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Schöne Oper - oft gehört



Richard Wagner [1813-1883]

Lohengrin


Musikdrama in drei Akten

Libretto vom Komponisten 

Uraufführung am 28.08.1850 am Hoftheater zu Weimar.

 
Es dirigierte Franz Liszt

*

Darsteller:

Heinrich, Deutscher König

Lohengrin,
Ritter vom Heiligen Gral
Elsa von Brabant, in großer Bedrängnis
Friedrich von Telramund, Edler von Brabant
Ortrud, Friedrichs dominante Gemahlin
Der Heerrufer des Königs
und weitere

Das Geschehen spielt in Antwerpen in der ersten Hälfte des zenten Jahrhunderts
 



HANDLUNG


Erster Akt:


Zu Beginn des zehnten Jahrhunderts waren es die Ungarn, welche die Grenzen des Reiches unsicher machten. Der deutsche König, Heinrich der Vogler, reiste durch die Lande, um tapfere Männer anzuwerben.  Auf Kriegsruhm bedacht waren diese bereit für König und Vaterland in die Schlacht zu ziehen. Seine Rundreisen nutzte der Herrscher, um nach Recht und Ordnung zu schauen und Strafgerichte abzuhalten.

 

Schlimmes war in Brabant passiert. Der kleine Gottfried ist spurlos verschwunden. Elsa, die ältere Schwester, soll ihn im Ententeich ersäuft haben. Das behauptet zumindest Graf Telramund, beider Vormund. Seine machthungrige Gemahlin hat ihn dazu aufgehetzt. Ursprünglich wollte er sein Mündel heiraten, um das Herzogtum in Besitz nehmen zu können. Keine schlechte Idee, denn er hatte sich auf dem Schlachtfeld Verdienste erworben, genießt das entsprechende Ansehen und wäre als Regent durchaus geeignet gewesen. Doch es kam anders. Er vermählte sich mit Ortrud, der magiekundigen Tochter des Friesenkönigs Radbod. Gegen das Christentum hegt Ortrud eine grenzenlose Abneigung, weil ihr die heimischen Götter nahestehen und sie ihnen. Diese Haltung ist durchaus nachvollziehbar. Bedauerlicherweise neigt ihr Charakter zu krimineller Ernergie und es war Ortrud, die den kleinen Gottfried in einen Schwan verwandelt hat, um Elsa eins auszuwischen. Davon erfährt der Besucher aber erst am Schluss der Oper. Der armen Elsa wird der Brudermord in die Schuhe geschoben.

 

Anstatt sich nun einen vernünftigen Rechtsanwalt zu besorgen, erzählt Elsa dem Gericht, was sie letzte Nacht geträumt hat. Ein Ritter in strahlender Rüstung würde kommen und sich im Zweikampf für ihre Unschuld einsetzen. Der Herold soll noch einmal ins Horn blasen, damit der Retter hören kann, wie dringend sie Schutz und Hilfe braucht. Telramund höhnt, dass man jetzt den Namen ihres Lovers erfahren werde. Keiner hätte es für möglich gehalten, aber der kleine Schwan war clever und hat Hilfe herbeigeholt. Ein Kahn kommt die Schelde herunter geschwommen, in dem der wehrhafte Ritter steht, von dem Elsa letzte Nacht geträumt hat. Sie schöpft Hoffnung, allerdings stellt der Streiter die Bedingung, dass nach seinem Namen nicht gefragt werden darf, wenn er den Zweikampf gewonnen hat. Diese fragwürdige Methode, die körperliche Auseinandersetzung als erlaubtes Rechtsmittel einzusetzen, nannte man damals Gottesurteil.

 

Elsa sichert zu, nach Namen und Herkunft nicht zu fragen und ist froh, dass sich überhaupt jemand traut, gegen Friedrich Telramund anzutreten. Trotzdem den Lesern des Forums sei verraten was das Operpublikum sonst erst im dritten Akt erfährt. Der freundliche Ritter heißt Lohengrin.  Er ist Sonderbeauftragter vom HEILIGEN GRAL, ein Geheimbund, der in den Pyrenäen beheimatet ist. Den Namen soll keiner wissen, weil die Kinder dann immer Griny hinter ihm herrufen.

 

Nun, Telramunds Schwert beweist nicht die erforderliche Durchschlagskraft und er verliert das Kräftemessen. Prahlerisch wird ihm das Leben vom hochnäsigen Sieger geschenkt. Das Land muss er allerdings verlassen. Er ist nun vogelfrei und jeder darf ihn mit Pfeil und Bogen erschießen, falls er nicht verschwindet. So ist das Gesetz. Kopfgeld ist allerdings nicht vorgesehen. 


Zweiter Akt:

Telramund fordert die Genossin seiner Schmach auf sich zu erheben, denn der junge Tag darf sie hier nicht mehr sehen. Ortrud denkt nicht daran, das Feld zu räumen und nennt ihren Mann einen Feigling. Er ärgert sich, dass er sich von ihr hat verleiten lassen, Elsa zu verleumden. Man macht sich gegenseitig heftige Vorwürfe.

 

Ortrud hat Handlungsbedarf und es gelingt der Rachsüchtigen noch in der Nacht, Elsa zu stellen. Die Thronanwärterin ist auf den Söller der Burg hinausgetreten, um nach all der Aufregung die frische Nachtluft einzuatmen. Ortrud spielt die bejammernswerte verstoßene Freundin, versteht es aber, dem Dialog eine Wende zu geben, um der Naiven Misstrauen ins Herz zu träufeln. Elsa soll sich ruhig trauen, die verbotene Frage zu stellen, damit alle wissen, dass ihr zukünftiger Gemahl ehrenwert ist und nichts zu verbergen hat.

 

SZENENWECHSEL

Am nächten Tag soll schon die Hochzeit sein, damit der strahlende Held nicht mehr entwischen kann. Er bekommt den Ehrentitel 'Schützer von Brabant' und die Herzogswürde zuerkannt. Kleines Hochzeitsgeschenk von Elsa!

 

Ortrud ist nicht bereit, ihre Niederlage hinzunehmen und verliert die Beherrschung. Als das junge Paar am nächsten Morgen die Stufen zum Dom emporsteigen will, versperrt sie Elsa den Weg ins Heiligtum. Sie fordert mit lauter Stimme Rechenschaft über Namen und Herkunft des fremden Ritters, der sich jedoch nicht veranlasst sieht, zu reagieren. Allein Elsa hat das Recht diese Frage zu stellen! Ortrud erhält Verstärkung durch ihren Mann, der sich asylsuchend im Dom aufgehalten hatte. Er beschuldigt den Ritter der Zauberei, findet aber ohne Beweismaterial bei den Umstehenden kein Gehör. Alle lieben den Schwanenritter und akzeptieren ihn als ihren neuen Herrn. Elsa ist völlig aufgelöst und Lohengrin sieht sich genötigt, die diabolische Ortrud auf Distanz zu halten. 


Dritter Akt:

Elsa und Lohengrin werden von Hofdamen und Edelknaben ins Brautgemach geleitet. Gern würden die Letztgenannten noch verweilen, um zu sehen, was zu später Stunde abläuft. Sie besinnen sich dann aber doch auf die Etikette, die Unschicklichkeit nicht zulässt. Das süße Lied verhallt und nun sind die beiden allein, zum ersten Mal allein, seit sie sich sahen. Ob sie glücklich sei, das sei ihm jetzt vertraut. Elsa fasst ihre Empfindungen zusammen: Sie fühlt ihr Herz süß entbrennen und atmet Wonnen, die nur Gott verleiht. Lohengrin sieht sie rein von Schuld und dient fortan ihrer Huld.

 

Der Name 'Elsa' klingt süß aus seinem Mund. Ach, wenn sie doch ihn auch bei seinem Namen nennen könnte. Aber den holden Klang will er ihr nicht gönnen. Ortruds böse Saat geht auf, denn Elsa lässt nicht locker: Einsam, wenn niemand wacht, sei er ihr zu Gehör gebracht. Der Schwanenritter wimmelt ab: Atmet sie nicht mit ihm die süßen Düfte, die den Sinn so hold berauschen. Sie soll sich diesem Zauber hingeben und die dummen Fragen lassen. Nun vermutet Elsa, dass sein Geheimnis so geartet ist, dass er es aller Welt verschweigen muss, weil möglicherweise Unheil ihn erwartet. Der Gemahl soll ihr reinen Wein einschenken; selbst unter der Folter würde keine Macht ihr das Geheimnis entreißen. Er soll sie durch sein Vertrauen stolz machen, damit sie nicht vor Unwert vergehen muss. Das Geheimnis soll er sie schauen lassen, damit sie offen sieht, wer er ist.

 

Erneut versucht der Genervte, ihr den Unsinn auszureden, sein Geheimnis  ergründen zu wollen. Er schmeichelt, dass sie hoch über allen Frauen stehen werde, wenn sie das Verbot achte. Die süße Reine soll an seine Brust kommen und lauschen, wie sein Herz dem Verglühen nahe ist. Sie soll ihm das Entzücken gönnen, ihren Atem einzusaugen. Dabei will er sie fest an sich drücken. Selbst wenn der König ihm seine Krone anböte - er würde verzichten, weil er der Meinung ist, dass sich das Opfer lohnt. Sein Glück sieht er nur in ihrer Liebe. Ein bisschen von seinem Geheimnis verrät er ihr aber doch. Nicht aus dunkler Nacht, sondern aus Glanz und Wonnen kommt er her.

 

Jetzt wird Elsa erst recht hysterisch. So verhält sich das also. Er kommt daher, wo die Wonne zuhause ist. Eines Tages wird er dorthin zurückgehen, wenn ihre Reize erloschen und die Wangen verblüht sind. Wie kann sie glauben, dass er nur mit ihrer Treue zufrieden ist, wenn er so vieles aufgegeben hat. Jetzt wird ihr Jammer erst richtig kund. Lohengrin korrigiert: Er bleibt bei ihr, wenn sie von Zweifeln frei bleibt! Leider dringt er nicht durch. Im Geist sieht die Gestörte Gottfried mit dem Kahn, der ihren Gemahl entführen wird. Sie will jetzt eine klare Antwort: Wie heißt er? Wo wohnt er? Was ist sein Geheimnis? Damit sind die Würfel gefallen.

 

In diesem Moment wird Elsa gewahr, wie Telramund ins Schlafzimmer eindringen will und reicht dem Gatten das Schwert. Mit einem einzigen Hieb teilt dieser seinen Widersacher in eine rechte und eine linke Hälfte. Am nächsten Morgen soll der Gespaltene vor den König getragen werden. Dann wird er auch Elsa, seiner süßen Frau, Antwort bereiten, damit sie des Gatten Art erschaue.

 

SZENENWECHSEL

Am Flussufer trifft man sich in der Frühe zum geselligen Gedankenaustausch. Der Schwanenritter erklärt, dass er als Heerführer zum Kampf gegen die Ungarn nicht mehr in Betracht komme, da er abzureisen gedenke. In der Nacht sei er überfallen worden und er habe Telramund in Notwehr erschlagen. Die eigene Frau plagt ihn mit ihrem Mißtrauen und wiederholt ständig die  Frage, die streng verboten ist. Jetzt soll sie erfahren, wer er ist und was sie in ihrer Dummheit angerichtet hat.

 

Nun erzählt Lohengrin von der Burg in fernem Land, die Monsalvat genannt. Inmitten des Burghofes steht ein lichter Tempel, so kostbar wie auf Erden nichts bekannt. Im Tempel wird ein Gefäß von höchstem Segen aufgehoben, welches so ähnlich aussieht, wie ein Fußballpokal. Herbei transportiert wurde der Behälter von einer Engelschar. Die Auserwählten, die in Ermangelung eines geeigneten Tresors das kostbare Stück bewachen dürfen, führen alle ein sittsames Leben. Jedes Jahr kommt eine geheimnisvolle Taube angeflattert, die die Wunderkraft des Kunstwerkes neu auflädt. Von dieser profitieren die Ritter, die in die Welt geschickt werden, um für die Tugend zu streiten. Der Zauber geht allerdings verloren, wenn die Leute herausbekommen, wie der ausgesandte Ritter heißt und wer ihn geschickt hat. Der Edelmann reist dann unverzüglich ab, weil der heilige Gral Neugierde in der Wurzel nicht ausstehen kann. Sein Vater heisst übrigens Parzival, er selbst nennt sich Lohengrin und das war es dann.

 

Die Umstehenden fasst ein seliges Grauen und Elsa schwankt der Boden unter den Füßen. Lohengrin ist tieftraurig, weil er sich zumindest für ein Jahr ein Leben an Elsas Seite vorgestellt hat. Elsa bettelt den Ritter an, als Zeuge ihrer Buße zu bleiben. Doch der Gral ruft, der Kahn ist schon in Sicht und Lohengrin nimmt Abschied. Dem König kündet er noch, dass er im Kampf siegen wird und die wilden Ungarn in Zukunft Ruhe geben werden.

 

Ortrud, ansonsten im dritten Akt nicht gefragt, hat noch einen bombastischen Abgang. Sie war es, die Gottfried in den Schwan verwandelt hat. Elsa soll sich doch einmal das Halskettchen von dem Schwan näher anschauen und feststellen, wem es gehört. Hätte sie nur ein Jahr durchgehalten, wäre die Zauberkraft gewichen. Die heidnischen Götter von der sie sich abgewandt habe, sind nun einmal die Mächtigeren. Diese Unverschämtheit lässt Lohengrin sich nicht bieten. Er fällt auf die Knie, ein kleines Gebetchen und schon ist der Zauber gelöst. Der Erbe von Brabant steht leibhaftig mit Kettchen vor der Versammlung.

 

Theoretisch müsste Lohengrin den Kahn nun selbst rudern, der ihn nach Hause bringt, weil der Schwan nicht mehr zur Verfügung steht. Dazu hat er aber keine Lust. Elsa steht am Ufer und ringt die Hände, während Lohengrin sich in aller Ruhe digitalisiert und der Bühnenvorhang sich senkt.

 

***

 

© MUSIRONY 2006 – Engelbert Hellen

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