musirony - König Gesar
 

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Mythos Fernost




Peter Lieberson [geb. 1940]

König Gesar

King Gesar



Oratorium in sieben Bildern

Libretto von Douglas Penick
nach tibetanischen Quellen

englisch gesungen

entstanden 1988, Dauer knapp 60 Minuten


Darsteller:

Gesar,  König von Ling
Dzeden, Seine Mutter
Padma Sambhava, Sein Lehrer
Kyang Go Karkar, Sein Pferd
Sechang Dugmo, Seine Gemahlin
Tampagyaltsen, Sein Schwiegervater
Todong, Sein Onkel
Singlen, Vormaliger König von Ling
Manene, eine Göttin
Tirthikas, Gegnerischer König 

Tibet in legendärer Zeit





HANDLUNG

PART I: INOVOCATION TO GESAR (Ankündigung Gesars)

Der Ruf nach Rettung erschallt laut und anhaltend, wenn es dem Menschen auf dieser Erde schlecht geht. Häufig künden Propheten oder Schriften einen König an, der mit außerordentlichen Gaben ausgestattet, für Abhilfe sorgt. Es mag erstaunen, dass die Überlieferung von König Gesar am Schluss des ersten Gesanges die Zerstörung einer Welt beschreibt, die auf die heutige Zeit passen könnte. In machtvoller Sprache dröhnt der Report folgendermaßen:

Unsere Erde ist verwundet und ihre Ozeane und Seen sind krank. Ihre Flüsse sind gleich rinnenden Geschwüren. Die Luft ist angefüllt mit subtilem Gift. Quälend ätzt der ölige Rauch unzähliger höllischer Feuer. Der Tag ist zur Nacht geworden. 

Deformierte Fische wurden geboren. Vögel fallen leblos vom Himmel. Wälder und Wiesen verdorren. Tiere rennen vergeblich um Schutz und Nahrung zu suchen. Sie brechen zusammen und sterben. 

Männer und Frauen ziehen fort aus ihrer Heimat und verlassen Familien und Freunde, wandern einsam und unsicher umher, versenkt von einer vergifteten Sonne, als Beute leerer Sehnsucht, fremder Krankheiten und plötzlichem Tod. Unruhig ist die Nacht - keine kühlende Zeit -  durchdrungen von wilden Schreien und mörderischen Phantomen.

In dieser Wüste blinder Unsicherheit nimmt mancher Zuflucht in der Verfolgung von Macht, der Beschäftigung von Wissenschaft und Technik. Manche gewinnen Halt durch Illusion und Betrug. Andere suchen Zuflucht in Bereichen der Selbstzufriedenheit. Einige bauen sich einen goldenen Wall von bescheidenem Reichtum. Wenn Güte und Tapferkeit in dieser Welt noch wohnen, dann als flackernder Schatten.

Zustände wie diese verlangen nach Ablösung. Wann wird der verheißene Löwenkönig kommen. Ist er schon unterwegs? Man betet unaufhörlich! 

Als unermessliche spiegelgleiche Ausdehnung, unbelastet von dem Schatten von Geburt oder Todesfurcht, bietet sich der Himmel dem Betrachter. Wohlriechend und dicht steigt von den brennenden Kohlen der Rauch des Wacholders empor. Von dieser parfümierten Brücke aus Rauch und Sehnsucht steigen wie ein gewaltiger Sturm Krieger herab, den wogenden Rauch als Brücke nutzend. Ihre goldenen Rüstungen und Stahlschwertklingen glitzern wie der Blitz. In ihrer Mitte reitet der große und immer jugendvolle Eroberer Gesar, König von Ling. Er herrscht über die hohen Schneeberge und die wogenden Ebenen. Er besiegt Furcht, Zweifel und Korruption. Betrug in den Herzen der Männer erkennt er sofort. Er ist der große Freund und Beschützer allen Lebens. 

Sein rötlich braunes Gesicht ist unerbittlich und seine dunklen Augen funkeln unergründlich. Das grausame Tigerlächeln ist verlockend. Der Helm aus glänzendem Kristall blitzt wie die Sonne und sein silberner Schild scheint wie der Mond. Das Kettenhemd sitzt wie angeschmiedet. Er trägt einen Köcher aus Tigerfell und seine Pfeile leuchten von selbst. Sein Leopardenhaut-Bogenkasten hält den schwarzen Bogen des Nordwindes. Sein scharfes Kristallschwert ist unbesiegbar. Weisheit von spontaner Befreiung kommt aus seinem Mund. Mit seiner rechten Hand hebt er eine furchterregende Peitsche, die alle Betrüger schlitzt und mit seiner linken hält er das Siegesbanner. Mit Sattel und Zaumzeug aus Purpur und Jade reitet der Erhabene das Wunderpferd Kyang Go Karkar, den Wind der Winde. 

Gesar und die Gruppe der Krieger galoppieren von der Brücke aus wogendem Rauch und betreten irdisches Festland. Gleich einem Sturmwind durchkreuzen sie der Wüste Ebene. Der Donner und das Gebrüll überwältigt die Furchtsamen und ihre anhaltenden Schreie lähmen alle Feigen. Gesar kommt gleich einem Rad aus Eisen, rollend quer über den Himmel und die Erde verhält sich still. So die Vision! 


PART II: THE BIRTH OF GESAR (Gesars Geburt)

Um ihre Abstammung zu vertuschen, hat sich die Drachenprinzessin Dzeden in die Gestalt eines hübschen jungen Mädchens verwandelt. Warum auch nicht, wenn man die Fähigkeit dazu hat? Zu bedauern ist sie trotzdem, denn sie musste wegen Familienstreitigkeiten fortwandern und lebt jetzt einsam und ängstlich im Nebel unten am See. Als Dienerin hat der betagte König Singlen sie zu sich genommen. Er gewährt ihr Schutz und Unterhalt. Eines Tages – Singlen ist bei seinen Pferden auf einer entfernten Weide -  überkommt sie Müdigkeit und Sorge. Sie fällt in tiefen Schlaf und hat einen Traum. Über einen bunten Regenbogen hinabgleitend, eskortiert von einem Gefolge von sechshundert Leuten mit Wimpeln und Schirmchen, steigt eine hehre Gestalt in blitzender Rüstung vom Pferd und kommt auf sie zu. Der Hoheitsvolle, göttlichen Ursprungs, trägt eine Vase, gefüllt mit Nektar und erklärt, dass in dem Gefäß die Entstehung des zukünftigen Königs von Ling begründet liege. Dieser wird eines Tages die Dämonen der acht Himmelsrichtungen besiegen, wenn Dzeden von dem Nektar trinkt. Die Aufgeforderte gehorcht ohne Widerspruch und sofort danach verschwindet das Traumbild. 

Nach Hause zurückgekehrt, wird Dzeden krank und sie fühlt sich elend.
Des Königs eifersüchtige Frau verdächtigt das Mädchen, sich mit ihrem Gemahl eingelassen zu haben und jagt es davon. Sterbensmüde legt die Unglückliche sich ins Gras und hat erneut einen Traum. Von der Spitze eines weißen Regenbogens wird ihr Kopf berührt und es erscheint die Vision eines männlichen Kindes, weiß wie eine Muschel. Es dreht sich um sich selbst und singt dreimal: Mutter, du wirst belohnt sein, für die Freundlichkeit, die du mir gezeigt hast. Danach verschwindet es in den Himmel. In der folgenden Nacht hat Dzeden erneut einen Traum, in der ihr ein flammenfarbener Junge erscheint, der ihre rechte Schulter berührt. Er singt die gleichen Worte und verschwindet auf gleiche Weise. Es kommt in der nächsten Nacht ein blauer Junge, der die linke Schulter antippt und ein türkisfarbener Junge lässt in der nächsten Nacht nicht auf sich warten. Etwas anders gestaltet sich die fünfte Nacht. Ein Sonnenstrahl berührt ihr Herz und ein Mädchen im Gewand einer Gottheit singt die gleichen Worte. Es vergehen ein paar Tage – Dzeden fühlt sich gar nicht wohl – und eine Stimme, die aus ihrem Herzen kommt, gibt Anweisungen: Die Mutter soll nicht erschrocken sein, aber schauen, wann es Zeit sei, zu gebären.

Die Angeredete glaubt, von einem Dämon gefoppt zu werden, lässt sich aber nichts anmerken und fragt, was sie tun soll. Sie soll bei den Tieren der Herde schauen, wie es bei der Geburt zugeht. Wenn ein Regen von weißem Reis vom Himmel fällt, wenn goldene Blumen blühen und der Grund bedeckt ist mit rotem, gelben, blauen und schwarzen Schnee, sei ihre Zeit gekommen. Die Unterweisung, den Rindern bei der Geburt zuzuschauen, war völlig überflüssig, denn es kommt alles ganz anders. Unerwartet ertönt plötzlich eine Stimme. „Mammi ich komme! Ich werde aus der Krone deines Kopfes geboren. Bitte nicht erschrecken.“ Dzeden fasst sich an den Kopf, der sich an der Stirn öffnet und ein Ei mit der Markierung von drei schwarzen Flecken springt heraus. Sorgfältig wickelt sie es in ein Tuch und eine Weile später bricht die Schale auf. Ein kräftiger rotbackiger Junge steigt aus dem Ei. Dzeden nimmt ihr Kind in den Arm und schaukelt es liebevoll. Eine Prophezeiung weist darauf hin, dass der zukünftige König von Ling einem Ei entschlüpfen und in bescheidenen Verhältnissen aufwachsen wird. An Stärke und Intelligenz wird er allen Gleichaltrigen überlegen sein.

Der Hass seines Onkels Todong, des Beherrschers von Ling, wird ihn unnachgiebig verfolgen. Deshalb flieht seine Mutter mit ihm in die Wildnis, wo er mit ihr in Einsamkeit leben und zu einem jungen Mann heranwachsen wird. 

Was Peter Lieberson und sein Librettist dem Konzertbesucher verschweigen, damit die Geschichte nicht zu bunt wird, ist die Bedeutung der drei schwarzen Sprenkeln auf der Eierschale. Das Kind, welches dem Ei entsprungen ist, hatte drei Augen. Eins davon hat die Mutter sofort herausgerissen, weil man mit einem überzähligen Auge nicht herumlaufen kann, ohne sogleich aufzufallen.

PART III: GESAR IN THE DESERT (Gesar in der Wüste)

In den Jahren, die er mit seiner Mutter in der Wüste verbrachte, wuchs Gesar zu einem jungen Mann heran. Seine Kräfte waren unermesslich und sein Körper geschmeidig und biegsam. Sein unvergleichliches Charisma hatte eine Anziehung, die man nur mit der Sonne vergleichen kann.

Am gleichen Tag wie er selbst wurde auch sein Pferd Kyang Go Karkar geboren. Es hat die Attribute eines Wunderpferdes und ist mit außergewöhnlichen Eigenschaften ausgestattet. Die beiden wirken wie aus einem Guss, wenn sie in wildem Galopp über die Ebene dahinschießen. Alles Phänomenale spricht ihn an und er nimmt seine Umgebung als Spielzeug wahr. 

Seine Mutter sieht ihn aufwachsen und beobachtet ihn mit Liebe und Stolz. Aber manchmal, wenn er sich unbemerkt glaubt, scheint es ihr, als ob er plötzlich transformiere -  in eine Armee oder in eine Karawane, in einen großen Adler oder in einen leuchtenden Blitz. Und manchmal wenn sie abends still am Feuer sitzen, scheint er zu verschwinden und an seinem Platz befindet sich ein winziger Hügel, eine kleine Schnecke oder ein alter Asket, eine Maus oder ein Tiger. Diese Dinge sind verwirrend, obwohl sie als Drachenprinzessin mit ihren Zauberkünsten auch schon für Verblüffung gesorgt hat. Manchmal muss sie auch lächeln, wenn sie sieht, wie er mit Wurzeln und Beerensammeln den Tag verbringt oder die Herden hütet. Es macht ihr Leben zufrieden! 

Eines Morgens wacht Gesar auf und sieht zu seinem Erstaunen Padma Sambhava, den Lotosgeborenen, vor sich sitzen. Vom östlichen Himmel ist er herabgestiegen und seine Stimme dringt wie ein Messer in sein Herz. 

Der große Lehrer spricht zu ihm, dass der Löwenkönig von Ling nun aufwachen soll. Er sei ein Mann geworden und das traumhafte Leben vom Frieden sei nun zu Ende. Er fühle sich mit ihm eins und werde ihm den Weg der Tugend in allen Bereichen des menschlichen Lebens zeigen.

Seine Aufgabe sei es, die Höllenfürsten zu überwältigen und ein Königreich der Aufklärung zu begründen, in dem die Menschen in Würde leben können. Den Trug dieser Welt wird er kennen lernen, aber die Herzen der Menschen fliegen ihm zu. Nicht immer werden die Untertanen ihn verstehen und seine Aktionen wirken auf sie befremdlich. Was aussieht wie Täuschung und Verführung, Tücke, Grausamkeit und Schlächterei, dient allein der guten Sache. Er zeigt den Männern den Weg des wahren Kriegers. Wie ein unbeirrbarer Pfeil wird sein Herz durch diese Welt fliegen, denn das magische Wappen der Freiheit hält er in seinen Händen. Jede gewünschte Form kann er sich geben und er eintreten wird er in das Herz und das Leben aller. Der wahre Pfad des Königs liegt vor ihm. 

Nun sei es Zeit für ihn, zu handeln. König Singlen, von dem manche denken, er sei sein Vater, hat sein Land verlassen, um sein Leben spirituellen Praktiken zu widmen. Gesars machtgieriger Onkel Todong richtet seinen Blick auf den Thron wie ein Hund nach dem leckeren Fleischhappen Ausschau hält. Nun sei die Zeit für ihn gekommen, um sein Königreich zu etablieren. König soll er werden und ohne Verzögerung agieren.  So sagt der große Lehrer, bevor er auf einer Brücke von entflammbarem Sonnenlicht wieder in den Himmel aufsteigt. Noch am gleichen Morgen reisen Gesar und seine Mutter ab nach Ling.





PART IV: THE HORSE RACE (Das Pferderennen)

Während Mutter und Sohn heimwärts reiten, denkt sich Gesar eine Strategie aus, um Todong auszutricksen, damit er von seinem vermeintlichen Anspruch auf den Thron verzichtet und ihn, Gesar, zum König favorisiert.

Er hat vor Jahren in Erfahrung gebracht, dass Todong die Vorstellung hat, häufig göttliche Botschaften zu erhalten, die ihm die Raben zukrächzen, welche um sein Haus fliegen. Als sie noch zwei Tagereisen von Ling entfernt sind, verwandelt Gesar sich in einen Raben und fliegt zum Fenster des Gemaches, in dem sein Onkel schläft. Er weckt ihn mitternächtlich aus dem Schlummer und krächzt: „Heil! Todong, zukünftiger König von Ling! Ich komme vom Reich der Götter, um dir zu helfen. Erzähle dem Volk, dass König Singlen auf seiner Pilgerfahrt gestorben sei, und ein Nachfolger gefunden werden muss, andernfalls wird Ling fallen. Verbreite ferner, dass der alte Geizkragen Tampagyaltsen dem neuen König sein Erbe zu vermachen hat. Seine Tochter Sechang Dugmo, welche so schön und stolz einhergeht, soll der neue König zur Frau bekommen. Erzähle es jedem, dass der zukünftige Herrscher von Ling den geheimen Schatz heben wird, der im Berg Magyel Pomra verborgen liegt.“ 

„Aber wie wird mir das alles gelingen“ stottert Todong, der nun völlig erwacht ist. „Ordne an, dass ein Pferderennen stattfinden wird“, antwortet der Rabe, „von welchem keiner, weder reich noch arm, jung oder alt ausgeschlossen werden darf“. Der beste Reiter des Landes wird siegen und König von Ling sein, Sechang Dugmos Ehemann, Tampagyaltsens Erbe und der einzige Besitzer von Magyel Pomras sagenhaftem Schatz. 

Todong hat keinen Zweifel, dass er das Rennen gewinnen wird und ist so aufgeregt, dass er seinen Ohren nicht traut. „Todong soll das allerbeste Pferd wählen und nicht zweifeln - der eiserne Wille mache ihn zum Sieger“. Und dann fliegt der Rabe davon. 

Der Gefoppte ist überglücklich, dass er sogleich seine Frau weckt und ihr erzählt, was er gerade in Erfahrung gebracht hat. Aber sie, welche ihren Mann allzu gut kennt, ist voller Zweifel. Vor Gier und Lustgefühlen habe er sich verlaufen. Betrunken sei er! Ein Vogel sei ein Vogel und verbreitet keine göttlichen Botschaften! Wenn er diesen Weg einschlägt, wird er es bereuen. Im Geiste sieht Todong sich bereits als König mit einem jungen Weib und sagenhaftem Reichtum. Von seinem Entschluss lässt er sich nicht abbringen. 

Am nächsten Tag ladet er die Bürgermeister von den zehntausend Dörfern vor und erzählt ihnen vom göttlichen Befehl. Das Rennen wird beschlossen und soll in drei Tagen stattfinden. Alle stimmen zu, dem Gewinner soll alles zufallen, so wie der Rabe es verfügt hat. 

In einem breiten Tal von etwa fünf Meilen Länge findet das Rennen statt. Am fernen Ende befindet sich ein goldener Thron unter einem gelben Baldachin, der die Ziellinie markiert. Dort warten die Stammesältesten und die Edelfrauen, unter Ihnen Tampagyaltsen und seine Tochter, beide in goldenen Brokat gekleidet. Das Mädchen trägt Türkise und Korallen. Perlen hat sie sich ins Haar gesteckt. Am anderen Ende des Tales haben sich haufenweise Reiter aus dem Königreich eingefunden. In schmuckem Pelzwerk und seidenen Unterkleidern sitzen sie auf ihren schnellen Pferden. In die eingeölten Schweife und Mähnen der Pferde sind rote und blaue Bänder eingeflochten. Klingende Glöckchen hängen vom Nacken und die Sättel sind mit bunten Decken belegt. 

Strahlender als alle andern kommt der alte Todong daher. Seine Robe ist aus dunkelblauem Stoff mit türkisfarbenen Borden und trägt goldene Knöpfe. Das wiehernde Pferd hat eine pechschwarze Mähne; die gleiche Dunkelheit weist der Schweif auf. Der Sattel ist mit Häuten von Eidechsen überzogen und trägt goldene Beschläge. 

Voller Begehren schaut Todong das Tal hinunter, wo die schlanke Figur von Sechang Dugmo seiner harrt, strahlend wie eine Gottheit im Sonnenlicht. Zuversichtlich fühlt er, dass es gar nicht anders sein kann, als dass er siegen wird. Sein Blick verfinstert sich, als er den schmuddeligen Jungen, der mit einem klapperdürren Gaul auf ihn zu kommt, als Sohn seiner Schwester ausmacht. Offenbar reitet er ohne Sattel. Todong beschimpft ihn als miserablen Spross von Dzeden und fragt ihn, was er sich eigentlich einbilde, hier zu erscheinen, um am Rennen teilzunehmen. Wie eine Geiß auf einem Esel schaue er aus. Seine unterschwellige Furcht lässt er sich nicht anmerken, weil sein nörgelndes Weib sich an seiner Seite aufhält. Eine kühlende Brise gibt ihm seine Zuversicht zurück. 

Gesar bleibt gelassen inmitten des allgemeinen Gelächters. Der Älteste, der das Rennen organisiert, ruft aus, dass es gegen die Regel verstoßen würde, jemanden vom Rennen auszuschließen. Seine Worte zeigen Wirkung und alle Teilnehmer begeben sich zur Startlinie. Pferde, Schnauben, Stampfen und Stolzieren prägen das Bild. Die Reiter greifen nach den Zügeln und warten angespannt auf das Startsignal. Sie rempeln gegeneinander, um sich eine günstige Position zu verschaffen. Plötzlich richtet sich das rote Banner auf. Seinem Wunderpferd flüstert er zu, es solle mit seinem Huf ausholen und dem Rivalen wie dessen Pferd einen kräftigen Tritt versetzen. Todongs prächtiger Gaul stürzt zu Boden und sein Reiter fällt aus dem Sattel. Bittere Vorwürfe kommen aus dem Mund des Onkels. Dieser will wissen, warum sein Neffe ihm diese Schmach bereite. Nun, der Onkel will ihn um sein Erbe betrügen und außerdem stehe das stattliche Streitross im Wege, um die Markierungslinie zu erreichen. Der Thronbaldachin ist schon in Sicht. Gesars Wunderpferd erreicht das Ende der Rennstrecke und geht mit einem mächtigen Satz ins Ziel. Die übrigen Wettbewerber hat er weit hinter sich gelassen. Ungläubig schauen die Vornehmen und schönen Frauen auf den schmuddeligen unterernährten Lumpen und seine Schindmähre, der nun als Sieger lachend vor ihnen steht und nach den Spielregeln nun ihr König ist und die schön geschmückte Sechang Dugmo zur Frau bekommen wird. 

Nun ist die Zeit für Gesar gekommen, sich zu transformieren, um seine wahre Identität zu offenbaren und seine Ansprüche vorzutragen. Der Himmel ist wolkenlos und dunkelblau und die Sonne scheint in strahlendem Licht. Ein herrlicher Tag! Gesars goldener Helm blitzt und die weißen Bänder flattern im Wind. Sein Schild und seine Rüstung erglühen. Furchterregend starren die blanken Waffen. Die Edlen und schönen Frauen verbeugen sich, ebenso Tampagyaltsen und seine schöne Tochter.
Das Rennen beginnt. Zu den Schreien und Zurufen ihrer Reiter wirbeln tausend Pferde die Erde auf und hinter ihnen steigt eine große Staubwolke in den Himmel. 

Gesars Herz bleibt kühl. Es pulsiert gleichmäßig wie ein Gebirgsbach. Der Reiter von Kyang Go Karkar hält die Zügel straff in der Hand. Das Tier bewegt sich nicht. Beide warten, bis die Staubwolke am Horizont verschwunden ist, um dann plötzlich in geheimer Übereinstimmung wie ein Blitz loszuschießen. Die Funken sprühen unter den Hufen und Ross und Reiter steigen auf wie ein Adler in den Himmel, um die Welt von oben zu betrachten. Sie fliegen durch die Luft und genießen die Bewunderung der Reiter tief unter ihnen. Gesar spornt sein Zauberpferd an und schon bald befinden sie sich an der Spitze der Wettbewerber. Todong hat er mühelos eingeholt und Gesar lacht, als er auf seinem Gesicht erschrockene Überraschung erkennt.

Des Königs machtvolle Rede ist klar und eindeutig. Er verweist auf sein Vorhaben, das Licht in der Dunkelheit zu sein, die Feinde zu vernichten und den Wohlstand zu mehren. So wie es geschrieben steht und die Prophezeiungen es verkündet haben, ist er der wahre König von Ling. Ob man darüber enttäuscht oder erfreut sein wird, verändere die Sache nicht. Es verhält sich nun mal so! Er beschafft das Essen für ihren Hunger und sei die Geißel der Korruption. Das Schwert der Wahrheit hält er in der einen und die Medizin des Friedens in der anderen Hand. Die Zeit seiner Königsherrschaft sei nun gekommen. Ob man sie fürchtet oder sich freue, ihm ist es gleich, es ist nun einmal so. Die Menge liebt den Glanz und die großen Worte und ihre Herzen fliegen dem Verkünder großer Taten zu. 

Er ist nun der Herrscher dieses rauen und strahlende Landes mit den schneebedeckten Bergen und den kalten kristallenen Strömen. In den tiefen Wäldern aus Zypressen und Wacholder lebt das Rotwild und der Schneeleopard. Die Yaks und Pferde weiden in den grünen Tälern und ernähren sich vom saftigem Gras. Ein unermesslicher Himmel des Friedens mit strahlender Sonne und dunklen wilden Stürmen ist die Heimat der Adler und der Raben. Die samten Nächte sind, von entfernten Sternen bedeckt, vom Schatten eines bleichen Mondes beschienen. Gesar kann sich nicht von diesem herrlichen Land trennen. Welcher Tibeter könnte es? 

Nun möge die Welt prosperieren und anwachsen. Der König verkündet, dass er die stolze und schöne Sechang Dugmo zur Frau nehmen und sie als sein Juwel in seinem Herzen wohnen wird. Und dann steigt Gesar herab von seinem Thron und schaut das Mädchen lange Zeit an. Die Erwählte ist gleichzeitig verängstigt und überglücklich. Der König beginnt mit der Zeremonie. Er nimmt das blanke Schwert und durchschneidet damit eine Ader in seiner Hand. Die Handfläche beginnt zu bluten. Er hält sie seiner zukünftigen Gemahlin hin, die mit ihren roten Lippen das Blut aufsaugt. Sie hebt den Kopf, um ihn anzuschauen, lacht und beginnt dann vor Rührung zu weinen. 

Die neue Dynastie ist geschlossen und die Eltern des Mädchens sind mächtig stolz. Nun ist Sechang Dugmo Königin von Ling. Die Feierlichkeiten und das Fest für das Volk von Ling erstrecken sich auf drei Monate. Als Residenz wählt Gesar den Palast des verstorbenen Königs Singles. Er regelt die wichtigsten Belange des Königreiches unverzüglich und verabschiedet sich dann von seinen Untertanen, um traditionsgemäß für einige Zeit zu meditieren und seine Herrschaft vorzubereiten.

PART V: THE SONG OF MANENE (Manenes Lied)

Gesars Herrschaft verläuft angenehm, ist von Erfolg gekrönt und die Götter stehen auf seiner Seite. Die klimatischen Verhältnisse gestalten sich günstig. Getragen von milden Brisen und warmen Frühlingsregen, gedeiht das Gras auf den Bergwiesen üppig. Fohlen und Kälber werden in reicher Zahl geboren. Im Sommer schimmert die Nachmittagsonne auf die reifen Ähren und das Kornfeld wogt wie ein goldener Ozean. Der Herbst bringt reiche Ernte. Unbelästigt von Mangel und Furcht sieht man der kalten Jahreszeit entgegen. In den langen Winternächten schlafen die Menschen sicher in ihren warmen Betten. Ihr Zusammenleben ist harmonisch und ihre erregten Dispute sind selten.

Die Geruhsamkeit des königlichen Alltags wird abrupt unterbrochen. Eine Göttin verspürt Handlungsbedarf und hat den König zu ihrem Werkzeug erkoren. In einer kälteklirrenden Sternennacht – der Halbmond steht bleich am Himmel – schläft Gesar nichts Schlimmes ahnend tief und traumlos in seinem Bett. 

Die Göttin Manene beschreiben die Dichter als große Schönheit, deren Haut glitzernden weißen Perlen ähnelt. Sie reitet auf einem weißen Löwen und zieht an einer Schnur einen Wasserbüffel hinter sich her. Ein schöngearbeiteter Spiegel gehört zu ihrer ständigen Ausstattung. 

In dieser Nacht hat Manene nun ein Anliegen an den König. Die Göttliche hat sich auf den tiefsten Punkt der Mondsichel herabgelassen, hebt den Bogen und zielt auf Gesars Herz. Dieser, von ihrem Pfeil getroffen, vernimmt in seinem Innern einen himmlischen Gesang, der eine Weisung beinhaltet. Manenes Lied wird nur von ihm gehört und seine Augen füllen sich mit Tränen. Eine tiefe Traurigkeit bemächtigt sich seiner. 

Am nächsten Morgen, beim ersten Licht, wirft Gesar sich in seine Rüstung und ruft nach seinem Pferd. Er bereitet sich auf eine längere Expedition vor. Der König tut kund, dass er den bösen Tirthikas überwinden muss und ihm niemand dabei helfen kann. 

Seine Mutter, seine Gemahlin und seine Generäle begleiten ihn bis zur Grenze und sind tief betrübt, als der König das Land verlässt. Was Tirthikas Schlimmes getan hat, erfährt das Volk nicht. Nicht einmal der Librettist weiß es.

PART VI: THE BATTLE WITH THE THIRTIKAS (Die Schlacht gegen Tirthikas)

Als Gesar außer Sicht ist, spornt er sein Pferd an und fliegt mit ihm durch die Luft zu einer Bergspitze inmitten des Reiches von Tirthikas. Gesar wählt eine Kristallhöhle, genannt „Louminous Sunlight Cave“, wo er  Quartier bezieht. Allein gelassen mit seinem Pferd, widmet er sich der Meditation für zwei Monate, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten. Danach trifft Gesar seine Maßnahmen, um Tirthikas endgültig auszulöschen. 

Seine magischen Kräfte nutzend, lässt er aus seinem Körper vier Krieger ausströmen, die genau so aussehen, wie er selbst. Den ersten Krieger formt er aus seinem Fleisch. Er bekommt eine Standarte, die mit einem Tiger markiert ist. Ihn stellt er vor das Osttor. Aus seiner Rede entwickelt er einen zweiten Bewaffneten. Dieser hält ein Banner mit der Abbildung eines Löwen. Er bekommt seinen Platz am Nordtor. Aus seinem Willen sprießt sein Ebenbild, welches seinen Platz am Westtor bezieht. Sein Kennzeichen ist der Göttervogel Garuda. 

Natürlich darf ein Drache im Sortiment nicht fehlen. Am Südtor platziert, entstand dieser Kampfgenosse aus den Handlungen des Königs. Die vier Krieger, getrennt wahrgenommen, bilden eine Einheit und handeln im Namen des großen Drachenherrn, Gesar von Ling. „Lu TA LA LA ...“ 

Durch plumpe Schmeichelei, indem er ihre Kleidung, ihr Pferd und ihre Attribute lobt, versucht Gesar drei Götter des Himmels für sein Vorhaben zu gewinnen. Er bittet um ihre Unterstützung, damit sie ihm helfen, Tirthikas aus seiner Festung zu vertreiben. 

Da wäre zunächst der große Vater, der friedvolle weiße Herr des Himmels, welcher auch für den Wind zuständig ist und dessen Wohlwollen sichergestellt sein muss. Der goldene Herr der Erde wird als nächstes angefleht, ihn bei der Vernichtung des Tirthikas zu unterstützen. Türkis ist eine beliebte Farbe in Tibet. Sie wird dem Meeresgott und dem Herrn der Lüfte zugeteilt. 

Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Der Krieger am Osttor stimmt einen Kriegsgesang an und löst damit eine Feuersbrunst aus. Der Gesang wird von Tirthikas nicht als Melodie, sondern als körperlicher Schmerz wahrgenommen, der sein Hirn martert. Die schreienden Menschen flüchten zum Nordtor. Es nutzt wenig, denn der Löwenkrieger hat seinen Gesang begonnen. Schon bald steht auch dieses Tor in Flammen und schneidet den Menschen den Fluchtweg ab. Viele bluten aus Ohren und Nasen. Das Westtor hat Feuer gefangen und die Grausamkeit des Feuersturms wütet unerträglich, als auch noch das letzte Tor in Flammen aufgeht. Bald ist die Stadt dem Erdboden gleichgemacht und auch Tirthikas findet einen qualvollen Tod. 

Schließlich beruhigen sich die Elemente und die vier Phantomkrieger kehren zu ihrem Drachenherrn zurück und verleiben sich ein. Gesar setzt sich auf sein Zauberpferd und tritt seine Flugreise an. Er hat ganze Arbeit geleistet und die schöne Manene (bitte nicht Marlene nennen) dürfte mit dem Resultat zufrieden sein. Der Stolz, die böse Lust, die Arroganz und der Neid sind nun bestraft und das Feld ist frei, damit buddhistische Tugenden sich neu entfalten können.

PART VII:  GESARS SONG OF COMPLETITION (Gesars Lied von der Vollkommenheit)

Nach weiteren Schlachten und Siegen kehrt der Löwenkönig nach Ling zurück und tritt in den letzten Lebensabschnitt ein. Am Ende seiner zugeteilten Zeit macht er sich Gedanken über die Zeit nach ihm. Es ist ein warmer Tag im Spätherbst und die Luft ist mit goldenen Lichtern einer nachlassenden Sonne erfüllt. Gesar stimmt einen Gesang vom vollkommenen Menschen an.

Zögern, Depression, Furcht und Zweifel sind zu Ende.
Nichts hat Macht über dich.
Alles Gute ist angeboren in dir.
Deine Füße gehören dir wieder.
Deine Beine gehören dir wieder.
Dein Körper gehört dir wieder.
Deine Stimme gehört dir wieder.
Deine Worte sind wieder deine eigenen.
Deine Empfindungen sind wieder deine eigenen.
Was du gesehen hast, gehört dir.
Deine Meinung ist die deine.
Dein Bewusstsein gehört dir.
Die Kraft deiner Bewegung gehört dir wieder.
Deine Lebenskraft gehört dir wieder.
Das ist das Angebot, welches die Güte dir macht. Nutze es!
Vergiss es nicht, wenn Dunkelheit erneut über diese Welt kommt.
Was immer auch geschieht in deinem Leben.
Es ist würdig, dein Weg zu sein.


Bye bye



Anmerkungen: 


Die handelnden Personen treten nicht selbst auf, sondern werden durch einen Erzähler vertreten. Dieser hat eine knappe Stunde Zeit, um in atemberaubendem Tempo das Epos vom legendären tibetanischen König Gesar vorzutragen. Der Stil ist monoton, Abwechslung bringt die Begleitung durch ein Kammerensemble. Auf Exotik wird verzichtet, die Musik ist konservativ, aber sehr inspiriert. 

Bei dem Libretto handelt es sich um Episoden aus dem Leben des genannten Löwenkönigs. Sie beginnt im zweiten Bild mit der höchst ungewöhnlichen Geburt des Kindes aus dem Kopf seiner Mutter, einer Drachenprinzessin. Der Heranwachsende verbringt Kindheit und Jugend mit der Mutter in der Wildnis auf der Flucht vor seinem Onkel, der den Thron widerrechtlich für sich beansprucht. Der verschlagene Gesar überlistet ihn in einem Pferderennen, bekommt die schöne Sechang Dugmo zur Frau und bringt die Macht aufgrund seines außergewöhnlichen Charismas an sich. Einer Aufforderung der Göttin Manene muss er nachkommen, um den König Tirthikas zu bestrafen. Sein Zauberpferd Kyang Go Karkar unterstützt ihn bei allen Unternehmungen. Gesar bringt Wohlstand über sein Land und huldigt in Erinnerung an seinen Lehrer Padma Sambhava buddhistischer Lebensweisheit. 

Der erste Teil des Oratoriums trägt den Charakter eines Prologes, ist in Verse gefasst und kündet von der Sehnsucht nach Erlösung. Die Vorstellung über den Befreier von allen Übeln, teils dämonischer Natur  ergießt sich in der bildnisreichen Schilderung der äußeren Attribute des prophetisch angekündigten Herrschers.

Die bedeutsame Komposition von Peter Lieberson ist sehr eigenwillig und kennt nichts Vergleichbares. Herausragende Interpreten wie Yo Yo Ma, Peter Serkin, Emanuel Ax, und András Adorjan haben das Werk im Jahre 1993 für Tonträger kompetent eingespielt.               

***
Musirony 2006 - Engelbert Hellen

 

 

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