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SCHÖNE OPER - KAUM BEKANNT



 

Vincenzo Bellini [1801-1835]

Bianca und Fernando

Bianca e Fernando alla Tomba di Carlo IV, Duca di Agrigento 


Oper in drei Akten

Libretto von Domenico Gilardoni, unter Mitwirkung von Felice Romani nach einem nach Drama von Carlo Roti

 

*

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Uraufführung am 30. Mai 1826 in Neapel am Teatro San Carlo unter dem Namen Bianca e Gernando;

...

Uraufführung der Korrektur am7. April 1828 in Genua  am Teatro Carlo Fenice unter dem Namen Bianca e Fernando

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Personen:

Carlo, Gestürzter Herzog von Agrigent (Bass)

Fernando, sein Sohn (Tenor)

Bianca, seineTochter (Sopran)                                               

Filippo,  Tyrann von Agrigent (Bariton)

Clemente, alter Ratgeber Fernandos (Bass)

Uggero, Freund Fernandos (Tenor)

Viscardo,Vertrauter Filippos (Tenor)

Eloisa, Dienerin Biancas (Mezzosopran)    

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Das Geschehen spielt im 14. Jahrhundert  

 


HANDLUNG 

Erster Akt:

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Filippo ist ein Opernbösewicht der übelsten Sorte. Er stößt den Herzog von Agrigent vom Thron, um ihn selbst einzunehmen. Den ältesten Sohn jagt der Tyrann aus der Stadt und Bianca behält er in Reichweite. Sie ist noch zu klein, um zu verstehen, was ihrem Vater Schlimmes angetan wurde.

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Aber Fernando sinnt auf Rache und hat sein Erbe nicht aufgegeben. Er hat Gesinnungsgenossen um sich versammelt und plant zunächst herauszubekommen, was mit seinem Vater geschehen ist. Der alte Clemente, ein Vertrauter seines Vaters ist auf seiner Seite und auch sein Freund Uggero hält fes zu ihm.

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Fernando hat den Namen Adolfo angenommen und geht davon aus, dass ihn in seiner Verkleidung nach vielen Jahren der Abwesenheit auf der Burg niemand wiedererkennt. Es kommt ihm gelegen, dass er zunächst bei Filippos Gefolgsmann Viscardo anbiedern kann, von dem er hofft, das Versteck seines Vaters in Erfahrung zu bringen. Genaues weiß Viscardo auch nicht. Wahrscheinlich befindet der Gesuchte sich in einem der nasskalten Verliese neben der Burg. Das Rheuma wird ihn daran hindern, einen Fluchtversuch zu unternehmen. Deshalb hat man ihn auch nicht angekettet.

Schwesterlein Bianca ist schnell ausfindig gemacht. Wahrscheinlich sind es Kindheitserinnerungen, die eine magische Anziehungskraft bei ihr auslösen. Sie möchte auf der Burg wohnen und macht dem Burgherrn Aussichten auf baldige Hochzeit. Den Vater vermutet sie unter der Erde. Die Geschwister treffen zusammen. sie erkennt den Bruder an der Stimme, Fernando aber leugnet seine Identität. Er bestreitet nicht, dass ihr Bruder noch lebt, aber kaum erfreut sein wird, wenn er ihre Sünden zur Kenntnis nehmen muss.

 

Zweiter Akt: 

Es gelingt Adolfo, sich Filippo selbst unerkannt zu nähern. Dieser will ihn überreden, den alten Herzog in seinem Gefängnis zu erwürgen. Zum Schein geht Adolfo auf den Vorschlag ein, um das Versteck in Erfahrung bringen, kann aber seine Wut kaum zurückhalten. Filippo freut sich hämisch, die Tochter seines alten Feindes bald zu heiraten. Die Behandlung, die der Vater in seinem Verlies erfährt, ist schlimm, aber Fernando muss Geduld haben, bis die Zeit reif ist.

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Bianca fleht um das Wohlergehen von Vaters Seele, und dass der Bruder sich bald melden möge. Den letzten Wunsch erfüllt der Himmel sofort. Für Bianca gibt es vom Brüderlein wegen ihrer Treulosigkeit mächtig Schelte (Duett: Ahi donna misera!) Doch sie versteht es, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen. Wenn man einen Dialogpartner hat, kann man besser planen. Auf seine Leute kann Adolfo sich verlassen und schon bald gibt es ein kleines Familientreffen im Burgverlies. Die Geschwister haben Wein und Kuchen mitgebracht, um ihrem armen Vater eine kleine Freude zu machen. Der alte Herr hat Böses durchmachen müssen in all den Jahren und freut sich ganz besonders, seinen lieben alten Freund Clemente wiederzusehen. Man überlegt jetzt,  wie der Verräter zu bestrafen ist. Filippo hat mitbekommen, dass im Burgverlies gefeiert wird. Er sieht nach und traut seinen Augen nicht. Clemente hat ihn schnell entwaffnet. Mit den paar alten Burgwächtern werden Adolfos Gefolgsleute schnell fertig. Der alte Herzog kann seinen Platz auf dem Thron wieder einnehmen und die herbeieilenden Dorfbewohner sind froh, ihren Usurpator los zu sein.

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Anmerkungen:

Der ursprüngliche Titel der Oper lautete in Kurzform ‚Carlo d’Agrigento’. Die Bezeichnung wurde allerdings wieder verworfen. Der neue Titel hieß ‚Bianca und Fernando’ und missfiel der Zensur. Der amtierende Bourbonenkönig hieß auch Ferdinand und die Beamten argwöhnten Majestätsbeleidigung. Das Königshaus von Neapel war zur Zeit besonders sensibel, weil es von Schicksalsschlägen und Krankheiten heimgesucht wurde. Aus Pietät stimme Bellini zu, den Titel vorübergehend in Bianca und Gernando umzutaufen. Der Name des Titelhelden wurde jedoch nicht verändert, es blieb bei Fernando.

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Donizetti wohnte der Ersttaufführung der Oper vom 30. Mai 1826 am Teatro San Carlo in Neapel bei und spendete höchstes Lob. Das Szenario wurde nochein bisschen umgeändert, Felice Romani konnte gewonnen werden, sich des Textbüchleins noch einmal anzunehmen Für Genua folgte die Eröffnungsvorstellung am 7. April 1828 am neuen Teatro Carlo Fenice. Dieses Datum wird allgemein als Uraufführungsdatum genommen. Der Name Gernando wurde nicht beibehalten. Aufgeführt wird die Oper allerdings sehr selten. Registriert ist eine Aufführung im Ausland aus dem Jahre 1830 in Barcelona

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Dem Impresario Barbaja gefiel die Oper ebenfalls, er nahm den jungen Komponisten in seine Obhut und sorgte dafür, dass seine dritte Oper ‚Il Pirata’ an der Scala uraufgeführt wurde.

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© MUSIRONY Juni 2007 – Engelbert Hellen

 

 


 

CD-Empfehlung:  http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/hnum/9822955/rk/home/rsk/hitlist

 

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