musirony - Vendetta
 

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Zauber des Balletts


Giuseppe Verdi [1813-1901]

Vendetta



Ballett in 4 Szenen und einem Prolog

Libretto von Ruth Page und Nicholas Remisow
frei nach dem Spiel von Antonio Garcia Gutiérrez


Uraufführung

am 17. Oktober 1951 Théatre de l’Empire, Paris            

Choreographie: Ruth Page
Bühnenbild und Kostüme: Antoine Clavé
Formation: Ballett des Champs Elysées
Ausführende: Sonja Arowa – Wladimir Skuratow -  Jacqueline Moreau – Gérard Ohn
    

Personen:
Azucena, eine Zigeunerin
Manrico, ein Troubadour
Leonore, eine Hofdame der Königin
Graf Luna

Das Geschehen spielt im Spanien des 16. Jahrhunderts



HANDLUNG

PROLOG

Man kann es sich durchaus vorstellen, dass die alte Zigeunerin, welche in das Kriegszelt des Grafen Luna eingedrungen ist, das Kleinkind rauben wollte. Viele Umstände werden nicht gemacht, als abschreckendes Beispiel wird die Alte kurz und bündig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Tochter Azucena gelingt deshalb der Kindesraub, weil sie sich geschickter anstellt. Um den Feuertod der Mutter zu rächen, greift sie sich den Säugling, wickelt ihn in ein schmuddeliges Tuch und verschwindet mit der Last unerkannt aus dem Zeltlager. Ob solcher Zustände kann man sich nur fragen, wo die Amme sich zur Tatzeit herumgetrieben hat.

ERSTE SZENE


Der Kleine wird vom Papa sehr vermisst und er lässt überall nach ihm suchen. Vergebens! Noch nach zwanzig Jahren auf dem Sterbebett bittet er den älteren Sohn, die Suche nach seinem geraubten Bruder nicht aufzugeben. Azucena hat ihn nicht verhext, was man alten Zigeunerinnen gern unterstellt, sondern aufgezogen und Mutterstelle an ihm vertreten. Er nennt sich Manrico und liebt Leonora, eine Hofdame der Königin. Um solche Gelüste zu pflegen, muss man entweder ein hohes Maß an Tüchtigkeit vorweisen können, extrem gut aussehen oder ganz schön eingebildet sein. Zufällig ist Graf Luna auch in Leonora verliebt und hat mitbekommen, dass der Zigeuner seinem Schätzchen nachstellt.

ZWEITE SZENE

Man weiß es nicht, ob Leonore nun gegen ihren Willen im Zeltlager festgehalten wird, von der Königin verbannt wurde oder ob sie Spaß daran findet, die Vorbereitungen für das Kriegshandwerk aus der Nähe betrachten zu können. Unüberlegt lässt sie ihren Bräutigam im Stich und flieht mit Manrico ins Zigeunerlager. Lustig ist das Zigeunerleben! Graf Luna lässt sich die Geliebte nicht einfach ausspannen und hat den neuen Aufenthaltsort der beiden ausgekundschaftet. Es kommt zum Duell, welches Manrico gewinnt. Zum Todesstoß kann der Troubadour sich allerdings nicht entschließen. Wo soll man den toten Grafen unauffällig verstecken?

Das Blättchen wendet sich. Mit Großzügigkeit, die einer Dummheit gleichkäme, hat Luna nichts im Sinn. Die beiden Liebenden werden eingekerkert und Manrico der Folter unterzogen.

DRITTE SZENE

Leonore möchte sich die Tortur nicht länger anschauen und verspricht dem Grafen die Ehe, wenn er ihren Liebsten in Ruhe seines Weges ziehen lässt. Luna, anstatt über Alternativen nachzudenken, lässt sich wonnetrunken auf den Schwindel ein.     

VIERTE UND LETZTE SZENE

Die prunkvolle Hochzeit wird vorbereitet und Luna freut sich schon aufs Ehebett, doch Leonore spielt falsch. Manrico wird frech und klagt Leonore des Verrats an ihrer Liebe an. Um das Opfer, welches sie für ihn bringt, anzuerkennen, fehlt ihm leider die Grütze und er macht dem armen Mädchen auch noch Vorwürfe. Ihr reicht es nun endgültig und sie schluckt von dem Gift, welches sie schon die ganze Zeit in ihrem Kulturbeutel mit sich herumträgt. Zur toten Leonore gesellt sich der tote Manrico, den der enttäuschte Luna wutentbrannt ersticht. Nun ist endlich auch für Azucena die Stunde der Rache gekommen. Sie verkündet lauthals und voller Schadenfreude: ‚Ätsch, das war dein Bruder’.


Armer Luna! Hat er vom Schicksal doppelte Strafe verdient?            

Anmerkung:

Gegenüber der Oper hat das Libretto des Balletts den Vorteil, dramatisch geschickt aufgebaut und ein bisschen schlüssiger zu sein. Niemals wird sich eine ernstzunehmende Alternative zur Oper ergeben. Das Ohr verlangt nach den glutvollen Melodien. Aus dem Inhalt ein Ballett zu konzipieren, war sehr mutig. Mit ‚La Traviata’ hat man gleichfalls solche Experimente angestellt.


***
musirony 2007 - Engelbert Hellen

                       

  


        

           

 
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