musirony - Die Türken vor Wien
 

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DIE TÜRKEN VOR WIEN

Musikalisches Drama in vier Akten zwischen Hofburg und 'Hoher Pforte',

festgehalten in einem Prolog, einem Epilog und zehn Bildern in Anlehnung an historische und fiktive Begebenheiten um die Schlacht am Kahlen Berg

Charaktere:
Leopold I. - Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation
Eleonore von Pfalz-Neuburg – seine dritte Gemahlin
Mehmet IV, der Jäger – Türkischer Sultan
Jan Sobieski – König von Polen
Kara Mustafa - Osmanischer Großwesir
Maximilian - Österreichischer Diplomat
Fatima - Odaliske im Harem Mehmets
Sinan – Osmanischer Bauingenieur
Maria-Antonia - Habsburgische Prinzessin (aus erster Ehe Leopolds)
Marquise de Montespan - Mätresse Ludwig XIV.
Zuleima - Mutter des Sultans
Marie Casimire Louise – Gemahlin des Polenkönigs
Papst Innozenz XI.
Karl V. - Herzog von Lothringen
Ludwig-Wilhelm von Baden-Baden - der Türkenlouis
Eugen, Prinz von Savoyen
Antonio Cesti – Hofkomponist
Francesco Sbarra – Hofpoet
Jan Thomas - Porträtmaler
Ferdi – Adjutant Maximilians
Pierre, Colas, Donnedieu – 3 Schurken im Gefolge der Marquise
Der Janitscharen-Agha, Oberstkämmerer, Hofmarschall - Hinrichtungskommando
Konferenzteilnehmer, Palastbeamte, Jäger, Diplomaten, Haremsdamen
Zwei wehklagende Bürger
Die Donau - eine Allegorie



INHALTSANGABE


CHORALVORSPIEL 


Kaiser Leopold I.

PROLOG: Musikzimmer Leopolds in der Hofburg

Kaiser Leopold aus der Dynastie der Habsburger nimmt seine Pflichten als Herrscher ernst und ist auf das Wohl seiner Untertanen bedacht. Allerdings befürchtet er, dass der Begriff 'Donaumonarchie' bald nicht mehr stimmig sein wird, denn die Osmanen bedrohen die Einheit des Reiches und würden am liebsten den 'Goldenen Apfel' verschlingen. Der erste Versuch eines Angriffs auf Wien unter Suleiman dem Prächtigen und seinem fähigen Großwesir Köprülü Mehmet Pascha konnte zurückgeschlagen werden. Siebenbürgen, die Walachei, kurzum der ganze Balkan und große Teile Ungarns fielen dagegen an den Halbmond. Ständige feindliche Übergriffe bedrohen die Grenzen des Mutterlandes und die Menschen erwarteten Schutz von Leben und Eigentum durch die Krone. Bürger, die durch einen Überfall zu Schaden gekommen sind - die Ernte wurde niedergebrannt und das Haus angezündet – bestürmen Kaiserin Eleonore, ihre Not zu lindern. In ihrer Leutseligkeit will die Kaiserin die flehenden Bittsteller nicht zurückweisen und versucht die Aufmerksamkeit ihres Mannes auf das Problem zu lenken.

Leopold gehört zu den begabtesten Musikern seiner Epoche, dirigiert seine Hofkapelle selbst, und komponiert vorwiegend geistliche Werke, die seine Gläubigkeit unterstreichen, denn ohne Gottes Beistand wäre er schon längst verzweifelt. Sein Hofkomponist Antonio Cesti, sowie sein Librettist Francisco Sbarra sind zur Stelle. Ihnen möchte er sein neues Oratorium 'Il Lutto dell'Universo vorstellen' und Cesti soll mit seiner kräftigen Bassstimme seine Noten in Töne umwandeln. Viel wichtiger als sein Oratorium ist dem Kaiser aber Antonio Cestis Oper 'Il pomo d'oro', an der dieser gerade wieder arbeitet, um den Handlungsablauf zu straffen. Das monumentale Werk soll erneut zum Geburtstag der Kaiserin zur Aufführung gelangen. Francesco Sbarra hatte seinerzeit das Rossballett entworfen, welches zur Hochzeit seiner ersten Gemahlin, der spanischen Infantin Margarita Teresa, aufgeführt wurde und ihm und den Gästen über die Maßen gefallen hatte und in guter Erinnerung geblieben ist.

Seine Familie liebt Leopold über alles und es würde seinem Wesen widersprechen, die Mutter seiner Kinder barsch anzufahren. Er klingelt nach seinem Vetter Maximilian dem er sehr gewogen ist und ihm oft heikle Aufgaben anvertraut. Er soll mit einem Begleiter nach Konstantinopel reisen, um eine diplomatische Protestnote zu überreichen, damit der Sultan die ständigen Übergriffe seiner streunenden Janitscharen unterbindet. Maximilian und sein Adjutant Ferdi freuen sich auf die Reise: Bis Venedig mit dem Pferd und weiter geht es mit dem Linienschiff! Prinzessin Maria Antonia wünscht dem Verwandten alles Gute. Möge ihn der Segen des Himmels begleiten!

ERSTER AKT

Erstes Bild: Privatgemächer des Sultans im Topkapi-Palst am Goldenen Horn

HULDIGUNGSMARSCH


Mehmet IV.

Sultan Mehmet Avci feiert den 40. Jahrestag seiner Thronbesteigung. Der offizielle Teil ist vorbei und er hat sich mit dem Großwesir, dem Baumeister Sinan, seiner Mutter Zuleima und seinen Freunden, Höflingen und Palastbeamten in sein Jagdzimmer zurückgezogen. Gegen ein Bakschisch an den aufsichtführenden Eunuchen ist dieser bereit, den unerwarteten Besuch zu melden, muss sich natürlich an das Protokoll halten. „Großmächtiger Sultan, zwei Christenhunde sind begierig, den Staub unter deinen Fußsohlen zu küssen.“ „Badet die Schweine und führt sie dann herein.“ Max und Ferdi haben die letzten Worte gehört und drängen sich einfach vorbei. Betretenes Schweigen - bis ein freundliches Kopfnicken des Sultans den Bann löst. Der Großwesier fragt nach dem Begehren der unerwarteten Gäste, doch in diesem Moment beginnt schon das Programm. Die beiden Besucher bekommen von dem Eunuchen ein Sitzkissen zugewiesen und Früchte angeboten. Die Ballettmusik setzt ein und im Kreise ihrer Mädchen lässt Fatima, die Favoritin des Sultans, den Bauchnabel kreisen.

BALLETTEINLAGE

Ferdi grinst unverschämt und Max muss ständig ein Auge auf ihn haben, er stößt ihn in die Rippen, damit er sich benimmt. Fatimas feurige Blicke begegnen sich mit denen Maximilians und im Bruchteil einer Sekunde hat Amor seinen Pfeil abgeschossen. Um kein Aufsehen zu erregen tanzt sie auf den Sultan zu und widmet diesem nun ihre volle Aufmerksamkeit. Doch zu spät, der Schwarze hat den Blickaustausch zwischen Fatima und Maximilian bemerkt und dem Sultan ein Zeichen gegeben. Doch Mehmet ist mit seiner Opium-Pfeife zu sehr beschäftigt und nimmt dass Signal nicht auf.

Der Baumeister Sinan, Nachfahre seines berühmten Großvaters, der die Moschee von Edirne erbaut hat, schickt ein freundschaftliches Lächeln zu Max herüber, welches dieser erwidert. Kara Mustafas Mienenspiel verrät ihm, dass er einem unversöhnlicher Feind gegenübersteht. Sultan und Großwesir sind nun doch neugierig, um zu erfahren, was die beiden hergeführt hat. Ein Wink mit der Hand genügt, damit die Gäste verschwinden. Die Mutter des Sultans ist eingeschlafen.

Kara Mustafa beginnt die Unterhaltung mit dem dringenden Wunsch des Sultans, Wien, der Metropole des Abendlandes, einen Besuch abzustatten. Zusammen mit seinem lieben Bruder Leopold will er im Wiener Wald Hirsche jagen, ergänzt Mehmet Avci. Der Großwesir führt aus, dass Konstantinopel einst ein bedeutendes christliches Bauwerk besaß, doch und mit großem Engagement wurde die Hagia Sophia architektonisch in ein muslimisches Gotteshaus umgewandelt. Der Sultan nickt. Um nun für den Beherrscher der Gläubigen einen würdigen Ort zu schaffen, in den er seinen erlauchten Fuß setzen kann, um dort zu beten, sei es erforderlich, das große Heiligtum in Wien umzubauen. Die beiden Türme werden abgetragen und in den vier Himmelsrichtungen sollen Minarette aufgerichtet werden. Meister Sinan möge erklären, ob er dem Befehl gehorchen wird? Doch dieser zieht sich auf eine fachliche Antwort zurück, dass an Ort und Stelle zunächst die Tragfähigkeit der alten Bausubstanz geprüft werden müsse und Messungen erforderlich seien. Wenn es an Marmor fehlt, könne man die Hofburg abreißen, um das Material für schöne Säulen und Pfeiler im neu entstehenden Gotteshaus zu verwerten. Maximilian fragt zurück, ob er die versteckten Anspielungen des Paschas als Kriegserklärung verstehen soll. Der mächtige Kaiser des Abendlandes besitze wertvolle Verbündete, die jeder Aggression begegnen und allen Gefahren trotzen würden. Mehmet und Kara Mustafa lachen und verlassen den Raum.

Baumeister Sinan versucht Maximilian zu beruhigen, dass es vom Gedanken zur Tat ein weiter Weg sei. Er schlägt vor, dass man zu dritt ein Dampfbad aufsuchen soll, um dort weiter zu diskutieren. Man verlässt den Raum. Die eingeschlafene Sultan-Mutter bleibt allein zurück.

Doch bald bevölkert sich die Szene wieder. Kara Mustafa hat Fatimas durchdringenden Blick, den sie Maximilian zugeworfen hat, als Verstoß gewertet und beschlossen, die Treulose im Bosporus zu ertränken. Zwei „Stumme“ erscheinen mit einem Sack und einem großem Netz, um Fatima einzufangen.

PANTOMIME

Doch Fatima entweicht immer wieder, und wirft sich der Sultan-Mutter zu Füßen, die von dem Lärm aufgewacht ist und schimpft. Mit einer dominanten Handbewegung scheucht sie die Sklaven weg und es kommt zwischen ihr und Zuleima zum Duett. Fatima erfährt, dass sie eigentlich Graziella heiße und als Kleinkind von Korsaren geraubt und auf dem Sklavenmarkt von Konstantinopel feil gehalten wurde. Da sie sehr anmutig und klug war, gelangte sie in den Harem des Herrschers und wurde dort in Musik, Tanz, handarbeitlichen Fertigkeiten und Fremdsprachen unterrichtet, um später einem verdienten Beamten als Ehegattin zu dienen. Zuleima habe sich nur schlafend gestellt, um den Männern aufmerksam zuzuhören. Die Pläne ihres Sohnes heißt sie nicht gut. Seine beiden Brüder wollte er umbringen, um sich seines Thrones sicher zu sein, aber  als Mutter habe sie ihm ausdrücklich verboten, einen neuen Anschlag zu verüben. Sie sei griechischer Abstammung, und ihr großer Wunsch sei es, vor ihrem Tod ein einziges Mal den Stephans-Dom sehen zu dürfen. Zuleima klatscht in die Hände, beordert eine Sänfte und beide Frauen verlassen den Palast. 


Zweites Bild: Gartenpavillon mit Blick auf den Bosporus

RUF DES MUEZZIN VOM MINARETT (in arabisch vom Band)

Die beiden Österreicher haben im Garten des Topkapi-Palastes ein Gästezelt zugewiesen bekommen. Ferdi plagt die beiden schwarzen Sklaven, dass sie ihm für die Nacht ein Liebchen besorgen sollen und albert mit ihnen herum. Maximilians Gedanken sind allein bei Fatima. Seine Stimme intoniert eine Melodie voller Sehnsucht. Den Blick hat er auf das Meer gerichtet.

Die beiden Diener melden den Besuch einer verschleierten Dame. Es ist Fatima, die den beiden Abendländern ihre Notlage schildert. Der Großwesir will sie im Bosporus ertränken, weil sie ihn beim Sultan angeschwärzt hat. Fatima offenbart, keine Osmanin, sondern Italienerin zu sein und bittet die beiden Fremdlinge um Schutz und Fluchthilfe. Süß klingen ihre Worte in Maximilians Ohren, aber bevor konkret über einen Plan nachgedacht wird, ist erst einmal ein LIEBESDUETT fällig.

Also, Fatima soll mit Ferdi die Kleider tauschen. Nichts bereitet Ferdi größere Freude, als die Husarenuniform mit Helm und Quaste auszuwechseln und Fatimas Gewand anzuziehen. Mit ihrem Make-up-Stift malt Maximilian Fatima einen Schnäuzer an und macht aus ihr einen hübschen kleinen Husaren. Ferdi wird übermütig und möchte ausprobieren, wie attraktiv er in seiner Verkleidung wirkt. Er stolziert im Garten umher und die Diener und Sklaven halten ihn für eine Prostituierte, die sich verlaufen hat. Doch sobald ein Freier den Schleier neugierig weggezogen hat und das Bärtchen zum Vorschein kommt, wird Ferdi für einen Dschinn gehalten. Der Aufdringliche lässt von ihm ab und läuft schreiend davon.

Maximilian und Fatima – wir nennen das Mädchen in Zukunft Graziella – verlassen ihre gastliche Unterkunft in Richtung Hafen und zu dritt besteigen sie eine Barkasse, die sie nach Venedig bringt.

ZWEITER AKT

Drittes Bild: Schloss Schönbrunn mit Terrasse und Freilichtbühne

Die Marquise de Montespan hat ihren Besuch angekündigt und nun wartet man auf der Gartenterrasse des Jagdschlosses Schönbrunn auf ihre Ankunft. Kaiser Leopold trägt noch sein Theaterkostüm, denn er hat dem Maler Jan Thomas Modell gesessen und der letzte Pinselstrich hat das Bild soeben vollendet. Die Dienerschaft lobt das Meisterwerk und alles wartet auf den Abend, um ein Stück in welchem seine Majestät die Hauptrolle spielen wird, aufzuführen.

Eine vergoldete Kutsche ist vorgefahren, ihr entsteigt die Marquise von Montespan, einer Prozedur bei der ihr Kutscher Pierre behilflich ist. Ihr Friseur Colas rückt Madame die Frisur zurecht. Der Juwelier Donnedieu setzt einen Käfig mit Brieftauben auf das Pflaster, denn der Sonnenkönig und die sechs Kinder von Madame erwarten regelmäßig Post. Jede Brieftaube findet nicht immer zu ihrem Taubenschlag in Versailles zurück, weil ein Bussard ihr den Weg verkürzt hat und deshalb schickt die Marquise jeden Brief dreimal ab. Die Kinder der Dienerschaft bedrängen sie mit Fragen, Leopold und Leonore warten geduldig bis Madame ihre Röcke gerafft und die Stufen emporgestiegen ist, um sie herzlich zu begrüßen.

Später erzählt die Marquise von ihrem Problem. Auf Kardinal Mazarin ist ein Attentat verübt worden und ihr will man den Giftmord in die Schuhe schieben. Der 'Vielgeliebte' hat eine Untersuchung des Vorfalles sofort unterbunden, damit auf die Mutter seiner Kinder kein ungerechtfertigter Verdacht fällt. Deshalb hat er befohlen, die Geliebte möge doch seinen 'lieben Bruder' in Wien besuchen, mit dem ihn eine tiefe Wesensverwandtschaft verbinde. Politisch sind die Bourbonen und die Habsburger zwar verfeindet, aber künstlerisch stünden die beiden sich sehr nahe. Wie gern würde Louis es sehen, wenn Poldi nach Versailles käme und eine seiner Ballettaufführungen am Cembalo begleitet, während er auf der Bühne die Sonne in ihrem Strahlenkranz verkörpert. Maître Lully müsse wegen einer schmerzhaften Entzündung am Fuß das Bett hüten und sei längere Zeit wohl unpässlich. Eleonore wendet ein, dass ihr Gemahl seine Sonne über einen Vielvölkerstaat ebenfalls leuchten lässt und den Titel Kaiser des Heiligen römischen Reiches führe. In der Tat habe Kardinal Marzarin sich abgemüht, diesen Titel für den König der Franzosen zu reservieren, habe aber versagt und deshalb sei es schade, dass das Attentat misslungen sei.

Madame de Montespan wird eingeladen für die Nacht zu bleiben und die Dienerschaft wird angewiesen, die Gemächer für den Staatsgast und ihre Diener herzurichten. Am Abend wird sie der Theateraufführung im Park beiwohnen, der festlich illuminiert werden soll.


Marquise de Montespan

Viertes Bild: Vestibül in Schönbrunn

Am folgenden Morgen sind Maximilan mit Graziella und Ferdi aus Istanbul zurück. Während Maximilian und Leopold sich in sein Arbeitszimmer begeben, gehen Leonore und Graziella herzlich aufeinander zu. Graziella berichtet von den Reiseabenteuern und gemeinsam beraten sie den Termin der Hochzeit mit Max. Prinzessin Maria Antonia singt am Fenster lehnend eine traurige Arie, weil sie spürt, dass der liebe Verwandte für sie für immer verloren ist. Um Graziella anzufeinden ist sie zu stolz.

Der Leute vom Geheimdienst stehen plötzlich mit drei Gefangenen an der Tür. Ihre Gefangenen sind Pierre, Colas und Donnedieu, die man in Ketten gelegt hat. Sie hatten versucht, das neue Gemälde zu stehlen, weil die Marquise - wie sie bekennen - es dem Sonnenkönig zum Geschenk machen wollte. Der Geheimdienst hatte die abreisende Kutsche beschatten und den Zoll abgewiesen, das Gefährt zu durchsuchen. Dabei ist das Bild zutage gefördert worden. Madame, eine gute Reiterin, konnte allerdings auf dem Kutschpferd entwischen. Der Geheimdienst wird vom Opernchor gelobt, dass er Ludwigs Mätresse entkommen ließ. Auf diese Weise bleiben diplomatische Verwicklungen erspart.


  Jan Sobieski

DRITTER AKT

Fünftes Bild: Das Wawel-Schloss in Krakau, Konferenzsaal

Zeit ist vergangen. König Jan Sobieski hat zu einer Konferenz geladen, um gemeinsam zu beraten, wie der Gefahr eines Krieges mit den Osmanen begegnet werden soll. Die Teilnehmer sind noch nicht eingetroffen und Jan reflektiert in einer Rückschau über sein Leben.

Sein Monolog beginnt damit, dass zunächst Bilder aus seiner Kindheit auftauchen. Schon die Vorfahren haben ruhmreich gegen die Türken gekämpft. Der Vater, seines Standes Kastellan von Krakau, legt Wert auf ritterliche Tugenden, erklärte dem Heranwachsenden die Kriegskunst und unterrichtete ihn im Reiten, Fechten und Kämpfen. An der Militärakademie von Krakau vervollständigte Jan seine Kenntnisse in Kriegsführung und Politik.

Frankreich, welches er mit seinem Bruder Marek besuchte, faszinierte ihn besonders. Dann rief ihn die Heimat und er zog in den Krieg gegen Saropoger Kosaken und Krimtataren, um erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Anschließend reiste Jan als Geheimbotschafter in die Türkei und studierte die Sprache und Kultur des Landes.

Jans große Liebe gilt Marie Kasimire Louise, einer Hodame der polnischen Königin, mit der er eine glückliche Ehe einging. Marieska, wie er sie zärtlich nannte, schenke ihm zehn Kinder, nicht alle überlebten. Babelune wurde gerade einmal fünf Jahre alt. Seine ehrgeizige Frau öffnete ihm den Zutritt zum französischen Hochadel.

Das Volk beruft Jan zum Feldmarschall. Den ersten Zusammenstoß mit den Osmanen hatte er bei der ersten Belagerung vor Wien. Sein gefährlicher Gegner war der Großwesir Köprülü Fazil Ahmet. Die Schlacht verlief für Jan erfolgreich, so dass die Polen, ihn zu ihrem König ausriefen. Gleichzeitig war er automatisch Großfürst von Litauen. Es ergab sich eine Allianz zwischen Frankreich und Polen, um gegen Brandenburg-Preußen anzutreten.-

Als erster Konferenzteilnehmer erscheint Leopold von Habsburg. Er befindet sich in großer Sorge, dass die Hofburg geschleift und seine Hauptstadt in Flammen aufgehen könnte. Er hat zuvor einige deutsche Kurfürsten aufgesucht, und um militärische Hilfe geworben. Die Situation erläutert er den Umworbenen, dass ihre Länder nicht mehr sicher seien, wenn Wien fällt.


Der Türkenlouis

Der Herzog von Lothringen wird nun vom Zeremonienmeister gemeldet. Er setzt auf militärische Stärke und betont, dass es wichtig sei, sich zusammenzuschließen und einen Führer zu wählen, der den Gegenangriff vorbereitet. Der Türkenlouis, ein alter Haudegen, kommt hinzu und prahlt mit seiner militärischen Stärke.

Alle warten auf Innozenz, der den Besuch der Konferenz mit einer Wallfahrt zur Madonna von Tschentschochau kombiniert hat. Die Wartezeit wird mit einem

BALLETT

überbrückt. Die Theatergruppe des Königs führt einen Krakowiak auf.

Schließlich wird die Ankunft von Papst Innozenz gemeldet. Es hatte einen kleinen Zwischenfall gegeben. Die Karosse des Papstes ist überfallen worden. Seine kostbare Mitra wurde geraubt. Innozenz hat sich mit seinem Hirtenstab tapfer zur Wehr gesetzt, aber gegen die Übermacht kam er nicht an und das wehrhafte Prunkstück wurde ihm entrissen. Innozenz erzählt, dass eine Schar von Gänsen über den Weg getrieben wurde und die Kutsche zum Anhalten zwang. Die Nachhut hat die Räuber zwar verfolgt, konnte aber nichts ausrichten. Seine Heiligkeit reklamiert, dass die Zufahrt zu Jans Schloss mit Gefahr für Leib und Leben verbunden sei.

Jan Sobieski verspricht, dass er den Fall untersuchen und ein Kopfgeld aussetzen wird. Marieska unterstützt ihren Gemahl in seinen diplomatischen Bemühungen und offeriert dem Heiligen Vater eine Schale mit Weichselkirschen, damit er sich wieder beruhigt und die Konferenz endlich beginnen kann. Allgemein ist man sich einig, dass Jan Sobieski der kompetente Mann sei, um die Gefahr zu bannen. Er verspricht, dass seine Generäle einen Plan ausarbeiten werden. Der militärische Einsatz, Wien zu retten, wird allerdings eine Kleinigkeit kosten. Leopold erwägt, nach Venedig zu reisen, um die Republik um finanzielle Unterstützung für die Kriegskasse zu bitten. Bei den Preisverhandlungen darf das Opernpublikum nicht dabei sein, weil sie geheim sind, und deshalb schließt der Vorhang.

Sechstes Bild: Venedig, Dogenpalast

Kaiser Leopold und seine Gemahlin Eleonore sind in Venedig eingetroffen, den Dogen zu bewegen, sich wirtschaftlich zu beteiligen, um das Abendland zu retten. Der Habsburger braucht eine Menge Gold, um die kriegerische Aktion des Polenkönigs zu finanzieren. Den Kronschatz des deutschen Reiches von unschätzbarem Wert, möchte er nicht verpfänden. An Reliquien ist Jan nicht interessiert. Innozenz gab gute Ratschläge und seinen Segen, sonst nichts. Den kunstgewerblichen Zierrat, den er im Kriegszelt Kara Mustafas vorfinden wird, beansprucht der Türkenlouis, weil er mit den Gegenständen in Karlsruhe ein Museum ausstatten will.

Der Doge hört sich Leopolds Vortrag geduldig an. Er sieht die Notwendigkeit einer Allianz ein und ist bereit, die Kriegskasse aufzufüllen, weil auch ihm daran gelegen ist, die Türken militärisch zu schwächen. Die glorreiche Republik soll auch weiterhin die Königin der Meere bleiben. Türkische Korsaren kapern seine Handelsschiffe und beunruhigen das Mittelmeer. Den 'Rat der Zehn' wird er überzeugen, damit dieser seine Zustimmung gibt. Der Patriarch von Venedig ist aus dem Markusdom herüber geeilt um seinen Segen, optisch wirksam ins Bild zu setzen. Ein Jubelchor beschließt feierlich den dritten Akt.


Siebtes Bild: Venedig, Rialto-Brücke

Graziella und Maximilian beginnen ihre Hochzeitsreise in Venedig. Am Canale Grande wartet eine Gondel auf sie. Ein Liebesduett des glücklichen Paares schließt sich an, nachdem das musikalische Zitat von Johann Strauss verklungen ist. Das Paar freut sich, dass es sich gefunden hat, glücklich miteinander ist, und voraussichtlich reichlich Nachwuchs entstehen wird. Es hofft, dass die Türken bald abziehen, damit es in Frieden leben kann. Das Gondel-Lied klingt erneut an.

VIERTER AKT

Achtes Bild: Die Donau, Landesteg

Im dichten Nebel hat ein Passagierschiff angelegt. Der Matrosenchor singt, dass es westwärts gehen wird um der drohenden Gefahr zu entfliehen. Auf dem Schiff befindet sich die kaiserliche Großfamilie mit ihrer Dienerschaft um den Fluchtweg nach Passau anzutreten. Die Ankunft des Kaisers hat sich verzögert und Kaiserin Eleonore sucht den Passagieren die Zeit zu verkürzen, indem sie eine Donau-Sage erzählt:


Die Donau


Die Erzählerin nennt den Titel 'DER DANK DER DONAUXIXE' und beginnt:

An den Ufern der Donau lebte einst ein junger Fährmann, der seine Aufgabe darin sah, mit seinem Boot gegen Entgelt Reisende ans andere Ufer zu bringen. Mit seiner Mutter bewohnte er eine kleine Hütte am Donauufer. Leicht angetrunken, begehrten drei Bauernburschen die Überfahrt und verhielten sich ziemlich ungehobelt. Sie brachten das Boot zum Schaukeln, plantschten mit Händen und Füßen im Wasser und neckten und bespritzen sich gegenseitig. Als das Boot an einer Sandbank vorbei steuerte, nahmen sie eine Nixe wahr, die ein Sonnenbad nahm. Die übermütigen Burschen johlten und beschimpften die Nymphe und wollten ihren Schabernack mit ihr treiben. Der Fährmann dachte nicht daran, anzuhalten und drohte damit, dass er ihnen den Kopf unter Wasser halten würde, wenn sie mit ihrem unflätigen Spott nicht anhielten. Die Verängstigte war in den Fluten untergetaucht, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Burschen hatten nun doch Respekt vor den Fäusten des jungen Schiffers bekommen und verhielten sich für den Rest der Reise manierlich.

Eines nachts klopfte eine Frau mit drei kleinen Kindern an die Tür des Fährmanns und wollte über den Strom gebracht werden. Sie hatte Angst, denn zur Zeit zogen Türken in kleinen Scharen umher, um die Bevölkerung in Furcht und Schrecken zu versetzen. Ihr kleines Heim hatten sie niedergebrannt und die vornehme Frau befürchtete, dass die Bande zurückkommen würde. Der mutige Schiffer ließ sich überreden, die Überfahrt zu wagen, weil ihm die Angst der Frau zu Herzen ging. Doch das Wetter war ungünstig, ein Sturm begann zu toben und die Wellen schlugen hoch. Der Fährmann verlor die Richtung, denn die Laterne war verlöscht und er konnte sein Ziel, zu dem er sich bewegen wollte, nicht mehr ausmachen. Doch plötzlich hörte er eine Frauenstimme von jenseits des Ufers. Er folgte ihrem Zuruf und geleitete seinen Fahrgast mit ihren Kindern ans Ziel ihrer Reise. Die Frau dankte ihrem Retter und versprach ihm eine hohe Belohnung.

Der junge Schiffer sorgte sich nun um seine alte Mutter, die er allein zurückgelassen hatte. Obwohl der Sturm an Stärke zugenommen hatte und arg wütete, entschloss er sich für die Rückfahrt und ruderte in die Finsternis hinaus. Erneut verlor er die Führung und sein Boot drehte sich, wohin der Wind es trieb. Von den Wogen wurde es hin und her geschleudert. Resigniert ließ der Fährmann das Ruder sinken und die Wogen ihr Spiel treiben. Plötzlich stand von einem magischen Licht eingehüllt eine hohe Frauengestalt vor ihm. Sie berührte mit leichter Hand das Ruder und das Fahrzeug gehorchte ihrem Willen. In rasantem Tempo strebte das Boot dem sicheren Ankerplatz zu. Als er sich für den Lotsendienst bedanken wollte, war die Lichtgestalt auch schon verschwunden. Er erkannte in ihr die Nixe, die er damals vor den Pöbeleien der Burschen in Schutz genommen hatte und ihm nun ihre Dankbarkeit bewiesen hat.

Die fremde Frau, die er damals übergesetzt hat, kam tatsächlich zurück, entlohnte ihn reichlich, so dass der mutige Schiffer und seine alte Mutter sich um ihren Lebensunterhalt nicht mehr sorgen mussten.

Schließlich trifft Leopold ein, um seine Lieben und seine Person in Sicherheit zu bringen. Er setzt sein ganzen Vertrauen in die Heerführer und gibt seiner Zuversicht Ausdruck, dass die Generäle, ihre Sache gut machen werden. Vom Kahlen Berg werden sie den brandschatzenden Osmanen in den Rücken fallen. Die vereinigten Heere werden die Türken in die Flucht jagen. Den ukrainischen Kosakenverbänden des Polenkönigs hat das Kriegshandwerk schon immer Spaß gemacht. Schließlich hat Leopold diplomatisch alles gut vorbereitet, erklärt Kaiserin Eleonore, so dass er auf der langen Reise nach Passau nur noch die Marschmusik zur Siegesfeier komponieren braucht. Das Schiff verschwindet im Nebel.“

Eine Wassernixe, welche die Donau personifiziert, sitzt in einem maroden Fischerkahn, der halbversteckt im Schilf liegt. Wie die trojanische Kassandra besitzt die Nixe hellseherische Fähigkeiten, und kündet mit leidenschaftlicher Stimme von dem großen Leid, welches über die Menschen der Donauregion kommen wird. Vorbeischwimmende Leichen beeinträchtigen die Klarheit des Wassers und haben die schöne blaue Donau bereits grün gefärbt. Nebenflüsse führen ihr ständig neue Wassermassen zu, obwohl das Bett ohnehin viel zu klein ist.

In ihrer Vision sieht sie eine Schlacht, in der tote Menschen und Pferdeleiber sich türmen. Mauern bersten und dazwischen donnert das Krachen der Geschütze. Explosionen reißen Löcher in den Schutzwall. Erschöpft bricht sie schließlich zusammen.


Die Schlacht am Kahlen Berg 


FURIENTANZ UND SYMPHONISCHES ZWISCHENSPIEL: DIE SCHLACHT AM KAHLEN BERG

Neuntes Bild: Wien, im Prater

Sinan ist in geheimer Mission nach Wien gekommen. Sultan Mehmet möchte den Krieg verhindern und schickt seinem Großwesir eine Botschaft, dass er Österreich zur Kapitulation auffordern soll. Wenn der Heerführer Leopolds Wien übergibt, ist es den Bürgern freigestellt, ob sie bleiben oder abreisen wollen. Andernfalls sei der Krieg nicht zu vermeiden. Die Urkunde lautet folgendermaßen:

Ich, durch die Gnade Gottes und die Würde des Propheten, von dem aller Ruhm und Ehre kommt, Präsident des Rates und Heerführer des großmächtigsten Kaisers der Türken, des Königs aller Könige der Erde mache Euch, General-Kapitän Starhemberg, dem Anführer des österreichischen Adels, zu wissen, dass ich auf Befehl meines verehrtesten Herrn, des stärksten mächtigsten und unbegreiflichsten Kaisers, mit zahlreichem Heer vor Wien gerückt bin, um diesen Platz seinem Reich einzuverleiben.

Wenn ihr mir ihn übergebt, so werdet ihr alle vom Kleinsten bis zum Größten ungehindert mit allem abziehen, und jene, die hier zurückzubleiben wünschen, im Besitz ihrer Güter geschützt werden. Weigert ihr Euch, ihn mir zu übergeben, so werden wir Euch erstürmen und alles vom Kleinsten bis zum Größten über die Klinge springen lassen. Erkennen aber die Völker Österreichs die guten Gesinnungen, die unser mächtigster Kaiser gegen sie hegt, so werden sie und ihre Kinder nach ihrem Beispiel ihn immerwährend verehren. Friede dem, der gehorcht!“

Nun schaukelt die kaiserliche Familie aber bereits auf der Donau und das Angebot kann dem Kaiser nicht mehr zugestellt werden. Die Würfel sind gefallen. Das Schicksal entscheidet zu Gunsten Österreichs. Die Schlacht ging für die Osmanen verloren und sie begeben sich sich auf dem Rückzug durch Ungarn mit Ziel Belgrad.

Die Situation diskutieren auf einem Spaziergang Maximilian, Sinan, Maria Antonia und Graziella. Der Komponist hat hier ein Quartett vorgesehen, in dem jeder seinen Gefühlen Ausdruck verleiht. Max und Graziella bekunden ihre große Liebe zueinander, während Maria Antonia Gefallen an Sinan gefunden hat. Die privaten Gefühle und die bedrohliche Situation, welche überstanden ist, sind das Thema. Ein Schuss aus einer Pulverwaffe von einem Unbekannten trifft Sinan an der Schulter. Maria Antonia ist besorgt und leistet erste Hilfe. Sinan darf noch nicht sterben, denn im letzten Bild wird er noch als Dialogpartner für Kara Mustafa gebraucht. Ein Aufmarsch von Uniformierten in Siegerstimmung beschließt das Bild.

MARSCHMUSIK

Zehntes Bild: Belgrad, Osmanisches Kriegszelt

SCHWERTERTANZ

Kara Mustafa tut so, als ob er nicht der Verlierer, sondern der Gewinner sei. Er gerät mit Sinan in Streit, der ihm seine taktischen Fehler nachweist und ihm seine Umsturzabsichten vorhält. Für die 'Hohe Pforte' in Istanbul zählt nur das negative Resultat, dass Wien nicht erobert werden konnte.


Kara Mustafa Pascha

Der Großwesir bleibt gelassen und lässt den Gebetsteppich für das Mittagsgebet ausbreiten. Er sieht, dass eine Abordnung der 'Hohen Pforte' sich nähert. Es sind der Janitscharen-Agha, der Oberstkämmerer und der Hofmarschall. Kara Mustafa erkundigt sich, was ansteht. Er erhält zu Antwort, dass der erlauchte Padischah das ihm anvertraute Reichssiegel, die Heilige Fahne und den Schlüssel zur Kaaba abgeben soll. Der Großwesir ahnt, was auf ihn zukommen wird und erkennt die Ausweglosigkeit seines Schicksals. Er bleibt beherrscht und hält sich an das vorgeschriebene Protokoll, welches ein Wortspiel festlegt.

Somit fragt Kara Mustafa „Ist mir der Tod bestimmt?“ „Gewiss, es muss sein!“ antwortet der Oberstkämmerer. Schon kommen die Henker herbei und knüpfen mit Seilen eine Schlinge. Mit eigenen Händen hebt Kara Mustafa seinen Vollbart hoch und sagt: „Legt mir die Schlinge an und macht Eure Arbeit anständig!“ Die todbringenden Seile werden um den Hals des Todeskandidaten geschlungen undkräftig  zugezogen, Dann sinkt Kara Mustafa auf den Teppich. Die Musik eskaliert zum Höhepunkt und der Großwesir gibt seinen Geist auf. 


Die Exekution Kara Mustafas


EPILOG: Die Siegesfeier in Wien

Prinz Eugen tritt vor den geschlossenen Vorhang und verliest in Anlehnung an den 'Codex Austria' eine kaiserliche Proklamation, dass seine kaiserliche Majestät allen und jedem, insbesondere den Handwerksleuten vom Bau, seine Gnade entbietet. Es sei jedermann bekannt, dass durch den feindlichen türkischen Einfall das Land verwüstet und entvölkert worden sei. In der Stadt Wien und im Umland herrsche großer Mangel an Zimmerleuten, Maurern, Steinmetzen, Stukkateuren, Glasern, Tischlern und Schlossern. Egal, woher die Arbeitskraft komme, sei er Meister oder Geselle, dürfen in Wien ungehindert anpacken.

Die 'Allegorie der Donau' aus dem achten Bild erscheint noch einmal und stellt Prinzen Eugen als Mann der Zukunft vor. Auch er wird einen Großen Sieg in der Schlacht an der Theiss über die Türken erringen. Österreich wird zur Großmacht erstarken. Die große Kaiserin  Maria Theresia wird an der Seite ihres Gemahls die Herrschaft übernehmen.

Der Jubel der Opernbesucher wie Klatschen und Trampeln wird als Freude über ein glückliches Austria in die Handlung einbezogen. Ein Militärmarsch beschließt das Musikdrama.


***
musirony April 2010 – Engelbert Hellen

 

 

 

 

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