musirony - Der Ring des Polykrates
 

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Schöne Oper - selten gehört


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Erich Wolfgang Korngold [1897-1957]

Der Ring des Polykrates 


 

Heitere Oper in einem Akt und zehn Bildern

Libretto vom Komponisten

 in Anlehnung an das Drama gleichen Namens von Heinrich Teweles 

Op 7, entstanden 1914, Dauer ca. 70 Minuten

*

Darsteller:

Wilhems Arndt, Hofmusikdirektor

Laura, seine Frau

Florian Döblinger, Paukenschläger und Notenkopist

Lieschen in Lauras Diensten

Peter Vogel, Wilhelms Freund.

.

Schauplatz ist eine kleine sächsische Residentstadt zu Ende des 18, Jahrhunderts


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HANDLUNG


Erste Szene:

Es gibt zwei Kategorien von Menschen - Herrschaften und Dienstpersonal. Während Lieschen im Hause des Musikdirektors als Mädchen für Alles ihren Dienst verrichtet, ist Florian bei einem Sinfonie-Orchester als Schlagzeuger fest angestellt. Davon allein kann er aber nicht leben. Er ist befähigt, Notenblätter zu kopieren. Diese bekommt er von Herrn Haydn aus Wien, fertigt eine Abschrift und bringt diese dem Musikdirektor Arndt.  Diesen Gang macht er ganz besonders gern, weil Lieschen seine Liebste ist. Es macht ihm Freude, Herrn Arndt, der gerade seine Beförderung zum Hofmusikdirektor hinter sich hat, zu Diensten zu sein und fühlt sich fast als Hausgeist. Für den Opernbesucher ist es nicht schwer, die beiden als Liebespärchen auszumachen. Sie kommt durch die linke Tür und stellt das Tablett mit dem Kaffeegeschirr zur Seite, er kommt durch die rechte Tür und legt das Notenpaket auf den Fußboden. Man trifft sich in der Mitte der guten Stube, schiebt das Mäulchen vor und dann wird geschnäbelt, sofern man sich ohne Aufsicht weiß.

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Der Herr Hofmusikdirektor ist schon zwei Jahre mit seiner Laura glücklich verheiratet. Lieschen möchte von Florian wissen, wann es mit ihnen so weit ist, den Anfang zu machen. In Wien möchten beide leben, in Wien wohnt Herr Haydn und Wien ist ihre Sehnsucht. Aber können sie es fertig bringen, ihre Herrschaft zu verlassen?

Zweite Szene

Die Angehörigen der unteren Gesellschaftsschicht ziehen sich zurück, um den Höhergestellten Platz zu machen. Auch Wilhelm und Laura sind ineinander verliebt, verhalten sich aber nicht ganz so vulgär wie das Personal, weil sie wissen was sie ihrem Stand schuldig sind. ‚Geliebtes Weib - geliebter Mann’ beginnen sie ihren Dialog, dass soviel Glück es geben kann. Zwei Jahre schon im holden Bund und sie besiegelt es mit ihrem Mund. Er nimmt sie in den Arm und drückt sie an seine Weste. Dann trinkt man gemeinsam den Kaffee. Dem lieben Gott sind sie dankbar, denn ein Hagelsturm von Segen prasselt auf sie hernieder, die Tante ist gestorben und die Nachricht von der Erbschaft ist eingetroffen. Wilhelm würde es gar nicht wundern, wenn er Perlen auf dem Grund der Kaffeetasse finden würde. Er bedauert, dass der liebe Freund in Weimar ist und er seit langem seine Anwesenheit entbehren muss. Das Glück, welches nach ihm gegriffen hat, möchte er zu gern vorführen. Erneut gehen sie dazu über, sich Artigkeiten zu sagen. Er schenkt ihr mit sich die Welt und ist im trauten Heim ihr Held. Beide leben für sich selbst in seliger Treu - Glück umschwebt sie immerzu.

..

Dritte Szene

Der Postillion hat einen Brief gebracht. Wilhelm findet darin die Ankündigung eines unerwarteten Besuches. Wer kommt? Er kommt! Florian soll ihn abholen. Er wartet auf der Post. Peter schreibt, er hat steife Füße und er braucht gleich Geld. Man hat ihm die Börse gestohlen. Ausweispapiere und Fahrkarte sind ebenfalls weg. Grüßen lässt er auch. Der Peter hat aber auch ein Pech! Der Freund darf im Erkerzimmer logieren. Nun muss Wilhelm eilen, um die Orchesterprobe zu verlegen. Die Musiker haben gegen den freien Tag gewiss nichts einzuwenden. Vor dem Verlassen des Hauses bekommt Laura selbstverständlich den üblichen Kuss.

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Vierte Szene

Laura blättert in ihrem Tagebuch und singt den Monolog: ‚Er kommt! Vergangnes dringt ins Heut’ Der Opernbesucher erfährt, dass Peter ursprünglich Lauras Freund war, wurde aber dann zugunsten Wilhelms fallengelassen, weil der Herr Kapellmeister eine bessere Zukunft anzubieten hatte. In der Tanzstunde hatte sie Peter kennen gelernt. Er hatte ihr auf das Kleid getreten und alle hatten ihn ausgelacht. Seine linkische Art gefiel ihr und Mitleid schlich sich in ihr Herz. Dann kam Wilhelm und der Puls schlug schneller. Mitleid muss der Liebe weichen. Der Geliebte sprach: Hochzeit sei - noch im Wonnemonat Mai. Laura klappt das Tagebuch zu. Alles liegt weit zurück. „Kann’s heut nicht fassen, nicht versteh’n. Jetzt will sie oben nach der Stube sehn“!

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Fünfte Szene

Peter ist mit der Postkutsche endlich angekommen. Er betätigt den Klingelzug an Arndts Haustür so heftig, dass er abreißt. Lieschen kann nur den Kopf schütteln und verstaut Mantel und Tasche in der Garderobe. Peter meint, er muss alles was er sieht auch anfassen. Die Bewegungen sind linkisch und der Neid unverhohlen. Artiger Hausrat, Kissen, Seide, Spitzen – und er musste in der öden Poststube sitzen! Gardinen, Silber, feine Bohlen – und er ward auf der Reise bestohlen. Ein neues Spinett, Lorbeerkranz - ein Brief von Gluck, ja Künstlerglanz. Vom Schreibtisch nimmt er das Bild von Laura in die Hand. Sein ward sie einst und sein ihr Leben. Sie ging davon  - einsam ist er geblieben.

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Sechste Szene

Wilhelm begrüßt seinen Freund herzlich. Mein lieber Freund – mein lieber Musikus! Wilhelm beginnt sogleich mit Protzen. In Jubilo und Gloria! Wie soll er es dem lieben Freund sagen. An verzauberte Küsten hat es ihn verschlagen. Schaut er links, schaut er rechts, nach vorn oder zurück: Glück, Glück, nur blühendes Glück. Peter Vogel freut es. Doch nun soll auch er erzählen, wie es ihm ergangen ist. Bei ihm verfing sich ein ganz anderer Wind in den Segeln. Verzaubert schienen zunächst auch seine Küsten, doch was dann kam, war nicht nach seinen Gelüsten. Schaut er rechts, schaut er links, schaut er hin, schaut er weg: Pech, Pech, festklebendes Pech. Wilhelm Arndt schmerzt es. Hat er Frau und Kinder? Nein, das minder. Er befand sich in Ausbildung zum Sekretär. Doch sie konnte nicht warten, bis er es endlich geschafft hat. Immer hat man zu ihm gesagt, er sei ein Pechvogel. Doch ein Pechvogel passt nicht zum Ehestand.

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Doch der Freund hat so viel Glück.

Hell leuchtet ihm Fortunas Blick.

Als Glücklichster aller Musikanten

beerbte er die jüngste aller Tanten,

gewann viel Mäzenaten

und Ehre mit seinen Sonaten.

Nach Laune spielt er das Cembalo,

dem hohem Adel wie dem Publico.

Treu ergeben hängt ihm an

in Haus und Amt sein Florian.

Die beste aller Zofen

hat in Lieschen seine Frau getroffen.

Und Laura, was sag’ ich dir von ihr.

Ein Schatz fiel ihm zu – die herrlichste Zier.

Ein reizendes Kindlein liegt in der Wiege.

An Lauras Liebe, an ihren Küssen

Entzündet sich des Künstlers Wissen

Zu höchstem Phantasieflug.....

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Genug, genug, zuviel der Chancen. Peter zieht einen rot eingebundenen Almanach aus der Tasche. Der Hofrat Schiller hat eine Ballade verfasst, in der von einem König die Rede ist, der auch ein Glückskind wie er war. Übertrieben schwatzhaft erzählte der König seinem Gast aus Ägypten von der Fülle seines Glücks bis diesem schlecht wurde und sich verzog. Er warnte den König. Zu viel Glück erregt der Götter Neid, um diese zu versöhnen, zu einem Opfer sei bereit, ergeht Peters Aufforderung auch an Wilhelm. Der Literaturkenner enträtselt in Peters Vergleich die Schiller-Ballade

.

DER RING DES POLYKRATES

.

Wilhelm möge opfern und sei es nur das Glück einer Stunde. Ein Kleinod, ein kostbares Ding, dem Götterneid werfe er es in den Rachen. Dunkle Macht gilt es zu versöhnen, die eifersüchtig wacht. Soll er etwa seine Frau auf den Altären den Göttern zum Opfer bringen? - Hatte er jemals einen Streit mit ihr? Nie! Hatte er wirklich niemals Zank? Nein, Gott sei Dank! Dann soll er Händel suchen, Streit anfangen und Disharmonie produzieren. Wettre! Klage! Frage! Stelle beherzt die Schicksalsfrage, verlangt Peter. Was heißt das genau? Hat sie nichts vor ihm zu verbergen? Die Vergangenheit soll er sieben. Gab es jemanden, den sie vor ihm geliebt hat. Sie würde ihn auslachen. Ihm etwas verhehlen? Längst hätte sie begonnen, ihm davon zu erzählen! Peter wird immer nachdrücklicher. Wie es in der Ballade der König tat, er soll den Ring ins Meer werfen. Wilhelm bedankt sich bei dem Spaßvogel. Er behält sein Glück und auch den Ring.

.

Ein sinniges Spiel ist’s.

Folge dem Wink!

Dein Glück zu bewahren,

das Opfer bring’!

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Wilhelm ist so liebenswürdig, bringt ein Opfer und zahlt die Transportgebühr für das Gepäck. Peter zieht es nun fort. Er möchte auf das Amt gehen und Anzeige wegen des Diebstahls erstatten. Der Freund soll den Streit mit der Gemahlin nicht vergessen und die Schicksalsfrage stellen, schärft er dem Gastgeber noch ein. Wilhelm übt Nachsicht. Das Herz des Freundes ist verbittert. Ist der Besucher charakterlos oder wurde er über das Maß provoziert, fragt sich der Zuschauer..


Siebte Szene

Peter hat gesät, nun geht die böse Saat auf. Laura klagt, dass sie ihren Mann lange nicht zu Gesicht bekommen hat. Doch die Begrüßungszeremonie ist nach wie vor die gleiche: Mein liebes Weib – mein lieber Mann, dass soviel Glück es geben kann. Schon geht das Gezänk los. Völlig harmlos erklärt Laura, dass sie das Gästezimmer gerichtet hat, ihm zum Dank. Wieso, ihm zuliebe, Peter ist doch auch ihr Gast. Er kam und ging kurz danach in Hast. Muss es eigentlich sein, dass der Freund ins Haus kommt? Wie soll Wilhelm den Spruch nun verstehen. Will das Täubchen vielleicht nicht so wie der Gemahl will? Nur Du und ich und Ich und Du, Laura wünscht sich keinen Dritten dazu. Wilhelm denkt, nun macht er die Probe, er wirft den Ring. Peter wohnt im Haus, weil er sein Freund ist. Er will es so haben. Natürlich, gewiss doch, ganz wie der Maestro will. Laura hat nachgegeben. Wie soll er nun den Dialog fortsetzen. Wilhelm ist ein bisschen ratlos, dann ein neuer Ansatz. Aus ihrem „Ja“ hört er das „Nein“, fügt sie sich etwa nur zum Schein? Wo denkt der Liebste hin. Leicht fällt es ihr, sich zu fügen. Was ihn freut, macht auch ihr Vergnügen. Ach, die Frauen denken nur ans Vergnügen. So sind die Frauen nun einmal, aber sie will sich bessern, häuslich sein, am Spinett mehr üben, schön sticken, alles was ihn freut. Denkt er noch an die Bräutigamszeit? Sein Rollenspiel fällt Wilhelm wahrlich schwer. Er möchte sie küssen und nie sein Glück getrübt sein wissen. Solche Gedanken sind bedenklich, opfere, opfere sagte doch der Freund.

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Was hat sie gestickt, wertloser Tand.

not täte mehr dem Haus die Hand.

Die Stube ist in üblem Stand.

Lieschen war wohl nicht zur Hand?

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Was Wilhelm auch sagt, Laura spielt die Unterwürfige und nimmt ihm ständig den Wind aus den Segeln. Wie süß, eine Heilige! Erhaben! Nie wird er locken des Unglücks Raben. Zur Probe will es nicht kommen. Die Sonne des Glücks scheint zu heiß. Er sei der beste, sagte sie zu ihm. Wahrscheinlich Ironie. Sie soll es zurücknehmen. Er befiehlt es ihr. Was ist mit Wilhelm. Sie erkennt ihn nicht wieder. Sie hat ihn nie gekannt und hielt ihn für eine Puppe oder gar für eine Marionette. Sie macht sich sogar lustig über ihn. Nun will er auf eigenen Füßen stehen. Er ist das Oberhaupt. Sie soll es sich merken. Wilhelm kann vor Rührung seine Rolle kaum weiterspielen. Laura breitet die Arme aus. Nein Schatz, jetzt muss sie ihn küssen. Was sie vermisst, nicht will sie es weiter missen. Endlich hat sie ihn männlich gesehen. Heldengleich strahlen im Zorn. O wie schön! Sein starkes Wort, wie schlürft es an ihr Ohr. Nun blickt sie in Demut zu ihm empor. Jetzt weiß sie, sie hat nicht nur den besten Mann, sondern auch den stärksten Mann. Der letzte Zweifel schwand dahin. Erst jetzt fühlt sie, dass sie richtig glücklich ist. Damit wäre das Spielchen zuende. Peters Intrige hat nicht funktioniert. Unverhofft kommt Florian ins Zimmer und sieht wie die Herrschaften sich küssen. Ei, Ei! Schau, Schau, die Zärtlichkeit. Da er offenbar den lautstarken Dialog vorher mitbekommen hat, entzieht sich die plötzliche Wandlung des Paares seiner Logik. Wilhelm ist sich nicht schlüssig, ob er dem Freund danken oder seine Einmischung verübeln soll. Nun sind sie erst recht im Glück vereint.

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Der Freund riet es. Er zankte nur zum Schein, nur zur Probe. Kann sie ihm verzeihen. Töricht war er, doch tut er es kund. Niemals trübt sich ihrer Seelen Bund. Der Freund meinte, er soll die Schicksalsfrage stellen, welche keine Frau verträgt, weil sie  Begrabenes aus den Särgen holt. Laura will mehr wissen.

 

Es ist die Frage, die Vergangenes siebt. Konkret lautet sie: Hast du vor mir schon einmal geliebt? Laura ist empört, dass ausgerechnet Peter ihren Mann animiert, diese Frage zu stellen. Ihre Entrüstung ist echt. Laura kann nicht lachen. Geht ihr die Schicksalsfrage etwa doch nah. Sie sagt nicht nein, sie sagt nicht ja. Sie soll doch sprechen, aber das Auge weicht aus und das Haupt ist gesenkt. Hat Wilhelm etwa doch zu fest an sie geglaubt?

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Nun ist es an Laura, den Spieß umzudrehen und beginnt einen handfesten Streit. Dahin hat es der Freund gebracht. Welch krankender Verdacht. Wie garstig, wie schmerzlich, wie nieder. Wilhelm kennt sein Weib nicht wieder. Hat er sie dann je gekannt? Hielt er sie für willenlos, eine schwache Puppe bloß? Fügsam ohne Widerstand? Überhaupt, er stellt ihr Fallen. Lässt verführen sich vom Freund Zwist zu schüren. Welch ein garstiges Ränkespiel – was zu viel ist, ist zu viel. Überhaupt – Offen ist der Liebe Sprach’, er gab bösem Argwohn nach. Was für schönen Zorn ich hielt war nicht echt, war nur gespielt. Er hat den Glauben ihr geraubt an das Haupt, das Oberhaupt, überhaupt. Wilhelm ist tödlich erschrocken. O Himmel, wie wird ihm zu Mur? Jetzt hat er’s. Nun wird es nimmer gut! Er weiß jetzt als geschlagener Mann, er verlor und nicht gewann. Zwietracht und Unheil ihn umrauscht. Die beste, die Sanfte ist wie ausgetauscht. Ein Spiel bitteren Ernst gebar. Erst jetzt fühlt er wie glücklich er war.

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Nun ist Laura an der Reihe: Schon dauert sie der arme Mann. Sie ging zu weit. Was hat sie nur getan. Ein törichtes Spiel hat bitteren Ernst nach sich gezogen. Sie holt ihr Taschentuch hervor, um sich die Augen zu wischen. Wilhelm schließt sie in seine Arme. Laura denkt, er spielt Theater. Nein sie will nicht unterliegen. Diesmal kann sie sich nicht fügen. Wilhelm denkt genau so. ‚Laura, bitte sprich! Lös von allen Zweifeln mich’. Sie soll ihm Wahrheit geben, sie soll ihm Klarheit geben. Soll Laura ihm ihr Tagebuch zeigen. Zunächst kehren sie sich erst einmal den Rücken und jeder verlässt den Raum durch eine andere Tür.

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Achte Szene


Der verwaiste Kampfplatz bevölkert sich wieder. Florian hat den Dialog der Herrschaften in den falschen Hals bekommen. Nun möchte er Lieschen auch für die Schicksalsfrage interessieren. ‚Zuviel Glück bringt nur Malheur, werfen wir den Ring ins Meer’. Lieschen versteht kein Wort, steht offen nicht die Flasche dort?

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Florian will mit Lieschen Hochzeit machen. Sie soll es der Herrin erklären und er wird es dem Maestro sagen, dass sie den Wohnort wechseln möchten - zu Herrn Haydn nach Wien. Bevor sie sich betätigen, gilt es eine Sache noch zu erledigen. Die Schicksalsfrage muss gestellt werden. Kommt er schon wieder mit der Plage? An schöne künftige Tage am Donaustrand und an das traute Kämmerlein in Wien soll er denken. Lieschen sorgt für Tisch und Töpfchen und er malt seine Notenköpfchen. Lachend dann mit frohem Sinn, erkennt er schon die neue Wienerin.

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Ha welch ein Glück! Doch just darum, kommt Lieschen um die Frage nicht herum. Die Frage, die das Vergangene siebt. Hat Lieschen schon vor ihm geliebt? Tat sie in Sachen Liebe sich betätigen? Lieschen wird wütend. Sie begreift den Dummian, ihre Tugend ficht er an. Das gute Herz will er bezichtigen und forscht sorgsam nach dem Richtigen. Lieschen zählt an den Fingern ab, dass es mindestens vier waren. Zur Bekräftigung gibt es eine Maulschelle. (Blondchen und Pedrillo lassen grüßen). Unbeobachtet haben Laura und Wilhelm den Raum wieder betreten. Sie bekommen mit, dass sie parodiert wurden. Die Situation entkrampft sich. Zu viert beschäftigt man sich nun mit dem Almanach und zitiert aus der Ballade

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DER RING DES POLYKRATES

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Lieschen wird weich und beginnt zu beichten. Er war ein braver Kanonier und diesen Ring, den schenkte er ihr. Wie sie ihn liebt, den Florian. Fort mit dem Ring, hoffentlich nehmen die Götter ihn auch an.

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Neunte und zehnte Szene

Der Ring recht den Göttern nicht. Deshalb wird Peter als Opfer noch nachgeschoben, denn Herr Schiller schreibt zum Schluss, dass der Gast sich mit Grauen wenden muss.

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ein Bild Könnte es nicht Laura sein?

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Anmerkung

Die Oper ist ein Frühwerk des Komponisten. Dem Librettisten ist es wunderbar gelungen, den antiken Stoff zu konfigurieren und in die Neuzeit zu transportieren..

 

***

musirony - Engelbert Hellen

 


 

CD-Empfehlung:

http://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/hnum/7601621?rk=classic&rsk=hitlist

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ein Bild

 

INFO KOMPONIST
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