musirony - L'Homme et son desir
 

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Zauber des Balletts




Darius Milhaud [1872-1974]

L'Homme et son désir

Der Mensch und seine Wünsche


 Ballett in acht Szenen

op. 48, komponiert 1917/18

Libretto von Paul Claudel

Dauer der Aufführung 20 Minuten

Uraufführung
am 6, Juni 1921, Paris

Choreographie: Jean Börlin
Ensemble: Ballets Suédois     

Personen:
Ein scheintoter Mann
Phantombild  einer Frau
Mythische Wesen des südamerikanischen Regenwaldes

Das Geschehen spielt auf dem südamerikanischen Kontinent in vorgeschichtlicher Zeit


Struktur des Balletts:

1.      Prémiere Szene

2.      Apparition de la lune

3.      L’Homme endormi et le fantôme de la Femme morte

4.      L’Homme qui dort debout oscillant comme dans un courant d’eau et comme sans aucun poids

5.      Toutes les choses de la fôret qui viennent voir l’Homme endormi

6.      Danse de le passion

7.      Réapparition de la Femme qui entraîne l’homme peu à peu en tournant lentement devant lui et sur elle-même

8.      La lune I a disparu la premiére, la lune II disparaît à son tour. Les heures noires se sont écoulées. On voit apparaître les premières heures blanches.




EXPOSÉ 

Es zeigt sich der Mond. In tiefem Schlaf befindet sich ein Mann, und ihm erscheint das Trugbild einer toten Frau. Der Mann schläft im Stehen; nahezu gewichtslos, als ob er sich in einem fließenden Gewässer befände, federt er hin und her. Alle Lebewesen des Regenwaldes nehmen ihn wahr. Es entwickelt sich ein leidenschaftlicher Tanz unter den Betrachtern. Das Phantombild der Frau kommt zurück und versucht, den Scheintoten zu umgarnen. Die Anstrengungen werden belohnt, denn allmählich wendet er sich ihr zu. Der Mond ist verschwunden, aber es zeigt sich ein zweiter Mond. Dieser zieht seine Bahn und verschwindet ebenfalls. Die dunkle Nacht geht zu Ende und die Morgendämmerung zieht herauf.

Anmerkungen:


Um den allegorischen Gehalt des Ballettes verarbeiten zu können, stellt man sich zweckmäßig die Vegetationsgemälde des französischen Malers Henri Rousseau vor. Das Motiv ‚The Equatorial Jungle’ würde sich sehr gut für eine Bühnendekoration eignen. Inhaltlich geht es um die Befreiung des Mannes aus seiner Lethargie über die Bemühungen einer liebenden Frau, die in der Realität aber nicht existiert.

Paul Claudel konnte sich mit seinem ungewöhnlichen Szenario offenbar nicht recht verständlich machen, denn das Ballett wurde niemals ein Publikumserfolg, obwohl man die dichte vielschichtige Struktur der nuancenreichen Musik als besonders hochwertig lobte. Die Besetzung besteht aus Streichern, Solobläsern und einem umfangreichen Schlagzeug-Arsenal. Beigesteuert sind vier Gesangsolisten, die unaufhörlich vokalisieren. Die Inspiration erhielt Milhaud anlässlich eines Besuches von Diaghilews Ballett russes in Südamerika. Seine Vorliebe für diesen Kontinent schlägt sich in vielen Werken des mit Claudel befreundeten Milhaud nieder.

***
musirony 2007 - Engelbert Hellen

    

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