musirony - Candide
 

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Oper, Muisical oder Operette?



Leonard Bernstein [1918-1990]

Candide


Opern-Musical in zwei Akten

englisch gesungen

Libretto by Hugh Wheeler
nach der Satire des Philosophen Voltaire 

Lyrics by Leonard Bernstein – Lilian Hellmann – John La Touche – Dorothy Parker – Stephen Sondheim und Richard Wilbur 

Narrative written by
Leonard Bernstein and John Wells 

Orchestration Leonard Bernstein and Hershy Kay -
Additional Orchestration by John Mauceri

Uraufführung:

Dauer:

Charaktere: 
Candide – ein Weltenbummler (Tenor)
Cunegonde – seine unsterbliche Geliebte (Sopran)
Dr. Pangloss – ein Lehrer und Wissenschaftler (Bariton) 
Od Lady – Freundin Cunegondes (Alt) 
Paquette – ein Versuchskaninchen (Mezzosopran)
Maximilian – Bruder Cunegundes 
Martin – ein Pessimist
Ein Gouverneur - ein Erzbischof - ein Jude - ein Inquisitor - ein Alchimist - ein Sultan- ein Kapitän
Jede Menge Prominenz und allerhand Volk

Dokumentation:
LABEL: DGG 1989, Volumen der DVD: 67 Tracks
Das LSO dirigiert Leonard Bernstein
Geangssolisten: Jerry Hadley - June Anderson – Christa Ludwig – Della Jones – Nicolai Gedda – Adolph Green – Kurt Ollmann



HANDLUNG


OUVERTÜRE

Erster Akt:

Candide wächst beim Onkel in der vermeintlichen Idylle des westfälischen Schlosses Thunder-ten-Tronck zusammen mit der schönen Cunegonde, deren Bruder Maximilian und der Kammerzofe Paquette auf. Ihr Hauslehrer ist Pangloss, er unterrichtet sie in seiner Lebensphilosophie der „besten aller Welten“. Der Lehrer plappert vor, die Schüler plappern nach. Die Unterrichtsstunde ist beendet und alle Schüler, außer Paquette dürfen gehen. Letztere ist noch für ein besonderes physikalisches Experiment als Versuchskaninchen vorgesehen. Es geht um die Kontaktaufnahme durch Reibung zweier Körper unterschiedlichen Geschlechts und die nachfolgende Reaktion. Cunegonde beobachtet das Treiben und möchte das Experiment mit Candide ebenfalls ausprobieren. Es gelingt, aber der Baron entdeckt die beiden bei ihren Spielchen und wirft Candide aus der „besten aller möglichen Welten“ heraus.

Die Bulgarische Armee rekrutiert Candide. Der Unwillige wird strapaziert, wie es beim Militär Soldaten üblicherweise ergeht. Doch da erklärt die Militärführung seinem Heimatland Westfalen den Krieg. Am Ende sterben alle, außer Candide. Er sucht seine Freundin, findet ihre vermeintlichen Kadaver und singt ein Klagelied. 

Pangloss taucht wieder auf – in der erbärmlichen Gestalt eines Bettlers und von der Syphilis gezeichnet. Candide resümiert: „... in allem Leid liegt auch etwas Gutes...“ und die beiden Überlebenden ziehen zusammen in die Ferne.

Auf ihrer Reise gerät das Schiff der beiden in einen schlimmen Seesturm. Sie kentern, werden an die Küste Lissabons gespült, wo sie prompt Zeuge des großen Erdbebens werden. Die Bürger Lissabons wollen weiteren göttlichen Strafen vorbeugen und sind auf der Suche nach Sündenböcken. Da kommen die beiden dubiosen Schiffbrüchigen gerade recht. Sie werden zu einem Autodafé geführt, bei welchem Pangloss sich ins Abseits begibt und Candide mit viel Glück gerade noch lebend davon kommt. 

Cunigonde lebt mittlerweile als Prostituierte in Hausgemeinschaft mit der Old Lady. Beide sind ihre Lebenslage mal erbaut und mal verzweifelt. Über ihr eigentlich schlimmes Leben tröstet sich die Edel-Kurtisane mit Champagner, Perlen und Rubinringen hinweg - „...glitter and be gay!“. Candide findet seine Geliebte endlich wieder und beide tauschen sich in einem Duett über bisheriges Schicksal aus. Inhalt der Strophen ist die Freude darüber, dass sie sich wiedergefunden haben. 

Aus Eifersucht tötet Candide zwei Freier Cunegondes, den Erzbischof und einen Juden und flieht daraufhin mit einem Schiff über den Ozean. Die Old Lady und Cunegonde nimmt er mit.

Zweiter Akt:

Auf der Reise in die Neue Welt verlieren sich die Wege der Reisegenossen bedauerlicherweise wieder. Die beiden Frauen haben den Weg nach Argentinien gefunden und leben mittlerweile in Buenos Aires im Palast des Gouverneurs. Während eines Tango-Tänzchens betont die Old Lady, dass sie sich überall spielerisch anpassen kann und schon flüssig spanisch spreche. Der Gouverneur macht Cunegonde den Hof und verspricht ihr, sie zu heiraten – irgendwann. Die beiden Damen des Hauses versichern sich gegenseitig ihrer körperlichen Vorzüge und singen ein Loblied auf ihre unwiderstehliche Wirkung auf die Männerwelt. 

Candide hat es in den Dschungel getrieben. Hier wird er Zeuge, wie zwei Mädchen von Affen verfolgt werden. Er glaubt, sie retten zu müssen, tötet die Affen und muss an den trauernden Gesichtern der Frauen feststellen, dass diese Affen in Wirklichkeit ihre üppig behaarten Liebhaber waren. Wieder muss er das Weite suchen und gelangt schließlich nach Eldorado; herrlich ist es dort - ein Paradies geradezu. Doch ohne Cunegonde ödet Candide die Harmonie des Goldlandes langsam an und er verlässt es wieder. Zusammen mit 80 edelsteinbeladenen Lasthammeln wagt er die Rückkehr in die Zivilisation. Leider bleiben 78 der reizenden Tiere während der Reise auf der Strecke und so erreichen nur zwei Schäfchen die Küste.

Drei Jahre vergehen und in Buenos Aires wartet Cunegonde immer noch auf die überfällige Heirat. Man langweilt sich und fällt sich gegenseitig auf die Nerven. 

In Paraguay trifft Candide auf Cunegondes Bruderherz und seine Labor-Schwester Paquette. Maximilian ist Anführer der Jesuiten geworden und Paquette eine Nonne, die gemeinsam eine Pilgerreise unternehmen. Es kommt zum Streit und aus Versehen ersticht Candide den Maximilian. 

Schon bald begegnet ihm Martin, einen Anti-Pangloss, der den Pessimismus hochhält. Gemeinsam kaufen sie ein Schiff – mehr Wrack als Schiff – die Santa Rosalia. Natürlich kentert die Nusschale und Martin kommt bei dem Unglück ums Leben. Unter widrigen Umständen erreicht Candide Venedig, die Königin der Meere. 

Er trifft auf fünf entthronte Könige und – er traut seinen Augen kaum – den totgeglaubten Pangloss bekommt er per Zufall zu Gesicht. In Venedig maskiert man sich gerade zum Karneval. Die Old Lady, Cunegonde, und Paquette zogt es ebenfalls in die Laguenstadt – alle treffen sich in einer Spielbank wieder. Als die Masken fallen, gewinnt man die Erkenntnis: Jeder ist nicht mehr der, der er einmal war. Besonders Cunegonde in ihrem einzigen streben nach Luxus enttäuscht, denn in Konstationopel hat man sie auf dem Sklavenmarkt grauenvoll verstümmelt. 

Macht nichts! Candide, der sein Leben damit verbracht hat, die einstmals junge Geliebte wiederzufinden, hält trotz der lädierten Figur und Physignomie zu ihr. Die Gesellschaft zieht auf einen Bauernhof und gemeinsam pflanzt pflanzt man zuerst ein Bäumchen und dann Kohl. Schnell ist man einander überdrüssig. Pangloss setzt sich zu Candide und versucht, ihm mit seinem unveränderten Optimismus Trost zu spenden. Der Gebeutelte winkt jedoch ab, denn er glaubt nicht mehr an ein wohlmeinendes Schicksal . Das Chaos ist die Ordnung. Wie wäre es wenn jeder seinen Garten selbst bestellen würde und nicht nach rechts und nicht links schaut. Candide beschließt, Cunegonde zu heiraten.


Bemerkung:

Die Abenteuer des Candide treiben den Betrachter und Zuhörer in rasanter und obskurer Szenenfolge innerhalb von zwei Stunden um die halbe Welt. Voltaire, auf dessen Romanvolage das Libretto basiert, war ein klarer Gegner des von Wilhelm Leibnitz propagierten Optimismus. Ganz egal, welche Mentalität ein Mensch hat, in welchem Land er lebt und welcher Lebenssituation er ausgesetzt ist – Glück und Unglück liegen stets dicht beieinander. In der satirisch-schwarzen Schmähschrift zeigt sich schnell, dass das Warten auf die „beste aller Welten“ kaum Sinn macht und es sich erübrigt, verzweifelt danach zu suchen. Besser ist es, auf das von Fortuna verwaltete Glück zu vertrauen „seinen Garten selbst bestellen“ und hoffen, dass Missgeschick fernbleibt. Der Mensch muss zu unterscheiden lernen, was ein Schicksalsschlag ist und welches Übel durch eigene Unvernunft verursacht wurde.

Bernstein sah 1956 den verrückten Stoff gerade richtig für ein flottes Broadway-Musical in Form einer Comic-Operetta. Leider war die Handlung für das damalige Publikum zu rasant und die Produktion floppte. Mit völlig überarbeitetem Libretto und neuer Szenenfolge versuchten Hershy Kay, Hough Wheeler und Stephen Sonderheim die zündende Musik zu retten und formten 1974 ein einaktiges Musical, welches mit 740 Aufführungen durchaus Erfolg hatte. Die vorliegende Opernbeschreibung orientiert sich an der 1989 entstandenen, revidierten Operetten-Fassung.

Besonders beliebte Nummern sind die Ouvertüre und die Songs, „The best of all possible Worlds“, „Glitter and be gay“ und „Auto-da-fe!“.

© 2011 – Raphael Lübbers



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