musirony - Die Metamorphosen des Dionysos
 

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Schöne Oper - kaum bekannt



(Kostas Karyotakis)

Mikis Theodorakis [geb. 1925]

Die Metamorphosen des Dionysos

Kostas Karyotakis



Oper in zwei Akten

Libretto vom Komponisten, nach den Gedichten von Kostas Karyotakis

Das deutsche Libretto wurde publiziert vom Romiosini Verlag, Köln

Uraufführung am 08.02.1987, konzertant in der Oper von Athen

Zeitdauer etwas mehr als 100 Minuten

Personen:

Poet (Bariton)
Romiosini (Alt)
Phaedra (Sopran)
Dionysos (Bass)
Journalist (Tenor)
Punentes (Tenor)
König Otto (Tenor)
König Paul (Tenor)
Königin (Sopran)
Ein Offizier
Ein Engel           

Ort und Zeit: Griechenland, 20. Jahrhundert mit Bezug zur Antike



BESCHREIBUNG

Erster Akt:

1. Szene (1928)

Der tote Dichter Karyotakis ist mit seiner bizarren Lyrik als Mittelpunkt der Handlung nicht allein, sondern er bekommt Unterstützung aus alter Zeit durch den Gott Dionysos, der das Publikum mit der Dame Romiosini bekannt macht  Sie ist keine wirkliche Person, sondern eine Allegorie griechischen Empfindens. Sie singt ein Lied über Bäume, die blattlos in der Dezembernacht rechts und links an der Allee stehen. Vorher haben die beiden den Dichter, der ihnen aus dem Jenseits zuschaut, begutachtet.

2. Szene

Dionysos obliegt die Aufgabe, Dinge welche schwer erklärbar sind, an das Publikum heranzutragen. Der Dichter darf seinen Suizid zelebrieren, wobei ein Rundfunkreporter ihm behilflich ist. Der Poet ist nicht ganz bei der Sache und weiß die Freundlichkeit des Reporters nicht zu schätzen, der einen Dialog mit ihm beginnen will: ‚Ich sehe, die unterhalten sich mit den Bäumen...’ Karyotakis ist von der Nichtigkeit seines Lebens überzeugt und sieht die Welt in düsteren Farben. Damit das Publikum die pessimistische Weltanschauung eines zerrütteten Geistes versteht, bezieht sich der Reporter auf Einzelheiten seines Ablebens. Seine Hilflosigkeit, tatsächlich etwas bewegen zu können, verbirgt der Reporter in einer übertriebenen Freundlichkeit. Immerhin erreicht er, dass der völlig überspannte Dialogpartner ihm eine Tasse Kaffee anbietet, sein Angebot aber sogleich wieder zurückzieht.

3. Szene

Der Reporter hat herausgefunden, dass der Poet es schätzt, wenn er seine Gedichte rezitiert und dabei Zuhörer hat. Eines, in welchem die Staatsbeamten verschaukelt werden, hat er sich aus seinem irdischen Dasein gemerkt. Die Staatsdiener bekritzeln unschuldiges weißes Papier und 'geben sich die Ehre'. So sieht ihre tägliche Arbeit aus. Wie gut, dass man die Armen austauschen kann, wenn sie verschlissen sind. 

In Ruhe erklären lässt ihn der Dichter nicht. Er redet ständig dazwischen und phantasiert von dem Chaos, welches auf der Erde herrscht und redet mit der Mondgöttin Selene. Das Griechentum sei im Niedergang und beklagenswert das Schicksal der ausgegrenzten Dichter. In einer Landschaft von Alpträumen sei kein Platz für verträumte Idealisten. Dionysios weiß Rat. Er soll aus seinem Schmerz eine Harfe machen und werden wie die Nachtigall, wenn die bitteren Jahre ihr zusetzen. 

4. Szene 

Phädra, eine Gestalt der antiken Sage, erscheint und versucht liebevoll den Dichter aufzumuntern. Sie singt von verlorener Jugend und entschwundener Liebe und von der Sonne, die fröhlich zum Fenster hereinscheint. Eine Träne blitzt im Auge des Dichters auf. Doch mehr ist als Reaktion nicht aus ihm herauszuholen. 

5. Szene 

Der Reporter hat aufmerksam zugehört und überlegt sich seinen neuen Artikel. Seine Gedanken zielen nicht auf eine Liebesgeschichte, sondern ‚Selbstmord aus Verzweiflung’ soll seine Schlagzeile lauten. Phädra behandelt den Dichter wie einen schwerhörigen Irren und redet unaufhaltsam auf ihn ein, bis dieser aus seiner Lethargie erwacht. Das Sonnenlicht blendet ihn und er kann Dinge und Personen nur schwer erkennen. Phädra macht ihm klar, dass sie nicht allein sind und er aufpassen soll, was er redet. Der Reporter eilt herbei und fragt den Dichter, was er wahrnehme. Von nicht vernarbten Wunden, von einer Insel und einer Zwischenwelt berichtet der andere. 

Romiosini, jugendlich gekleidet, ist schwanger, hält sich den Bauch und krümmt sich vor Schmerzen. Wer ist der Vater des Kindes? Ist es der Dichter oder der Staatssekretär Punentes? Beide bestreiten, keiner will verantwortlich sein, aber jeder ist eifersüchtig. Der Reporter ist verdutzt. Der Handlungsfaden verheddert sich, Phädra ist ärgerlich auf Romiosini und der Dichter setzt sich erneut die Pistole an die Schläfe. Die Letztgenannte war seine Geliebte und hat ihn verraten. Sie behauptet allerdings, mit dem Staatssekretär nicht geschlafen zu haben, was Phädra zu ironischen Bemerkungen veranlasst. Punentes ist gefordert, eine Erklärung für seine Anwesenheit abzugeben. Von seiner Behörde sei er angehalten, nach Romiosini zu suchen, nachdem sie ihm entflohen sei. Phädra will sich dafür einsetzen, dass Dionysos den Streit schlichten soll. Punentes will das verhindern und setzt auf eine Regelung in Güte. Was soll aus der armen Romiosini werden? 

6. Szene 

Jeder hält sich für extrem wichtig und Phädra versucht, den Dichter von seinen phantastischen Plänen abzulenken, um sich ihr zuzuwenden. Die Liebe darf nicht auf der Strecke bleiben. Der Staatssekretär hält von der Dichtkunst überhaupt nichts und fordert den Poeten auf, zur Realität zurückzukehren. Mit dem Gezänk kann der Reporter nicht viel anfangen, und weiß seinen Artikel nicht zusammenzubringen. Die Handlung kommt nicht vom Fleck, weil jeder seinen Standpunkt ständig wiederholt.

7. Szene 

Eine politische Szene aus der Zeit, als Griechenland unter der Fredherrschaft der Nationalsozialisten stand, wird eingeblendet. Gefangene diskutieren vor ihrem Abtransport. Sie sind unschlüssig ob man sie ermorden wird oder ob sie ins Paradies gebracht werden sollen. Der Dichter steuert seine Visionen zum Disput bei. 

8. Szene 

Er stellt eine glänzende Zukunft im Lande Utopia in Aussicht, welches von einem Dichter regiert wird. Das Volk gerät in einen Taumel der Euphorie, erkennt aber bald die Widersprüche, in die der Dichter sich verwickelt und ignoriert seine Bekenntnisse. Der Missachtete verzweifelt. 

9. Szene 

Der Dichter beklagt, dass tödliche Nacht in einschnüre und unsägliche Schmerzen in ihm wachsen. Die Lilien wurden vom Winde bewegt und es weinen die Erinnerungen.

ZWEITER AK


1. Szene (1850)

Dionysos, olympisch gekleidet, wird endlich Gelegenheit geboten, sich zu positionieren. Der Dichter, den er gern gesprochen hätte, ist leider nicht anwesend. Er findet die aktuelle politische Situation bedrückend und aussichtslos, bedenkt aber nicht, dass dieser Zustand eigentlich schon seit langer Zeit so ist. Ein Bayernkönig mit seiner Frau Gemahlin hält Hof in Athen. Das königliche Paar wird auf Thronsesseln hereingetragen. Die Höflinge sind europäisch gekleidet, doch die Wachen tragen die traditionelle  Männerrocktracht.

2. Szene

Der Kamerad Michaelis, dem der Krieg gar nicht gefallen hat, wollte immer nach Hause. Vom Pech verfolgt, traf ihn in der Schlacht eine tödliche Kugel und es fand sich für ihn kein vernünftiger Sarg. 

3. Szene 

Die Bauern huldigen und führen dem König griechische Folklore vor. Dieser sieht in der Unterwürfigkeit der Untertanen, den Dünger, der seinen Thron festigen soll. 

Der König ordnet an, nach Dionysos zu suchen. Er lässt ihm ausrichten, dass er ihm seine niedrige Herkunft verzeihe.

4. Szene

Das Libretto wird läppisch. Dionysos verhält sich arrogant und man sieht es als erforderlich an, ihm einen Ministerposten anzubieten. Der Dialog wird unterbrochen. Soldaten stürmen den Thronsaal, reden den Gott mit Genosse an und fordern ihn auf, der Schlacht zwischen Briten und Griechen beizuwohnen. 

5. Szene 

Dionysios denkt darüber nach, dass sich Geschichte ständig wiederholt. Griechenland wird immer von fremden Mächten beherrscht sein, wenn er nicht eingreift. Er beschließt, sich als Partisan zu verkleiden, um ins Schlachtgetümmel zu werfen. Romiosini, die Verkörperung Griechenlands, verkündet Dionysos nach Walkürenart seinen Tod in der Schlacht. Sie ist dafür, dass die Bayern vertrieben werden. 

6. Szene 

Phädra klagt erneut um ihre verlorene Jugend und berichtet dem Publikum, dass Dionysos den Dichter zu einem Spaziergang an die Meeresbucht eingeladen hat. Sie resümiert über die verfahrene Situation in Griechenland, ohne den wahren Sachverhalt zu begreifen.

7. Szene 

Dionysos kommt von der alten Zeit nicht los und besinnt sich auf sein familiäres Umfeld und verwickelt den Dichter in einen Dialog. Da der eine in Symbolen spricht und der andere in Rätseln antwortet, versteht man einander nicht. Dionysos hält Griechenland für eine Wüste, die von einer Machtpyramide beherrscht wird. Der Dichter glaubt, dass es so schlimm nicht ist. Er verabschiedet sich, weil er erneut ans Sterben denkt. Die anderen drücken ihr Beileid aus. Der Staatssekretär kann seinen Zynismus nicht verbergen.

8. Szene  

Romiosini wendet sich inbrünstig an das Volk, welches in ihren Gesang einstimmt. Im Gewächshaus vergeht die letzt Rose und der See wird mit toten Blättern zugedeckt. 

9 Szene (1848) 

Ein neues Königspaar hat den Thron bestiegen, es sind Paul und Friederike. Es lebe die Glücksburg-Dynastie! Dionysios soll beseitigt werden, aber man kann sich auf die Methode nicht einigen. Tod oder Gefangenschaft in Sibirien? Da in Griechenland Demokratie herrscht, schlägt der Dichter vor, dass das Volk entscheiden soll. Die Königin ist perplex und der König tut so, als ob er von dem Vorschlag begeistert sei. Der Dichter trägt dem Volk seine Visionen vor und versucht, es auf seine Seite zu bringen. Er gerät in Verdacht, einen Aufruhr anzuzetteln zu wollen, und man beratschlagt, wie mit der Situation umzugehen ist. Der König entzieht sich seiner Verantwortung und will aus der Perspektive beobachten wie das Volk mit der Situation umgeht. Dieses ist ratlos und verspürt keinen Handlungsbedarf. Romiosini nähert sich und die Königin ist erstaunt, dass diese immer noch am Leben ist. Die Geschichte wird eines Tages die Lösung bringen, wie mit der verfahrenen politischen Situation umzugehen ist. Das Königspaar begibt sich auf die Flucht. Man ist der Ansicht, dass das Volk den Dichter eines Tages verhöhnen wird.

10. Szene (1981)

Romiosini und Phädra haben sich versöhnt. Dionysios spricht von den alten Zeiten, als die Menschen noch sangen und tanzten. Man kommt wieder zur Gegenwart und erwähnt die Schlacht zwischen den Engländern und den Partisanen, in der viele junge Leute starben. 

Der Reporter spricht von der aktuellen Wende und wundert sich, dass alle freundlich zueinander sind. Jeder spricht über seine Aufgabe, wie er die Meinung der anderen manipulieren kann. Nun entdeckt Romiosini dem Publikum, wie der Staatssekretär, der sie als Wind umgarnte, sich in sie einschlich und sie mit falschen Visionen narrte. Genau das gleiche hat er mit dem dummen Volk auch gemacht. 

11. Szene 

Die Protagonisten sind sich nicht schlüssig, ob sie die Welt pessimistisch betrachten oder an die Kraft des Liedes und der Dichtung glauben sollen. Der Traum vom Traum wird mit den Sehnsüchten des Windes in Verbindung gebracht. 

12. Szene (1928/1981) 

Die reale Selbstmordszene im Jahre 1928 wird reproduziert. Man befindet sich in der Amavrakikosbucht. Alle Darsteller des surrealistischen Theaters sind zugegen. Der Reporter sieht, wie sich ein Boot nähert, in dem eine schwarze Gestalt sitzt. Dionysos findet heraus, dass es sich um einen Engel handelt. Alle geraten in Aufruhr und das Volk schaut den Engel entgeistert an. Keiner weiß, wer ihn geschickt und wie er hergefunden hat.

Der Himmelsbote hat gute Absichten. Er will den Tod des Dichters verhindern. Er hält einen kleinen Vortrag über die Zukunft Griechenlands. Das Volk ist begeistert, versteht aber nicht was der Engel meint, da er in Gleichnissen spricht. Der Dichter fragt, was aus den Menschen werden soll, wenn ständig von Untergang die Rede sei. Selbstverständlich wird das Volk protestieren und sich erheben. Die Leute wollen mehr wissen. Der Engel erklärt, dass es seine Aufgabe sei, nur den Dichter zu retten und weigert sich, Zukunftsprognosen zu verkünden, aber der Dichter hat andere Pläne. Er will sein Leben für sie Wahrheit geben. Lieder werden aufblühen und sie verkünden. Fehlanzeige! Der Engel bestätigt das Ende allen Lebens und erteilt Dionysos die Weisung, die Erde zu verlassen. Zuweilen können nämlich auch Götter sterben. 

Eine Pistole soll dem Leben des Dichters nach seinem Willen ein Ende setzen, doch das Volk fällt dem Literaten in den Arm. Es vertritt die Auffassung, dass mit der Dichtkunst auch das Leben zu Ende gehe. Darauf zielt der Dichter mit der Pistole ins Theaterpublikum. Er will jetzt nicht mehr sich selbst, sondern die Zukunft erschießen. Schlimmes kann verhütet werden, da der Vorhang rechtzeitig fällt. 

Anmerkungen:

Der Dichter Kostas Karyotakis gehört nicht der gleichen Generation an wie Mikis Theodorakis. Trotzdem verspürt er zum Älteren eine enge geistige Verwandtschaft. Es ist nicht allein seine Dichtkunst, die ihn so sehr bewegt, sondern auch viele Äußerlichkeiten, die aus gleichen Lebensumständen resultieren, sind die Ursachen der Verehrung seiner Person. Beider Väter waren Beamte, die häufig an einen anderen Platz versetzt wurden, was zur Folge hatte, dass eine ständige Wanderschaft durch Insel-Griechenland die Kindheitserinnerungen prägte. Zu einer persönlichen Begegnung ist es nicht gekommen, weil Karyotakis schon ein paar Jahre tot war, als der Komponist begann, sich für sein Lebenswerk zu interessieren. Aus der Sammlung Elegien und Satiren filterte Theodorakis einige Texte heraus, um sie zum fundamentalen Bestandteil seiner ersten Oper ‚Die Metamorphosen des Dionysos’ zu machen. 

Karyotakis verliert seine berufliche Position im Ministerium von Athen und es verschlägt ihn nach Patras, ohne dort Fuß fassen zu können. Verzweifelt und verbittert zieht es ihn nach Paris. Er kann sich aber nicht entschließen, dort zu bleiben, obwohl sein Vater ihn finanziell unterstützen will. In die Heimat zurückgekehrt, verbringt er sein Leben in der Provinz an der Westküste. An die Menschen kann er sich nicht gewöhnen und hadert mit seinem Schicksal. Ein Selbstmordversuch durch einen Sturz von den Klippen scheitert. Zehn Stunden versucht er, an der Küste von Monilithi zu ertrinken, aber es will nicht funktionieren. Ein Bauer hilft ihm aus dem Wasser  und sammelt seine Kleider ein Sein Erlebnis mit den Wellen legt er schriftlich nieder und rät allen  Selbstmordkandidaten, den Tod nicht im Wasser zu suchen. 

Ein weiterer Suizid mit einer Pistole klappte ebenfalls nicht, weil der Lebensmüde offenbar mit der Waffe nicht umgehen konnte und vergaß, sie zu entsichern. Der zweite Versuch ist dann von Erfolg gekrönt. Der psychisch Überspannte legt sich unter einen Eukalyptusbaum, zielt auf sein Herz und drückt ab. Er hinterlässt eine Notiz, entschuldigt sich bei seinen Verwandten, dass er sich entschlossen habe, aufrechten Hauptes zu sterben. 

Soviel zu den Hintergründen, weshalb Theodorakis sich an die anspruchsvolle irreale Lyrik des verehrten Poeten heranmachte. Gern benutzt der berühmte Komponist bei der Erstellung von Bühnenwerken bereits Bestehendes, um daraus eine Collage zu erstellen. Da eine szenische Darstellung der ‚Metamorphosen’ nicht zwingend erforderlich ist, kann der Komponist damit rechnen im Konzertsaal in die Programme neuer Musik hin und wieder aufgenommen zu werden. Die Musik selbst bietet in vokaler Hinsicht weder dem Hörer noch dem des griechischen mächtigen Interpreten irgendwelche Probleme. Die orchestrale Begleitung ist nett, aber harmlos. 

Mit weiteren Opern, die sich an Frauengestalten der griechischen Antike anklinken, ging Theodorakis in Serie.

***
musirony 2006 - Engelbert Hellen
 

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