musirony - Il Trovatore - PART 2
 

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Schöne Oper - oft gehört


Giuseppe Verdi [1813-1901]

Il Trovatore

Der Troubadour



Lyrisches Drama in vier Akten und acht Bildern

Libretto von Salvatore Cammarano
fertiggestellt von Leone Emmanuele Bardare

nach dem Drama 'El Trovador' von Antonio García Gutiérrez


in italienischer Sprache

 

Uraufführung am 19. Januar 1853 am Teatro Apollo in Rom

Dauer etwa 140 Minuten




Verzeichnis der Bravour-Arien sowie der wichtigen Szenen und Duette

1

Di due figli vivea, padre beato il buon conte di Luna – Glücklich lebte der Vater zweier Söhne" (Monolog des Ferrando)

Ascolta. Tacea ls notte placida e bella in ciel sereno – Es glänzte schon das Sternenheer" (Romanze Leonoras)

Ascolta! Tacea la notte placida! - Hör zu! Die Nacht ist ruhig!“ (Arie der Leora)

2

Vedi, le fosche notturne spoglio – Seht, wie die Wolken am Himmel ziehen“ (Zigeunerchor)

Stride la vampa! La folla indomita – Lodernde Flammen schlagen zum Himmel“ (Arie der Azucena)

Ah, no! Nin fia d'altri Leonora! Leonora è mia! - O nein, Leonora wird nicht einem anderen gehören. Leonora ist sein.“ - „Il balen del suo sorriso - Ihres Auges himmlisch Strahlen“(Monolog des Grafen von Luna)

3

Or co' dadi, ma fra poco – In dem bunten Kampfgewühle" (Soldatenchor)

Ah si, ben mio, coll' essere io tuo – Dass nur für mich dein Herz erbebt" (Arie Manricos)

Di quella pira – Lodern zum Himmel sehe ich die Flammen" (die berühmte Stretta)

4

D'amor sull' all rosèe – Auf den rosigen Flügeln der Liebe“ (Arie der Leonora)

Miserere d'un alma gia vicina“ (Chor der Mönche)

Ah che la morte ognora – Schon naht die Todesstunde“ (Duett Manrico imd Leonora mit Chor)

Mira di acerbe lagrime – Sieh meiner heißen Tränen Flut“ (Duett Leonora-Luna)




HANDLUNG (Zweiter Teil)
  Fortsetzung von Blatt 1

Dritter Akt: Der Sohn der Zigeunerin



   
 

Fünfte Szene: FELDLAGER DES GRAFEN LUNA

Der Graf von Luna hat mit seinen Kriegern die Feste Castellor belagert. Noch scheint alles friedlich zu sein. Die Männer putzen ihre Schilde, damit sie prächtig glänzen oder zerstreuen sich auf andere Weise. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Die Schwerter werden von angetrocknetem Blut gesäubert, aber schon bald wird man es wieder in frisches tauchen. Nicht mehr lange wird sich der Angriff auf Castellor verzögern. Ferrando reicht seine Siegesgewissheit im Triumph an die Kameraden weiter. Die Trompeten rufen zu den Waffen. Schon morgen wird ihr Banner in der Burg aufgepflanzt und von der Turmspitze grüßen. Selten hat ein Sieg ihnen so freundlich zugelächelt. Ruhm und und Beute werden sie reichlich finden. Zu ihrem Preis und ihrer Ehre soll der Klang der Trompeten andauern.

Von Eifersucht zerfressen tritt Luna aus seinem Zelt und schmettert die Arie: „In braccio al mio rival!“ In den Armen des Rivalen liegt Leonora. Diese Gewissheit folgt ihm wie ein Dämon, wohin immer er geht. Aber er wird sich beeilen, die beiden auseinanderzureißen.

Ferrando erscheint mit einer wichtigen Nachricht. In der Nähe ihres Lagers griffen die Bewacher eine herumlungernde Zigeunerin auf. Vermutlich ist sie eine Spionin, denn als die Männer auf sie zugingen, drehte sie sich um und floh. Nun steht sie unter Bewachung und an den Händen gebunden wird sie herbeigeschafft. Die Frau bittet, dass die rücksichtslosen Männer sie wieder frei lassen, da sie sich keiner Schuld bewusst sei. Graf Luna will wissen, was sie hier zu suchen habe – wenn sie lügt, werde sie dafür bezahlen. Azucena will die Frage nicht konkret beantworten - es sei die Art der Zigeuner, planlos zu wandern, der Himmel sei ihr Dach und die ganze Welt ihr Refugium. Sie komme von der Biscaya und halte sich zwischen den Klippen und Felsen der Umgebung auf.

Da man ihrem Vortrag Interesse entgegenbringt, wird die Eingefangene geschwätzig. Sie lebe hier, zufrieden mit dem Wenigen, was sie besitze. Ihre einzige Hoffnung war ihr Sohn, doch der Bengel habe sie verlassen und vergessen. Der Kummer nage an ihrem Herzen und an dieser Stelle nach dem Undankbaren Ausschau zu halten, sei der tatsächliche Grund ihrer Anwesenheit. Der Graf will wissen, ob sie schon lange hier in den Bergen lebe und ob sie sich an das Kind des Grafen di Luna erinnern könne, welches einst aus der Feste von Zigeunern geraubt wurde. Azucena wird misstrauisch und will wissen, mit wem sie es zu tun hat. Er sei der Bruder des entführten Kindes und habe seinem Vater geschworen, es zu finden. Plötzlich hat Azucena es eilig, wegzukommen - doch zu spät, Ferrando hat in ihr die Tochter der alten Hexe erkannt, die verbrannt wurde. Der Eifrige erklärt seinem Herrn, dass er die Übeltäterin vor sich sehe und flüstert ihm ins Ohr, dass sie es war, welche das Kind verbrannt habe, dessen verkohlte Leiche man im erlöschenden Feuer gefunden habe. In äußerster Bedrängnis bestreitet Azucena ohne Erfolg die Tat, die man ihr anlastet. Nun kann sie ihrem Schicksal nicht mehr entkommen. Will Manrico nicht endlich kommen, der armen Mutter zur Hilfe eilen? In ihrer Ungeschicktheit hat sie nun auch noch ihre Identität verraten. Der Graf erkennt den Zusammenhang. Die Mutter seines Todfeindes befindet sich in seiner Gewalt. Damit  hält er ein unvergleichliches Druckmittel in Händen, mit dem er seinen Todfeind zur Unvorsichtigkeit reizen kann. In ihrer Verzweiflung wird Azucena auch noch ungehalten. Die schlimmen Männer sollen ihre festen Bande lösen - die grauenvolle Tortur quäle sie noch zu Tode. Der Kommandant dieses Lagers sei der schurkische Sohn eines noch gemeineren Vaters. Er soll zittern, denn es gäbe einen Gott, der zu bestrafen wisse. Luna kündet, dass er ihre Angst benutzen werde, um seinen Todfeind auszuticksen. In der abschließenden Ensemble-Szene sind Ferrando und seine Soldaten sich einig, dass die Zigeunerin in der Hölle büßen wird.

Sechste Szene: INNERHALB DER MAUERN VON CASTELLOR

Ahnungslosigkeit fragt Leonora, welch Waffenlärm das war, der zu ihr herauf drang. Die Gefahr sei groß, erklärt Manrico, wahrscheinlich werde es notwendig sein, sich zu verstecken. Draußen starte bereits der erste Angriff auf die Burg! Was erzählt der Liebste da? Sie soll sich keine Sorgen machen. Selbstverständlich werden unter seiner Führung die Feinde besiegt. Stärke und Festigkeit kommen seinen Mannen ihrem Wagemut gleich. Dem Ruiz kündet Manrico an, dass er sich für ein paar Tage entfernen müsse. Zwischenzeitlich übergebe er ihm die Situation zu treuen Händen. Er soll agieren und nichts unversucht lassen, die Lage in den Griff zu bekommen. Leonora will noch wissen, wie es mit dem Licht bestellt ist, welches auf ihre Hochzeit scheint. Die Vorzeichen seien ungünstig, aber sie soll nicht glauben, dass einzig in solchen Äußerlichkeiten seine Liebe zu erkennen sei. Kann sie in irgendeiner Form behilflich sein, schlimme Zustände zu verändern?

Amor sublime amore“ soll zu ihrem Herzen sprechen. Wirklich, seine Liebe gehöre ihr in dem Bewusstsein, dass sie ihm mit Haut und Haaren gehören wird. Sein Arm und sein Mut wird stark sein, auch wenn auf den Seiten im Buch des Schicksals geschrieben steht, dass er durch das Schwert des Feindes umkommen wird. Mit seinem letzten Atemzug wird er in jedem Fall bei ihr sein, und wenn es nicht anders möglich ist, wird er sie im Himmel erwarten. Ah si, ben mio, coll'essere“ in der wenig präzisen deutschen Übersetzung nennt sich diese Erkennungsmelodie „Dass nur für mich dein Herz erbebt...“. Glockengebimmel ist zu hören. Das Geläute geht beiden zu Herzren und Leonora schlägt vor, in die Kapelle zu gehen, um ihre starke Liebe in geheiligter Umgebung noch besser empfinden zu können.

Auf dem Wehrgang begegnet Ihnen Ruiz. Manrico soll einmal über die Mauer schauen. Eine Zigeunerin sei an den Händen gefesselt und warte auf ihre Hinrichtung. Die Schelme errichten gerade einen kleinen Scheiterhaufen. Himmel, Manrico zittert am ganzen Körper, und es wir ihm schwarz vor Augen. Leonora fragt,  wovor er schaudere. Nun, bevor sie seine Geliebte wurde, war die Zigeunerin seine Mutter. Das darf doch nicht wahr sein! Manrico feuert Ruiz an, dass er seine Feiglinge nach unten schicken soll, damit sie das Feuer  rechtzeitig auspusten. Dies teuflische Aussicht, dass die Mutter auf dem Holzstoß verbrannt werden könnte, nimmt ihm den Atem. Mit der folgenden Stretta:

Di quella pira l'orrendo foco
tutte le fibre m'arse avvampò -

- Lodern zum Himmel sehe ich die Flammen.
Schauder ergreift mich, starr bleibt der Blick.
Soll nicht des Himmels Macht all' euch verdammen,
so gebt mir wieder mein höchstes Glück.
Ach, teure Mutter, du sollst nicht sterben;
Du meine Wonne, bleibe bei mir!
Bald soll die Erde Feindesblut färben;
doch flieht dein Leben, sterb' ich mit dir!"


steht und fällt der ganze Troubadour" - so sagt man. An dieser Arie wird die Qualität eines Heldentenors gemessen. Zu den Waffen! Zu den Waffen! Manrico stürmt in Verzweiflung voran. Die schützenden Mauern von Castellor verlässt er in der Absicht, der armen Mutter zur Hilfe zu eilen. Die edle Tat wird ihm zum Verhängnis.

 

Vierter Akt: DAS HOCHGERICHT  




Siebtes Bild: DAS BOLLWERK DES ALFERIA-PALASTES

Leonora weiß den Geliebten in Gefahr und hat nicht die Geduld, untätig auf Castellor zu verweilen. In der Hoffnung, ein Lebenszeichen von Manrico zu erhalten, führt Ruiz als treuer Beschützer sie mitternächtlich zum Alferia-Palast. Am Gefängnisturm, in dessen Kellergeschoss in der Regel zunächst alle Gefangenen untergebracht werden, setzt er sie ab. Leonora bittet ihn, sie nun allein zulassen und sich um sie keine Sorge zu machen. Offenbar hat sie eine Strategie, sich dem Geliebten zu nähern. Zu diesem Zweck hat Giuseppe Verdi für sie, die wunderschöne Arie: „In quest oscura notte“ komponiert, mit der Leonora den Geliebten über ihre Anwesenheit in Kenntnis setzt. In dieser dunklen Nacht, versteckt vor allen, sei sie ihm nahe. Aber das kann er nicht wissen. Die leichte Brise, die sie umweht, soll so freundlich sein, ihm ihre schmerzlichen Seufzer auf rosigen Flügeln zuzutragen. „D'amor sull'all roses vanne sospir dolente“ klingt ihr Flehen, um den armen Gefangenen ein bisschen mit Komfort zu umgeben. Wie eine Priese von Hoffnung sollen ihre zärtlichen Gedanken zu seiner Zelle fliegen und in der Erinnerung Träume von Liebe wach werden lassen. Der Wind soll aber nicht unbesonnen sein und ihm nichts von der Sorge ihres Herzens erzählen.

Eine Antwort lässt nicht lange auf sich warten, kommt aber zunächst von den Mönchen, deren Aufgabe es ist, Untersuchungsgefangene auf ihre Art seelisch zu betreuen. Auf Leonoras Liebesklage reagieren sie mit Liturgie in Form eines Requiems. Der Herr möge den barmherzigen Seelen gnädig sein, damit sie keine Beute der Hölle werden. Von Leonora werden sie gemaßregelt: Dieser Hymnus von ernsten und trauervollen Gebeten erfülle die Luft mit Grauen. Ohnehin werde sie von Kummer überwältigt, ihr stocke der Atem und das Schlagen ihres Herzens habe sich beschleunigt. Manrico lässt sich vernehmen. Es entspinnt sich nun von den Mönchen kommentiert ein Dialog auf räumlicher Distanz. Für jemanden der zu sterben wünsche, sei der Tod im Kommen ein wenig langsam, trompetet der Gefangenen seine Beschwerde in die Ruhe der Nacht. Der Herr sei seiner Seele gnädig, kommt der Refrain von den Mönchen. Leonora glaubt, über dem schrecklichen Turm die düsteren Schwingen des Todes wahrzunehmen. Es sieht so aus, dass es aus dem Gefängnis kein Entrinnen gibt - wahrscheinlich öffnen die Tore sich für den Gegangenen erst, wenn er tot und kalt ist. Manrico klagt, dass er nun für die Liebe bezahlen muss, die er ihr gab. Die Geliebte soll ihn nie vergessen! „Addio, Leonora. Addio!“ Leonore versichert, dass ihre Gefühle von Beständigkeit getragen werden. Die Mönche rufen erneut die Barmherzigkeit Gottes herbei. Manrico kommt von seiner schmerzlichen Klage nicht los und Leonora gibt ausführlich Antwort. „Di te, di te, scordarmi!“ Vergessen ihn, jemals ihn vergessen? Er wird sehen, niemals auf der Erde gab es eine stärkere Liebe, als die ihre. In bitterem Streit dem Schicksal abgetrotzt, erobert der Tod sie nun selbst. Um den Preis ihres Lebens wird sie das seine retten oder auf ewig mit ihm vereinigt sein.

Den Grafen von Luna plagt die Unruhe ebenfalls. Er nähert sich dem Turm und gibt seinem Begleiter Instruktionen. Für ihren Sohn, sei das Beil vorgesehen und die Alte kommt auf den Holzstoß. Er weiß, dass er die Macht, die der Fürst von Aragón ihm gab, missbraucht, aber die Frau, der er in Liebe verfallen sei, dränge ihn dazu. Wo mag die unheilvolle Dame im Moment wohl sein? Seine Bemühungen, sie zu finden, waren vergeblich.

Leonora tritt vor. Luna ist überrascht und fragt, weshalb sie gekommen sei. Dumme Frage! Manrico will man zum Tode führen, und er erkundigt sich nach der Ursache ihrer Anwesenheit. Was wagt sie? Leonora merkt nun, dass sie mit ihrem harschen Ton kein Resultat erzählen wird und es scheint ihr nun doch zweckmäßig, ihr Anliegen in eine Bitte zu kleiden. „Ah, si, per esso pietà, pietà domando! - Ah ja für ihn ich bitte um Gnade.“ „Che? Tu deliri! Tu deliri!“ „Pietà! Pietà“ Was erwartet die hohe Dame? Dem Rivalen soll er seine Gunst gewähren? Durch einen gnadenvollen Gott soll er sich inspirieren lassen! Sein einziger Gott sei die Rache. Leonora lässt nicht locker, aber er sagt ihr brüsk, dass sie verschwinden soll. Er möge doch ihren bitteren Tränen Beachtung schenken. Leonora wirft sich vor ihm nieder und versperrt ihm den Weg. Wenn ihre Tränen nicht ausreichen, soll er sie töten und sein Blut trinken. Leonora fällt aus der Rolle und wird deutlich: „Calpesta il mio cadavere ma salva il Trovator - Misshandele meinen toten Körper, aber rette den Troubadour.“ Für den Galgenstrick wird er ein schlimmes Ende nehmen, hundertfach soll er den Tod zu spüren bekommen. Die Unterwürfige soll ihn nicht länger reizen, denn je mehr sie ihn liebt, umso mehr bringt sie ihn in Rage.

Allerdings gäbe es eine Möglichkeit, den Geliebten zu befreien. Leonora weiß, dass es diese Variante gibt und sie sei bereit, den Preis zu bezahlen. Die Miene Lunas hellt sich auf. Für ihn wird der Traum wahr, sie zu besitzen, aber wird sie auch Wort halten. Leonora schwört von ganzer Seele, dass sie ihm gehören wird, sobald er den Geliebten entkommen lässt. Zuvor möchte sie allerdings von Manrico ein letztes Mal Abschied nehmen. Leonora schwört bei Gott, der ihre Seele sieht, dass sie keine Ränke plane, doch in einem unbewachten Augenblick, während der Graf einem Wärter Weisung erteilt, schluckt die das Gift, welches die Todesmutige in ihrem Fingerring versteckt hatte. Nur im Tod soll er sie besitzen.

Leonora führt ein kleines Selbstgespräch, damit der aufmerksame Zuhörer sich über ihren Seelenzustand informieren kann. Sie wird ihren Tod freudvoll erwarten und dem Geliebten kann sie erzählen, dass er durch ihre Initiative gerettet worden sei. Luna wird schon wieder misstrauisch und will wissen, was sie munkelt. Sie soll ihren Vorschlag wiederholen, andernfalls wird sie die Rache eines hintergangenen Mannes zu spüren bekommen. Er wird leben? Luna bekräftigt seine Zusage und lässt das Gatter hochschieben. „Ola“! Er umarmt Leonora und gibt seiner Freude Ausdruck:

Tu mia. Tu mia! Ripetilo!
Il dubbio cor, serena –
Ah! Ch'io lo credo appena,
udendolo da te!“

Sie gehöre ihm. Sie soll es wiederholen und sein zweifelndes Herz beruhigen. Ah, er kann es kaum glauben, die Bestätigung von ihr zu hören. Ihre Worte seien heilig. Er wird leben. Freudige Ruhe lässt die Zunge schweigen.

Achtes Bild: DAS BURGVERLIES

Madre, non dormi?“ fragt Manrico besorgt. Die Mutter hat den Schlaf gerufen, aber er will nicht zu ihr kommen. Tatsächlich lässt die Frischluftzufuhr in der Zelle zu wünschen übrig. Azucena wünscht sich, entfliehen zu können, denn sie fühlt sich an diesem Ort wie in einem Grab. Der Finger des Todes hat ohnehin schon sein dunkles Siegel auf ihre Stirn gedrückt. Die Mutlose soll nicht solchen düsteren Gedanken nachhängen! Hört er nicht, dass Leute kommen? Bestimmt sind es Henker, die sie auf den Holzstoß drängen wollen. Sie mahnt ihn, dass er seine Mutter im Notfall verteidigen soll. Es sei niemand gekommen und sie soll Ruhe geben, entgegnet Manrico.

Der Scheiterhaufen sei ein Bestandteil monströser Weltgeschichte, klärt Azucena ihren Sohn auf. Sie soll nicht solchen Unsinn reden! Doch Azucena erinnert sich genau, als eines Tages der grimmige Mob ihre Mutter zum Holzstoß transportierte. Die furchtbaren Flammen haben sie berührt und ihr brennendes Haar sandte Funken in die Luft. Er hätte ihre Augen sehen sollen, wie sie aus den Höhlen hervortraten! Wer kann sie selbst vor solch grauenvoller Wiederholung? retten? Azucena fällt in Manricos Arme. Manrico führt sie zu ihrem Bett. Wenn sie ihn liebt und wenn eines Sohnes Stimme in ihrer Brust noch Macht hat, soll sie jetzt Ruhe und Vergessen im Schlaf suchen. Schweres Gewicht lastet auf ihr. Trotzdem wird sie versuchen, seinem Rat zu folgen. Aber wenn er aus dem Fenster blickt und erkennt, dass der Scheiterhaufen gerichtet wird, soll er sie sofort wecken. Die Geängstigte soll nun schlafen. Möge Gott geben, dass diese furchtbaren Bilder aus ihrem Kopf verschwinden. „Ai nostri monti ritorneremo.“ Zu ihren Bergen werden sie wieder zurückkehren und den alten Frieden finden. Er wird auf seiner Laute spielen und sie in ruhigem Schlaf verweilen.

Leonora hat den Zugang zu Manricos Zelle gefunden. Seine Überraschung ist perfekt. Welche große Freude! Bevor er stirbt darf er Leonora noch einmal sehen! Er wird nicht sterben, denn sie sei gekommen, um ihn zu retten. Wie kann das sein? Wie will sie es anstellen? Er soll jetzt keine Fragen stellen, sondern sich beeilen und sein Quartier verlassen. Kommt sie mit? Was ist mit der Mutter? Sie muss bleiben. Er soll seine Flucht nicht hinausschieben. Die Zeit drängt und Leonora versucht, ihn zur Tür zu drängen. Es gelte sein Leben! Manrico erklärt, dass er sich um sein Leben nicht sorge. Sie soll ihm in die Augen schauen und sagen, welchen Preis sie bezahlt habe. Langsam versteht er. Der Rivale hat als Preis für seine Freilassung ihre Liebe bekommen! Leonora beteuert, dass ein solches Tauschgeschäft nicht stattgefunden habe und er einem Trugschluss anhänge. Doch Manrico hält an seiner Vorstellung fest, dass sie ihr Herz, von dem sie geschworen hat, dass es ihm gehöre, an einen Verbrecher vergeben hat. Die Gedemütigte sinkt zu seinen Füßen und beschwört ihn, dass er nur deshalb so denke, weil der Verdruss ihn blind mache. Wie infam! Die Schurkin hat ihre Liebe verkauft, obwohl sie geschworen hat, dass sie die seine sei. Wenn er sich jetzt nicht beeilt, um zu fliehen, verstreicht kostbare Zeit und nicht einmal der Himmel kann ihn dann noch retten drängt Leonora.

Azucena ist wieder wach geworden und singt davon, dass sie in ihre Heimat zurückkehren wird. Doch die beiden Liebenden haben ihren Streit noch nicht beendet. Er fordert sie auf, dass sie verschwinden soll und Leonore bittet, ihn nicht zurückzustoßen. Sieht er nicht, wie sie immer schwächer wird. Er verachte sie und fluche ihr, behauptet der in seiner Eitelkeit Gekränkte. Es sei jetzt nicht der Moment, um sie zu beschimpfen. Es gezieme sich eher, für sie zu beten. Kälte rast durch ihre Gelenke und der Tod lauert in ihrer Brust. Das Gift beginnt zu wirken, viel früher, als sie dachte. Um nicht einem anderen zu gehören, entschied sie sich, zu sterben. Endlich begreift Manrico, dass er einer Unschuldigen fluchte. Was hat er getan, o Himmel? Leonora kann dem Todesengel nicht länger widerstehen und sinkt auf den Boden. Ach, die arme Frau!

Die Besuchszeit ist zu Ende und der Graf steht mit seiner Gefolgschaft im Türrahmen. Leonora erklärt, geistig schon nicht mehr klar, dass jetzt für sie der Moment gekommen sei, um zu sterben. Sie begibt sich in die Huld des himmlischen Vaters. „A tua grazia, Padre del cielo, imploro!!“ Gnade kennt Graf Luna keine. Sie betrog ihn und wollte lieber sterben, als ihm gehören. Manrico ist verzweifelt, dass er einem Engel fluchte. Leonoras letzte Worte sind: „Addio, Io moro – Lebe wohl, ich sterbe“! Nun stirbt Leonora wirklich – das Terzett klingt aus.

Mit einer toten Leonora kann der Graf von Luna nichts mehr anfangen. Hasserfüllt befiehlt er seiner Wache, Manrico zum Richtblock zu schleifen. „Madre! O madre addio!" Azecena hat ihren kurzen Schlummer nun endgültig beendet und fragt nach ihrem Sohn. Luna führt sie zum Gitterfenster und zeigt ihr seine Exekution. Nun steigt in Azucena die Flamme des Hasses empor. „Er war drein Bruder“ spielt sie ihren letzten Triumph aus. „Sei vendicata, o madre!"


***
musirony 2009 - Engelbert Hellen





 


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