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Schöne Oper - kaum gehört



Eugen d'Albert [1864-1932]

Kain



Musikalische Tragödie in einem Aufzug

deutsch gesungen

Libretto von Heirich Bulhaupt
nach Motiven des Alten Testamentes

Uraufführung am 17. Febraur 1900 an der Hofoper Berlin


Personen:

Adam - (Bass)
Eva - (Sopran)
Kain - (Hoher Bass)
Adah, seine Frau - (Sopran)
Abel - (Tenor)
Der kleine Hanoch, Kains Sohn - (Mezzo-Sopran)
Luzifer - (Bass)
Die Stimme des Herrn - (vertretungsweise durch den Chor)

Die Handlung spielt vor undenklichen Zeiten in einer wilden Gegend





INHALTSANGABE

1

In einer felsigen Einöde vor einem Gebirge steht eine geräumige Hütte. Ein Bach fließt vorbei. Die Ersten Menschen haben sich vermehrt und sind zu einer kleinen Familie angewachsen. Kain hat bereits geheiratet, doch Abel noch nicht. Er und seine Frau Adah haben einen kleinen Sohn, der Hanoch gerufen wird. Noch ahnt niemand, dass der Kleine Hanoch eines Tages der Vater von Methusalem werden wird.

Wie kleine Kinder so sind, ist Kains Söhnchen extrem wissbegierig. Wie war das noch mit dem Paradies, in dem die Großeltern einst gewohnt hatten? Stimmt es, dass das Schaf und der Wolf sich miteinander vertragen haben? Adam gibt keine Antwort und Eva reagiert nur zögernd. Wie soll man dem Kleinen auch klar machen, dass sie aus dem schönen Garten ausgewiesen wurden, weil sie unter den Augen des Herrn gesündigt hatten.

2

Onkel Abel ist den neugierigen Fragen ein wenig zugänglicher. Er hat öfter Visionen, wie schön es damals im Paradies gewesen sein musste. Die Tiere waren zutraulich zueinander und und es gab im Obstgarten herrliche Früchte zu essen. Granatäpfel zum Beispiel! Doch diese abzupflücken war verboten, alle anderen Sorten dagegen erlaubt.

Auf dem Fleckchen Erde, welches die Familie sich wohnlich eingerichtet hat, steht ein großer Baum mit schattigem Geäst, eine Terebinthe – auch Bibelbaum genannt – der schmackhafte Pistazien spendet. Hanoch ißt sie gern, auch der Opa knabbert sie fast den ganzen Tag.

3

Kain, dem die Bewirtschaftung der Felder obliegt, ist deswegen missmutig, weil er den steinigen Boden bearbeiten muss und die geeigneten Ackergeräte mit technischem Komfort noch nicht erfunden sind. Die Krume gibt nur wenig Ernte her und das stürmische Wetter legt die Ähren oftmals platt auf den Boden. Er meint, das Leben habe ihm übel mitgespielt und hört die euphorischen Ausbrüche Abels nur mit Ärger.

Ächzen und Stöhnen vernimmt mein Ohr,
an dem spitzen Gestein stößt sich mein Fuß,
in Dornen greift die tastende Hand,
in graues Dunkel starrt mein Auge.
O wär' es Nacht, ewige Nacht!“

Doch der alte Adam möchte kein Murren vernehmen und stimmt vor dem Zubettgehen ein Gebet auf die Güte des Herrn an. Er hat noch gut in Erinnerung, was Schlimmes passieren kann, wenn man seiner Herrlichkeit zu wenig Beachtung schenkt. Kain will in den Lobgesang nicht einstimmen und seine Frau fragt ihn später, weshalb er nicht mitgebetet habe. Kain beabsichtigt in der Nacht ein persönliches Zwiegespräch in freier Natur mit seinem Schöpfer zu führen. Der Mürrische denkt daran, sich bitter zu beklagen. Nur Arbeit und kaum Freude, das darf doch nicht der wahre Himmel sein.

4

Es kommt unerwarteter Besuch. Eine finstere Gestalt mit roten Haaren und schwarzem Umhang hat den Luftweg genommen und gibt sich als Luzifer zu erkennen.

Aus seiner Krone der hellste der Sterne,
den der Glanz verdross und das Glück,
von den Engeln der schönste, der kühnste,
der sich Freiheit, Erkenntnis und Macht
brünstig ersehnt, Luzifer bin ich,
der Vater des Bösen, der Fürst dieser Welt.“

Anfangs ist Kain verängstigt – die gewaltigen Schwingen flößen ihm Furcht ein - doch schon bald gewinnt der Fremde an Zutrauen. Er scheint sehr intelligent zu sein und redet von Dingen, die schwer zu begreifen sind. Es sei keineswegs zwingend, dass der Mensch verpflichtet sei, ewig zu leben. Es ist der Tod, der ihn abberuft und dann hat alle Mühsal ein Ende. Wenn der Gevatter nicht kommen will, kann man den Vorgang durch Eigeninitiative auch beschleunigen. Kain erkennt in diesem „endlosen, versöhnlichen Schlaf“ eine Möglichkeit aus seinem Dilemma auszubrechen. Der Verunsicherte wechselt die Fronten und preist Luzifer als das Höchste Wesen im Universum. Zufrieden breitet der ewige Verführer seine gewaltigen Flügel aus und schwingt sich in die Lüfte. Nachdem der finstere Fürst wieder verschwunden ist, verharrt Kain zunächst in nachdenklicher Pose, um dann beruhigt einzuschlafen.

ZWISCHENSPIEL

5

Am nächsten Morgen kommt Abel den Tag freudig begrüßend aus der Hütte. Er sammelt Früchte für ein Dankopfer und arrangiert sie anschaulich auf einem einfachen steinernen Altar. In fröhlichem Ton weckt er den schlafenden Kain und fordert ihn auf, es ihm gleichzutun und dem Herrn ebenfalls Opfergaben anzubieten. Abrupt wachgeschüttelt ist Kain über die Störung der Morgenruhe verärgert. Wenn Abel opfern will, soll er dazu bitte seine Lämmer nehmen und nicht die Früchte, die er angepflanzt hat. Das Jauchzen und die Begeisterung Abels, lediglich weil die Sonne aufgegangen und die Natur schön sei, geht Kain auf die Nerven. Seine Gläubigkeit an die Güte des Herrn teilt er nicht, weil er bisher davon nichts abbekommen hat. Kain fordert seinen Bruder auf, dem Herrn zu fluchen. Abel geht in Opposition:

Dank ihm, nie verstummender Dank!
So lang' sich der Odem mir regt,
das Herz mir, das pochende, schlägt, so lang'
im Staube segne ich den Tag, der der Welt mir
gegeben und im heiligen Wunder, dem Leben.
Zweig, vom Morgen zum Heut,' keimend,
sprossend erneut, in der Zeiten Gedränge schwillt
der Geschaffenen Menge. O Werdens selige Lust!
Horch, aus der jauchzenden Brust tönt es empor,
der Menschheit brausender Chor:
Gesegnet, gesegnet der uns gegeben,
dem heiligen Wunder,
dem Leben.

Hasserfüllt zertrümmert Kain mit animalischer Kraft den Opferaltar und richtet die Axt anschließend gegen seinen Bruder Abel.

Ausgetilgt das zuckende Leben! Dein goldenes Haar,
dein strahlendes Auge, Sonne, Licht, gleißender Schein,
die Nacht verschlingt , das Ende naht.
Der allen Streit schweigend versöhnt,
dem Weltenerlöser bring' ich, den Tod!“

Bruder, Bruder! Abel sinkt neben dem Altar nieder. Was ist das? Dunkel und Schweigen! Alles vorbei! Abel stirbt, Kain steht einen Augenblick regungslos, dann tritt er schwankend an den Toten heran und taumelt bei seinem Anblick erschüttert zurück. Er tastet nach dem Herzen, nach dem Antlitz des Bruders. Der Schrecken ist groß! 


6.

Der Niedergeschlagene bleibt unbeweglich liegen. Er bewegt sich nicht mehr und gibt auch keinen Laut von sich. Befindet sein Bruder Abel sich etwa jetzt in dem Zustand, den Luzifer angedeutet hat? Zu allem Überfluss zieht am Horizont auch noch ein Gewitter auf. In Wirklichkeit ist es der Opernchor, der den Unbesonnenen ob seiner ruchlosen Tat maßregelt. "Kain, wo ist dein Bruder Abel?" Die Bibelworte, der Dialog zwischen Mensch und Gott, sind klassisches Gedankengut und müssen nicht rezitiert werden.

Die Familie hat ebenfalls Stimmen gehört. Sie kommt aus der Hütte gestürmt und entdeckt den regungslosen Körper Abels. Die Angehörigen sind verstört, denn man kann mit der Situation nicht umgehen und fällt in Trauer. Eva regt sich auf, weil offenbar Kain es war, der das Leben ihres munteren Lieblings ausgelöscht hat.

Kain wird wütend, Adams ganze Brut will er auslöschen. Mit dem kleinen Hanoch will er beginnen, doch Adah stellt sich schützend vor ihr Kind. Sie will zuerst sterben bevor dem Kleinen aus Unverstand ein Leid zugefügt wird. Endlich rafft der alte Adam sich auf und bedroht seinen Ältesten mit der Axt, wenn er nicht unverzüglich seine zerstörerischen Aktivitäten einstellt. Adah wirft sich trennend zwischen ihren Mann und ihren Schwiegervater. Ein solches Maß an Emotion bringt Kain wieder zur Besinnung. Er begreift das Geheimnis des Todes, die Güte seiner Frau und die Liebe seines Sohnes.

Die Stimme Gottes bemächtigt sich des Opernchores als Medium und verurteilt Kain zu dem, was er bereits zur Genüge kennt – Abgeschiedenheit, Plackerei und ein entbehrungsreiches Leben. Kain gehorcht ohne Widerspruch und zieht mit seinem Anhang ins Gebirge. Adam und Eva bleiben bei der Leiche Abels zurück und denken an ein angemessenes Begräbnis.


© März 2010 – Raphael Lübbers und Engelbert Hellen

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

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