musirony - Frida Kahlo
 

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Zauber des Balletts




Kurt Schwersik [geb. 1935]

Frida Kahlo


Choreographisches Tanztheater

Libretto Irmgard Wierichs


Uraufführung am 8. Februar 1992 in Bremen
Choreographie: Johann Kresnik
Ausstattung: Penelope Wehrli

Darsteller:

Frida  I
Frida  II
Frida Kahlo
Friedas Tod

Diego Rivera, mexikanischer Maler
Christina Kahlo, Fridas Schwester
Guillermo Kahlo, Fridas Vater
Matilde Kahlo, Fridas Mutter
Alejandro, Fridas Freund
Leo Trotzki, Revolutionär
Und weitere


Szenenfolge

1.      Bild:            Fridas Kindheitstraum

2.      Bild:            Diego und Frieda

3.      Bild:            Hinkebein Frida

4.      Bild:            Frida und Alejandro

5.      Bild:            Die Mutter

6.      Bild:            Der Unfall

7.      Bild:            Krankenhaustraum I

8.      Bild:            Frida und Christina

9.      Bild:            Krankenhaustraum II

10.  Bild:            Der Tod tanzt um mein Bett

11.  Bild:            Frieda und Diego

12.  Bild:            Hochzeitsfest

13.  Bild:            Wir konnten kein Kind bekommen

14.  Bild:            Ich bin jetzt Kommunistin

15.  Bild:            Frida und Diego

16.  Bild:            Amerika

17.  Bild:            Wurzeln

18.  Bild:            Diego und Christina

19.  Bild;            Die zwei Fridas

20.  Bild:            Die Freundin

21.  Bild:            Was die Zahl meiner Operationen betrifft, kann ich es mit     jedem aufnehmen       

22.  Bild:            Tanzbär Diego

23.  Bild:            Trotzki

24.  Bild:            Männer

25.  Bild:            Spiegelbilder

26.  Bild:            Amputation

27.  Bild             Ausstellung

28.  Bild:            Wozu brauche ich Füße, wenn ich fliegen kann




INHALTSANGABE

1

Ein Bär hat das auf Schienen laufende rote Bett auf die Bühne gefahren. In einer Traumvision sieht Frida sich in doppelter Ausfertigung. Frieda 1 hält einen Teddy im Arm und trägt Gipsmaske, Frida 2 balanciert auf der Bettkante, ein Teddybär hält ihre Hand. Der Vater kommt mit ihrer Schwester Christina an der Hand herein und trägt die Mutter auf den Schultern. Er legt Frida eine Beinschiene an, und versucht mit dem Teddy zu tanzen. Da sie humpelt, wirken die beiden in ihren Bemühungen grotesk. Den Vater überkommt ein epileptischer Anfall.

2.

Diego malt an einem Wandbild. Er hat eine Arbeitsbühne hereingefahren, hantiert mit einem Farbkübel und beginnt zu arbeiten. Frida steht unten und tut so, als ob sie interessiert zuschaue. Sie hebt den Rock und posiert. Fotografen, die auf dem Boden liegen, betätigen die Auslöser.

3.

Frida balanciert am Stock des Vaters. Mit Flüssigkeit gefüllte Gläser ergeben eine Glasharmonika, die von einem Ensemble zum Klingen gebracht wird.

4.

Frida amüsiert sich mit Alejandro und gießt Wasser aus den Gläsern auf ihn.

5.

Die kleinwüchsige Mutter beeilt sich, aus den Gläsern zu schlecken, und assistiert beim Wegräumen. Sie macht anschließend Fridas Bett.

6.

An Fridas Unfall mit der Straßenbahn erinnern zwei Frauen. Diese tragen ein Stahlkorsett aus dem eine Stange herausragt. Sie taumeln auf die Bühne und wälzen sich auf dem Boden. Von einer Gruppe werden sie mit der Stange hochgestemmt, dass der Eindruck entsteht, als ob sie daran aufgespießt seinen. Es entsteht Aufregung und Hektik. Die Mutter lehnt sich schutzsuchend an den Vater, der erneut einen epileptischen Anfall erleidet und auf dem Boden starr liegen bleibt.

7

Im Krankenhaus träumt Frida wie ihr eine Stange aus dem Unterleib gezogen wird. Besucher dürfen zuschauen.

8

Das Verhältnis zwischen Frida und ihrer Schwester Christina ist zwiespältig. Sie flechten sich gegenseitig liebevoll die Haare, was nicht ausschließt, dass sie sich im nächsten Moment heftig streiten.

9

Männer in weißen Kitteln mit blutverschmierten Gesichtern knien um ihr Bett herum. Frida nimmt sie in ihrer Traumvorstellung als Feinde wahr und versucht, sie zu vertreiben. Die Familie, Freunde und Unbekannte nähern sich in einer Prozession und suchen Frida ein Stahlkorsett anzuziehen. Das Bett wird zum Umkippen gebracht, ohne dass Frida es verhindern kann. Alejandro schreitet tatenlos auf und ab.

10.

In einem goldfarbenen Slip wackelt der Tod um ihr Bett herum. Mit Keulenschlägen in die Kniekehle bringt Frida ihn zu Fall.

11.

Die Umwelt vergleicht Diego und Frida mit Elefant und Taube. Diego küsst Frida, während sie in einem Buch liest.

12.

Frida hat die Vision einer Hochzeit. Die Paare umarmen sich und simulieren unter rhythmischen Zuckungen Lustgefühle. Der Bräutigam schießt mit einer Pistole in die Luft, bis das Magazin leer ist. Obwohl nicht getroffen, zeigen sich bei den Gästen blutende Wunden. Sie sind verstört. Aus der Hose von Diego zieht Frida ein rotfarbenes Kleid. Diego ärgert sich, nimmt Christina auf den Arm und verschwindet mit ihr.

13.

Fridas Sehnsucht nach einem Kind bringt den Choreographen auf abstruse Ideen. Puppen sind an ihren Füßen angeschnallt. Sie darf danach nicht greifen, weil der Tod ihr jedes Mal die Hand wegschlägt. Frida setzt sich auf Diegos Rücken und rasiert sein Gesicht. Unappetitlichkeiten und grober Unfug sind nicht mehr voneinander zu trennen.

14.

Ein roter Sack fliegt auf die Bühne. Auseinandergebreitet entsteht eine Fahne mit den Symbolen von Hammer und Sichel. Mit Sektgläsern in der Hand umkreisen die Anwesenden das Tuch. Die Eltern Fridas ergreifen die Flucht.

15.

Frida und Diego posieren als Verliebte. Sie werfen sich gegenseitig immerzu in die Arme. Anschließend geht Diego malen.

16.

Kontakte mit amerikanischen Kultfiguren wie Charlie Chaplin, Mickey Mouse, Rudolph Valentino, einer Revolverlady, einem Monster und einem Gangster ziehen die Vorstellung in die Länge.

17.

Mit einer Maske vor dem Gesicht liegt Frida im Bett. Erde wird auf sie gehäuft. Ihre Intimfreundin findet Gefallen daran, sich ebenfalls mit Erde zu bestäuben.

18.

Christina zieht sich ihr Kleid aus und legt sich in Diegos Bett. Die beiden sind sich einander zugetan und Diego wirft Christina mehrfach in die Luft.

19.

Das Gemälde ‚Die zwei Fridas’ geben Anlass, den Entwurf zu einer Ballettszene umzugestalten. Diego und Christina werden auf ihrem Bett mit Stühlen attackiert.

20.

Frida und eine Intimfreundin rauchen und umarmen sich. Beide produzieren Lebenslust.

21.

Frida muss wieder einmal operiert werden. Die Ärzte nähern sich ihr mit Schneidbrennern. Das Bett wird in Mitleidenschaft gezogen und in seine Bestandteile zerlegt.

22.

So wie viele korpulente Menschen, tanzt Diego gern. Er hat sich als Bär verkleidet und schüttet diesmal Blumen auf das Bett von Frida. Zwischendurch macht er sich an die Krankenschwestern heran.

23.

Es wird wieder einmal politisch. Diego schleppt den Revolutionär Leo Trotzky herein, welcher beginnt, Propaganda zu verteilen. Das Druckmaterial wird nicht gelesen, sondern aufgegessen. Frida macht dem Russen Avancen. Er stopft ihr Propagandamaterial in den Ausschnitt. Dann verheddert er sich in der roten Fahne mit den Emblemen der Revolution und legt sich auf den Boden.

24.

Frida trägt über ihren Bandagen einen eleganten Hosenanzug. Männer umtanzen sie. Anschließend muss erneut Rasierschaum herhalten, um Spannung zu erzeugen. Der Männer überdrüssig, tanzt Frida mit einem Stock.

25.

Frida hat sich den Frauen zugewandt. Der Tod tritt auf und hält ihr einen Spiegel vor die Nase. Das gesamte Ensemble sieht aus wie Frida. Alle tragen einen Spiegel.

26

Frida im Doppelpack. Frida 1 liegt im Hosenanzug auf dem Boden. Frida 2 im weißen Hemd und einem Bein humpelt an zwei Stöcken herein. Sie raucht eine Zigarette. Ein Sägeblatt rollt über die am Boden liegende Frida hinweg. Die Einbeinige lacht.

27

Die beinamputierte Frida wird von anderen Fridas in Buntpapier eingewickelt und geschmückt. Diego legt sie auf eine Bahre und schiebt sie über die Bühne. Begeistere Leute reißen sich von ihrem Papierkleid Fetzen heraus.

28

Wenn man fliegen kann, benötigt man keine Füße. Bevor Diego an zu malen anfängt, nimmt er sich ausreichend Zeit, Frida abzuküssen. Die im Moment Gefragte ist in ein monströses Korsett eingeschlossen, aus dem Spitzen von Lanzen herausragen. Eine Tür öffnet sich und es kommt ein Bett angefahren, aus dem Flammen schlagen. Der fallende Vorhang beendet abrupt das Ballett um Frida Kahlo.


Anmerkung:

Es macht wenig Freude, ein Werk völlig abstrusen Inhalts zu beschreiben. Choreograph und Librettist überlassen es dem Betrachter nach dem Sinn zu suchen, falls die inhaltliche Substanz eine plausible Auslegung überhaupt zulässt. So wie man einem Hund einen abgenagten Knochen vorwirft, um zu sehen, was er damit anfängt, behandeln zeitgenössische Komponisten zuweilen den der Moderne aufgeschlossenen Konsumenten. Selten irritiert, eher verärgert, verweigert er den intellektuell geführten Dialog! Provokation und Geschmacklosigkeit, billiger Effekt und ein fragwürdiges Konzept sind nicht geeignet, den Weg in die Zukunft zu weisen.

Dem Andenken der großen mexikanischen Künstlerin, deren Leben aus qualvollem Leiden bestand, wird mit einer solchen Produktion keine Ehre erwiesen. Frida Kahlo versuchte über den Weg der Malerei zu sich selbst zu finden. Zu den körperlichen Schmerzen gesellten sich im Zusammenleben mit ihrem Mann und Künstlerkollegen Diego Rivera zusätzliche psychische Spannungen. Die Faszination, welche diese Frau über ihre Person und über ihre Kunst ausstrahlt, ist einmalig und genießt weltweit Beachtung. Die große Malerin hat es gewiss nicht verdient, mit einem Werk der Darstellenden Kunst verunglimpft zu werden, welches auf den unbefangenen Musikliebhaber wie eine an Blasphemie grenzende Verhöhnung wirkt. Solchen missliebigem Zeitdokumenten der Ballettgeschichte ist zu wünschen, dass ihnen nur geringe Überlebensdauer beschieden ist.

***
musirony 2008 - Engelbert Hellen


 
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