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Schöne Oper - selten gehört


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Jules Massenet  [1842-1912]

Esclarmonde 


  Romantische Oper in vier Akten
und achtzehn Szenen, einschließlich Prolog und Epilog

Libretto von Alfred Blau und Louis de Gramont
nach dem Ritterroman 'Parthenopeus de Blois

Uraufführung an der Opera Comique am 14. Mai 1889


Personen

Phorkas, Kaiser von Byzanz

Esclarmonde, seine Tochter

Parséis, Schwester Esclarmondes

Roland, Fränkischer Ritter

Der Bischof von Blois

Enéas, Verlobter von Parséis

Cléomer (Chlodwig) König von Frankreich

Geister des Waldes, des Feuers, des Wassers und der Luft


Die Begebenheit konzentriert sich auf Byzanz, spielt aber auch in Frankreich, möglicherweise zu Beginn des siebten Jahrhunderts zur Regierungszeit des Kaisers Phokas und der Merowinger-Könige


ein Bild

 

 


HANDLUNG 

PROLOG

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Kaiser Phorkas verkündet in der Basilika von Byzanz den Edlen und Kriegern des Reiches, dass er den Mächten des Schicksals gehorchen muss und sein Leben nicht länger aufteilen kann zwischen den Belangen des Reiches und seiner Liebe zur magischen Kunst. Den Mächten der Finsternis mit ihren unabänderlichen Gesetzen muss er gehorchen. Auf die Macht und alle weltliche Eitelkeiten will er verzichten und weit fortgehen. Seinen Thron gibt er ab an seine Tochter und legt alle Macht in ihre jugendlichen Hände.

 

Welche Überraschung? Bevor der Kaiser den Palast und die Hauptstadt verlässt, möchte er seiner Tochter einen Gemahl und dem Volk einen Souverän geben. Er hat gesehen, dass Esclarmonde die Fähigkeit der Geisterbeschwörung besitzt und dieses Erbe zum Schutz ihrer Person einsetzen kann. Phorkas verfügt, dass sie bis zu ihrem zwanzigsten Geburtstag ihr Gesicht mit einem Schleier vor den gierigen Blicken der Männer zu verbergen hat. An einem bestimmten Tage werden edle Männer und mutige Ritter in Byzanz zu einem Turnier zusammenkommen. Mit der Hand Esclarmondens und großer Machtfülle wird der triumphale Sieger belohnt werden.

 

Die goldenen Türen zum Heiligtum öffnen sich, lichtüberflutet steht dort Esclarmonde im perlenbestickten Ornat einer byzantinischen Kaiserin, die Tiara auf dem erhobenen Haupte, von ihrer Schwester Parséis und vielen Hofdamen umgeben. Oh himmlische Esclarmonde! Ihr Thron glitzert mehr als der Tag. Das Schicksal hat ihr Byzanz und die Welt zu Füßen gelegt. Die Universum jubelt ihr zu und erzittert vor Liebe.

 

Parséis, gefolgt von Hofdamen und Weihrauchschwenkern, nähert sich Phorkas, welcher ihr die kaiserlichen Insignien, die Krone und das Zepter überreicht. Mit diesen Kostbarkeiten schreitet sie zu Esclarmonde, kniet vor ihr nieder und präsentiert ihr die höchsten Symbole der Macht. Phorkas nimmt die Tochter beiseite und lobt Parséis, nur sie allein verstünde seinen Platz würdig zu vertreten, sie möge doch bitte diskret auf die Jüngere aufpassen. Von seiner Jüngsten verabschiedet er sich besonders herzlich: Ich muss nun gehen, geliebte Esclarmonde,  unvergleichlicher Schatz. Immer wird er ihren strahlenden Eindruck, ihre verblüffende Schönheit, ihren göttlichen Glanz, ihr liebliches Gesicht, ihre himmlische Züge, mordgierigen Männern unbekannt, mit sich tragen. „Lass des Vaters Augen dich ein letztes Mal sehen“, fordert er sie auf. Für einen Moment lüftet Esclarmonde den mordsmäßigen Schleier, um ihn dann wieder über ihr Gesicht fallen zulassen, damit die Umstehenden von ihrer überwältigenden Schönheit nichts mitbekommen. Das Volk jubelt: Erhabene Kaiserin: Himmlische Esclarmonde: Dein Thron glitzert, das Universum erzittert in Liebe.

 

Erster Akt:

 

Roland! Roland! Wie seltsam dieser Name sie berührt. Er nimmt ihre Gedanken ein und beherrscht Ihre verwundete Seele. Einmal nur hat sie den Helden gesehen und ihr Herz ist gebunden an diese Erinnerung. Die unglückliche Esclarmonde. Ihr allein erlaubt der Himmel nicht ihn zu lieben und vor der Welt ihre Gefühle zu zeigen. O feindliches Schicksal, ist das Dein Wille? Kein Herz hat je in solch leidenschaftlicher Liebe gebrannt. Aber er, für den sie sterben würde, er weiß es nicht.

 

Parséis betritt die Terrasse und sieht die Tränen in den Augen ihrer geliebten Schwester, die nun auch ihr Souverän ist. Die Besorgte bittet sie, ihr von ihrem geheimem Kummer zu erzählen. Kann sie es nicht erraten? Ein unerbittliches Gesetz isoliert die junge Kaiserin von den Menschen, aber was noch schlimmer ist, das Schicksal verfügt, dass ein Turnier die Zukunft ihres Thrones und ihr eigenes Schicksal entscheiden soll. Aber der Vater hat sie zur Kaiserin gemacht und ihr das Zaubern beigebracht. Ihren Schmerz soll sie vergessen. Esclarmonde hat die Macht, zu tun was sie will, Es gibt Könige unter ihnen, die über viele Nationen regieren und edle Ritter, bewundert von der ganzen Welt. Selbstverständlich soll die Schwester die Liebe kennen lernen, sie darf sich etwas aussuchen.

 

Esclarmonde hat schon gewählt. Sie liebt den Grafen von Blois, den siegreichen Ritter Roland. Zu Besuch war er einst in Byzanz, aber er konnte ihr Gesicht nicht sehen, weil das unerbittliche Schicksal Sichtbehinderung verordnet hat. Der feurige Glanz seiner Augen wird für immer in ihrer Seele brennen. Roland ist es, den Esclarmonde als Sieger aus dem Tournier hervorgehen sehen möchte. Doch dieser Traum ist eitel, Roland lebt weit weg in Frankreich.

 

Aber wenn sie doch dauernd an ihn denken muss, kann sie nicht seine Schritte nach Byzanz lenken, einfach herbeihexen? Kein Herz brennt in solch leidenschaftlicher Liebe, aber Esclamonde kann den persönlichen Kontakt nicht herstellen, weil der Zauber nicht voll funktioniert, wenn auf der fränkischen Seite nicht auch ein Feuer brennt. Arme Esclarmonde! Der Gute weiß gar nichts von ihrer Liebe. Sie ist sterbensmüde.

 

Es kommt jemand. Schwesterchen, zieh die Gardine zu, damit der Besucher das Gesicht nicht sieht! „Salut edle Kaiserin, Salut geliebte Meisterin“. Äneas ist es, der Verlobte von Parséis. „Hereinspaziert guter Ritter“, die Kaiserin ist der Huldigungen müde, sie möchte etwas über ferne Länder erfahren. Es ist ein Jahr her, dass Äneas in Helm und Rüstung gegen die Franken kämpfte. Hat er auch Riesen niedergestreckt, und Drachen getötet? Natürlich, flunkert Äneas und berichtet von seinen zahlreichen Kämpfen. In über tausend Abenteuern, gab es nur einen, der ihn besiegte. Kennt er den Namen dieses Ritters? „Roland“. Oh, Roland. Esclarmonde ist einer Ohnmacht nahe. Der fränkische Ritter hat Äneas besiegt, ihm seine Hand gereicht, und ihn als seinen Bruder bezeichnet. Beide haben sich ewige Freundschaft geschworen und König Cleomer hat Roland vor seinen Thron gerufen und ihm die Tochter angeboten, damit er sie in die süße Sklaverei der Ehe führen möge. Oh’ Himmel, was hört Esclarmonde, Roland geht ihr verloren. Das Entsetzen ist perfekt. Eile tut not! Noch in dieser Nacht wird er ihr gehören. Das Experiment gelingt. Mit Zauberkraft schafft sie ihn auf eine einsame Insel, dort werden sie sich vereinigen. Es ist ihr Wunsch und Wille. Sie wird verschleiert sein, damit er nicht fähig ist, sie zu erkennen. Streicheln und küssen will sie ihn, seine Sinne und sein Herz betören. Die Verzückte steigt auf einen Schemel und ruft die Göttinnen Tanith und Astarte, damit sie ihr deren Ebenbild und süße Pracht zur Verfügung stellen.

 

Die Geister der Luft, des Wassers, des Waldes und des Feuers eilen herbei, um die Wünsche der Magierin zu erfüllen. „Vor meinen Augen soll er erscheinen“ befiehlt sie, der Eine, für den ihre Seele in Leidenschaft entbrannt ist. Roland, Count von Blois, erscheine! Geister der Luft, des Wassers, des Waldes und des Feuers, gehorchet mir. Roland erscheint auf dem Monitor. Oh Wunder,  Parséis sieht ihn auch. Er weilt in den Ardennen, ist auf der Jagd mit König Cleomer. Gerade hat er einen wilden Eber erlegt. Jagdhörner erschallen. Die beiden Damen kommentieren das Geschehen. Esclarmonde lenkt seine Schritte an das Ufer des Meeres. Dort hat sie ein Boot bereitgestellt, welches Roland besteigt. Mit Zauberkraft – die Geister des Wassers ziehen und die Geister des Windes schieben – lenkt sie das Boot an die Gestade einer fernen Insel. Entzückt über das gelungene Experiment holt die Erfreute ihren Zauberwagen aus der Garage, spannt den Pegasus vor und begleitet von den Glückwünschen Ihrer Schwester fährt sie dem Geliebten entgegen.

 

Zweiter Akt:

 

Feiner Sandstrand im Vordergrund, wilde Felsen im Hintergrund! Mondlicht! Ein Geisterballett entspannt sich bei Spiel und Tanz. Roland erwacht. Wo ist er? In welche verschlagene Ecke auf dieser Erde hat das Boot ihn gebracht? Welche unsichtbare Hand hat es gelenkt? „Willkommen Roland auf dieser schönen Insel“ wird er von den Geistern begrüßt. Überall sieht er liebliche Gesichter. Der Wind streichelt sein Gesicht und er schlummert erst einmal wieder ein.

 

Esclarmonde rollt mit ihrem Zauberwagen geräuschlos über die Landepiste. Pegasus bindet sie an eine Palme und füttert ihn mit ein paar Datteln. Bei den Geistern bedankt sich die Vornehme für deren freundlichen Einsatz und nähert sich verzückt dem geliebten Wesen, welches von ihr wachgeküsst wird. Roland tut sich schwer, seinen vermeintlichen Traum als Realität zu identifizieren und bittet von der Dame, die er für ein mystisches Wesen hält, um Aufklärung. „Wer bist du?“ will er wissen. „Eine Frau, die dich liebt und dir ganz gehören möchte“. Sie malt ihm die Vorteile dieser Beziehung aus, stellt aber die Bedingung, dass er ihr Gesicht nicht sehen darf und Befragungen nach ihrem Namen auf jeden Fall unterlassen soll. Sollte ihm das nicht passen, spanne sie an und verschwinde in den Wolken. Schön und begehrenswert ist die geheimnisvolle Unbekannte; Roland ist es sofort aufgefallen. Er bittet sie zu bleiben und beide genießen das Glück der Stunde. Er ahnt nicht, dass die Kaiserin von Byzanz an seiner Seite ruht.

 

Hallo, süße Kleine, die Nacht der Liebe ist vorbei! In seinen Armen hat sie ihr Vergnügen bekommen und jetzt will er wissen, wie sie heißt. „Das Glück“ oder „Die Bewunderung“ nennt sie sich. Der Ritter lässt sich nicht abspeisen, obwohl er gelobt hat, diese Frage nicht zu stellen. Roland schmeichelt und will es auch niemandem weitersagen. Esclarmonde macht ihm klar, dass er jetzt andere Sorgen hat, als ihren Namen in Erfahrung zu bringen. Das Vaterland ist in Gefahr. Der Himmel steht in Flammen. König Cleomer braucht seine Hilfe, denn der Saraszenenfürst Sarwégur hat seine Heimatstadt Blois belagert. Jetzt wird gekämpft und seine Resultate können ihrer gemeinsamen Liebe nur zuträglich sein. Jungfrauen mit reinem Herzen bringen ein Schwert herbei, welches mit magischen Kräften ausgestattet ist. Dieses Schwert soll ihn beschützen, es wird niemals entzwei gehen, so lange der Ritter charakterlich sauber bleibt und geleistete Schwüre einhält. Die Waffe kommt vom Himmel und hat einmal dem heiligen Georg gehört. Treu bleiben soll er, die Frage nach ihrem Namen unterlassen und ihren Schleier nicht verrutschen. Zu jeder Nachtzeit an jedem Ort der Welt, kann ihr Zauberwagen vorfahren. Das kann heiter werden. 

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Dritter Akt:

 

Oh’ Blois, unglückliche Stadt! Muss sie die Herrschaft eines verhassten Eroberers dulden? Der betagte König Cleomer versteckt sich unter der verängstigten Bevölkerung. Tränen der Betrübnis tröpfeln über seine runzeligen Wangen. Sarwégur, der Tyrann schickt seinen Botschafter und verlangt die Übergabe der Stadt und hundert Jungfrauen dazu. Die Bevölkerung fleht zum Himmel und die Chorknaben stimmen das Kyrie eleison an. Wo ist Roland? Plötzlich ist der Gesuchte unter ihnen, die Menge jubelt und der strahlende Ritter gibt dem sarazenischen Gesandten hochtrabende Antworten. Roland zieht mit den jungen Kriegern in die Schlacht, unterstützt von den liturgischen Gesängen aus der Kirche und den Fürbitten des Bischofs. Er gewinnt den Kampf. Null Problem, denn er hat sein Zauberschwert dabei, das Geschenk von Escarmonde. Damit räumt er auf. Die Leichen der Feinde türmen sich und bedecken das Gelände. Hoch lebe Roland!

 

Der König ist gerührt. Das kostbarste was er besitzt, will er dem Helden zum Geschenk machen. Bathilde komm her, siehe deinen zukünftigen Gatten! Zutiefst erschrocken möchte Roland das kostbare Geschenk nicht annehmen und rätselt nach einem Ausweg. Der Bischof entrüstet sich maßlos und möchte die mysteriösen Gründe wissen, die den Erkorenen zur Ablehnung einer solch kostbaren Gabe bewegen. Er bedrängt ihn so lange, bis Roland sein Geheimnis preisgibt. Er sei bereits der Gatte einer anderen, auf einer einsamen Insel habe er sie kennen gelernt, aber ihr Gesicht habe er noch nie gesehen und wisse auch nicht wer sie sei. Aber der Bischof weiß es, Roland wurde behext und die Geliebte ist ein Dämon. Wie schrecklich! Himmel hilf! Die Geliebte nähert sich. Aus der Ferne hört man ihre Koloraturen. Roland ist besorgt, denn er hat seinen Schwur gebrochen. Man umarmt sich, man ist zärtlich zueinander. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und der Bischof stürmt das Schlafzimmer. Er fegt Esclarmonde die Gardinen aus dem Gesicht und Roland sieht zum erstemal wie schön seine Frau ist und schaut ihr tief in die Augen. Diese Lippen, diese Figur!

 

Wie konnte Roland sie verraten! Sie werden sich nie wiedersehen. Die Geliebte ruft ihre Geister zur Hilfe, weil der Bischof ihr zu nahe treten will. Roland eilt zu ihrem Schutz herbei, aber das kostbare Schwert bricht entzwei. So viele Dämonen auf einem Fleck hat der Bischof noch nie gesehen und er versucht den Spuk mit den Mitteln, die sein Amt ihm zur Verfügung stellt, zu verscheuchen. Vom Bühnentechniker wird die Nebelmaschine angeworfen und  Esclarmonde  entschwindet in einer rosaroten Dunstwolke.

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Vierter Akt:

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Phorkas hat sich als Einsiedler in den Ardennen niedergelassen. Er findet am Meditieren nicht den rechten Gefallen und beobachtet am Monitor die Vorbereitungen zum Tournier im fernen Byzanz. Wer wird den Sieg erringen und als Preis die Hand der Umworbenen bekommen? So fragen sich Parséis und Äneas. Wer hat Esclarmonde zuletzt gesehen? Auf die Zauberinsel haben die Geister sie gebracht und in tiefen Schlaf versenkt. Vater hat von der Affäre mit Roland erfahren, seine Anordnungen getroffen und nun will er die ungezogene Tochter bestrafen. Unter Donner und Blitz wird die Ungehorsame herbeigeschafft. Die Zauberkraft wird ihr entzogen, obwohl sie angeblich Reue zeigt. Wotan hatte mit seiner Tochter Brünhilde ähnliche Probleme. Ein Versehen der Verwaltung, dass der fränkische Ritter eine Einladungkskarte zum Tournier bekommen hat. Eine willkommene Gelegenheit, die Geliebte wiederzusehen! Esclarmonde gibt sich kühl und macht Vorwürfe. Seinerwegen hat sie die Herrschaft über die dienstbaren Geister verloren. Diese haben die Fronten gewechselt, sich dem Mächtigeren angeschlossen und hindern die beiden nun an der geplanten Flucht. Der Kaiser erklärt die Amouren der Tochter für beendet, hüllt die Widerstrebende in eine Wolke, verschwindet mit ihr und lässt Roland im Regen stehen.

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EPILOG

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Esclarmode wird zu ihrem zwanzigsten Geburtstag geschmückt und superelegant eingekleidet. Dann geht alles sehr schnell. Der Sieger im Tournier wird herbeigeführt, damit er den Preis für seine Anstrengungen entgegennehmen kann. Der Unbekannte klappt das Visier hoch. Es ist Roland! Für die Position des künftigen Beschützers von Byzanz hat der Tapfere sich auch vor Kaiser Phorkas nun legitimiert. Gewohnheitsgemäß huldigt das Volk dem neuen Kaiserpaar.

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Anmerkung

Die Oper Esclarmonde wurde anlässlich der Pariser Weltausstellung komponiert und erreichte im Anschluss an ihre Inszenierung an der Opéra comique noch über einhundert Aufführungen. Weitere Inszenierungen gab es in Bordeaux, Lyon und Brüssel; sogar St. Petersburg griff nach dem Stoff und besorgte eine Übersetzung in russischer Sprache. Der Verleger Hartmann hatte Massenet den Stoff vorgeschlagen. Inzwischen war der Komponist durch seine Opern Manon und Werther weltberühmt geworden. Der Gefeierte hatte die amerikanische Sängerin Sibyl Sanderson kennen gelernt, sie für das Werk begeistern können und das Sujet auf ihre stimmlichen Möglichkeiten angehoben. Die Koloraturen sind extrem schwierig und die Interpretin muss in schwindelerregende Höhen aufsteigen. Danach wurde es still um das Bühnenwerk. Es kann an der Ursache liegen, dass die Wagneranklänge im Text - nicht in der Melodieführung - als Zitat und Hommage für den verehrten Meister in Bayreuth gedacht, missverstanden wurden. Wegen der außerordentlichen stimmlichen Anforderungen hat sich von den namhaften Sängerinnen vor dreißig Jahren das letzte Mal Joan Sutherland an die Partie herangewagt.

 

 

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Musirony 2006 – Engelbert Hellen  


 

CD-Empfehlung:

http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/hnum/7639175?rk=home&rsk=hitlist

 

 

 

 

 

 

 

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