musirony - Le Roi d'Ys
 

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Schöne Oper - gern gehört




Edouard Lalo [1823-1892]

Le Roy d'Ys

Der König von Ys


Oper in drei Akten und fünf Bildern

französisch gesungen

Libretto von Edouard Blau

Uraufführung am 7. Mai 1988 an der Opéra-comique

Charaktere:

Der König von Ys
Margared, die Thronfolgerin
Rozenn, ihre Schwester
Mylio, ein Ritter
Karnac, ein Eroberer
Jahel, ein Priester
Saint-Corentin, ein Heiliger

Das Geschehen spielt in frühchristlicher Zeit in der Bretagne




INHALTSANGABE

 

Erster Akt:

Die Stadt Ys in der Bretagne ist von einem dunkelhäutigen Heerführer - möglicherweise von der afrikanischen Küste – erfolgreich bekriegt worden. Nun muss er besänftigt werden. Was liegt näher, als dem Eroberer die Tochter des Königs als Gemahlin anzubieten, um eine emotionale Basis zu schaffen, damit das Land zukünftig in Frieden leben kann. Die dem Wohl der Allgemeinheit Geopferte ist nicht ganz einverstanden, weil das Herz bereits an einen anderen vergeben wurde. Der Hohepriester hat das Volk auf Jubel eingestimmt und der König von Ys hat das Machtwort gesprochen. Margared hat ihr Gesicht in kummervolle Falten gelegt und die Schwester fragt teilnahmsvoll, weshalb die Braut nicht glücklich sei. Der vom Vater auserwählte Partner ist ein exotischer Held, sieht dazu noch gut aus und zudem sei heute Weihnachten. Aus der Unglücklichen bricht es heraus: Von Kindesbeinen an liebt sie Mylio, der aber leider zur Zeit nicht greifbar ist, weil ein Schiff ihn aus der Stadt davongetragen hat. Er könnte wiederkommen und dann sieht er - o Schreck - dass sie einen anderen geheiratet hat. Das Zepter und die Krone, welche ihr als Thronfolgerin heute auf den Kopf gesetzt werden soll, möchte die Unzufriedene am liebsten wegschmeißen, aber sie will den Vater nicht erzürnen.

Der Brautzug formatiert sich und lässt Rozenn mit ihren Gedanken allein zurück. In der Stadt herrscht Mangel an attraktiven Männern, so dass auch sie sich in den Gefährten ihrer Kindheit verliebt hat und in Gedanken nun sein Bild heraufbeschört. Sie wartet, dass er von seiner Erkundungsfahrt zurückkommen wird und schon steht er hinter ihr. Zum Liebesduett reicht die Zeit nicht, weil die Hochzeitsfeierlichkeiten der Schwester bereits begonnen haben. Die einfältige Rozenn hat nichts besseres zu tun, als in aller Hast vor der Hochzeit ihrer Schwester noch zuzuwispern, dass Mylio wieder im Lande sei. Margared – wegen ihrer vornehmen Abstammung schreibt sie den Endkonsonanten ihres Vornamens nicht wie allgemein üblich mit einem „t“, sondern sie hat ein „d“ ausgewählt -  hat nun überhaupt keine Lust mehr, sich für den Frieden des Landes zu opfern. Sie lehnt es ab, mit dem dunkelhäutigen Prinzen die Ehe einzugehen und verweigert den Hochzeitskuss. Der Opernchor missbilligt diese Ungezogenheit nachdrücklich und der verschmähte Karnac, zuerst hofiert und dann missachtet, bebt verständlicherweise vor Zorn. Er liebt es nicht, vorgeführt zu werden und Allüren kann er absolut nicht ausstehen. Zur seiner Hochzeitsgarderobe gehören auch ein paar Handschuhe. Einen davon zieht er aus und wirft ihn dem König vor die Füße, ein Zeichen tödlicher Herausforderung. Mylio beeilt sich, das Textil aufzuheben und weist sich damit als Streiter für den König aus. Das Volk jubelt, obwohl der vom König mühsam gekittete Frieden, nun erst einmal wieder zum Teufel ist. Die Kampfgenossen Karnacs bedeuten Mylo, dass er zittern soll. 

Zweiter Akt:

Die Gefühle Margareds haben sich erneut heftig entflammt und sie begehrt das Objekt Ihrer Leidenschaft mehr denn je. Doch was ist, wenn der heiß Begehrte sich für die jüngere Rozenn entscheidet? Sollte dieser Verdacht sich bestätigen, wird ihr Hass keine Grenzen kennen. Das Liebesduett der beiden hat sie belauscht, und sie hat auch mitbekommen, dass der König dem Neuankömmling die Schwester zur Frau verspricht, wenn er den Zweikampf gegen den schwarzen Eindringling gewinnt. Der Opernbesucher glaubt allerdings, dass er die Trophäe auch dann bekommen wird, wenn er verliert. 

Die erboste Margared knöpft sich die ahnungslose Schwester vor und bringt ihre Galle zum Überlaufen. Den beiden Verliebten, wünscht die Megäre Tod und Teufel auf den Hals. Die zartbesaitete Rozenn ist dem Gefühlsausbruch des stimmgewaltigen Mezzos mit ihrem leisen Stimmchen kaum gewachsen und steht vor einem Nervenzusammenbruch. 

Szenenwechsel: 


Mylo hat das Duell erwartungsgemäß gewonnen. Der Schutzpatron von Ys, der heilige Corentin hat ihm geholfen. Seine Kapelle steht ganz in der Nähe, Mylo hat vor dem Duell dort gebetet und Gehör erlangt. Der Chor fordert, dass dem Heiligen die Ehre zuteil werden soll, die ihm gebührt. 

Karnac ist am Boden zerstört. Alle guten Geister haben ihn verlassen und die bösen haben ihm nicht geholfen. In seiner Betrübnis naht sich ihm die Braut, die vorher nichts mehr von ihm wissen wollte. Auch sie ist verdrießlich, weil der umschwärmte Mylo die schöne Schwester bekommt.

Beide gründen eine Zweckgemeinschaft, um ihren Hassgefühlen Genugtuung zu verschaffen. Margared hat einen fertigen Plan im Kopf. Die Stadt liegt unter dem Meeresspiegel und ist von einem Deich umgeben. Wenn man die Floodgates einfach aufmacht, wird der königliche Bungalow unter Wasser gesetzt und Mann und Maus müssen ertrinken. Eine geniale Idee, Karnac frohlockt und man schreitet sofort zur Tat. Der Weg führt an der Kapelle des heiligen Corentin vorbei und die Stätte des Gebetes lädt zu einer kurzen Andacht ein. Wenn er ihre Ränke durchkreuzen will, höhnen die beiden, soll er sich beeilen und ein Wunder vollbringen. Der Säulenheilige lässt sich nicht provozieren und erwacht plötzlich zum Leben. Einen Kinderchor als Medium benutzend, ermahnt er die Verstörten, von dem geplanten Unfug abzulassen. Ein Donnerwetter in der freien Natur bekräftigt glaubwürdig seine Botschaft. 

Dritter Akt:


Die Hochzeit zwischen Mylio und Rozenn ist beschlossene Sache. Die Brautleute haben gewechselt, aber die Hochzeitsgäste sind noch die gleichen. Man hat ein wenig Schabernack getrieben und Mylo befleißigt sich, seiner zukünftigen Gemahlin ein Ständchen zu bringen. Margared sieht das Glück der beiden, kann ihre Gefühle nicht mehr sortieren und will von ihrem Racheplan Abstand nehmen. Karnac verhöhnt sie und versteht es, den Hass zu schüren und sie erneut für den gemeinsamen Racheplan einzunehmen. Gehässig imitiert er, wie  Mylo und Rozenn sich abschmatzten, was der Abgelehnten einen Stich ins Herz gibt.

Margared führt Karnac zu den Schleusen und erklärt ihm den Mechanismus. Der König trauert um die in ihren Gefühlen fehlgeleitete Tochter und die Familie nimmt sich ihrer liebevoll an, als die Verstörte plötzlich zurückkommt. Mit einem freudigen Aufschrei wird sie von den Ihren begrüßt und in die Arme genommen. Die Familie weiß nämlich noch gar nicht, was die Törichte in ihren verletzten Gefühlen angestellt hat. Mylo kommt aufgeregt hinzu und eröffnet, dass er zu spät gekommen sei, eine Schandtat zu verhindern. Die Schleusen wurden von unbefugter Hand geöffnet, weil man vergessen habe, dort ein Verbotsschild anzubringen. Den Übeltäter habe er jedoch auf der Stelle unschädlich gemacht. Panik bricht aus und man flüchtet in Erwartung des Rettungshubschraubers auf das Dach und in die Baumkronen. Das arme Vieh! Die Schafe, wie werden sie blöken?

Szenenwechsel: 


Das Wasser steigt unaufhaltsam. Die Menge betet. Der heilige Corentin soll sich etwas einfallen lassen, zu irgendwas muss er schließlich nutze sein, wenn er schon ein Heiligtum für sich allein beansprucht. Eine alte Opernweisheit besteht darin, dass Götter sich beschwichtigen lassen, wenn ihnen ein Schlachtopfer angeboten wird. Vom schlechten Gewissen geplagt kommt Margared auf die Idee, dass sie dieses Opfer sein möchte, damit die Wogen sich beruhigen und aufhören, die Stadt mit Wasser zu füllen. Sie klettert auf einen Felsen, hält eine kleine Ansprache an die Hochzeitsgäste und das königliche Küchenpersonal. In Ekstase lässt sie sich nach vorn kippen und wird vom Gischt verschlungen. 

Das Opfer hat der Himmel angenommen, denn die Fluten verebben augenblicklich. Die Statue des heiligen Corentin wird noch einmal lebendig, erscheint in einem Lichtstrahl und lässt sich feiern. Mylio hebt mit leidenschaftlicher Stimme an, sich für die außerordentliche Gnade zu bedanken und der Chor kann nicht anders - tut es auch gern - als in Jubel auszubrechen. Der Seele der armen Margared soll der Himmel gnädig sein.

 
  ***
musirony 2006 - Engelbert Hellen

 

 

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