte sie wahre Liebe. Dem Arbace hat sie nicht glauben wollen. Nun steht sie da, als dummes enttäuschtes Mädchen.

Nidia macht sich bittere Vorwürfe. Burbo hat sie betrogen. Warum hat sie die Phiole  nur genommen und dem Schurken blind vertraut? Venus soll nicht den Liebsten bestrafen. Der Zorn der Göttin soll auf sie fallen. Die Gäste stellen fest, dass Glaucos sonst so gelassene Visage nun die Züge eines Bacchanten trägt. Die kühle Nachtluft wird Abhilfe schaffen und das brennende Feuer in seiner Brust eindämmen. Sklaven ziehen den Bewusstlosen auf die Veranda.

Ihren geliebten zweiten Vater fleht Jone um psychologische Hilfe an. Doch nur Isis kann den Sturm ihres Herzens beruhigen. Hier sei nicht der richtige Ort für eine Therapie, erklärt der Konsultierte. In einer Stunde erwarte Arbace die Verzweifelte im Heiligtum der Göttin. Wird sie die Courage haben und kommen? Arbace wird über sie wachen, damit geheimnisvoller Zauber ihr kein Leid zufügt.

Glauco hat sich ein wenig erholt, richtet sich auf und lehnt seinen Rücken gegen den Sockel eines Pfeilers. Gäste und Sklaven umrunden ihn. Er kann schon wieder singen. Als Kriegsgott fühlt er sich unter schönen Mädchen. Er erklärt, er sei zwar betrunken, aber nicht tot. Mit schwächer werdender Stimme sinkt er erschöpft in den Schlaf. Jone zieht sich zurück. Nidia kniet neben ihm und fleht mit stummem Blick um Vergebung.

Dritter Akt:

Erste Szene:

Auf dem Marktplatz von Pompeji gibt es bis zum den späten Abend so ziemlich alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Die Marktschreier werden durch den Opernchor angemessen vertreten. „Wer wünscht Pistazien und wer bevorzugt Datteln? Wer möchte Orangen, Nelken oder Veilchen? Herrlich duftende Rosen stehen in vielen Farbnuancen zur Wahl! Frisch gefangen sind die Fische!“

Der Himmel wird plötzlich dunkel. Unterirdisch rumpelt es. Die Luft riecht nach Schwefel. Das ist ein Omen für Unglück. Es ist, als würde ein sehr dunkler Nebel vom Golf aufsteigen. Drei lange Tage hat es gedauert, dass der Vesuv Feuer gespuckt hat - mal war es viel, mal weniger. Sechzehn Jahre lang ist Ruhe gewesen. Die Einwohner fürchten, dass der Vulkan wieder erwacht. In seinen Tiefen rumort es. Wo werden die Menschen ein Obdach finden, wenn sie die Heimat verlassen müssen? Es ist die Strafe Gottes, wenn er den Vulkan ausbrechen lässt, denn die Kriminalität hat wieder einmal kräftig zugenommen. Wie gut, dass ein großer ägyptischer Magier in ihren Mauern lebt. Aber wird er auch die Macht haben, sie zu schützen?

Zweite Szene:

Arbace kommt aus seinem Haus, gefolgt von einem Priester, der ihm in respektvoller Haltung folgt. Der Ägypter philosophiert über Macht und Untergang im allgemeinen. Arbace hasst Rom, weil es sich neben allem Pomp auch mit der ägyptischen Krone dekoriert hat. Das Pharaonenland hat seine Souveränität verloren, aber der weise Mann – womit er sich meint – regiert die Welt und bleint übrig, selbst wenn alle Nationen fallen. Ist er aufgrund seiner Erkenntnisse nicht mächtiger als ein König?

Der Himmel kommt dem Astrologen unheimlich vor. Er sieht nur unheolkündende Sterne und ihr Licht funkelt blutrot. Möglicherweise steht sein Tod bevor. Wenn sein Leben entschwinden sollte, möge es im Rausch der Ekstase geschehen. Der glühende Aufdruck von Jones Küssen wird ihn als glücklichen Schatten in die Unterwelt hinabsteigen lassen.

Dritte Szene:

Jone ist tatsächlich gekommen - ihre Augenlider hält sie gesenkt. Arbace, dessen Herz ungeduldig schlägt, will sie mit Aufwand und Kunsthandwerk beeindrucken. Einen Blumenkranz versucht er ihr auf die Stirn drücken, doch sie erklärt, sie habe sich lediglich aufgemacht, weil sie den Frieden ihres Herzens wiederfinden will. Möchte die Besucherin die allwissende Gottheit selbst befragen oder soll in Vertretung ihrer Persin der Hohepriester den Dialog führen? Mit Sicherheit werden die Sterne ihr ein prächtiges Schicksal bescheren!

Der dunkle Raum ist in diffuses Licht getaucht. Die Statue der Göttin hebt die Brauen und wirkt mit ihren dunkelblau aufleuchtenden Pupillen sehr lebendig. Eine Stimme, aus dem Untergrund nach oben beschworen, murmelt geheimnisvolle Sätze:

A que' fiori, o giovinetta,
La tua man non appressar;
Il profumo che t'alletta,
in velen si ouò cangiar:
Sotto il verde delle fronde
Il serpente si nasconde. -

Du junges Mädchen, lasse deine Hand diese Blumen nicht berühren - Das Parfüm, welches dir Attraktivität verleiht, kann sich in Gift verwandeln - Die Schlange versteckt sich selbst unter grünen Blättern!“

Arbace hat zum Orakel nichts weiter zu sagen und fordert Jone einfach auf, zu hören und zu bewahren - sie soll sich ein Herz nehmen und schauen! Den Sinn der seltsamen Worte hat Arbace allerdings auch nicht verstanden, denn sonst würde er das Gesagte nicht leichtfertig beiseite schieben und zur Besucherin dummes Zeug schwatzen.

Nun sei die liebe Jone von Licht umflossen und Lilien würden zu ihren Füßen sprießen. Die Angesprochene fühlt sich entzückt und behauptet, in ein mysteriöses Lustgefühl eingehüllt zu sein. Sie höre eine überirdische Melodie, die immer näher komme. Das Mädchen soll frohlocken, denn die Zukunft habe sie eingeholt. 'Theater' im Theater wird nun geboten:

Ein plötzliches und sehr lebhaftes Licht illuminiert die Szene. Der Vorhang verschwindet und lässt einen freundlichen Garten erscheinen; den Mittelpunkt des Hintergrundes bildet ein eleganter kleiner Tempel. Die wenigen Bäume, hier und da verstreut, sind durch Blumengirlanden miteinander verbunden. Junge Nymphen tanzen freudig und halbnackt zu den Klängen einer sinnlichen Musik. Dazu gibt der Chor gute Ratschläge: Die Mädchen sollen nach vorn schauen! Ihr Herz, zur Liebe fähig, ist verstanden worden. Die Schönste unter den Jungfrauen sei zur Liebe aufgerufen! Das Schicksal biete ihr einen Blumenkranz, in den auch Edelsteine eingewoben sind. Das Leben geht schnell vorbei! Hymens Altar warte auf sie! Der Mann, welcher seine Hand nur zu ihr ausstrecke, sei es wert, erhört zu werden. Während der Chor langsam zu Ende geht, öffnet sich der schmale Tempel in der Mitte und gibt den Blick auf einen Altar frei, der mit Rosen geschmückt ist. Auf der Seite reckt sich eine weibliche Figur, Jone nicht unähnlich. Demütig kniet vor ihr eine Gestalt, von Kopf bis Fuß in einen Purpurmantel gehüllt, die der weiblichen Person  eine Königskrone entgegenhält.

Zunächst ist Arbace von Ängstlichkeit und dann von Hoffnung bewegt. Nachdem Jone zunächst erst einmal festgestellt hat, dass ihre Augen sie nicht betrügen, fragt sie, was der Zauber bedeuten soll. Sie hat nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr selbst und der Erscheinung auf der Bühne wahrgenommen. Arbace verspricht, das Geheimnis zu lüften, wenn sie es wünsche. Er soll sich keinen Zwang antun! Arbace hebt die Hand, so dass sein Umhang herabgleitet. Ist das jetzt ein Traum oder ein Delirium? Arbace sieht nun genau so aus, wie der Spuk auf der Bühne. Ihre Überraschung kann Jone nicht mehr verbergen und sie stößt einen spitzen Schrei der Überraschung aus. Arbace bleibt nun nichts anderes mehr übrig, als 'die Katze aus dem Sack zu lassen'. Ja, es ist wahr, zur Göttin seines Herzens ist er in glühender Liebe entbrannt. Schon seit langer Zeit wütet die Flamme in seinem Innern - er hielt sie verdeckt, obwohl sie allgegenwärtig war. Er könne es einrichten, dass die Welt zu seinen Füßen läge, aber er kehrt das Spielchen um und wirft sich vor ihr nieder. Ein Wort von ihr genüge, und er werde die Erde von ihren Edelsteinen entblößen, um für die Königin seines Herzen daraus eine Krone zu fertigen. Einen Altar aus Gold und Licht will er aufstellen, eigens für sie, als ob sie eine Gottheit wäre. Jone findet die Idee absolut verrückt. Wie konnte sie dem Blender nur trauen. Zuerst die Enttäuschung mit Glauco und nun das Fiasko mit ihrem Ziehvater. Die Übertölpelte entwindet sich seinen Armen, die sie umschließen wollen und flüchtet sich schutzsuchend zum Standbild der Isis. Lieber will sie sterben, als ihm gehören!

Gleiches gesellt zu Gleichem sich! Hat der alte Herr den Generationsunterschied nicht richtig eingeschätzt? Jetzt hat er zu Aufwand und Nachsehen auch noch die Blamage zu ertragen. Für Arbace ist der kleine Kalkulationsfehler die Niederlage seines Lebens. Vergeblich renne sie fort! sie gehöre ihm! „Niemals! Weiche, Satan, weiche!“ „Wagemutiges Mädchen. Nun kann kein Sterblicher, nicht einmal ein Gott, dich schützen vor Arbace.“

Vierte Szene:

Mutmaßlich von Nidia mobilisiert, taucht im Tempel der Isis unerwarteter Besuch auf. Die gesamte Meute aus Jones Haushalt, einschließlich Burbo, bauen sich drohend vor Arbace auf. Die Wirkung der Tropfen, die Glauco außer Gefecht setzten, hat nachgelassen und der maßlos Gereizte ist wieder im Vollbesitz seiner Zungenfertigkeit. Es gehört zum Ritus zweier Rivalen - bevor sie aufeinander losgehen - sich erst einmal kräftig zu beschimpfen.

Hat der üble Bursche es tatsächlich gewagt, den heiligen Tempel der Isis zu betreten? Der Isispriester soll seine gotteslästerliche Hand nicht gegen sie erheben und versuchen, die ahnungslose Blume zu infizieren. Seine Person sei eine Schande für den Altar! Das Mädchen wird er ihm sofort zurückgeben, denn seinem Herzen sei sie heilig, erregt sich Glauco. Ist der Haltlose berauscht vom süßen Wein und will er seinem Haufen von Freveln etwa noch weitere hinzufügen? Dem Pietätlosen wird es nicht gelingen, die Braut vom Altar der Isis wegzureißen; vergeblich wird er versuchen, das Bild der Göttin in den Schmutz zu zerren. Einen Bannfluch wird Arbace gegen den Tempelschänder loslassen! Jone betont, dass ein schwarzer Schleier von ihren Augen gefallen sei – wie Schuppen ist es ihr aus den Haaren gefallen! Sie wirft sich in Glaucos Arme und feiert ihn als ihren Retter. Nie sah sie sein Gesicht so rein, wie in diesem Augenblick, wo es sich lächelnd zu ihr neigt. Über Ihre Unschuld wird er zukünftig sichere Schirmherrschaft ausüben. Nun klopft ihr Herz freier als je zuvor.

Nicht neidlos betrachtet Nidia das Glück Jones. Wenn sie nun weint, sind es gewiss keine Tränen der Gewissensbisse, denn Jone wird unter ihrem Missgeschick auch nicht leiden. Das Schicksal will Nidia unglücklich sehen, daran ist offenbar nichts zu ändern. Glauco beruhigt Jone: Ihre Ängstlichkeit und ihr Zittern soll sie zurückhalten und keine Tücke mehr befürchten. Unbeschädigt ist die Lilie aus der Gefahr hervorgegangen. Er sei bei ihr und mit einem Blitz ist seine Rechte bewaffnet. Als Rächer wird er für die Geliebte eintreten falls weiterhin Gefahr drohe.

Burbo stellt fest, dass nur ein kurzfristiges Delirium die Sinne seines Opfers durcheinander brachte. Seine zitternde Seele, die eifersüchtig wütet, muss der Aufgebrachte nun in den Griff bekommen. Gefühlsregungen erfassen Burbos Herz. Für ihn eine befremdliche unbekannte Eigenschaft! Ist es Mitleid oder Reue – er kann sich selbst keine Auskunft geben.

Das unbefugte Eindringen Glaucos in den Tempel bewertet Arbace als Sakrileg. Exemplarische Bestrafung schwebt über dem Haupt des Frevlers. Seinem Hass und seiner Rache wird der Täter zum Opfer fallen! Zunächst sollen seine Sklaven ihn gewaltsam aus dem Grenzbereich des Tempels entfernen. Falls er Sehsucht hat, wiederzukommen, wird er leblos zu Boden sinken, versprechen die Domestiken ihrem Herrn. Dirce und Glaucos Freunde sind empört über das Verhalten des Hohepriesters. Wie konnte er so falsch sein und die ahnungslose unschuldige Jone ins Verderben locken? „Forsennato, allontànati... o trema!  Vedi... Der Bösewicht soll zittern und verschwinden, empfiehlt Arbace und legt die Hand besitzergreifend um Jones Taille.

Bevor er sich Jone bemächtigt, wird er vorher tot hinfallen! Blind vor Ärger zieht Glauco seinen Dolch, um ihn gegen Arbace zu schleudern. Arbaces Sklaven hatten jedoch ein aufmerksames Auge, halten ihn von der Tat zurück und entwaffnen den Unbedachten. Der Hohepriester ruft die Umstehenden zu Zeugen auf. Um Glauco steht es nun schlecht! Ein Mordversuch vor Zeugen im Tempel der Isis an ihrem obersten Priester ist ein todeswürdiges Verbrechen. Auf zum Zirkus, die Löwen haben Hunger! Tod dem Gotteslästerer! Den armen Mann ruinierte die Liebe! Jone wirft sich schluchzend in die Arme Nidias. Unter den Flüchen und Mitleidsbekundungen der Anwesenden senkt sich vorläufig der Vorhang über tragisches Geschehen.


Vierter Akt:

Erste Szene:

Auch Pompeji hat sein kleines Amphitheater, denn das Volk will Brot und Spiele. Patrizier und Plebejer sind zahlreich erschienen und streben zu den Eingängen des Hippodroms. Burbo kennen noch alle aus seinen Glanzzeiten und die Menschen begrüßen ihn freudig, wenn er in der Arena organisatorische Aufgaben wahrnimmt. Auch wenn seine Haare bereits ergraut sind, sollen die Leute nicht denken, dass die Spannkraft seiner Arme bereits nachgelassen hat. Seiner Gegenwart sei es zu verdanken, dass Gladiatoren aus Gallien und der Hauptstadt es nicht verschmähen, sich in Pompeji mit dem Dreizack ein bisschen die Rippen zu kitzeln.

Die Fanfaren ertönen und die Prozession mit dem Todeskandidaten rückt näher. Umringt von Soldaten und Liktoren schreitet Glauco, den alle kennen - Totenblässe im Gesicht, aber mutigen Schrittes, so wie man es von einem edlen Römer erwartet.

Zweites Szene:

Glauco hat das Bedürfnis, sich der Menge zu erklären und hat sich im Kopf einen kleinen Vortrag zurechtgelegt. Der Patrizier bittet seine militärischen Begleiter, in der herrlichen frischen Luft einen Moment verschnaufen zu dürfen. Er hat den Menschen kurz vor seinem nahen Tod, den er erwartet, noch etwas zu sagen und sie sollen ihm bitte zuhören. Derjenige, der zum Sterben geschickt wird, lügt nicht, wenn er erklärt, dass er unschuldig sei. Eines Tages wird der Schleier von seiner angeblichen mysteriösen Schuld beiseite geschoben, und sein Name – im Moment mit dem Schmutz eines Frevels behaftet – makellos aufleben. Die Umstände gestatten ihm kurz vor seinem Ende noch einen letzten Aufschrei. Dem Volk vertraut er seine Rache an. Es ist nicht so sehr der Tod, den seine Seele quält, sondern der Umstand, dass er seine geliebte Jone verlassen und sie schutzlos zurücklassen muss. Ihr Leben wird nun in Not und in langanhaltender Pein verlaufen. Die Erinnerung an ihn soll dem Schatz ein kleiner Trost sein, denn im Elysium wird auf einem erhabenen Altar im Gedenken der Liebe, die sie füreinander empfanden, ein ewiges Licht brennen. „Il tuo Glauco, l'ultimo in terra addio ti dá - Euer Glauco sagt Euch allen auf Wiedersehen für die letzte Zeit auf dieser Erde.“ Burbo murmelt von einem wirklichen Wunder, wenn es ihm gelänge, unbeschädigt aus der Sache herauszukommen.

Dritte Szene:

Jone ist dem Wahnsinn nahe. Ihr Gesicht ist bleich, das Haar zerrauft und die Kleidung unordentlich. Ihren nachfolgenden Worten ist zu entnehmen, dass sie sich im Delirium befindet. „Glauco, wo bist du?“ Jone kann den Duft von Ambrosia nicht wahnehmen, der ihn in der Regel als Signal seiner Anwesenheit umgibt. Am Altar wartet Hymen, Glauco soll sich beeilen! Wie kann er sich unterstehen, sie auf solch ungewöhnliche Weise zu verlassen. Ihr Geist sei angespannt und die Augen brennen in ihren Höhlen. Der Blitz eines Dolches funkelt vor ihrer Nase und sie hört den Schrei einer Gotteslästerung. Welche Macht kann ihren Glauco vor dem rasenden Pöbel noch schützen?

Nur er kann es, hört sie plötzlich Arbaces Stimme. Sie sei die Gebieterin seines Schicksals. Doch Jone traut ihm nicht. Er sei trügerisch zu ihr und wolle nur ihr Herz aufwiegeln. Das einzige Wort, auf welches er schon seit Ewigkeiten wartet, solle sie zu ihm sagen. Den Startschuss für eine lang andauernde glühende Liebe soll sie geben. „Nein, nie!“ Arbace soll sich packen, denn er mache sie schaudern. Doch wenn Jone nicht einlenke, würde der stattliche Mann in der Arena ein Futter für die wilden Tiere. „Tutto a soffrir io basto, ma non l'infamia... va!“ Alles mögliche kann sie erdulden, aber keine Infamie. Er solle gehen!

Arbace höhnt, ob dies die Ergebenheit sei, die sie dem Geliebten bezeuge, ihn in der Stunde der Not einfach zu verlassen. Eine ungerührte Zuschauerin seines Elends sei sie! Gewiss wird sie stark sein und sein Unglück respektieren. Unter Tränen wird sie ihr Entzücken über seinen Tod verbergen. Eine Schande der Natur, der nichts heilig ist, sei sie in Wirklichkeit. Sein albernes Lächeln streife sie wie ein e schleinige Kröte. Er soll ihr aus den Augen gehen, kontert Jone.

Aus der Arena ertönen die Fanfaren. Jone reagiert mit einem verzweifelten Schrei. Arbace sieht, wie sie zittert und rät der Unglücklichen, ihn in ihrem blinden Ärger zu verwünschen. Hat er kein Mitleid mit ihrer Qual? Hatte sie je Mitleid mit ihm? Noch hat sie Zeit, sich für ihn zu entscheiden und sie soll endlich das erlösende Wort sprechen. Nein, sie wird nicht! Nun gut, ihn lässt sie sterben und er wird gerächt sein.

Einen Strohhalm zu Rettung des Geliebten sieht Jone noch: „O verzeihe mir, lieber Arbace! Schau, ich falle nieder zu Deinen Knien, ich, Deine Sklavin. Sorge spricht aus mir! Habe Mitleid mit ihm! Soweit ich kann, gebe ich Dir die Gunst meiner Liebe. Ich werde Dich immer in meinem Herzen halten, so wie einen Vater, wie einen Gott!“ Endlich sieht Arbace sie demütig bittend zu seinen Füßen. Aber als Liebhaber würde sie ihn geringschätzen. Um eine andere Affektion habe er aber nicht nachgefragt. Vergeblich bittet sie ihn um das Leben des Geliebten. Hass ist seine Antwort. Ihn dürste nur noch nach seinem Blut und ihrem Schrei!

Vierte Szene:

Endlich ist Jone allein. Sie kann sich nicht ruhig verhalten. Ihre Angst ist stärker als ihre Sorge. Stimmen aus dem Zirkus hört sie von Leuten, die Arbace den Tod wünschen. Träumt Jone? Noch kann sie hoffen, dass das Volk sich gegen den Tod von Glauco entscheidet, weil Arbace es nicht mehr aufwiegeln kann.

Unterirdisch rumort es! Der Vesuv ist lebendig geworden. Panik entsteht. Die Leute streben den Ausgängen zu. Alle wollen gleichzeitig die Arena verlassen. Jone fragt, wer ihr Auskunft über ihren Glauco geben kann. Soll die Welt doch untergehen! Nur ein einziges Mal möchte sie ihn noch umarmen. Sie stürzt in die Menge.

Plötzlich sieht sie, wie Glauco, Sallustio und Nidia aus dem Zirkus kommen. Jone stößt einen Freudenschrei aus.

Letzte Szene:

In ihrer erhabenen Ekstase wird ihre Liebe immer fortbestehen, Jone und Glauco sind sich sicher!. Nidia kann die empfundene Freude der Liebenden für sich nicht bestätigen. Möge dieser Tag der Vorbote sein für eine immer glücklicher werdende Zukunft, wünscht sich Sallustio. Jone möchte nun endlich wissen, wer den Liebsten gerettet hat. Er zeigt auf Sallustio und Nidia. Der Freund dementiert seine Unterstützung, es sei Nidia allein gewesen. Die Freude über das Gelingen mache sie im Moment stumm. Die Entrüstete alarmierte den Präfekten und klärte ihn über die Schandtaten Arbaces auf.

Die Ausbrüche des Vesuvs werden immer heftiger. Ein Aschenregen fällt hernieder. Eine unruhige Nacht stehe bevor, prophezeit Glauco. Der Opernchor empfiehlt fortzurennen. Sallustio hat einen Weg durch die Menge gebahnt und fordert die Freunde auf, ihm zu folgen. Zuversichtlich erklärt Jone, an der Seite von Glauco jeder Gefahr begegnen zu können.

Nidia zögert, sie will nicht mitkommen. Sie soll sich mit ihnen gemeinsam auf das Schiff begeben. Die Küsten ihrer griechischen Heimat wird sie bald begrüßen können. Jone bestätigt, dass das Mädchen in ihr jederzeit eine liebende Schwester finden wird. „Los, komm!“ fordert Glauco sie auf. Nein, eine furchtbare Notwendigkeit halte sie hier fest. Glauco versteht, was sie sagen will, kann es aber für sich nicht nachempfinden. Es kann doch nicht wahr sein, dass ihre Liebe zu ihm so groß sei. Ihren Tränen kann sie nicht widerstehen – Jone sieht es mit Bekümmernis. Mysteriös sei die menschliche Seele, steuert Glauco zur Unterhaltung bei. Weshalb zögert sie, die geliebte Heimat wiederzusehen, fragt Nidia sich schließlich selbst? Will sie die Freunde durch ihre Laune am Forteilen hindern, kommt Protest von Sallustio. Doch plötzlich fasst die sich verlassen Vorkommende einen Entschluss. „Glückliche Tage“ wünscht Nidia, „sempre sereni. Addio!, qui resto.“ Glauco bezeichnet sie als undankbares Mädchen. Nidia bekennt, dass sie in fataler Liebe zu ihm entbrannt sei. Warum muss es gerade er sein? Sallustio habe auch Lust auf sie. Doch von ihm will Nidia nichts wissen. Wenn sie nicht bekommt, was sie sich in den Kopf gesetzt hat, will sie sterben. Plötzlich ist die Kleine in der Menge verschwunden. Das Kind hat Charakter! Jone und Glauco beteuern ihre Verbundenheit, während eine schwarze Wolke aus Asche den Himmel verdunkelt und das Rumoren aus dem Bauch des Vulkans immer dringlicher wird.

Es wird Zeit, dass der Vorhang fällt. Das Publikum beeilt sich, zur Garderobe zu kommen, vervor der Lavastrom sich in den Zuschauerraum ergießt. 

***
2009 musirony - Engelbert Hellen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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