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Schöne Oper - selten gehört


Paul Dessau [1894-1979]

Die Verurteilung
des Lukullus


Oper in zwölf Szenen

deutsch gesungen

Libretto von Bertold Brectt
frei nach historischen Quellen

Uraufführung: 17. März 1951 in der Staatsoper Berlin unter Hermann Scherchen
Charaktere:

Lukullus – Römischer Feldherr (Tenor)
Der König (Bass)
Die Königin (Sopran)
Zwei Kinder
Zwei Legionäre (Bass)
Lasus – Koch des Lukullus (Tenor)
Der Kirschbaumträger (Tenor)
Zwei Schatten (Bass)
Das Fischweib (Alt)
Die Kurtisane (Mezzosopran)
Der Lehrer (Tenor)
Der Bäcker (Tenor)
Der Bauer (Bass)
Tertullia – Eine alte Frau (Alt)
Drei Ausruferinnen (Sopran)
Der Totenrichter (Bass)
Fünf Offiziere (3x Tenor, 2x Bass)
Eine kommentierende Frauenstimme (Sopran)

Sprechrollen:
Sprecher des Totengerichts
Drei Ausrufer

Zwei junge Mädchen
Zwei Kaufleute
Zwei Frauen

Zwei Plebejer
Ein Kutscher

Das Geschehen spielt kurz vor der Zeitenwende im antiken Rom und in der Unterwelt.



HANDLUNG


Erste Szene:
DER TRAUERZUG

Ein Ausrufer verkündet die Bestattung des großen römischen Feldherrn Lukullus und erinnert an seine großen Taten. Hinter dem Trauerzug, welchem die angesehensten Männer Roms beiwohnen, wird ein riesiger Steinfries von Sklaven geschleppt, der die Taten des Lukusllus darstellt. Unter den gaffenden Bürgern kommt es zu Diskussionen über den Ruhm des Toten. Verwitweten Ehefrauen von Legionären stehen jene gegenüber, welche von den Eroberungen in Indien profitierten. Sie verharmlosen die Tatsache, dass für die Siege Tausende einen blutigen Tod starben. Nachdem der Sarg vorbei getragen wurde, gehen die meisten schnell wieder ihren alten Beschäftigungen nach.

Zweite Szene:
  Das Begräbnis

Die kommentierende Frauenstimme erzählt von dem Mausoleum des Lukullus, welches schon vor Jahren an der Appischen Straße erbaut wurde. Es wird geschildert, wie der „Fries des Triumphes“ an dem Grab angebracht wird.

Dritte Szene: Abschied der Lebenden


Fünf Offiziere, welche der Beisetzung beiwohnten, verabschieden sich mit zynischem Unterton von ihrem ehemaligen Vorgesetzten und beschließen dann anschließend ein Wirtshaus, eine Hure oder das Hunderennen aufzusuchen.


Vierte Szene: In den Lesebücher

Eine Gruppe von Schülern besucht mit ihrem Lehrer das Grabmal. In den Lesebüchern stehen endlose Beschreibungen von großen Kriegern des römischen Imperiums. Die Autoren preisen deren Leben und raten den Schülern, den Vorbildern nachzueifern. Die Kinder plappern die Ratschläge gedankenlos nach und schwören, sie zu befolgen.

Fünfte Szene: Der Empfang

Im Totenreich warten alle Neuankömmlinge vor der Tür zum Verhör auf einer Bank – außer Lukullus. Er regt sich voller Ungeduld auf, weshalb eine Größe wie er warten müsse, und steht in Brustpanzer und Helmschmuck missmutig in der Wartehalle. Er bittet, dass man ihm wenigstens seinen Koch Lasus schicken möge, damit dieser ihm mit allerlei Köstlichkeiten das Warten versüße. Die alte Tertullia beruhigt den aufgebrachten Feldherren und plaudert aus vorangegangenen Verhören: Manchmal genüge den Prüfern nur ein Blick, um den Prüfling als dem Paradies als würdig einzuschätzen – bei anderen dauere das Verhör Tage. Genehm ist derjenige, der Zeit seines Lebens seinen Mitmenschen Nutzen gebracht hat. Tertullia wird vorgerufen! Offenbar wurde sie sofort als würdig eingestuft und so wird schon einige Augenblicke später  der nächste  aufgerufen. Zu seinem Verdruss ist Lukullus  in den Gerichtsaken mit seinem verhassten Spitznamen „Lakalles“, den nur der Pöbel benutzt. festgehalten. Er mokiert sich vergebens und tritt in aufgebalsener Pose vor das hohe Gericht des Schattenreiches.

Sechste Szene: Wahl des Fürsprechers

Der Vorgeführte soll sich aus den Gefilden der Seligen einen Fürsprecher auswählen. Das Gericht besteht aus dem Obersten Totenrichter und fünf Schöffen. Vorgestelltt werden: ein einfacher Bauer, ein Sklave, ein Fischweib, ein Bäcker und eine Kurtisane, die vor  Gericht die Ehrbarkeit des Verhörten beurteilen sollen. Lukullus wünscht sich 'Alexander den Großen' als Leumundszeugen und Fürsprecher zu seinen Gunsten. Zu seiner Überraschung meldet sich trotz mehrfachen Appels der Mazedonier nicht. Wurde er ins Reich der Seligen nicht zugelassen und ins Nichts verstoßen?  Die „großen Taten“, mit denen sich viele rühmen, seien vor dem Schattengericht nichts wert,  kommeniert der Totenrichter in seiner Ansprache. Etwas verunsichert verlangt Lukullus, dass sein Fries herbeigeholt werde, auf diesem seien alle guten Taten in Marmor gemeißelt. Da es Sklaven seien, die ihn schleppen, sei der Transport kein Problem, bemerkt der Totenrichter – die Unterprivilegierten trenne vom Ableben so wenig, dass sie kommentarlos Zugang zum Reich der Privilegierten haben werden.

Siebte Szene: Herbeischaffen des Frieses

Die Sklaven schleppen den Marmorblock herbei. Dargestellt sind ein gefangener König, eine Königin, ein Kirschbaumträger, zwei Jungen mit einer Tafel auf der 53 Städte verzeichnet sind, ein sterbender Legionär mit erhobener Hand und der Koch Lasus mit einem Fisch. Gegen des Lukullus Willen rufen die Schöffen die dargestellten Personen herbei – sie alle weilen unter den Seligen.

Achte Szene:
Das Verhör

Lukullus beschwert sich, dass einige der Abgebildeten Feinde seien und daher ein falsches Licht auf seine ruhmreichen Taten werfen könnten. Er schwadroniert, wie er den König und sein Reich binnen kürzester Zeit besiegte.  Der gefangenen König bestätigt auf Nachfrage der Schöffen die Aussage und astet Lukullus einen schamlosen Raubzuges an. Auch die Königin bestätigt den Überfall.  Sie sei im Bade überrascht worden und gibt an von fünfzig Männern übel zugerichtet und anschließend gemordet worden zu sein. Lukullus wendet ein, dass der König und seine Gemahlin auch keine vorbildlichen Herrscher waren, hohe Steuern abforderten und mit der Tributzahlung an Rom ständig säumig waren. Den Einwand der Schöffen, wieso der König trotzdem in den Gefilden der Seilgen weile, führt dieser aus, dass er Städte bauen ließ, um die Mauern im Fall der Bedrohung verteidigen zu können. Der Vortrag des Königs erweckt den Respekt und das Mitgefühl der Schöffen. Lukullus ergänzt, dass er lediglich den Befehlen Roms folgte.  Der Sklaven-Schöffe will wissen, wer „Rom“ ist – Lukullus kann eine Definition nicht geben, verweist hilfsweise aber auf die 53 Städte, die er Rom unterwarf. Die Kinder mit der Steintafel berichten, dass die Städte dem Erdboden gleichgemacht und geplündert wurden. Es wird eine Verhandlungspause eingelegt.

Neunte Szene: Rom 

Lukullus belauscht in der Pause an der Tür zum Warteraum ein Gespräch zwischen zwei Neuankömmlingen, es sind ein Schuster und ein Sklave. Es stellt sich heraus, dass das einst so große Rom an seiner Monströsitat  langsam zu Grunde gehe. Ihr persönliches Missgeschick verfolgt die beiden Unglücksraben bis ins Schattenreich.

Zehnte Szene: Das Verhör wird fortgesetzt 

Als Belastungszeugin gibt das Fischweib sich unerbittlich. Zornig klagt sie vor dem hohen Gericht, dass die Militärs für den Kriegsdienst einfachen Leuten die Söhne wegnahmen, doe Erstgenannten selbst  von den erbeuteten Reichtümern aber nichts zu sehen bekommen würden. Zum Ärger des Angeklagten beschuldigen die beiden auf der Marmortafel abgebildeten Krieger den Feldherrn der Korruption. Ihm ging es nicht darum, seinem Vaterland zu dienen, sondern er nutze seine Position, um sich selbst die Taschen vollzustopfen. Der Angeklagte weist die Beschuldigungen des Fischweibs zurück, weil sie  vom Krieg nichts verstünde. In Widerrede klagt die Frau über ihr eigenes Schicksal wie auch von dem der Mütter im allgemeinen, denen Lukullus die Söhne nahm. Das Gericht stellt fest, die Schöffin kenne den Krieg und ihre Beschuldigungen seien daher legitim.

Elfte Szene: Das Verhör wird fortgesetzt

Der Totenrichter unterrichtett Lukullus, dass die Karten für ihn schlecht gemischt seien. Er solle am besten damit aufhören, mit seinen wenig nützlichen Siegen aufzutrumpfen und  nach eigenen Schwächen in seinem Leben suchen, die wonnige Inseln zwischen all seinen Gräueltaten bilden könnten. Der Bäcker-Schöffe, lädt den Koch des Feldherrn in den Zeugenstand. Lasus rühmt den vorzüglichen Geschmack seines Dienstherrn und dessen Güte als  Vorgesetzter. Der Bäcker hält die Aussage zugunsten des Angeklagten fest. Als weiteren Entlastungszeugen ruft man den Kirschbaumträger. Er berichtet, wie Lukullus die wundervollen Kirschen aus Asien nach Rom holte und so eine großartige Bereicherung des Speiseplanes herbeiführte. Auch dieser Punkt wird vom Gericht wohlwollend  entgegengenommen

Zwölfte Szene: Das Urteil

Die beiden zuletzt aufgebrachten Schilderungen dünken dem Gericht zu gering und haben kaum Gewicht, den Urteilsspruch positiv zu beeinflussen. Man überlege 80,000 Tote für einen einzigen Kirschbaum! Lukullus wird einstimmig ins Nichts verstoßen!


    Bertold Brecht und
Paul Dessau


Anmerkungen (folgen)

© September 2009 - Raphael Lübbers 

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