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Schöne Oper - kaum bekannt




Nocolae Bretan [1887-1968]

Arald


Oper in einem Akt

Libretto vom Komponisten

nach dem Gedicht 'Die Geister' von Mihae Eminescu

in rumänischer Sprache

Fertiggestellt: 1939


Uraufführung am 12. Mai 1982 an der Rumänischen Oper in Iasi


Darsteller:

Arald, König der Awaren
Maria,  Seine Geliebte
Der Magier, Herrscher über die Elemente
Der Poet, (Stellt die Oper vor)

Die Handlung spielt um etwa 600 n.Chr. zur Zeit der Volkerwanderung,

Schauplatz ist die Unterwelt


INHALTSANGABE

Prolog:

Der Dichter tritt vor den Vorhang und stimmt den Besucher auf die Oper ein:

Auf schwarzem Ross reitet Arald. Über Berge und Täler fliegt er wie ein Traumbild dahin. Der weite schwarze Mantel hüllt ihn ein. Im Gewölk spielt der Mondschein. Die Blätter auf den Wegen wirbeln auf und der Polarstern weist ihm seine Wege. 

Einziger Akt:

Der Vorhang öffnet sich zu einem uralten Pinienwald in einem Felsengebirge. Eine Quelle murmelt und der Vollmond scheint in sternklarer Nacht. Harald ist in der Unterwelt angekommen. Unter dem Mantel führt der Awarenkönig eine Leiche mit sich.

Völlig unbeweglich mit aschfahlem Gesicht sitzt auf einem Felsen ein uralter Greis. Seit Ewigkeit befindet er sich schon dort, vom Tode vergessen. In der Hand hält er einen Stab. Auf seiner Stirn und auf seiner Brust wächst Moos. Der Bart reicht ihm bis zur Erde und die Augenbrauen reichen bis zur Brust. Zwei Raben, ein schwarzer und ein weißer, flattern im Kreis um ihn herum.

Arald steigt vom Pferd, legt den toten Körper seiner geliebten Maria dem Magier zu Füssen und kniet vor ihm nieder. Zum Magier der Vorzeit ist er gekommen, weil er ein Anliegen hat. Er soll die Tote wieder zum Leben erwecken, dann will er für den Rest des Lebens ihm und seinen Göttern dienen.

Der Magier scheint über die Abwechslung in seinem Alltag erfreut zu sein. Er steht auf und gibt sich kooperativ. Sogleich begibt er sich an die Arbeit und öffnet seinen zahnlosen Mund. Zunächst spricht er vom Erwachen des Lebens auf der Erde allgemein. Der Tod entsteigt dem Herzen der Erde als Leben. Als erstes leuchten die Augen im milden Sternengeflimmer. Das Haar sodann glänzt im Vollmondschimmer. Dann wird der Geist eingehaucht. Das besorgt Zamolxis mit seinem Atem, der mal heiß und mal kalt ist. 

Anschließend wendet der Seher sich direkt an Harald und spricht von den vier Elementen, die ihm dienen werden. Es ergeht die Aufforderung: Durchwandert die Erde, geht durch ihre Gluten, macht aus Steinen Gold, verwandelt Eis in Dämpfe, zu Blut lasst Wasser werden, zu Erz den Stein der Erde. Ein umfangreiches Aufgabengebiet für einen Ungeübten. Die jungfräuliche Seele sollen sie mit Blut ernähren. 

Auf ein Zeichen des Magiers erheben sich die beiden Raben mit ausgebreiteten Schwingen und verschwinden. Im Hintergrund der Bühne erscheinen vier Flammen, verlöschen aber gleich wieder, weil es windig geworden ist. Die Elemente sind erschienen, um die Befehle des Magiers auszuführen.

Dieser redet Arald unmittelbar an und erzählt ihm seinen Lebenslauf: Als er noch ein Knabe war, kam er aus den Wäldern und nahm die Welt mit durstigen Augen in sich auf. Er träumte von Königreichen und sah sich als Herr der Erde. Stolz und jugendlich befahl er seinem Heere, und das ganze Universum erschrak vor seinem Schritt. Die Völker flohen nach Süden und mit Angst und Schrecken erfüllte er den Norden. In den Wäldern war Ruhe und Frieden, aber die ergrauten Priester scheuchten die Völkerscharen, um gegen Rom zu ziehen.

In Nistru war dann endlich das Lager, wo sie zur Ruhe kamen. Dann begegnete er Maria im Kreise ihrer Räte. Wie weißer Marmor schien sie mit weichem goldenen Haar. Vor ihrer Schönheit Strahlen schlug er die Augen nieder. Er war irrsinnig verlegen, so dass er sich wünschte, die Erde möge sich unter ihm öffnen. Die Umstehenden waren taktvoll und ließen ihn mit Maria allein. Dann schaute er sie an und fragte sie, weshalb die Fremde hierher gekommen sei, ins öde Land der Barbaren, so fern der Heimat. 

Gedankenverloren nimmt Harald den Faden auf und wendet sich an die Tote. Am Uferstrand der Donau ließ er halten. Arald, das Königskind, vergaß des Weltalls Walten. Das Ohr hörte auf einmal die tiefinnere Stimme und so hatte die Jungfrau den Sieger besiegt. Von nun an kam sie, blond wie ein Ährenfeld, in seine Nächte. Heimlich, damit keiner es sah, umschlang sie seinen Nacken mit ihren Armen, weiß wie Schnee. Ihre warmen Lippen öffneten sich und sagten: Zu Dir komme ich mein Arald und er fühlte sich ihrer nicht wert.

Erneut fleht Harald den Magier an, ihm die Tote zum Leben zu erwecken. Dieser lässt sich nicht lange bitten. Die Prozedur ist scheinbar eine seiner leichtesten Übungen. Der Beflissene nimmt einen Kelch in Form einer Muschel füllt diesen mit Wasser an der Quelle und reicht ihn Arald. Dieser trinkt und verwandelt sich dabei in einen Geist. So geht das!

Auf diese Weise hat der Magier das anstehende Problem gelöst. Er spart nicht mit Belehrungen, damit Arald sich auf der neuen Daseinsebene auch zurecht finden möge. Jetzt kommt Maria an die Reihe. Der Magier sprengt dreimal Wasser auf Maria. Die Flammen kommen und verschwinden, weil es abermals windig geworden ist. Die beiden Raben sind auch wieder da.

Maria erwacht zum Leben. In ihren Haaren stecken Rubine und ihre Lippen sind blutrot. Sie erhebt ihre Stimme: Harald möge seine Stirne an ihren zarten Busen legen. Wie wunderschön ihre schwarzen Augen sind. Seinen Hals umschlingt sie mit ihrem goldenen Haar. Ihr Leben ist verwandelt in Glück, wie es niemals war. Auch er verspürt neues Leben in seinen Armen. Von nun an wird er immer bei ihr bleiben. Ihre zarte Seele gibt der seinen Glut. Seinen Hals soll sie umschlungen halten mit ihren Armen, weiß wie Schnee.

Es kommt zu einem leidenschaftlichen Liebesduett. Sie finden sich in einem nicht enden wollenden Kuss. Plötzlich kräht ein Hahn. Maria wird unruhig: Harald, ich berge mein Gesicht. Der Hahn hat schon gekräht. Hörst du es nicht? Sieh den Schein des Morgenlichtes, der schon im Osten winkt, die erste Morgenröte in meine Seele dringt.

Maria fällt in Haralds Arme. Der Hahn verschwindet und beide werden von der Erde verschlungen. Die Ewigkeit der Nächte umschließt sie nun im Grab. Der Magier nimmt seinen Platz wieder ein und die beiden Raben umkreisen ihn. 

Anmerkungen:

Die Erzählung ist deshalb so makaber, weil dem Bittenden keine  Chance gegeben wird, sein Risiko abzuschätzen. Nach langem Ritt kommt Arald in der Unterwelt an und landet ohne Umschweife sogleich an der richtigen Adresse. Einen uralten Mann, der von zwei Raben umkreist wird, bittet er, dass man die geliebte Maria, deren Leichnam er in seinen schwarzen Mantel eingewickelt mitgebracht hat, wieder zum Leben erwecken möge. Der König der Awaren muss keine Hindernisse überwinden, keine Konditionen erfüllen und auch nicht verhandeln. Zynisch erfüllt man seinen Wunsch, ohne ihm zu sagen, dass der Preis für die kurzfristige Erfüllung seines Begehrens das eigenen Leben ist. Ein Schluck Wasser aus der Quelle des Todes hebt ihn auf die Ebene, die es ermöglicht, Wesen unterschiedlicher Substanzen miteinander kommunizieren zu lassen. Ein krähender Hahn in der Morgenfrühe entscheidet, wie lange das Vergnügen dauern darf. Gemeinsam und unwiderruflich verschwinden die Akteure für ein bisschen Spaß im unendlichen Nichts.

Diese schaurige Sage konnte nicht an den lichten Küsten des Mittelmeeres entstehen, sondern sie trägt die Attribute uralten Empfindens aus dem hohen Norden, wo helles Licht plötzlich in die Unendlichkeit der Nacht versinkt. 

Der Komponist Nicolae Bretan bedient sich der Mittel des klassischen Sinfonieorchester und holt an Emotion heraus, was überhaupt vorstellbar ist. Die Oper, getragen von einem hochpoetischen Libretto, überwältigt durch die Unfassbarkeit seiner Handlung und dringt psychologisch tief in das Kollektivbewusstein der menschlichen Seele vor.

***
musirony 2006 - Engelbert Hellen

 



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