musirony - Los Elementos
 

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Antonio de Literes [1673-1747]

Los Elementos

Die Elemente



Opera armonica al estilo italiano

spanisch gesungen

entstanden zwischen 1704 und 1705

Auftraggeber: Der herzogliche Hof von Medina de las Torres

Librettist ist möglicherweise der Herzog von Medina de las Torres selbst

oder einer seiner Höflinge

 Dauer etwa 60 Minuten
 

Charaktere:

El Ayre – die Luft (Sopran)
La Terra – die Erde (Mezzosopran)
El Agua – das Wasser (Sopran)
El Fuego – das Feuer (Mezzosopran)
La Aurora – die Morgenröte (Sopran)
El Tiempo – das Wetter (Bariton)
Ein Gesangsolist (Countertenor)




INHALTSANGABE



Die beiden Elemente Luft und Erde kommentieren euphorisch ihre eigene Existenz. Die Attribute des blauen Globus werden überschwänglich beschrieben. Der Vortrag ist ungeordnet – man kommt von Hölzchen auf Stöckchen. Folgen wir den Ergüssen des unbekannten Librettisten und suchen zu ergründen, was gemeint sein könnte.

„Dichtbelaubter ruhiger Aufenthalt, grüne keimende Hoffnung, weiche Herberge der Morgendämmerung, prächtiges Ruhebett des Tages“ beginnt die Luft ihren Lobgesang. Die Erde antwortet in gleicher Manier. „Prunkhafte und fruchtbare Unterkunft, reich an ungeschliffenen Smaragden, edler Lustgarten, dort wo ein Lufthauch freudig Tautropfen spendet!“ Das Element Erde bringt zum Ausdruck, dass es nicht überall wonnig ist, sondern nur dort, wo die klimatischen Verhältnisse günstig sind.

Beide Elemente fordern nun die Bewohner der Strände und freundlichen Gestade auf, den Tag freudig zu begrüßen. Sie sollen aufwachen, damit sie die Morgendämmerung nicht verpassen. Das frühe Tageslicht sollen sie mit lieblichen Klängen, weichen Rhythmen und süßen Kadenzen willkommen heißen. Die Blumen sollen ihren Duft entbieten und die Zweige winken, damit der Morgenwind sich nähert und die Blätter in Bewegung kommen - die Auen sollen lachen!

Der Countertenor mischt sich ein: Mit zartem Getändel und weichen Liebkosungen soll der Tag geehrt und  gepriesen werden. Wenn die ergebenen Vögel mit ihren Trillern den Ton angeben soll auch das ehrerbietige niedere Federvieh mit Krähen und Gackern einen Beitrag leisten. Die Erde bringt Blumen, das Feuer belebt, der Wind gibt sein Säuseln und das Wasser fängt an zu lachen.

Nun meldet sich das Wasser zu Wort: Zum schnellen Klang seines Atems erwachen die sanftmütigen Blumen. Es murmeln mit sanften Bewegungen die Zweige, doch die gefühllosen Stämme halten Ruhe. Alle sagen die Ankunft der Sonne voraus, die einen mit rauen Klängen, die anderen mit Gesängen. Die sanftmütige Ulme lindert mit vernehmbarer Stimme die Furcht und das Grauen. Die düsteren Schatten der finsteren Nacht sollen sich am Licht des Sonnenaufgangs entzünden, damit dessen Glut uns beschütze. Der Dialogbeitrag des Feuers ist sehr weit hergeholt, es formuliert so: „Jedoch obwohl diese flüchtige, immergrüne und scheue Pflanze der Liebling Apolls ist, muss sie sich, um alleine zu bestehen, demütig und ehrerbietig mit einer Menge von Smaragden an den Blättern einem anderen Kult unterwerfen, damit der Tribut nicht missverstanden werde, denn aller Beifall gebührt ihr.“ Solche Satzgebilde bringt der barocke Librettist nur, um sein Publikum zu verwirren.

Nun ein Gedankensprung, an dem sich alle Elemente beteiligen: Wie entflammtes Feuer soll der Diamant sein – mit wechselndem Leuchten, reich und klar. Sein feuriger Glanz soll alles, was blüht, zum Leuchten bringen.

Wasser und Feuer erklingen im Duett: „Ich bin das Wasser, ich bin das Feuer. Der salzige Gischt ermüdet die Ruder und die brennende Esse presst sich anmaßend auf die kristallenen Gläser. Obwohl es keine brennbare Materie gibt, an der ich meinen wütenden Zorn auslassen kann, bezwingen meine Vulkane die Wogen, die Meere werden zu Flammen. Man hört das Gewirr der Stimmen, gegensätzlich und doch vereint.“ Beide Elemente bekämpfen sich bis zum Untergang. Entweder, es ertrinkt das Feuer oder es verbrennt das Wasser.

An einem Gleichnis wird der geschilderte Vorgang nochmals verdeutlicht. „Die dürstenden Furien speien Flammen, wenn das Wasser seine gekräuselten Wellen ausschickt. Und das unersättliche Feuer trinkt durstig dessen Fluten, doch es erlöscht nicht.“ Größere Mengen Wasser hätte das gewünschte Resultat erbracht. Die Intensität ist auf beiden Seiten gleich – die Quantität muss es bringen.

Die Luft möchte sich nicht in den Hintergrund drängen lassen. Auch sie kann furchtbares Unheil anrichten, wenn sie ihre dunklen Gewalten mobilisiert. Wenn sie über die schattigen Ödlande streift, muss alles ihrer Anwesenheit weichen. Die schwarzen Wolken werden die Einöde mit Schatten füllen. Doch mit ihren Winden verjagt sie die Nebel, die es gab. Selbst wenn die Sonne sich von ihren Gegenden entfernt, lässt sie frische Luft an ihrer Stelle wohlwollend zurück. Freudig möge sie die schöne Wohnung einnehmen, sich ausruhen und sanften Wohllaut ertönen lassen.

Die Erde weiß so recht nicht, ob sie sich beklagen oder sich freuen soll. In ständigem Wechsel entscheidet sie sich für beides. Nein, es darf nicht sein, dass auf ihrer vielgestaltigen Oberfläche die Brände weiter lodern und ihre zerklüfteten Gebirge mit ihren Felsen die Schatten noch vergrößern. Schließlich wird ihre Wichtigkeit in Abwesenheit der Sonne von Sternen gelenkt. Nach ihrer Auffassung gab es einst einen anderen Himmel. Den vielen Blumen fehlt nun das Licht von einst. Die Farbenpracht, die sie damals boten, haben nicht mehr die gleiche Intensität. Die Wiesen besitzen nicht mehr den sanften köstlichen Duft, obwohl der sanfte Westwind sie zärtlich bewegt. Mit finsterer Miene blickt die Erde drein, denn jetzt hat der Nordwind sie heimgesucht, welcher lähmt und alles welk macht. Man sieht in den Blättern schon den Frost sitzen. Ein allgemeines Klagen über die Abwesenheit der Sonne wird von rauen Seufzern begleitet.

Nun hat Aurora ihren ersten Auftritt. Sie ruft nach der Geliebten, aber keiner weiß, wer gemeint ist. Ist es etwa das flinke Echo mit dem süßen Atem? Von der Luft geformt kehrt seine Stimme zurück. Wohlklang entsteht durch ständige Wiederholung der letzten Silbe des gesprochenen Wortes.

Das Wetter weiß nichts Gutes zu berichten und fordert die anderen auf, die Erde zu bedauern. Wenn die Sonne ihre Strahlen verdunkelt, werden die Schatten, welche die Hemisphäre verhüllen, zu unheilvollen Trauerfloren. Schließlich hilft nichts mehr, denn wenn das Licht fehlt und die Strahlen des Himmelsgestirns erloschen sind, muss alles vergehen. Durch die Wiederholung der Verse wird die Tragödie erst richtig glaubhaft gemacht. Stöhnen und Seufzen sind die einzigen Möglichkeiten, das schlimme Schicksal zu erdulden, denn wenn das Licht erst erloschen ist, kann es auch nicht mehr zur Zierde gereichen.

Ganz so trostlos ist die Situation nicht. Beschwichtigung bringt das Feuer, selbst wenn sein Angebot trügerisch ist. In dunkler Nacht öffnet sich der Ätna und schickt seine falschen unerbittlichen Flammen aus. Sie züngeln unter kriegerischem Lärm und erst einmal entzündet, sind sie nicht mehr zu löschen. Das Flammenmeer soll die Führung der Lichter übernehmen und sich mit Hilfe des strahlenden Apoll in den vier Elementen widerspiegeln. Sein stolzer Hochmut hat bei der Sonne neue Glut getrunken und mitten in die Schatten hat es gleißendes Licht ausgestreut.

Erde, Luft und Wasser vereinigen sich zu einem Terzett und machen die Feststellung, dass in erbittertem Zorn sich die so ebenbürtigen Elemente einander angreifen. Doch das Getümmel wird zum Gleichklang, denn alle kämpfen im Takt. Gefräßig ächzt das unbeugsame Feuer die gewichtige Erde und irritiert das stürmische Meer. Im Zorn vereinigen sich die Elemente mit dem Wind, damit er ihrem Unmut als Instrument diene. Doch der dreiste hochmütige Stolz der Elemente kann weder den Eigensinn des Wetters lähmen, noch seine Arroganz mäßigen.

Erneut kündigt Aurora die Vorboten der Sonne und tilgt das dunkle Gewölk massiger Schwaden. Bald ist es so weit, dass Apollo die Glut seiner Strahlen schleudert. Die Erde schaltet sich ein und orakelt, dass das Licht des werdenden Tages den Raureif auftauen wird. In zahlreichen Schattierungen wird die Pracht der Blumen offenbar, die - einem Gemälde gleich - wirken, als ob sie über einem grünen Teppich ausgestreut worden seien. Die Vögel, die in finsterer Nacht ihre edle Baukunst bewachten, machen Aurora den Hof – ein jeder mit seinem Schnabel. Sie singen Lieder der Dankbarkeit, wenn jener Tag kommt, der das Ende des Frostes bedeutet. Beschwingt lassen die Distelfinken, die bisher schwiegen, ihre kunstfertigen Liebeslieder ertönen. Luft und Atem verschmelzen zu einer Harmonie der Strophen, die sie sorgfältig probten.

Aurora richtet ihren Appell an alle Lebewesen, dass die schändliche Schlafsucht ein Ende finden und der Morgendämmerung weichen soll. Das wohlige Gähnen sei das Zeichen des beginnenden Tages.

Einen Moment soll Ruhe herrschen, damit alle der Rückkehr des Echos lauschen können. Der Atem der Harmonie bewegt die Blumen, durch die Berührung des Lichtes werden sie munter, die Glockenblumen schwingen, weil ein sanfter Wind sie anhaucht.

Die singende Luft fordert Blumen, Vögel, Quellen und Flüsse auf, ihren Liedern zu lauschen. Die Wiesen, Felder, Berge und Wälder sollen ihr heißes Kosen wahrnehmen. Die Mutter Erde hat mitbekommen, dass Apollo seinen Sonnenwagen aus der Garage gefahren hat und im Laufe des Tages den Himmel von Ost nach West durchqueren wird. Die vier Elemente schwelgen in festlichen Stimmen, sanften Harmonien und zarten Wohlgerüchen. Weitere Erkenntnisse gibt es nicht – man wiederholt sich.

Das Finale ist der schönste Teil des Musikwerkes, denn zu den Violinen, Gamben, Violoncelli und Contrabässen gesellen sich zusätzlich Gitarren und Kastagnetten. Sie bringen Schwung und Fröhlichkeit in die einschläfernde Stimmung der tosenden Elemente. Spätestens jetzt bemerkt der aufgeweckte Theaterbesucher, dass das Musikstück eigentlich der Kategorie der Barock-Zarzuela zuzuordnen wäre.

***
musirony 2008 - Engelbert Hellen
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