musirony - Erechtheion
 

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FINNLAND


Joonas Kokkonen [1921-1996]

Erechtheion

Erekhtheion


Kantate

in vier Teilen 

nach einem Entwurf von Tauno Nurmela (Rektor der Universität Turku)

Text von Arvi Kivimaa

finnisch gesungen

Entstanden: 1969

Anlass war das 50-jähriges Jubiläum der Universität von Turku

Uraufführung am 28. Februar 1970

Dauer etwa 15 Minuten




INHALTSANGABE

Erster Satz: EREKHTHEION

Eine direkte Frage an Kleio: Wäre es denkbar, dass ein Bauwerk wie das Erechtheion auch in nördlichen Breiten erdacht und geboren werden könnte? Ein Sonnentempel in des Waldes Dunkelheit würde sich gut ausmachen. Ein stilles Lächeln huscht über das Gesicht der Muse. Soll das etwa ein Wink mit dem Zaunpfahl sein? Wenn sie die Hand erhebt, entgegnet Kleio, ist es ihr durchaus möglich, ein Wunder zu schaffen. Welchem Zweck soll das Bauwerk dienen, der Frömmigkeit, der Kunst oder soll es etwa eine Universität werden?

Ungehemmt rollt der Frühlingswind siegreich über das schlafende Land. Die Sorgen der Welt hebt er in die Spitzen der in Unbeweglichkeit verharrenden dunklen Koniferen.

Zweiter Satz: DAS ERGEBNIS

Schau, alles was formlos war, hat Gestalt angenommen. Aus den Tiefen spiralenförmiger Wellen hat eine Flammenwoge sich aufgerichtet und die Form gewechselt. Allzu lange hat man sich danach gesehnt, aber gute Ideen stießen auf Widerstand. Aus nebeligem Bild ist der Traum nun Realität geworden. Funkelnd im sonnigen Licht platziert das Wunder sich vor unseren Augen - geistigen Reichtum versteckt es in ihren Mauern. Wenn das übrige Europa erst einmal aus seiner Lethargie erwacht ist, wird es einen Ausruf des Entzückens ausstoßen.

Mensch, erschaffe! Dieses Stichwort enthält einen versteckten Befehl an dich. Sobald deine Ohren den Ruf auffangen, begebe dich an die Arbeit. Vor deinen Augen wechselt die Wildnis in bebautes Land. Noch regiert der stille Friede den Morgen. Doch über den großen funkelnden Gewässern hebt sich ein Gesang und wirft den Schall zurück. Der Mensch ist aufgewacht. Seht das Erechtheion!

Dritter Satz: TANZ DER AUFSTEIGER

Die sinkende Sonne zieht ihre leuchtende Straße über die schlafende Heide. Seligkeit in ihren Füßen, tanzen Männer hoch in der Luft, denn die Schwierigkeiten der vergangenen Jahre sind nun endgültig vergessen. Aleksis Käpy führt den Reigen an, auch U. L. Lehtonen ist lobend zu erwähnen. Es schließen sich an: Uno Harva, Karlo Jäntere, T. M. Kivimäki und J. E. Salomaa. Mit seinem Pfiff ruft K. N. Rantakari noch weitere offiziell ernannte Männer herbei. Das Volk sieht ihnen beim Tanz zu und lauscht ihnen in Wonne.

Über den Ozean kommen Schwäne und bringen Gold nach Finnland. Flimmerndes Licht sieht man über dem Fluss Aura. Der Tanz der über sich selbst hinaus gewachsenen Männer ist einzigartig. Die Socken haben sie nach langer Wanderung ausgezogen. Die Quelle ihres Glücks ist die Liebe des Volkes. Wenn Finnland nachdenkt, könnte ein ganz neuer Akkord zum Klingen gebracht werden. Ihre stolzen Burgen geben Kunde von der Baukunst der Finnen, die nun erneut zur Entfaltung gebracht wurde. Seht das Erechtheion!

Vierter Satz: DIESES LAND

Ist das Leben auf Erden ein langer leuchtender Blitz? Ist das irdische Leben das Einzige auf diesem Kosmos - ständig unterwegs, Bewegung in unendlichem Raum? Der unbedeutende Wanderer ist zu einem Schicksal von Sieg und Niederlage eingeladen. Der unbeirrte Kampf des Menschen widersteht dem Chaos. Mit einer brennenden Fackel kann er die Finsternis erleuchten. Über Finnland brennt eine große unauslöschbare Flamme. Aufrecht folgt das Volk dem Wege des Lichts.

Dieses Land ist ein ewiges Geschenk an dich.

Anmerkung:

Einer Gepflogenheit zufolge wird an finnischen Universitäten bei festlichen Anlässen eine Kantate uraufgeführt. Jean Sibelius, Armas Järnefelt und Tauno Pylkkänen waren sich nicht zu schade, solche Aufträge auszuführen.

Die Kantate Erechtheion wurde aus Anlass des fünfzigsten Geburtstages der Universität von Turku in Auftrag gegeben. Professor Arvi Kivimaa schrieb den Text und hatte hierbei die Vorstellungen des Rektors Tauno Nurmela zu berücksichtigen.

So wie man in barocker Zeit in mehr oder weniger versteckter Form dem Herrscherpaar huldigte, wird in Finnland auch angesehenen Personen des gesellschaftlichen Leben auf musikalische Weise geschmeichelt. An erster Stelle steht Aleksi Käpy, der Präsident des Turkuer Gerichtshofes und Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, ihm folgen Professoren und hohe Beamte, Bankdirektoren, Chefredakteure und K. N. Rantakari, der Pressechef des Außenministeriums, deren Name im dritten Teil der Kantate vokalisiert wird. Um nicht falsch verstanden zu werden, die Personen werden zwar auch im Programmheft erwähnt, richtig ehrenvoll wird die Huldigung erst durch den akustischen Vortrag. Auf eine Ausschmückung mit Koloraturen wird allerdings verzichtet, eine grobe Nachlässigkeit, die Joonas Kokkonen zu verantworten hat. Die österreichischen Anstrengungen der Vergangenheit stehen hinter der finnischen Honigquaste weit zurück. Wer hätte den schlichten Nordländern eine solche Fülle an Liebenswürdigkeit zugetraut?

Joonas Kokkonen hatte die Ehre, die turbulente Dichtung zu vertonen. Der Rektor mischte sich auch in die Arbeit des Komponisten ein. Der erste Satz sollte erhaben klingen und der letzte auch. Der zweite Teil hatte eine edle Gestalt zu bekommen und im dritten Satz durfte es entspannt und humorvoll zugehen. Kokkonen erfüllte alle Wünsche und lieferte eine vorzügliche handwerkliche Arbeit ab.

Hintergrundinformation:

Der schönste Tempel im Ensemble der Bauten auf der Akropolis zu Athen ist das im korinthischen Baustil errichtete Erechtheion. Benannt ist es nach dem mythischen König Erichthonios, der an dieser Stelle vorzeiten hofhielt. Perikles hatte das Pech, noch vor Beginn der Bauarbeiten abzuleben, so dass sein Entwurf von den Baumeistern Philokles und Archilocholos zu Beginn des vierten Jahrhunderts erst fertiggestellt werden konnte.

Der Burgberg war eine Kultstädte für etliche Gottheiten und Heroen. An erster Stelle ist die Stadtgöttin Athene zu nennen. Ihr gigantisches Kultbild war der Blickfang in der großen Halle. Der bemerkenswerteste Teil des Erechtheions ist die Vorhalle. Anstelle von Säulen wird das Dach im Winkel von sechs überlebensgroßen Mädchenfiguren, den Karyatiden, getragen, von denen eine inzwischen im britischen Museum ein neues Zuhause gefunden hat.

***
musiron 2008 - Engelbert Hellen

 

 

 

 

 

 

 

 


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