musirony - Das schöne Mädchen von Gent
 

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ZAUBER DES BALLETTS





Adolphe Adam [1803-1856]

Das schöne Mädchen von Gent

La jolie fille de Gand


Ballett in drei Akten

Libretto: J. H. Vernoy de Saint Georges
in Zusammenarbeit mit dem Komponisten
 

Uraufführung am 22. Juni 1842 an der Opéra Paris


Besetzung der Uraufführung:

Béatrice, la fille de Césarius, fiancée à Bénédict: Carlotta Grisi
Bénédict, le neveu de Césarius: Lucien Petipa
Le Marquis de San Lucar, Albert de Combe
Le Comte Léonardo, Germain Quériau
Césarius, un orfèvre prospère de Gand: Joseph Mazilier
Zéphiros, un maître de danse: Eugène Coralli
Don Bustamente, Espagnol, un ami du Marquis: Georges Elie
Diane, première danseuse à la Fenice: Louise Fitzjames
Julia, la Cousine de Béatrice: Maria Jacob
Agnès, jeune fille de Césarius: Adéle Dumilâtre



INHALTSANGABE

OUVERTURE

Erster Akt

Tableau 1: DER LADEN DES GOLDSCHMIEDS

Szene 1

Der Goldschmied Césarius aus Gent hat zwei Töchter, Béatrice und Agnès. Die Älteste nimmt Ballettunterricht bei Meister Zéphiros. Béatrice erweist sich als talentierte Schülerin, während der unbegabten Jüngeren nichts anderes übrigbleibt, als sich über die grotesken Bewegungen des Ballettmeisters zu mokieren.

Szene 2

Julia, die Cousine der beiden Mädchen – sie ist des Tanzlehrers beste Schülerin – erscheint, und gemeinsam bewegt man sich zu einem Menuett.

Szene 3

Obwohl Bénédict ihr einen schönen Blumenstrauß verehrt, bringt Béatrice dem Verlobten nicht die erwartete Wertschätzung entgegen. Während Julia sich lustig macht, versucht Agnès den Enttäuschten zu trösten. Die Ursache von Béatrices Gleichgültigkeit kommt bald heraus. Sie hat von einem adeligen Verehrer – es ist der Marquis von San Lucar – einen Brief bekommen, den sie vorliest.

Szene 4

Césarius, der Vater Julias, erscheint mit einem Notar und begrüßt Bénédict freundlich, während sein Verhalten zur Tochter eher reserviert wahrgenommen wird. Die Heirat von Béatrice und Bénédict wird auf den nächsten Tag festgesetzt. Die Erkorene scheint wenig begeistert zu sein. Agnès ist zu Bénédict ausgesucht freundlich, weil sie selbst an ihm interessiert ist - glaubt Julia herausgefunden zu haben.

Fanfaren kündigen das Jahrmarktsfest an. Die Ballettstunde ist zu Ende und die beiden Männer ziehen sich zurück, um sich für den Trubel umzukleiden mit dem Ziel und mit Freunden daran teilzunehmen.

Szene 5

Jetzt wird es spannend, denn die Handlung gerät in Fluss. In Begleitung seines Freundes Bustamente hat der Marquis von San Lucar den Juwelenladen betreten. Julia macht Béatrice auf ihn aufmerksam, doch diese hat ihn längst bemerkt. Césarius und Julia bedienen die Kundschaft, während der Marquis seine volle Aufmerksamkeit Béatrice zu wendet. Er kauft ein Juwelenkästchen für sich selbst und ein bisschen Schmuck, welchen er an die Mädchen verteilt.

Bénédict ist zurückgekommen und der Goldschmied stellt ihn als Bräutigam seiner Tochter vor. Schon am morgigen Tag soll die Hochzeit sein. Die Enttäuschung des Marquis ist schnell verschwunden, nachdem Julia ihm zugeflüstert hat, dass Béatrice den vorgesehenen Gatten nicht liebt. Alle wollen nun zum Jahrmarkt gehen und der Marquis bietet der Familie an, in seiner Kutsche Platz zu nehmen. Bitte ohne Agnès, denn sie zieht es vor, den zurückgebliebenen Bénédict zu trösten, um mit ihm am Arm das Haus zu verlassen.

Tableau 2: DER GROSSE PLATZ VON GENT

Szene 6 und 7

Die Menschen strömen in Scharen auf den Festplatz. Weißgekleidete Mädchen jubeln von dem vorbeiziehenden Gefährt den Besuchern des Schützenfestes zu. Jede Zunft hat ihren eigenen Prunkwagen, auf welchem die Bogenschützen der Menge zuwinken. Die Trophäe, die es zu erringen gilt, ist aber kein ausgestopfter Vogel, der vom Mast fällt, sondern – wie poetisch – eine Rosengirlande.

Szene 8

Bénédict sucht mit den Augen nach Béatrice und hat sie schließlich an der Seite des Marquis entdeckt. Er lässt Agnès unbeachtet und hilft seiner Braut auf einen Baum zu klettern, damit sie eine bessere Aussicht hat.

Szene 9

Einfallsreiche Divertissements gehen dem Wettkampf der Schützen voran. Mit den Schießkünsten der Zunftmitglieder ist es nicht weit her, denn sie zielen regelmäßig daneben. Wie gut, dass auch Außenstehende sich am Girlandenschießen beteiligen dürfen. Don Bustamente treibt den Scherz allerdings zu weit: Er zielt nicht auf die Rosen, sondern auf die hohe Perücke des Ballettmeisters, die zu Boden fällt und vom Winde verweht wird. Bénédict trifft die Girlande ebenfalls nicht. Zu seinem Verdruss ist es der Marquis, der zwar nicht mehr auf Bäume klettert, dafür aber den besseren Blick hat. Die Trophäe reicht er selbstverständlich Béatrice, denn sie ist schließlich „la jolie fille de Gand“. Der Brautvater versucht, den Erfolglosen zu trösten und erinnert den Hochzeitskandidaten, dass Béatrice – obwohl er nicht getroffen hat – trotzdem ihm gehört. Dem Mädchen soll es nicht gehen wie Agathe, die an den besseren Schützen verscherbelt wird. Julia intrigiert und versucht, ihrer Cousine den Marquis schmackhaft zu machen. Insgeheim hofft sie, dass von seinem Vermögen auch für sie etwas abfallen wird. Aus der Distanz beobachtet der Marquis den Dialog und malt sich ein positives Ergebnis aus.

Szene 10 bis 12

Unterschiedliche Divertissements vom Pas de deux zum Pas de trois lenken vom Handlungsgeschehen ab und dienen lediglich als Augenschmaus.

Szene 13

Die Feierlichkeiten soll ein schöner Walzer beschließen, aber ein Gewitter lässt den Schwung der Ballettschuhe nicht zur Entfaltung kommen. Die Folkloremädchen stieben auseinander. Der Marquis macht sich während des Theaterdonners an Béatrice heran, doch Bénédict ist auf der Hut und lässt Zudringlichkeiten nicht zu. Es gelingt dem Adeligen jedoch, dem Objekt seiner Begierde listenreich und unbemerkt den Zimmerschlüssel zu entwenden.

Tableau 3: BEATRICES SCHLAFGEMACH

Szene 14

Césarius und Bénédict betreten das Schlafzimmer, um die Braut auf den morgigen Hochzeitstag einzustimmen. Durch Julia verunsichert, sieht Béatrice ihrem Ehrentag mit gemischten Gefühlen entgegen. Béatrice hat den Ermahnungen des Vaters an Argumenten nichts entgegenzusetzen und versucht sogar, Bénédict aufzumuntern. Vater und Bräutigam will sie nicht enttäuschen und beschließt, in treuer Pflichterfüllung deren Erwartungen nachzukommen. Umarmungen und Kosen sowie die Übergabe eines Medaillons beschließen den ereignisreichen Tag. Die beiden Männer wünschen eine gute Nacht, Béatrice legt die Blumengirlande des Marquis ab und macht sich für die Nacht zurecht.

Gelindes Gepolter von außen lässt die Ermüdete nachschauen und zu ihrem Schrecken entdeckt sie den Marquis, mit ihrem Zimmerschlüssel hantierend, vor ihrem Schlafgemach. Besorgt um Ruf und Ehre hüllt sie sich geschwind in ein Bettlaken ein und ersucht den Eindringling, sich unverzüglich zu entfernen. Doch der Marquis lässt sich so leicht nicht abspeisen. Er nutzt die Gepflogenheiten des romantischen Zeitalters, zieht die Tür hinter sich zu, rutscht auf Knien näher, um winselnd die Erhörung seiner Liebe zu erpressen. Tatsächlich zieht der Schuft einen Dolch aus seinen Rockschößen und unterrichtet die Angebetete von seinem bevorstehenden Suizid, falls sie nicht geneigt sei, seine Liebe zu erhören.

Doch das Glück will es, dass Julia zufällig ebenfalls den Weg zu Béatrices Schlafgemach gesucht hat. Beide bündeln ihre verbalen Anstrengungen, um den Marquis von seinem gewaltbereiten Vorhaben abzubringen. Sie verstecken den Unvernünftigen hinter den Bettvorhängen, denn es hat schon wieder geklopft. Diesmal ist es Agnès, die ihrer Schwester noch schnell zuflüstern will, dass die Hochzeit in der Früh für sechs Uhr angesagt ist. Sie fordert Julia auf, ebenfalls zu verschwinden, weil die Braut jetzt schlummern möchte. Der Marquis sollte sich natürlich auch entfernen. Nachdem die Luft rein ist, schleppt man den Widerspenstigen zum Fenster. Das Schlafzimmer Béatrices befindet sich im Erdgeschoss, was das Heranschieben einer Leiter  überflüssig macht und die Mädchen lassen den Marquis sanft ins Gebüsch gleiten. Das Dankgebet an den Himmel nach überstandenen Komplikationen kommt Béatrice von Herzen. 


Zweiter Akt

Tableau 1: PALAST DES MARQUIS IN VENEDIG

Szene 15

Béatrice hat es sich anders überlegt. Sie ist dem Marquis nach Venedig gefolgt, um die Vorzüge seines Ansehens und seines Reichtums zu genießen. Als seine Mätresse ist es ihr ein Vergnügen, weitgereiste Kaufleute zu empfangen, die Juwelen und Textilien vor ihren Augen ausbreiten.

Szene 16 und 17

Zéphiros hat die heimatlichen Gefilde vertauscht und ist beglückt, Béatrice im Palazzo des Grafen Lucar anzutreffen. Über die geplatzte Hochzeit mit Bénédict lässt die Leichtfertige ihren Lehrer im Unklaren und genießt die Fortsetzung des Tanzunterrichts. Der Genannte präsentiert seine einstige Schülerin Julia, die inzwischen eine Berühmtheit geworden ist. Von Bustamente hat sie sich wieder abgewandt und betritt den Ballsaal am Arm des Grafen Leonardo. Ausgerechnet Béatrice drückt der Cousine ihr Missfallen über mangelnde Beständigkeit aus, doch Julia gibt ihr den gleichen Vorwurf zurück.

Szene 18

Don Bustamente hat den Verlust Julias leicht verschmerzt, denn mit Diana, der Primaballerina des Teatro La Fenice an seiner Seite, kann er seine gesellschaftliche Situation verbessern. Der Marquis ist von der Eroberung seines Freundes beeindruckt und Béatrice fühlt sich in den Schatten gestellt. Sie verhält sich ungeschickt und überschüttet den Marquis mit Vorwürfen, der an der Situation völlig schuldlos ist. Julia ärgert sich über Bustamente und versucht Leonardo gegen ihn aufzuhetzen. Die Männer bedrohen sich mit dem Degen, die Frauen streiten sich verbal und Zéphiros soll angeblich an allem schuld sein. Dem Marquis gelingt es schließlich, die Gemüter zu besänftigen.

Szene 19

Traurigkeit passt überhaupt nicht zum Karneval von Venedig und Zéphiros lädt zum Ball ein. Doch Béatrice betrachtet betrübt das Medaillon, welches der Vater ihr geschenkt hatte, bevor sie aus Gent floh. Graf Lucar ist ein Wunder an Diplomatie: es gelingt ihm, ihre Betrübnis zu verscheuchen, und in Gesichtsmaske und Domino begibt man sich in den Ballsaal.

Tableaux 2 und 3: DER BALLSAAL

Szene 20 bis 21

Es gibt keinen besser geeigneten Ort als einen Ballsaal, um eine Fülle von Divertissements vom Stapel zu lassen, bei dem der beliebte Cracowiak natürlich nicht fehlen darf. Diana bildet den Mittelpunkt der Gesellschaft und tanzt ihre Variationen, umgeben von Nymphen und anderen mythologischen Figuren. Graf Lucar lobt ihre Kunstfertigkeit und weckt erneut den Ärger Béatrices.

Szene 22

Die Letztere ist sich bewusst, was ihr Tanzmeister Zéphiros sie gelehrt hat, und quittiert die Darbietung der Venezianerin mit einem glanzvollen Auftritt als Göttin Diana in ihrer Eigenschaft als Jägerin. Sie kann das tänzerische Duell für sich entscheiden und nimmt Blumen und Ovationenmit stolzer Miene entgegen. Eine Rose entnimmt sie dem Bouquet und überreicht sie dem Grafen.

Szene 23 bis 24

Graf Lucar drückt seiner Mätresse einen Blumenkranz aufs Haupt und die Tänzer vollführen einen wilden Galopp. Ein Störenfried naht. Er reißt Béatrice den Blumenkranz vom Haupt und wirft ihn zu  Boden. Nein, es ist nicht Bénédict, sondern der Herr Papa, der sich maskiert in die Gesellschaft eingeschlichen hat. Béatrices Flehen nützt überhaupt nichts, der Vater macht von der elterlichen Gewalt Gebrauch und befiehlt die sofortige Abreise. Er ist nicht allein angereist: Agnès und Bénédict hat er im Gefolge. Graf Lucar versucht Frieden zu stiften und gerät mit dem Verlobten seiner Mätresse in Streit. Der gezogene Degen kündet Blutvergießen an, doch Césarius setzt seineväterliche Autorität auch gegen Bénédict durch und hindert ihn, seine in Verlust geratene Ehre wiederherzustellen. Die zögernde Tochter drängt er zur Rückkehr ins Vaterhaus und flucht ihr, weil sie seinen Wünschen nicht so schnell nachkommen will, wie er sie formuliert. Béatrice reagiert praktisch und wird ohnmächtig – ein Mittel, welches von Frauen gern angewandt wird, wenn verbal nicht weiterzukommen ist.

Die Eindringlinge haben die Ballgäste gegen sich aufgebracht und sind genötigt, sich den Sanktionen eines Hausfriedensbruchs durch Flucht zu entziehen. Die Bewusstlosigkeit heuchelnde Béatrice verweilt in den Armen ihres Liebhabers, bis die Unruhe sich gelegt hat und die Musik weiterspielen kann. 

Dritter Akt  

Tableau 1: PARK IN DER VILLA DES MARQUIS

Szene 25

Als Nymphen und Bacchantinnen verkleidet setzen die Gäste im spärlich beleuchteten Garten jene Aktivitäten fort, für die der Ballsaal nicht das geeignete Ambiente abgibt. Das Licht des Mondes spiegelt sich in den Fluten der Brenta und verstärkt die romantische Stimmung. Handverlesene Hausgäste, die dem Marquis emotional nahe stehen - wie Béatrice, Don Bustamente, Diana, Julia und Zéphiros -  genießen die herrlichen Speisen, die für sie auf der Veranda serviert werden, während die anderen Gäste hungrig zuschauen.

Szene 26 und 27

Die launische Béatrice muss bei Stimmung gehalten werden, damit sie ihren üblichen Taktlosigkeiten nicht freien Lauf lässt. Julia und Zéphiros huldigen dem Glücksspiel - der Ballettmeister verliert.

Szene 28

Der Marquis geht mit Béatrice im Garten spazieren, ist mächtig stolz auf die Rose, die ihmseine Begleiterin als tanzende Jägerin geschenkt hat. Aufreizend trägt er sie am Rockaufschlag. Blödsinnigerweise lässt der Marquis sich von Don Bustamente zum Glücksspiel verleiten, obwohl Béatrice dagegen ist. Der Ballettbesucher sollte es weder ernst noch wichtig nehmen, wenn der Marquis sein gesamtes Vermögen verspielt und die Juwelen Beatrices, welche diese bereitwillig zur Verfügung stellte, noch dazu.

Szene 29

Don Bustamente fühlt sich durch die Rose am Jackett des Marquis mächtig angezogen. Nach einigem Zögern wird um den Besitz Béatrices weitergespielt. Der Marquis verliert erneut und die Rose heftet sich nun Don Bustamente an den Rockaufschlag. Da dieser eine Maske trägt, bemerkt Béatrice die Gaunerei nicht und fährt mit dem feurigen Spanier in einer Gondel davon.

Tableau 2: BOUDOIR IM PALAZZO

Szene 30

Don Bustamente hat es eilig, sein Glück bei Béatrice zu versuchen. Im Palazzo gibt es viele leere Schlafzimmer - eines davon wird gestürmt. Béatrice ist misstrauisch geworden, und es gelingt ihrer Geschicklichkeit, ihrem Begleiter die Maske abzunehmen. Dieser erklärt ihr, dass er sie beim Spiel gewonnen habe und daher sein heißes Begehren legitimiert sei.

Szene 31

Doch der Marquis ist ihnen gefolgt, und mit gezücktem Degen rückt er seinem Freund zu Leibe.Spaß beiseite, Ernst komm her! Don Bustamente wird erstochen. Durch das Wams findet die Klinge den Weg durch die Rippen in die Bauchhöhle und kommt zum Rücken wieder heraus. Die Leiche wird in den Kanal geschubst. Béatrice läuft entsetzt davon, der Marquis nimmt Kurs in die entgegengesetzte Richtung.

Tableau 3: DORFPLATZ IN GENT

Szene 32

Das letzte Bild führt uns auf einen schönen Dorfplatz in Gent. Agnès ist es tatsächlich gelungen, sich den Bénédict zu angeln, nachdem Béatrice abtrünnig geworden ist. Die Kirche ist geschmückt, der Notar bestellt und die Dorfgemeinschaft auf die bevorstehende Hochzeit eingestimmt.

Szene 33

Julia tanzt zur Feier des Tages nach den Klängen einer Zigeunerkapelle. Béatrice hat die Alpen überquert und ist offenbar den weiten Weg von Venedig nach Gent zu Fuß gelaufen. Erschöpft lässtsie sich auf eine Bank fallen. Obwohl Julia sie freundlich zum Tanz auffordert, ist sie hierzu nicht in Stimmung.

Szene 34

Bénédict ist mit den Gedanken bei seiner Hochzeit, erkennt seine vormalige Flamme nicht wieder und hält sie zu ihrer Bekümmernis für eine Fremde. Unter dem Jubel der Bevölkerung führt er Agnès zum Altar. Er streut Geld in die Menge, worauf diese sich zur Hochzeitsprozession formiert. Ihr Vater befindet sich nicht unter den Gästen. Césarius hat unter der Schande, welche die ausgerückte Tochter ihm bereitete, vor Kummer das Zeitliche gesegnet. Darüber verliert Béatrice den Verstand, steigt die Steinstufen zum benachbarten Felsen hinauf, um sich in die Tiefe zu stürzen.

FINALE

Szene 35

Spätestens jetzt merkt der Librettist, dass es sich nach den vorangegangenen ausgelassenen Turbulenzen nicht ziemt, das Stück unglücklich enden zu lassen. Ab dem zweiten Tableau hat Béatrice alles nur geträumt. Vor ihrem Schlafzimmer wartet  Bénédict, um „La jolie fille de Gand“ pünktlich um sechs in der Frühe (!) zum Altar zu führen. Zur Vermählung setzt Agnès der Braut eine Blumenkrone aufs Haupt und Césarius fügt ihre Hände zum ewigen Bunde zusammen. Somit endet die Geschichte von Béatrice und Bénédict in Heiterkeit.

Anmerkung:

Ein Jahr nach der erfolgreichen „Giselle“ folgte „La jolie fille de Gand“ mit einem szenischen Aufwand ohnegleichen. Nachdem Pauline Leroux ausfiel, übernahm Carlotta Grisi die Partie der Béatrice und erhielt mit dem Pas de Diane chasseuse überwältigenden Applaus. 1844 wurde das Ballett in London erstmalig gegeben.

***
musirony 2008 - Engelbert Hellen

 

 

 

 


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