musirony - Vier Heilige in drei Akten
 

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Schöne Oper - selten gehört





Virgil Thomson [1896-1989]

Vier Heilige in drei Akten

Four Saints in Three Acts


 

Libretto der Oper von Gertrude Stein

komponiert 1927 und 1928 in Frankreich

Uraufführung in Hatford Atheneum, Hartfort, Connecticat

Personen:

St. Teresa I
St. Teresa II
St. Ignatius
St. Chavez
St. Settlement

Commère (Weiblicher Moderator)
Compère  (Männlicher Moderator) 

Chor:

St. Plan, St. Stephen, St. Sara, St. Cecilia, St. Celestine,
St. Lawrence, St. Jan & St. Placide, St. Absalon, St. Eustace,
St. Genevieve, St. Anne, St. Answer 

Ort und Zeit:

Spanien des 16. Jahrhunderts im Rückblick



HANDLUNG
 

PROLOG

Auf den Stufen der Kathedrale von Avila soll eine Aufführung bescheidenen Charakters zur Unterhaltung des Publikums gegeben werden. Die Heilige Theresia selbst wird anhand von Bildern Stationen aus ihrem Leben kommentieren und gibt erste Instruktionen an die Aufführenden. Ein weiblicher und ein männlicher Moderator rechts und links an den unteren Stufen der Kathedrale postiert, stellen die Verbindung zum Publikum her. Der Einführungschoral, in dem auch namhafte Heilige mitsingen, hat seine Wirkung getan. Das mächtige Portal der Kathedrale bildet die Bühne und ist durch einen Vorhang vorläufig verdeckt.

Erster Akt:

Eine Präsentation von sieben Tafeln soll aus dem Leben der Äbtissin erzählen. St. Teresa 1 zieht den Vorhang zur Seite. 

Das erste Bild 

zeigt einen Garten im Frühling. St. Teresa 2 sitzt unter einem Baum und malt Blumen auf riesige Ostereier. Sie bekommt Besuch von St. Teresa 1 und unterhält sich mit ihr. „How do you do”. „ Very well, I thank you …” Saint Ignatius kommt hinzu und beobachtet die beiden amüsiert. 

Das zweite Bild: 
Der schmale Vorhang öffnet sich für das zweite Motiv. St. Theresia 2 hält eine Taube in der Hand und wird von St. Settlement fotografiert. 

Im dritten Bild 
sitzt St. Teresa 2 auf einer Bank, während St. Iganatius ihr kniend eine Serenade mit Gitarrenbegleitung darbringt. Zum Schluss des Bildes erhebt sich die Heilige und fragt, ob eine Frau Wünsche haben darf. 

Im vierten Bild 
offeriert St. Ignatius der verehrten Äbtissin Blumen.

Im fünften Bild 
bewundern beide das Modell eines großen Hauses, welches in den Wolken schwebt. Möglicherweise handelt es sich um eine himmlische Unterkunft. 

Im sechsten Bild 
schwebt ein Engel über St. Teresa II, die in Verzückung ausbricht. 

Im siebten Bild 
schaukelt Saint Teresa II ein Baby in ihren Armen, damit es sich beruhigt. Danach ist der erste Teil der Vorstellung vorbei. Zuschauern, die nicht alles verstanden haben, stehen die Moderatoren Compère und Commère beflissen zur Verfügung. Man ist gesellig und vergnügt.

Zweiter Akt:


Man feiert eine Garternparty auf dem Lande in der Nähe von Barcelona. Rechts und links der Bühne befindet sich eine Box, in welcher die beiden Moderatoren sitzen. Sie tragen Abendkleidung, beobachten die Szene, greifen aber nicht ein. Sie erhalten in ihrer Box jedoch Besuch von beiden Teresas und von St. Ignatius. Für St. Teresa I und II steht ein Tisch mit Erfrischungen bereit. Eine Gruppe von Engeln führt zu aller Vergnügen einen Reigen auf. St. Chavez stellt sich selbst vor und organisiert ein Partiespiel. Man genießt die ausgelassene Stimmung und erfrischt sich an den Getränken. Die beiden Teresas geben sich völlig gelöst. Man will gerade nach Hause gehen, als St. Plan mit einem Teleskop kommt. Alle schauen hinein und erblicken ebenfalls die Vision eines prachtvollen himmlischen Hauses. Die Heiligen knien nieder und loben den Herrn. St. Teresa I möchte das Teleskop für sich behalten. St. Ignatius will es ihr aber nicht geben. Die beiden streiten sich, aber St. Chavez gelingt es, Frieden zu stiften. 


Dritter Akt:

Man befindet sich in einem Klostergarten an der Seeküste. Es gibt dort niedrige Bäume und einen Gartenzaun. Die männlichen Heiligen sitzen auf dem Boden in einem Kreis und flicken ein Fischnetz. Saint Settlement und die beiden Teresas gehen hinter dem Gartenwall spazieren und unterhalten sich mit Saint Ignatius über das Klosterleben. Die Männer sind gehalten, mit arbeiten aufzuhören, weil St. Ignatius ihnen seine Vision vom Heiligen Geist beschreiben will. Die Männer sind nur halb überzeugt, dass die Erscheinung der Taube wahr sein könnte. Alle lauschen den wunderbaren Stimmen eines himmlischen Chores. Nun will St. Chavez ihnen etwas vorlesen. Aus dem Dorf erscheint eine Gruppe von Seeleuten und jungen Mädchen, welche einen Tanz im spanischen Stil aufführen. 

St. Ignatius ruft die Männer erneut zur Disziplin auf. Nun gruppieren sich die weiblichen Heiligen. Sie haben von der Vision gehört und halten ebenfalls nichts von der Erscheinung. Der Mann aus Loyola ist empört und rügt ihren Unglauben. Das „Letzte Gericht“ wird auch das letzt Wort haben. Es wird dunkel. Jeder fürchtet sich ein bisschen vor der Dunkelheit. Männer und Frauen formen eine fromme Prozession und singen Hymnen. St. Settlement and St. Stephan sind die letzten, welche die Zusammenkunft verlassen. 

Vierter Akt: 

Obwohl der Vorhang fällt, gibt es keine Pause zwischen Akt drei und Akt vier. Nach einem kurzen instrumentalen Intermezzo diskutieren die beiden Moderatoren Compère und Commère im Vordergrund darüber, ob es einen vierten Akt geben soll. Schließlich haben sie sich geeinigt. Der Vorhang geht noch einmal auf und enthüllt im Stil eines Epiloges, dass alle Heiligen sich im Himmel wieder wohlbehalten eingefunden haben. Sie singen über glückliche Erinnerungen von dem Leben auf der Erde und singen schließlich eine Hymne zum Lobe der Gemeinschaft der Heiligen.

Anmerkungen:


„Four Saints in Three Acts“ ist beides, eine Oper und ein choreografisches Spektakel. Man könnte es auch als ein „Geistliches Musical“ bezeichnen. Charakteristische Stationen aus dem Leben von Heiligenfiguren formen sich zu einem Libretto mit surrealistischem Einschlag. Die Heilige Theresia tritt doppelt in Erscheinung, da sie Bilder aus ihrem Leben selbst zu kommentieren hat und Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbinden muss. Ignatius hat eine Vision des „Heiligen Geistes“, und weil die übrigen Heiligen es nicht so recht glauben wollen, predigt er ihnen von „Jüngsten Gericht.“ St. Settlement und St. Chavez nehmen nebensächliche Aufgaben wahr. Sie gehören nicht zur legitimen Ikonographie der Kirche. Damit wären die vier Heiligen genannt, die den Titel der Oper herbeigeführt haben. Drei Akte nur deshalb, weil die beiden Moderatoren sich nicht schlüssig sind, ob man den Epilog als selbständigen Akt ansehen kann. Hier wird lediglich geschildert, wie die Gruppe der Heiligen die Rückreise angetreten haben und im Himmel wohlbehalten angekommen sind. Sehnsüchtig denken sie an die Stationen ihrer irdischen Laufbahn 

Aus Gründen der musikalischen Durchführbarkeit war Frau Stein einverstanden, dass St. Teresa durch zwei Darstellerinnen vertreten wird, die aber - nach historischem Vorbild gekleidet - identisch sind. Die beiden Moderatoren, Commère und Compère genannt, welche eine Brücke zum Publikum bilden, hat der Komponist selbst eingefügt. Während der Entstehungszeit der Komposition fand ein reger gedanklicher Austausch zwischen der Librettistin und dem Komponisten statt. 

Am Broadway wurde die Oper in den achtziger Jahren sechzig mal hintereinander gegeben, für eine Oper eine hohe Quote.  Ein Dondokument mit den Sängerinnen Florence Quivar und Clamma Dale entstand 1981 in der Cornegie Hall mit dem „Orchester of our Time“ unter Joel Thome als Dirigent. Die Musik Thomsens ist eingängig und mitreißend. Sie verzichtet auf experimentelle Elemente und schafft dem unbefangenen Zuhörer keine Probleme. Die großangelegten Chöre haben hymnische Auswirkung. Der Charakter des Werkes ist heiter, teilweise sogar flapsig. Der bizarre Text will nicht unbedingt ernst genommen werden und ist einer phantasievollen Choreographie eher zuträglich.

***
musirony 2008 - Engelbert Hellen

 


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