musirony - Turandot II
 

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Schöne Oper - selten gehört



Ferruccio Busoni [1866-1924]

Turandot



Eine chinesische Fabel in zwei Akten und vier Bildern

in deutscher Sprache

Arturo Toscanini gewidmet

Libretto vom Komponisten nach dem Märchen von Carlo Gozzi

Uraufführung: 11. Mai 1917 am Stadttheater Zürich


Charaktere:


Altoum, Kaiser von China
Turandot, seine Tochter
Adelma, deren Vertraute
Kalaf, der unbekannte Prinz
Barak, sein Waffengefährte
Königinmutter des Prinzen von Samarkand
Truffaldino, Erster Eunuch
Pantalone, Minister
Tartaglia, Minister

Die Handlung spielt in Peking zur Märchenzeit



INHALTSANGABE


ORCHESTERVORSPIEL 

Erster Akt

Erstes Bild: PLATZ VOR DEM STADTTOR IN PEKING

1
Introduktion und Szene 

Der unbekannte Prinz hofft, dass in Peking, der verheißungsvollen Stadt der Wunder, sich sein Schicksal entscheiden wird. Seine Seele ist voller Hoffnung und er wittert das Ungewöhnliche. Aus dem Taumel der Straße und den heimlichen Kammern winke ihm tausendjähriger Zauber, bildet der Emigrant sich ein. Er trifft auf seinen alten Waffengefährten Barak, der ihm erklärt, dass die Schlacht verloren ging und der König vermutlich tot sei. Treu im Herzen, und mit Flügeln an den Beinen, überrannte er die Chinesische Mauer und hat sich in Peking eine kleine Wohnung gemietet. Kalaf weiß es besser, der Vater lebt, denn groß ist Allah und Mohamed sein Prophet.

Noch heute beabsichtigt er, zum Kaiser vorzudringen, damit er ihm seine Tochter Turandot zur Frau gebe. Er soll die Finger von der Dame lassen, rät Barak. Die Kaisertochter sei ein Teufel - schön, superintelligent, aber unerbittlich grausam. Den Männern sei sie nicht wohl gesonnen und überantworte jeden, der sie heiraten möchte, aber ihre drei Rätsel nicht lösen kann, dem Henker. Kalaf hält die Geschichte für eine Fabel, doch Barak verweist auf die vielen Stangen mit den aufgespießten Köpfen, die in dekorativer Anordnung Platz und Stadttor schmücken. Kalaf findet diese Art der Touristenwerbung ekelhaft. Wie kann es nur sein, dass allein das Bild eines Scheusals genügt, eine solche Anzahl von Jünglingen in den Tod zu locken. Ein Paukenwirbel hinter der Bühne verkündet, dass soeben der Prinz aus Samarkand sein Leben lassen musste. Seine Intelligenz hat leider nicht ausgereicht, der Weisheit Turandots Paroli zu bieten.

2
Lamento

Von einem Mädchenchor begleitet, erscheint in einem Kleid aus Pfauenfedern die Königin-Mutter aus Samarkand. Ethnographisch wenig bewandert, bezeichnet der Fabeldichter die hohe Frau als Mohrin, deren Tragsessel vor dem Stadttor anhält. Sie beklagt, dass man ihren Sohn ermordet habe und verweilt, um die Mauern der Stadt und das Ungeheuer, welches ihren Liebling ins Verderben stürzte, dreimal zu verfluchen. Das Medaillon, das sie ihrem Sohn vom Hals gerissen hat, wirft sie auf den Boden, um darauf herumzutrampeln. Am liebsten würde sie in dieser Form mit der Übeltäterin verfahren, doch diese entzieht sich durch Unnahbarkeit ihrer Gewaltbereitschaft. Kalaf hebt das Bildnis vom Boden auf, um die furchtbare Schönheit zu betrachten.

3
Arioso 

Der fremde Prinz findet, dass die abgebildete Person weder die Züge eines Teufels, noch eines Ungeheuers trägt. Ihr Blick ist ein lichter Himmelsstrahl und sternenrein der Ausdruck. Noch siebentausendmal schöner sei Turandot selbst, beteuert Barak. Diese Vorstellung zaubert Kalaf Worte der Poesie auf die Lippen: Die Wangen der süßen Gestalt haben Ähnlichkeit mit der Morgenröte, ihre Lippen knospen und die dunklen Haare gleichen dem Schatten einer Sommernacht. Alles befinde sich im Einklang – aus ihr spreche die Liebe. Frisch gewagt und das Spiel ist schon fast gewonnen. Der Einsatz ist zwar hoch, wird aber millionenfach wieder eingebracht, redet Kalaf sich ein.

Tam-tam ertönt hinter der Bühne, der Scharfrichter kommt mit einem frisch abgeschlagenen Kopf, um zwecks Verschönerung des Stadtbildes eine weitere Stange zu krönen.

4
Pantomime und Finale

Kalaf fühlt sich als Rächer der Kopfverlierer und eilt davon, um sich auf die Liste der Bewerber setzen zu lassen. Barak will ihm folgen, wird aber von den Wachen aufgehalten und verprügelt.

Busoni lässt das erste Bild instrumental ausklingen und hat hierzu ausgesucht schöne orientalische Weisen komponiert, die allerdings eher die  Erinnerung an Samarkand wachrufen und persischer Empfindung entsprechen, als dass sie chinesisch klingen würden. 

Zweites Bild: THRONSAAL IM KAISERPALAST

5-6
Introduktion und Arietta, Rezitativ 

Truffaldino versieht als Vorsteher der Eunuchen gleichzeitig die Position des Hausmeisters und gibt den Sklaven Anordnung, für das bevorstehende Rätselraten den Thronsaal herzurichten. Sie sollen die Beine regen und die Schenkel spannen, damit in drei Stunden alles fertig ist. Keine Wertschätzung bringt er den Gecken, Narren und Laffen, die sich jämmerlich vergaffen, entgegen. Ihnen geschieht ganz recht, wenn ihnen der Kopf abgehackt wird. Das ist des Kastraten Segen, sein Geist bleibt stets überlegen. Truffaldino findet es vernünftig, dass die Prinzessin nicht heiraten will, denn er ist auch nicht verheiratet und fühlt sich trotzdem wohl. Am liebsten trinkt er mit Turandot Tee.

7-8
Einzug des Kaisers
 

Alle wünschen dem Weisen und Gütigen Segen aufs Haupt. Von Pantalone und Tartaglia gestützt, wankt der Kaiser herein. Im Innern fühlt er einen schmerzhaften Druck, der ihm selbst die ansprechende Hofetikette verleidet. Als Vater sieht er sich genötigt, seine Tochter zu lieben, aber für Grausamleiten ist er nicht geschaffen. Wie lange soll er dem Spuk noch zusehen? Er bringt ihn unter die Erde. Unterwürfig vergleicht Pantalone das Herz des Kaisers mit einem Fließpapier, welches in Honig getränkt worden sei. Von Mord und Totschlag ist die Bevölkerung entzückt, aber es zeugt von skurrilem Geschmack. Tartaglia berichtet von einem englischen Stück, in dem ein pechschwarzer Neger eine lilienweiße Dame umbringt. Gegen eine Prinzessin, die sieben Männer hintereinander hinrichtet, sei das allerdings Zucker und Marzipan. Der Kaiser resigniert – er kann es nicht ändern. Er beschwört Konfutse, dass er endlich dafür sorgen soll, dass ihm ein Enkel beschert wird. Danach will er gern zu seinen Vätern gehen.

9-10
Dialog und Quartett 

Der Kandidat zeigt Allüren, er will dem Kaiser seinen Namen nicht nennen und meint, dass es genügen würde, wenn man in ihm den unbekannten Prinzen sieht. Der Erhabene findet den Jüngling sympathisch und überhört seine Weigerung. Er gewährt ihm die Gnade, sich noch rechtzeitig vom Ratespiel zurückziehen zu können, bevor der Henker sein grausiges Handwerk an ihm vollbringt. Doch für Kalaf gibt es keine Wahl, „Tod oder Turandot“ lautet sein Wahlspruch. Ach, dieser unkluge Jüngling! Erneut warnt der alte Kaiser ihn eindringlich, von seinem Begehren abzulassen. „Hör auf mich, mein Sohn“ betont er immer wieder. Auch Pantalone hat keine Lust, den schönen Jüngling zum Schlachten anzubieten und verweist auf die vielen Köpfe, die auf den Stangen stecken. Die Rätsel seien weder von Zucker, noch von Pappe, so dass selbst der Zauberer Cingarillo Probleme haben würde, solche Nüsse aufzuknacken.

11
Marsch und Szene
 

Turandot kommt die große Treppe herunter. „Wer ist der Vermessene, der es wagt, an den Pforten ihrer Weisheit zu rütteln? Wer verspürt Lust, sein Leben aufs Spiel zu setzen?“ Der Chor wehklagt, dass auch der neue Bewerber der Grausamen erliegen wird. Die Chorsänger bekommen mit, dass die Prinzessin beim Anblick des Hübschlings irritiert ist. Es fällt ihr schwer, Härte zu zeigen, doch einmal noch will sie Turandot sein, selbst wenn sie mit ihm sterben müsste.

Langsam wird das Drama läppisch, denn Adelma kennt den Jüngling, sie ist zusammen mit ihm zur Schule gegangen. Er war ihr Mädchentraum, doch sie wurde von ihm grausam verschmäht. Erneut lenkt der Kaiser ein, Turandot soll diesmal die Rätsel etwas leichter machen, damit der Form Genüge geschehe. Doch Adelma flüstert ihrer Freundin zu, Härte zu zeigen.

Nun,  Kalaf ist bereit, sich die Rätselfragen anzuhören, Truffaldino klingelt dreimal mit der Handglocke, um die Rätselstunde einzuleiten. Beim Konfutse, es geht los!

12
Die drei Rätsel 

Turandot gibt sich ausgesprochen intellektuell und hat gleich das erste Rätsel sprachlich so kompliziert gedrechselt, dass der ungeübte Opernbesucher Mühe hat, überhaupt zu begreifen, was gefragt ist. Doch Kalaf erfasst mühelos die Essenz und wiederholt sinngemäß: Was kriegt und fliegt, im Dunklen tappt und das Ziel hat, zu erleuchten, ist DER MENSCHLICHE VERSTAND. Turandot ist erbost, denn sie möchte sich von einem Knaben nicht treten lassen.

Als nächstes will die Quizmeisterin wissen, um welche Sache es geht, die beständig ist und doch immerzu wechselt, mal gepriesen, mal bestraft, manchmal befolgt, zuweilen sogar verlacht wird. Das ist doch ganz einfach liebe Turandot: Das ist DIE SITTE. Ins Schwarze getroffen! Die Fanfaren bestätigen es. Der Mann aus der mongolischen Steppe hat Geist, das muss man ihm lassen. Der Kaiser meint, dass zwei gelöste Rätsel eigentlich genug seien, doch Adelma mahnt die Prinzessin zu mehr Strenge. O Schande! Der Eitle fordert ihren Hass. Er soll verschwinden, dann wird die Quizmeisterin ihm das dritte Rätsel ersparen. Kalaf bleibt starrköpfig und vertraut auf seinen Verstand. Gut, dann wird die Überlegene ihm jetzt das Todesurteil sprechen.

Das dritte Rätsel ist ganz besonders kompliziert formuliert. Es handelt sich um ein Ding, welches aus längst vergangenen Zeiten stammt, die Menschengemeinschaft trägt und aus dem Geäst der Gewohnheit zur höchsten Blüte ausschlagen kann. „Es ist DIE KUNST!“ Was könnte es anders ein?  Das schlaue Kerlchen weiß wirklich alles.

Alle im Thronssaal sind erstaunt vor Schreck über so viel Intelligenz auf einem Fleck. Turandot ist perplex und will sich den Spielregeln nicht fügen. Sie verkündet, dass sie sich am Traualtar erstechen wird. Doch der Kaiser verfügt, dass man ihr das Messer wegnehme und er ihre Faxen nun endlich leid sei. Auf marsch, marsch! Jetzt geht es in den Tempel! Unverzüglich wird geheiratet und dann ein Thronfolger gezeugt. Zwischendurch wird das Ereignis gefeiert. „Das Essen steht auf dem Tisch“ kündet Pantalone.

13
Finale:

Turandot sträubt sich und Kalaf sieht keinen Vorteil darin, die Prinzessin gegen ihren Willen zu heiraten, freiwillig soll die Hochmütige auf ihn zukommen und ihn als Gemahl akzeptieren. Er wird sie ebenfalls raten lassen. Turandot soll ihm seine Herkunft und seinen Namen nennen. Leichter kann er es ihr leider nicht machen. Kriegt sie ihn heraus, nimmt er sie aus der Pflicht. Doch der Kaiser will von Rätseln nichts mehr hören, seine Sehnsucht ist ein Enkel. Die Tochter habe sich gefälligst zu fügen. Während der Vorhang zum ersten Akt fällt, rätselt der Chor, wer der fremde illegal Eingereiste wohl sein könnte.
 

Zweiter Akt

Drittes Bild: DIE FRAUENGEMÄCHER

14-15
Lied mit Chor, Tanz und Gesang: 

Musikkapelle und Chor stimmen die Zuschauer auf die Brautnacht  ein.

16
Rezitativ, Arie und Zwischendialog 

Turandot ist extrem verwirrt und befindet sich im Konflikt mit sich selbst. Sollte sie den Namen nicht herausfinden, denkt sie an ein stilvolles Ableben. Jetzt steht ihr der Kopf nicht nach Zerstreuung und der ungewohnte Takt ihres Herzschlages gibt ihr zu denken. Der hohe Mut soll sich aufrichten! Die Pein, welche sie empfindet, wenn sie an den fremden Prinzen denkt, verletzt ihren Stolz. Unberührt wird sie sterben, das ist sicher! Adelma erkennt sie nicht wieder. Hat der Glücksprinz das Metall ihrer Seele etwa zum Schmelzen gebracht? Die Genannte erklärt der Prinzessin, das sie es gut mit ihr meint, und die Freundin sich doch mit ihr beraten möge.

17-18
Arie und Zwischendialog 

Zunächst erscheint Truffaldino und berichtet von seinen Bemühungen, den Fremden zu überlisten, aber seinen Namen hat er auch im Schlaf nicht genannt, nachdem  ihm der Zauberrettich  Mandragor unter die Nase gehalten wurde. Der Verliebte hält nur den Spruch: ‚Tod oder Turandot’ bereit, denn andere Gedanken gehen ihm nicht durch den Kopf. Die Prinzessin sagt dem Erfolglosen, dass er sich packen soll. Genie erweckt Ärger, tröstet Truffaldino sich selbst! Seine beiden Kumpane, die auf seiner Seite stehen, beschimpfen Turandot hinter vorgehaltener Hand als Kröte und Kanaille.

19
Arioso 

Der Kaiser meldet seinen Besuch und erklärt der Tochter, dass man ihm Namen und Herkunft des Prinzen zugetragen habe, er ihr das Geheimnis aber nicht verraten werde. In eigener Ratlosigkeit soll sie sich winden und gedemütigt sein vor aller Welt! Eine harte Haltung, die der Prinzessin weh tut, aber es ist die Strafe, weil Turandot dem Kaiser Großvaterfreuden vorenthält.

20
Duett 

Adelma sieht nun für sich die Stunde der Rache an Kalaf gekommen. Denkt Turandot etwa, dass nur der Vater den Namen kennt, der sie aus ihrer Zwangslage befreien kann? In dem Land, aus dem sie kommt, kennt den Prinzen, mit dem sie zusammen zur Schule ging, jedes Kind. Adelma verweist auf ihre hohe Geburt, und unter der Bedingung, dass Turandot  ihr die Freiheit schenkt, wird sie ihr Herkunft und Rufnamen kundtun. In ihrer Bedrängnis kommt Turandot der Bitte nach und Adelma flüstert der Freundin die gewünschte Information ins Ohr. Schweren Herzens hat die Vertraute sich zum Verzicht auf Kalaf durchgerungen.

21
Intermezzo 

Ein orchestrales Zwischenspiel leitet über zum feierlichen letzten Akt

Viertes Bild: DER THRONSAAL

22-23
Finale 

Turandot zieht ein und ihr Gefolge trägt zum Schein Trauerflor. Der Kanzler und die beiden Minister ermahnen sich gegenseitig, Haltung zu bewahren, können aber das Spotten nicht lassen. Vor dem Diwan muss Turandot nun gestehen, ob sie den Namen des unbekannten Prinzen in Erfahrung bringen konnte. Jawohl, die Prinzessin weiß und nennt ihn – der Prinz ist Kalaf, der Sohn des Timur. Ungeschoren darf der Fremdling nun seinen Weg ziehen. Unentwegt wiederholt der Chor den gefundenen Namen.

Verloren, ach verloren! Kalaf wird seines Weges ziehen und im kriegerischen Gefecht den Tod suchen. Doch in Turandot geht eine Wandlung vor. Nicht länger ist Kalaf ein fremder Prinz, sondern die Prinzessin steht zu ihrer Liebe und begehrt ihn zum Gemahl.

Der Kaiser ist über die Wende hocherfreut, Truffaldino reicht seinen Abschied ein. Kalaf bringt einen weisen Spruch und wird mit einem kostbaren Umhang ausgestattet. Turandot tauscht den Trauerflor gegen den Brautschleier. Die Eunuchen kichern und die Mädchen lachen. Vor einer riesenhaften goldenen Statue des Buddha wird die Trauung unverzüglich vollzogen. Glück und Licht spendet der neue Tag.

Anmerkung:

Die Busoni-Turandot erblickte das Licht der Welt neun Jahre früher, bevor Puccinis letztes Meisterwerk der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Im Stil, in den Ausmaßen und im Handlungsverlauf unterscheidet die Erstgenannte sich wesentlich von der „Bühnenweihfestspieloperette“ des Meisters aus Lucca. Als Liebenswürdigkeit im Kleinformat kommt sie der Commedia dell’ arte aber bedeutend nahe.

Busoni streicht das orientalische Kolorit bewusst heraus, während bei Puccini – immer wieder drängt sich der Vergleich auf - zu Gunsten impressionistischen Klangzaubers der exotische Einschlag musikalisch eher auf der Strecke bleibt. Es sind die aufwändigen klanglichen und szenischen Mittel sowie der große Komponistenname, welche die ältere Schwester fast in Vergessenheit fallen ließ. Sehr Schade, denn die klangmalerische Musik Busonis und das mit leichter Hand hingeworfene Libretto verdienen einen Ehrenplatz.

***
musirony 2008  - Engelbert Hellen

 



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