musirony - Till Eulenspiegel (Karetnikow)
 

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Schöne Oper - selten gehört



                                                                                         Till und Nele

 Nikolai Karetnikow [1930-1994]

Till Eulenspiegel

 Тиль Уленшпигель

Til' Ulenspigel

Singspiel in zwei Akten

russisch gesungen

 op. 26, entstanden 1965-1985

 Libretto von Pavel Lungin und vom Komponisten
nach dem Roman von Charles de Coster

  Uraufgeführt am 30. Oktober 1993 in Bielefeld
unter dem Dirigenten Geoffrey Moul

 Dauer der Aufführung etwa 150 Min. 

Charaktere:

Klaas, ein Köhler (Bass)
Sootkin, seine Frau (Sopran)
Till, genannt Eulenspiegel, beider Sohn (Bariton)
Joost, Tills Onkel, (Bass)
Lamme Goedzak, Tills Freund (Tenor)
Kaleken, seine Frau (Alt)
Katline, Mutter NeTills spätere Frau (Sopran)
Ein Fischhändler, Klaas' Nachbar (Tenor)
Die Wirtin, der Mönch, der Admiral, der Richter, der Henker
Drei Komödianten
Kaiser Karl V., König Philipp II., Graf Wilhelm von Oranien, Graf Egmont, Graf Hoorn
Geusen, Spanier, Bürger und Mönche

und weitere

Das Geschehen spielt in der Niederlande zwischen 1565 und 1568


INHALTSANGABE

Prolog:

Der Oper vorangestellt wird die Taufe des tragisch-komischen Titelhelden. Es mutet seltsam an, dass anstelle der Eltern des Kindes eine Wahrsagerin zur christlichen Zeremonie geladen ist. Während der Taufpate dem Priester die gewohnten Antworten gibt, schaltet diese Person, welche vorgibt, mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet zu sein, sich in den Dialog ein und spricht von vielen bösen Geistern, die dem Täufling schaden werden. Der Taufpate wendet ein, dass sie diese wohl nur im Traum gesehen haben kann, doch Katline besteht darauf, dass ihr geistiges Auge intakt sei. Zur gleichen Zeit wie Till sei auch der spanische König Philipp geboren worden, der auf verhängnisvolle Weise mit dem Schicksals von Flandern und der Niederlande und damit auch dem von Till verbunden sein wird.

Erster Akt:

Die Zeiten sind schwer geworden, aber unser Täufling hat sich zu einem Spaßvogel entwickelt. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ ist seine Devise. Auf dem Marktplatz von Damme verschaukeln Till und seine Freundin Nele die Bevölkerung und weissagen ihr glückliche Zeiten. Nicht im Sinne der spanischen Besatzer ist, dass er sich über die Kirche lustig macht und einen Mönch beleidigt hat. Till wird aus Damme verbannt und Nele ist ihm böse, weil sie nun drei Jahre von ihm getrennt sein wird – und alles wegen seiner unangebrachten Späße.

Auf der Landstraße trifft er auf den korpulenten Ulkvogel Lamme. Dieser wurde von seiner Frau verlassen, will aber nicht erklären, warum sie davon gelaufen ist. Beide werden Kumpel und machen sich auf den Weg nach Gent. Sie treffen auf eine Prozession von Flaggelanten, die von Tills Onkel Joost, ebenfalls ein Spaßvogel, angeführt werden. Das Geld, welches er den Pilgern abnimmt, soll Till dem Prinzen von Oranien bringen, der die Geusen, eine Gruppe von Widerstandskämpfern anführt. Als Losung wird ausgemacht, dass Till wie ein Hahn kräht. Unter den Pilgern gibt es eine Rauferei und Lamme wird verprügelt.

Die Grafen von Egmont und Hoorn können sich mit dem Prinzen von Oranien nicht einigen, ob sie die Besatzung Spaniens dulden oder Widerstand leisten sollten. Spanische Spione verhaften Till in einem Wirtshaus. Doch die Geusen stürmen das Lokal und versetzen Till in die Lage, ihnen die Geldspende von Onkel Joost zu überreichen.

Im fernen Spanien hat Karl V. dem Thron entsagt und Philipp Platz gemacht. Zum Karneval in Damme verliest ein Herold die Proklamation, wie der neue König regieren wird. Joost trifft seinen Bruder Klaas in der Menge und ängstigt sich, weil die Inquisition hinter ihm her sei. Sicherheitshalber übergibt er ihm seinen kostbarsten Schatz, eine flämische Bibel. Der Vorgang wird von einem Fischhändler beobachtet, der annimmt, dass es sich bei der Übergabe um Geld gehandelt habe. Er denunziert Klaas bei den spanischen Wachen, so dass er daraufhin festgenommen wird. Auf dem Rathausplatz in Damme wird ihm wegen Beherbergung eines Ketzers und dem Besitz einer flämischen Bibel der Prozess gemacht. Zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, kann Till ihm nicht helfen, weil seine Verwandten ihn aus Furcht vor Einmischung unter Verschluss halten. Doch die Henker finden ihn und seine Mutter Sootkin, und wollen in Erfahrung bringen, wo das Geld ist, welches sie angeblich von Joost bekommen haben sollen. Sootkin hält die Folter nicht durch und stirbt auf der Streckbank.

Till ist ratlos, wie er nun weiterleben soll. In einer Vision erscheinen ihm Satan und die Himmelsmächte, die ihn aber in Verzweiflung zurücklassen. 'Wer Wind sät, erntet Sturm!' Till entscheidet sich für den Sturm und flüchtet ins Feldlager der Geusen.

Zweiter Akt:

Unterwegs beklagt sich Lamme, dass er müde sei und will nicht mehr weitergehen. Eine Abordnung spanischer Soldaten hält die beiden an und raubt sie aus. Lamme empört sich und ist nun wieder bereit, für die Freiheit zu kämpfen.

In einer Seeschlacht gegen die Spanier kämpfen beide Seite an Seite mit den Geusen und gewinnen die Oberhand. Inzwischen wartet Nele in der Wohnung ihrer Mutter auf ihn und bittet diese, von ihrer Hellsichtigkeit Gebrauch zu machen und ihr zu sagen, wo sich Till derzeit aufhält. Anstelle einer vernünftigen Auskunft prophezeit ihr Katline die Hinrichtung der Grafen Hoorn und Egmont. Vom Fischhändler werden sie beobachtet. Er interpretiert die Situation so, dass die Alte eine Hexe sei. Sie gerät in die Fänge der Inquisition und wird zur Feststellung ihrer Schuld der Wasserprobe unterzogen. Schwimmt sie oben, ist sie schuldig; geht sie unter, ist sie keine Hexe - aber tot. Die Logik ist umwerfend; Katline überlebt die Prozedur nicht und stirbt in den Armen ihrer Tochter.

Inzwischen feiern Till und Lamme in Amsterdam ihren Sieg, sind lustig und singen und tanzen mit der Bevölkerung. Ein paar Mönche, die von den Geusen gefangen wurden, werden aufgehängt. Da Till mit seinem Degen versucht hat, die Mönche zu befreien, gerät er bei den Geusen in Verdacht, ein Verräter zu sein. Lamme argumentiert, dass Till sich in der Schlacht heldenhaft verhalten habe, erzielt aber beim Admiral kein Gehör. Die Schlinge wird dem Verdächtigten um den Hals gelegt. Doch in diesem Moment löst sich Nele aus der Menge und verlangt, dass man den Gefangenen freilässt, weil sie ihn zum Mann nehmen möchte. Gemäß altem Brauch kann der Admiral ihr den Wunsch nicht abschlagen! Noch unter dem Galgen wird geheiratet.

Seine neuen Freunde haben keine Muße mit den beiden Hochzeit zu feiern. Sie sind auf Plünderung aus und wollen sich an der Hinrichtung der Mönche ergötzen. Alleingelassen wird das Paar auch von Lamme, der in der Ferne die Stimme seiner Frau erkennt. Kaleken singt ein Lied – das Paar findet wieder zusammen und beschließt, den alten Hausstand fortzuführen.

Till und Nele verbringen die Nacht in den Dünen und die beiden suchen anschließend ihren alten Wohnort auf. Tills Elternhaus wurde gebrandschatzt und überall im Hof liegen Erdhaufen. Geistesgestört hat der Fischhändler überall nach dem ominösen Geld gesucht, weil er vermutet, dass Klaas es irgendwo vergraben hat. Vor dem zurückgekehrten Sohn weicht er ängstlich zurück, fällt in den Brunnen im Hof und ertrinkt.

Nun sind Till und Nele ganz allein und abermals ergibt sich die Frage, wie das Leben weitergehen soll. Nele bemächtigen sich Katlines Zaubertrank und gemeinsam schlafen sie ein. Doch Till war zu gierig, hat die zumutbare Dosis nicht eingehalten und ist tot. Nele bettet den Kopf des Entschlafenen auf ihrem Schoß.

Doch jetzt beginnt das Bühnenwerk wieder mit dem Prolog. Es erscheinen Tenor, Bass und Bariton und Till wird ins Leben zurückgetauft. Man hält sich an den Händen und beginnt zu singen, zu tanzen und feiert auf diese Weise nach Singspielmanier Till Eulenspiegels Unsterblichkeit.

Anmerkung:

Charles de Coster erzählt die Geschichte von Till Eulenspiegel ganz anders, als sie in deutschen Schulbüchern stehen. Hier wird nur die burleske Seite hervorgehoben, aber der belgische Autor lässt die Tragödie der spanischen Okkupation, unter der Flamen und Niederländer litten, als Rahmenhandlung neu erstehen. Till ist vielleicht nur deswegen lustig, weil das persönlichen Schicksal vom tragischen Verlust aller nahen Verwandten sonst nicht zu ertragen wäre. Der Librettist lässt seinen Helden auch nicht sterben, sondern sichert ihm die Unsterblichkeit.

***
2012 musirony - Engelbert Hellen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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