musirony - Richard Löwenherz
 

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Schöne Oper - gern gehört


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André-Modeste Gretry [1741-1813]

Richard Löwenherz

Richard, Coeur de Lion 


Opéra-comique in drei Akten

Libretto von Michel Sedaine in französischer Sprache

Uraufführung am 21. Oktober 1784 an der Comédie-Italienne


Darsteller:


Richard,
König von England

Blondel, sein Troubadour

Williams, Edelmann aus Wales

Laurette, seine Tochter

Marguerite Komtesse von Flandern und dem Artois

Beatrix, ihre Gesellschafterin

Urbain, ein Lakai

Florestan Gouverneur der Region

Antonio, jugendlicher Kundschafter Blondels

Colette,  ein Mädchen

Mathurin, sein Großvater
Ein Senechal

Weitere: Bauern, Domestiken, Soldaten, ein Sénéchal

Richard Löwenherz lebte von 1157-1199

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ein Bild

 


 

HANDLUNG 

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OUVERTÜRE UND INTRODUCTION :

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Das Bauernvolk ist guter Dinge. Zu Füßen der Burg von Lintz singen und feiern sie das glückliche Paar. Wissen eigentlich schon alle, dass der alte Mathurin wieder heiraten wird? Die Sache ist abgemacht. Morgen werden sie  tanzen und guten Wein trinken. Colette wettet, dass Antonio in diesem Moment weit weg ist von ihrem Dorf. Ach, welch grausame Qual, den Liebsten nicht in der Nähe zu wissen. Der alte Mathurin berichtigt, dass er sich keine neue Frau nimmt, sondern es ist immer noch die alte, mit der er seine Goldene Hochzeit feiern wird. Fünfzig Jahre ist er nun schon mit seiner Angetrauten zusammen, eine lange Zeit. Das Volk ist begeistert, und lässt ihrer Feststimmung freien Lauf.

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Erster Akt:

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ERSTE SZENE

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Antonio ist gar nicht so weit weg, wie Colette denkt. Sein Begleiter trägt eine Augenklappe, damit die Leute denken sollen, er sei fast blind. Der Schalk tut aber nur so, damit er unangefochten spionieren kann. Es ist Blondel, der König Richard Löwenherz ins Heilige Land begleitet hatte. Auf der Rückreise nach England wurde der königliche Kreuzritter von den Staufern gefangen genommen und eingesperrt. Aber wo? Blondel will es herausfinden und sich für die Befreiung seines unglücklichen Königs einsetzen. Er hat die Bekanntschaft mit Antonio gemacht, ein junger Bursche aus der Umgebung, der sich recht brauchbar anstellt.

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Weshalb ist das Volk so fröhlich? Ach das hat weiter nichts zu bedeuten, wenn sie von den Feldern heimkehren, singen sie fröhliche Lieder, weil die Sonne untergeht und sie endlich nach Hause kommen. Sieht Maître Blondel die Burg mit den hohen Mauern? Wenn man genau hinschaut, kann man im Turm sogar den Wächter mit seiner Armbrust erkennen.

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Die beiden setzen sich auf eine Bank. Nicht weit weg steht ein Haus, welches einem wohlhabenden Mann zu gehören scheint. Antonio kennt die Leute und er wird gleich losgehen und fragen, ob ein Nachtquartier für den Fremdling dort zu bekommen ist. Er soll nicht versäumen, wieder zurück zu kommen. Aber natürlich, auch morgen wird er zu seiner Verfügung stehen, schließlich hat der Herr ihn gut bezahlt.

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Antonio hat noch etwas auf dem Herzen. Großmutter und Großvater feiern morgen Goldene Hochzeit und gleichzeitig heiratet sein Bruder ein Mädchen aus der Region. Könnte der Maître mit seiner Violine nicht für eine gehobene Stimmung sorgen? Er tanzt so gern und verliebt ist Antonio in die Tochter des alten Nicolas. Er hält sie in seinen Armen und wenn er sie fest an sich drückt, ist sein Vergnügen extrem und dann flüstern sie sich Liebesworte ins Ohr. Sie ist erst fünfzehn und er ist sechzehn. Morgen wird der Maître sie kennen lernen. Antonio erzählt seinem Zuhörer immer wieder wie sehr er sein Mädchen liebt bis dieser der Unterhaltung eine Wende gibt. Hat er auch Zugang zur Burg, auf der er den Mann mit der Armbrust gesehen hat? Nein, aber wenn der Herr die Burg besichtigen möchte, wird er einen Weg finden. Sein Mädchen gleicht einem Schmetterling. Wenn sie läuft berührt sie kaum den Boden. Er fängt sie auf. Sie ist so leicht. Gut, der junge Freund soll jetzt losgehen und schauen, wo sein Zuhörer die Nacht verbringen kann.

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ZWEITE SZENE

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Blondel ist endlich ein bisschen allein, muss dem jungen Begleiter nicht zuhören und kann seine Gedanken sammeln. Die Türme sowie Mauern und Gräben entsprechen der Beschreibung. Das muss also die Festung sein, jenseits jeder Grenze inmitten von Sümpfen eines wilden Landes, bestens geeignet, um Staatsgefangen einzusperren. Man sagt, dass es niemandem erlaubt sei, sich der Burg zu nähern. Nun wir werden sehen! Ein Mann, von dem die Leute glauben, dass er blind sei, wirkt unverdächtig. Angespornt von seiner Liebe, machte Orpheus den Weg hinab in die Unterwelt. Möglicherweise ist das Fallgatter zur Burg geöffnet und man wird der Stimme der Freundschaft zugänglich sein. Es ist nun Zeit, die schönste Arie der Oper zu singen: O Richard mein König, das Universum hat dich verlassen! Bin ich der einzige Mensch auf der Erde, der an deinem Schicksal Anteil nimmt? Ich  bin gekommen, um deine Fesseln zu brechen. Alle haben dich vergessen O. Richard.... Die Liebe und Treue eines Troubadours ist beständig. Er trachtet nicht nach Belohnung.

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DRITTE SZENE

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Blondel kommt dazu, wie der arme Guillot von Master Williams verdroschen wird. Der Erzürnte wird das Bürschchen lehren, seiner Tochter ein Briefchen zu schreiben. Aber das Briefchen ist doch gar nicht von ihm, sondern vom Gouverneur. Er ist nur der Bote und an der Sache völlig unschuldig, beteuert er immer wieder. Soll Master Williams jetzt etwa lernen, dass der Gouverneur hinter seiner Tochter her ist. Blondel denkt, wie schön es wäre, wenn es sich tatsächlich so verhielte. Doch Master Williams ist der Meinung, dass der Gouverneur der Tochter Respekt zu zollen habe und das Mädchen nicht geboren ist, sein Spielzeug zu sein. Guillot soll sich hier nicht mehr blicken lassen. Blondel mischt sich ein und bittet den Jähzornigen, den offensichtlich Unschuldigen laufen zu lassen. Von Laurette will der Vater wissen, ob sie dem Versucher Beachtung geschenkt hat. Wenn es sich so verhält, wird sie fühlen, dass in seinem Arm noch Stärke ist. Laurette betont, sie sieht weder einen Gouverneur noch einen Verführer. Aber würde der Vater sich nicht glücklich sein, wenn der Gouverneur der Tochter Wohlwollen schenken würde. Nicht auf diesem Wege. Niemals soll sie den Verführer wieder ansprechen. Erneut erinnert er Laurette an die Kraft, die in seinem Arm ruht. Laurette hat es doch nur rhetorisch gemeint. Er soll die Tochter nicht schlagen, Blondel gelingt es, den Zorn des Alten einzudämmen und der Friede des Himmels kehrt zurück.

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VIERTE UND FÜNFTE SZENE

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Williams schickt Laurette ins Haus. Sie hat gesagt, dass sie den Briefschreiber nicht gesehen hat, mit ihm nicht spricht und er ihr auch nicht schreibt. Doch was ist mit dem Briefchen, welches Williams abgefangen hat. Zu gern möchte er wissen, was drin steht. Es ist in einer Weise geschrieben, dass niemand ausmachen kann, was der Text besagt. Er ist nicht aus dieser Gegend und kann die Worte nicht lesen. Blondel kann den Brief auch nicht lesen, weil er blind ist. Die grauenhaften Sarazenen haben  ihm mit einem glühenden Stahl die Netzhaut geritzt. Antonio soll vorlesen, aber klar und deutlich!

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Lesen, er soll lesen, der junge Freund! Williams ist begierig, den Inhalt zu erfahren. Er beginnt mit der Anrede: Liebliche Laurette. Bei Williams klettert der Blutdruck in die Höhe. So beginnen sie es, den jungen Mädchen die Köpfe zu verdrehen. Antonio setzt neu an: „Liebliche Laurette, mein Herz kann ich nicht länger zurückhalten und Seligkeit ergreift mich, Dein Versprechen zu erhalten, mich für immer zu lieben.“ Die Unwürdige, sie liebt ihn tatsächlich, unterbricht Williams, aber Blondel fordert Antonio auf, den Faden wieder aufzunehmen. „Wenn der Gefangene, den ich nicht verlassen möchte, mich freigibt, würde ich selbst kommen und mich zu Deinen Füßen werfen. Sende mir jemanden, der mir sagt, zu welcher Zeit wir uns treffen könnten. Dein Lover und treuer Ritter Florestan.“ Williams ist dafür, dass Gott den Gouverneur verdammen möge.

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Blondel versucht, begütigend auf ihn einzuwirken und lenkt ab: Wie kommt es, dass ein Engländer seine schöne Heimat verlässt und sich in einem solch wilden und desolaten Land wie Deutschland niederlässt. Man habe ihm erzählt, dass es sich so verhalte. Wir sind nicht Herren unseres Schicksals. Oftmals bedarf es nur eines kleinen Auslösers, um weit fort zu gehen. Er hat recht, Blondel kommt von der Isle de France und befindet sich auch außerhalb seiner Heimat. Wie glücklich wäre er, wenn er seine Augen gebrauchen und ihn sehen könnte. Williams ist Waliser und kam mit König Richard von dem Kreuzzug aus Palästina zurück. Zu Hause angekommen stellte er fest, dass sein Vater gestorben war. Gewiss war er sehr alt! Nein er war nicht sehr alt. Ermordet wurde er von einem Edelmann aus der Nachbarschaft, weil er ein Kaninchen getötet hatte. In seinem Zorn rannte er zu des Nachbarn Haus und übte tödliche Rache. Zwei Menschen sind also gestorben wegen eines Kaninchens! Das ist wahr. Williams ließ Hab und Gut zurück und floh mit der zwischenzeitlich verstorbenen Frau und der Tochter. Haus und Heimat hat das Gesetz verschlungen und nun ist er hier, wo er nichts zu fürchten hat. Blondel entschuldigt sich für seine vielen Fragen, doch Williams bekennt, dass er gern darüber diskutiert. Wie gut kennt er König Richard, den großen Mann. Nun er hat unter ihm gedient. Doch jetzt will er auf einmal nicht mehr weiterreden. Er entschuldigt sich, dass er noch Vorbereitungen zu treffen hat, weil er Besuch erwartet. Laurette kommt und setzt sich neben ihn. Antonio zieht sich in den Hintergrund zurück und isst ein Stück Brot, welches er aus seiner Tasche holt.

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SECHSTE SZENE

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Laurette ist wissbegierig. Der gute Mann soll ihr erzählen, was der Vater zu ihm gesagt habe. Ah’ das ist also die liebliche Laurette. Der Vater war sehr ungehalten. Von großer Liebe war im Brief die Rede und unterschrieben war das Papier von Florestan. War der Brief an den Vater adressiert? Blondel weiß es nicht. Antonio hat ihn vorgelesen. Er selbst ist leider blind. Aber das Mädchen soll sagen, wer der seltsame Gefangene auf der Burg sei, um den der Gouverneur so viel Aufhebens macht. Niemand weiß, wer er ist! Aber wenn der Gefangene, den er zu bewachen hat, ihn nicht aufhalten würde, käme er, um sich ihr vor die Füße zu werfen. Ein Stelldichein zur Nachtzeit sehnt er herbei. Der arme Florestan! Nicht länger kann Laurette an sich halten und bekennt. Sie lausche wirklich allem, was er sagt.  Er erzählt, dass er sie liebe. Dann fühlt sie ihr Herz schlagen und sie weiß nicht warum. Er nimmt ihre Hand und drückt sie milde, dass sie total verblüfft ist. Sie möchte in die Nacht hinaus fliehen, kann aber nicht. Sie liebt ihn sehr?. Ja es ist so. Ihr freimütiges Bekenntnis rührt den weltgewandten Geiger. Deshalb kann er es nicht unterlassen, ihr Ratschläge zu geben, auf die sie sehr gespannt ist. Zu ihm hat sie Vertrauen. Aber wer hat ihm erzählt, dass sie schön und lieblich sei, wenn er doch blind ist. Für einen Blinden liegt die Lieblichkeit einer Frau in ihrem Charme und ihrer Stimme. Nun führt Blondel wunschgemäß aus: Sie soll sich erzählen lassen, dass all diese Kavaliere, diese hochwohlgeborenen Leute, den jungen Mädchen von geringer Geburt von der Schönheit und Noblesse ihrer Seele schwärmen, doch danach warten sie mit ihrem eigenen Stammbaum auf. Sie haben keine Skrupel zu lügen und zu schmeicheln, obwohl sie in Wirklichkeit nur das Abenteuer suchen. Laurette wirft ein, dass sie genau so edelgeboren sei. Weiß Florestan das? Ohne Zweifel, obwohl ihr Vater nicht sehr reich ist. Wäre ihr Vater nicht durch widrige Umstände gezwungen gewesen, die Heimat zu verlassen, würde sie ohne weiteres zum Design von Florestan passen. Er ist der Gouverneur der Region und Herr der Burg. Eine Kutsche mit Eskorte kommt vorgefahren. Es ist der Besuch den Williams erwartete.

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SIEBENTE UND ACHTE SZENE

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Offenbar ist König Richard von der Welt doch nicht so verlassen, wie sein Troubadour vermutete. Himmel, was sieht er?  Ist es tatsächlich die Gräfin von Flandern. O Marguerite, das zärtliche Objekt von Richards unglücklicher Liebe! Gesegnet sei die göttliche Fügung. Sie an diesem Platz zu treffen muss ein Effekt von Gottes Willen sein. Wenn Marguerite hier ist, kann König Richard nicht weit sein. Gewiss befindet sich sein schauriges Verlies in der Burg. Er will sehen ob die Melodie, die er in glücklichen Zeiten für sie komponierte, in ihrer Seele Spuren hinterlassen hat. Er spielt das Lied auf seiner Violine und schon nach den ersten Takten bewegt sich die Comtesse auf ihn zu. Von dem lieben Musiker will sie wissen, wer ihn das Lied, welches er so schön auf seiner Geige spielt, gelehrt hat. Er lernte es von einem tapferen Ritter, der aus dem Heiligen Land kam und gehört hat, wie König Richard es sang. Er spricht die Wahrheit. Der Kontakt ist geknüpft und die Gräfin erlaubt dem Geiger sich ihrem Gefolge anzuschließen und die Nacht im Hause zu verbringen. So oft sie es wünscht, wird er auf seinem Instrument für sie spielen.

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Das Gepäck aus den Kutschen ist bald versorgt, der große Tisch des Hauses wird in den Hof gestellt und gedeckt. Blondel spielt das Lied noch einige Male. Antonio sitzt an der Tafel neben ihm. Er gibt dem Jungen sein Glas und für ihn wird ein anderes geholt. Blondel wird aufgefordert, ein Lied zu singen, in welches die Gäste einfallen können. Nur zu! Sie sind eine lustige Gesellschaft. Er soll sich ein Herz fassen!

Blondel stimmt das Lied vom Sultan Saladin an. Dieser hat in seinem Garten einen Schwarm von Mädchen versammelt, alle jung und schön. Sie amüsieren sich bis zum Morgen. Das ist fein und schadet überhaupt nicht. Nur Gregoire ist anderer Meinung. Er zieht es vor, zu trinken. Alle wiederholen die letzten beiden Zeilen: Moi, je pense comme Gregoire. J’aime mieux boire, j’aime mieux boire.

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Die nächste Strophe erzählt von einem Baron, der all seine Schlösser verkaufte, um Reisegeld für das Heilige Land zu haben. Auch diesmal ist Gregoire anderer Meinung. Der Gräfin gefallen die Strophen nicht so gut und sie zieht sich in ihr Gästezimmer zurück. Die nächste Strophe handelt vom mutigen König Richard. Weit weg zieht er von England ins Land der Heiden, um Eroberungen zu machen. Das ist fein, das ist fein. Aber Gregoire stimmt nicht überein und zieht es auch diesmal vor, lieber zu trinken.

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Zweiter Akt:

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ERSTE SZENE

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Tatsächlich hat König Richard in der Festung, die Florestan als Gouverneur unterstellt ist, unfreiwillig Quartier bezogen. Kein feuchtes dunkles Verlies hat ihn aufgenommen, sondern in luftiger Höhe bewohnt er ein Appartement mit Zugang zu frischer Luft. Er wird vom Gouverneur und seinen Gefolgsleuten zuvorkommend behandelt, gegen die Unterbringung für Inhaftierte ist völkerrechtlich nichts einzuwenden, eher gegen die Ursache seiner Gefangennahme. Später wird der König  davon selbst berichten. Der Tag ist angebrochen und Florestan waltet seines Amtes. Der Souverän soll von der frischen Luft profitieren und kräftig durchatmen, es ist gut für dir Gesundheit. In einer Stunde ist der Genuss vorbei, dann wird Sire wieder eingesperrt. Richard wiederholt zum hundertstenmal seinen Bestechungsversuch und erklärt seinem Bewacher, dass das Glück in seiner eigenen Hand läge. Der Gouverneur verweist auf seine Ehre und Richard beschimpft ihn als Spitzbuben und Verräter. Florestan gibt sich beleidigt, behauptet nur den Schutz des Königs im Auge zu haben, macht eine Verbeugung und verlässt die Terrasse. Jeden Morgen das gleiche Spielchen!

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ZWEITE SZENE

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Wie schrecklich - siegreich gekämpft, mit Lorbeer gekrönt in der Blütezeit seines Lebens wird Richard vom Schicksal diese unwürdige räumliche Beschränkung auferlegt. Nun singt er die Arie, die Beethoven so gut gefallen hat.: Wenn das Universum ihn vergisst und er sein Leben hier verbringen muss, nützt ihm seine Glorie gar nichts. Er zieht das Medaillonvon Marguerite aus seinem Brustpelz und bittet: Süßes Bild meiner Dame, komm, besänftige und tröste mein Herz. Nur für einen Moment soll sie seine Pein ein bisschen abstumpfen. Andernfalls soll der Tod kommen und seinem Schmerz ein Ende machen. Es gibt keine Fröhlichkeit mehr für ihn, wenn die ganze Welt ihn vergisst. Die Erinnerung an seine Herrlichkeit macht seinen Schmerz noch bitterer. Alle Hoffnung ist aus seinem Herzen weit weg geflohen. Richard sinkt nieder, lehnt seine Arme auf die Steinbrüstung und versteckt das Gesicht in seinen Händen. Tiefe Verzweiflung überkommt König Richard. Wenn er wüsste, wie nah die Rettung ist.

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DRITTE UND VIERTE SZENE

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Der Junge soll anhalten, Blondel liebt es in der frischen Luft zu atmen, die den Tagesanbruch begleitet. In welchem Teil der Burg befinden sie sich jetzt? Tatsächlich ist es den beiden gelungen, die Festung zu betreten, ohne die Aufmerksamkeit der Wachen zu erregen. Antonio warnt seinen Begleiter, er soll sich nicht auf die Mauerbrüstung setzen. Er könnte herunterfallen und in dem mit Wasser gefüllten Burggraben ertrinken. Blondel gibt dem Jungen ein paar Münzen und weist ihn an, das Frühstück einzukaufen. Da Antonio den Rest des Geldes behalten darf, denkt er über die Zweckmäßigkeit seines Auftrags nicht weiter nach. In Wirklichkeit will Blondel seine Erkundigungen allein durchführen.

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Nun ist König Richard schon ein Jahr in der Gefangenschaft der Staufer. Ohne Schlimmes befürchten zu müssen, durchquerte er ohne gültigen Reisepass das Land in der Absicht, daheim in England Familienstreitigkeiten zu regeln. Prinz John, sein ungeliebtes Brüderlein mit dem Beinamen Ohneland, streckte seine schmutzigen Fingerchen nach der Krone aus, die aber Richard gehört. Die erlauchte Mutter, Eleonore von Aquitanien, wurde mit der Situation nicht mehr fertig. Richard musste seinen Kreuzzug abbrechen und sitzt nun hier auf Burg Trifels fest. Es ist nicht so, dass Eleonore sich um die Freilassung des geliebten Sohnes nicht kümmert. Der Adel des Landes ist angehalten, eine Solidaritätsabgabe zu entrichten. Doch die Reisekutschen mit den edlen Spenden erreichen die Sammelstelle nie. Im Wipfel einer alten Eiche sitzt Robin Hood mit einer Armbrust und hindert die Karosse an der Weiterfahrt. Sein Herz schlägt für die Armen und bedauerlicherweise nicht für König Richard. Diese Gedanken stehen nicht im Libretto, gehen dem treuen Diener seines Herrn aber durch den Kopf, während er seine Violine stimmt. Sie soll so klingen, als ob der Ton von weit herkäme, aber so eindringlich sein, dass sie selbst die Tiefen eines dunklen Kerkers erreichen würde.

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Blondel ahnt nicht, dass sein Herr und König ein paar Ecken weiter – das Bühnenbild fordert die räumliche Schrumpfung – aus seiner Verzweiflung aufhorcht, als ein Troubadour mit der wohlbekannten Romanze anhebt, welche Erinnerungen aus alten Tagen an seine Liebe wachruft. Kann es möglich sein, dass jemand in dieser verlassenen Gegend diese Weise kennt. Mit wohlklingender Baritonstimme beginnt Blondel seine Serenade: Ein brennendes Fieber beherrschte ihn eines Tages und die flaue Seele fuhr aus seinem Körper und eine Dame drängte sich an sein Bett..... Hilf Himmel! Das Lied kennt Richard und die Stimme auch. Es ertönen Signale der Freude und der Überraschung.  Mit heller Tenorstimme antwortet Richard: Ein Blick von meiner Schönen und die grauenvolle Pein wird zum Glück. Blondel improvisiert: Im dunklen Turme wehklagt ein machtvoller König und sein Diener ahnt sein schlimmes Schicksal.... Blondel lauscht auf Antwort. Der König reagiert mit Aufregung und überschwänglicher Freude.  Blondel greift sein Lied auf und wiederholt den Text. Ein Blick von seiner Schönen und sein mildes Herz widersteht härtester Tortur und höchstes Glück folgt nach.... Wirklich, es ist Blondel und es würde ihn nicht wundert, wenn Marguerite nicht weit ist.

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FÜNFTE SZENE

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In der Freude des Wiedererkennens haben beide vergessen, dass sie nicht allein sind. Blondel tanzt mit seiner Violine herum, während die Soldaten ihn umringen. Ein Trommelwirbel in der Festung, veranlasst Florestan, Gefahr witternd, den König hereinzuordern und die Tür hörbar zu verschließen.

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Kennt Blondel den Mann? Wie kommt es, dass er auf sein Lied reagiert hat? Er soll schnell antworten! So leicht kommt er nicht davon. Die Auskunft, dass viele Leute sich von seinen Volksweisen amüsiert fühlen, wird ihm nicht abgekauft und Gefängnis in Aussicht gestellt, in dem er gern weitersingen kann. Die Herren Soldaten sollen doch Mitleid mit seinem Unglück haben. Die furchtbaren Sarazenen entzogen seinen Augen den Anblick des Himmels. Je mehr um so besser. Wenn es sich herausstellt, dass seine Augen in Ordnung sind, wird er für seine Lügen bestraft. Jetzt will Blondel mit der Gouverneur über Geschäfte sprechen, die der Edle sofort wissen muss. Nach einigem Zögern wird seine Bitte bewilligt, aber er soll sich in acht nehmen. Wenn er lügt oder betrügt, folgt die Strafe unverzüglich.

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SECHSTE SZENE

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Ein blinder Mann ist schon halb tot. Wie sollte er es wagen, zu lügen. Seine Botschaft ist ebenso wichtig wie geheim. Deshalb darf sie nur der Gouverneur hören. Der begleitende Offizier verlässt entgegenkommend den Raum und Blondel ist mit Florestan allein. ’Die liebliche Laurette...’ beginnt der merkwürdige Besucher. Er soll leiser sprechen! Nun, die liebliche Laurette habe ihm den Brief vorgelesen, den er ihr geschrieben hat. In dem Brief stand, dass er ihr zu Füßen fallen und ihm an einem Treffen in der Nacht gelegen ist. Das Mädchen lässt nun durch ihn antworten, dass er kommen mag, wenn immer es wünscht. Was meint der Besucher, was die beste Zeit sein soll? Nun gerät Blondel ins Plaudern. Der Vater ist mit Vorbereitungen sehr  beschäftigt, denn eine hohe und sehr mächtige Dame ist heute angekommen, die glückliche Neuigkeiten mitgebracht hat und das will man kräftig feiern. Die  Nacht wird mit Tanzen, Trinken, Essen und Frohlocken verbracht. Wenn er unter einem Vorwand auch zum Fest erscheint, wird die liebliche Laurette, wenn die anderen Schwelgen, gewiss eine Möglichkeit finden, unbemerkt und unbeobachtet ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Florestan ist immer noch misstrauisch, nur um ihn zu treffen und ihm das zu sagen, hat er einen solchen Unfug mit seiner Violine veranstaltet? Er soll die liebliche Laurette informieren, dass er kommen wird. Eine gute Idee von ihr, einen Blinden herzuschicken, die kleine Person ist wirklich entzückend. Aber von seiner Mission darf niemand erfahren und zum Schein soll er ihn tüchtig ausschimpfen, weil er mit einer Geringfügigkeit belästigt wurde und ihn dann wegschicken. Der Gouverneur folgt dem vortrefflichen Vorschlag seines Besuchers und schimpft, dass alle es hören können. Wegen solch einer unwichtigen Kleinigkeit ist er hergekommen? Er hätte besser getan seine Zunge zu hüten. Eine Unverschämtheit, mit seinem krächzenden Instrument die Garnison zu beleidigen, andernfalls kommt er sofort ins Gefängnis. Antonio kommt von seinen Einkäufen zurück und weint, weil mit seinem Maître so brutal umgegangen wird. Sie sollen doch Mitleid mit seinem Unglück haben. Doch die Herren kennen die Geschichte von den wilden Sarazenen schon. Blondel verspricht in Zukunft, sich den Gesetzen der Hausordnung zu beugen. Es sei für ihn das beste, auf weitere Besuche in der Festung zu verzichten.

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Dritter Akt:

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ERSTE SZENE UND ZWEITE SZENE

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Blondel empfindet das dringende Bedürfnis, der Comtesse von seinen Erkundungen zu berichten, muss aber feststellen, dass es nicht so leicht ist, an eine hohe Dame heranzukommen. Lieber Urbain, mein Freund Charles, es fällt auch ein Trinkgeld ab, wenn ihr die Kommunikation herstellt. Nun, Beatrix, die Gesellschafterin wird Fürsprache einlegen. Beatrix hat der Comtesse berichtet, dass der Alte mit der Violine, dem sie erlaubt hat, die Nacht im Hause zu verbringen, gar nicht blind ist und sie dringend sprechen möchte. Die Gesellschafterin wollte ihn wegschicken und hatte ihm gesagt, dass die Gräfin im Moment wegen der bevorstehenden Abreise in trauriger Stimmung sei. Er ließ es nicht gelten und versprach, die Herrin mit seiner Nachricht aufzuheitern. Nun Marguerite ist gut auf ihn zu sprechen, weil er ihre Lieblingsmelodie so schön gespielt hat. Er soll kommen, sie möchte das Lied, bevor sie abreist, noch einmal hören. Blondel preist den Herrn, dass er der Comtesse von Flandern und dem Artois Hilfe gegen ihren tiefsitzenden Kummer anbieten kann. Kennt sie ihn nicht? Er ist Blondel, der Troubadour von König Richard. Sie ist erstaunt, dass er ihren Namen weiß. Nun muss er erzählen, wann und in welchem Teil der Welt er den König verlassen hat. Der König ist nicht weit weg von hier, nur wenige hundert Meter. Er hat ihn selbst zwar nicht sehen und sprechen können, aber seine Stimme vernommen. Die Festung, welche die Gräfin von ihrem Fenster aus sieht, beherbergt König Richard. Wie hat er es herausgefunden, er soll das Geheimnis verraten. Williams darf es auch wissen, denn er ist Engländer und auf ihre eigenen Kavaliere kann sie sich verlassen. Seine Stimme stach ihm ins Herz, berichtet Blondel ausführlich, als er mit dem Refrain des vorgespielten Liedes antwortete. Hilf Himmel, in diesen Mauern schmachtet König Richard in Ketten. Marguerites Herz schmerzt, der Wechsel von unterdrücktem Leid zur Freude kam allzu plötzlich.

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DRITTE SZENE

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Nun ist Blondel aufgefordert, sich etwas zu überlegen, wie man den König freisetzen kann. Hat er längst getan! Marguerite kann nicht mehr klar denken, stellt ihm aber alle Macht zur Verfügung, damit er für  ihre Seligkeit handeln kann. In der Tat war es der Kummer von Richards Abwesenheit, welcher Marguerite bedrückte, sagt der Sénéchal. Der zögernde Williams muss erst angeschoben werden, bietet dann aber volle Unterstützung an. Die Franzosen ziehen über den Gouverneur Erkundigungen ein, wollen wissen, ob Geld Macht über den Burgwächter hat und in welchen Punkten er sensibel ist. Williams bezeichnet ihn als redlich, ist aber nicht allzu sehr davon angetan, dass seine Tochter in das Spiel verwickelt werden soll. Für Zimperlichkeiten ist keine Zeit. Der Gouverneur kommt heute Nacht zum Ball, um die liebliche Laurette zu sehen. Er wird von den Offizieren der Gräfin eingekreist und aufgefordert, König Richard freizugeben. Wahrscheinlich wird er sich weigern und dann muss mit Waffengewalt vorgegangen werden. Die Feste ist ohne seinen Kommandeur leicht zu stürmen. Dreißig Mann reichen, auch wenn Williams Zweifel hegt. Die Männer, sind hochmotiviert. Niemand unter ihnen wäre nicht bereit, sein Leben für den König zu riskieren. Der strategische Vorteil liegt in der Überrumpelung.

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VIERTE SZENE

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Alles hübsch der Reihe nach! Williams trifft Anordnung für die Party: Dieser Tisch muss verschwinden, jene Möbel müssen verrückt werden, damit Platz zum Tanzen ist. Laurette soll mehr Lichter bringen. Das Tischkärtchen für den Gouverneur bekommt seinen Platz. Laura ist glücklich, ihren Florestan nahe zu wissen und hofft, dass alles ohne Blutvergießen abgeht. O Seligkeit, immer wird sie ihm treu sein. Der Partner hält sich an die Regel, will Blondel wissen. Sie amüsiert sich über den lieben Kumpel, der nicht länger blind sein will.

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FÜNFTE SZENE

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Ländliche Tänze passen zu den Liedtexten:

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Zick und zick und zick und zock;

Frick und frick und frick und frock.

Wenn die Ochsen gehen zu zweit,

das Flügen wird zur Kleinigkeit. .....

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Ist die Schäferin ganz allein

Und ohne ihren Schäfer

Ermüdend scheint die Welt zu sein,

doch Sylvandre ist klein Schläfer. ......

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Man gibt sich der Stimmung hin. Das Volk findet Gefallen am Tanzen. Unbemerkt kommt Florestan zur späten und Stunde und macht artig eine Verbeugung vor dem Gastgeber, um sich dann direkt zu Laurette zu begeben. Plötzlich während des Tanzes ist unkontrollierter Trommelwirbel zu hören. Der Gouverneur will draußen nachschauen, doch plötzlich wird er von den Offizieren Marguerites umringt, die Schwerter in den Händen halten. Williams fordert ihn auf, seinen König Richard, der widerrechtlich festgehalten werde, unverzüglich freizugeben. Nie wird Williams das Schicksals des Königs in Händen halten. Der Gouverneur soll sich erinnern, dass über sein Schicksal im Moment Williams bestimmt.

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SECHSTE SZENE

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An der wilden Musik ist nun zu erkennen, dass draußen eine Schlacht tobt. Gesungen wird nicht, aber anhand einiger Notizen hält der Librettist den Ablauf der Befreiung fest. Es hängt nun von der Gestaltung der Opernbühne und der Fantasie des Regisseurs ab, ob er dem Publikum zum Ohrenschmaus auch Augenweide bieten will.

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Von Blondel und Williams angefeuert, schickt man sich an, das Burgtor zu stürmen. Der Andrang ist von Erfolg gekrönt und schon bald erscheint der Wimpel von Flandern und dem Artois auf der Turmspitze. Blondel hat sich an die Spitze gesetzt und vereint stürmt man auf das Verlies König Richards zu. Einem Wächter hat der Königstreue das Schwert abgenommen, um Richard damit auszurüsten. Es gibt einen Verwundeten, aber schon bald hat der Waffenlärm sich gelegt. Blondel kniet vor seinem König, der ihn umarmt und küsst. Schließlich kommt auch Marguerite an die Reihe, die mit ihrem Hofstaat herbeigeeilt ist.

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LETZTE SZENE

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‚O meine liebe Comtesse, O süßes Objekt all meiner Zärtlichkeit’, empfängt Richard die heiß Ersehnte. ‚O Richard, mein König, o Gott, welch ein Wunder’ quittiert Marguerite. ’O glücklicher Moment, welch schöner Tag....’ ergießt sich Blondel. Man freut sich, man bedankt sich, man wiederholt sich. Richard ist freigesetzt durch die Liebe. Möge das Glück immer bei ihm bleiben. Der Königs ist es in Person, an diesem Platz! Aber auch der arme Florestan verdient es nicht, schamlos hereingelegt zu werden. Trotz allem, was er dem lieben Richard geboten hat,  hält die Comtesse für brave Pflichterfüllung eine Belohnung für ihn bereit. Sie nimmt die liebliche Laurette bei der Hand, um beide glücklich zu vereinen. Unter allgemeinem Jubel fällt der Vorhang.

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musirony August 2007 -  Engelbert Hellen

 


 

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