musirony - Die Geschichte vom Soldaten
 

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Zauber des Balletts



Gudok (Fiedel)

Igor Strawinsky [1882-1971]

Die Geschichte vom Soldaten

L'Histoiere du Soldat


  Ballett-Erzählung
in fünf gelesenen, gespielten, getanzten Szenen 

Libretto von Charles F. Ramuz

nach der Märchensammlung von Alexander Afanasjew

Uraufführung:

am 28, Sept. 1918 in Lausanne

Choreographie: Ludmilla Pitoëff
Bühnenbild: René Auberjonois
Kostüme: René Auberjonois
Ausführende: Gabriel Rossel – Georges Pitoëff – Ludmilla Pitoëff
Besetzung: Violine – Kontrabass – Klarinette (A) – Fagott – Kleines Ventilhorn – Posaune - Schlagzeug

Personen:
Erzähler – Soldat - Teufel



HANDLUNG

ERSTE SZENE:

Die Geschichte, die in Wort und Tanz erzählt wird, ist eher merkwürdig, als märchenhaft. Der Krieg ist vorbei und der Soldat ist auf dem Weg nach Hause. Sein Gewehr hat er weggeworfen und gegen eine Fiedel eingetauscht. Er setzt sich an das Ufer eines Baches und in Erinnerung an sein Mädchen, welches er nun bald wiedersehen wird, beginnt er auf dem Instrument zu spielen. Durch die Musik wird der Teufel angelockt, dem die Musik so sehr gefällt, dass er dem Schmalspur-Paganini das Instrument abschwatzen will. Sehr anständig, dass er ihm die Geige nicht einfach wegnimmt, sondern ein Zauberbuch zum Tausch anbietet. Anfangs misstrauisch, geht der Soldat doch auf den Handel ein. Das Buch bietet nämlich Anleitung wie man schnell reich werden kann. Wenig intelligent, hat der Teufel sich ein Spielzeug eingehandelt, mit dem er überhaupt nicht umgehen kann. Deshalb bittet er seinen Tauschpartner, ihm beizubringen, wie man die Teufelstrillersonate spielt. Wenn Satan mit den Menschen Kontakt aufnimmt, kann er nicht wie in der Hölle als Schuppentier herumlaufen, sondern muss sich optisch an ein menschenwürdiges Äußeres anpassen, womit er niemals Probleme hatte. Drei Tage hält er es mit dem neuen Weggenossen aus. dann ist Joseph - so heißt unser Soldat - in seinem abgelegenen Dorf angekommen.


ZWEITE SZENE

Der Empfang zu Hause ist nicht besonders freundlich. Seine Mutter will nichts mit ihm zu tun haben, und sein Mädchen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Erst jetzt wird dem Heimkehrer klar, dass er mit seinem seltsamen Weggenossen nicht drei Tage, sondern drei Jahre vertrödelt hat. Missmutig, auf sich allein gestellt, versucht Joseph, zurechtzukommen. In der Verkleidung eines Viehhändlers kommt der Teufel eines Tages auf Besuch, um den Verlassenen ein bisschen aufzumuntern. Er soll fleißig in seinem praktischen Ratgeber lesen, dann wird er es auch zu etwas bringen. Tatsächlich meint Beelzebub es gut mit ihm und Joseph gelangt zu Reichtum. Geld allein macht ihn aber nicht glücklich.

DRITTE SZENE

Erneut kommt der Teufel zu Besuch, diesmal als alte Frau verkleidet. Die Geige hat sie dabei und Joseph verspürt Gelüste, sein Instrument zurückzukaufen. Der Teufel behauptet, Joseph habe das Spielen verlernt und kann dem Instrument keinen Ton entlocken. Der Faulpelz aus der Hölle hat keinen geregelten Musikunterricht genommen und kann mit der Geige ebenfalls nicht vernünftig umgehen, gibt das Instrument aber nicht aus der Hand. Allein zurück geblieben, zerstört Joseph aus Bosheit und Verdruss sein Zauberbuch.

VIERTE SZENE

Den Gelangweilten zieht es in die Fremde. Die Tochter des Königs ist erkrankt und kein Mediziner kann eine korrekte Diagnose stellen. Der Monarch bietet seinen Liebling demjenigen zur Frau an, der sie gesund macht. Was dem Mädchen fehlt, ist Musik. Ein Violinkonzert mit Joseph als Interpret macht es wieder munter. Zuvor war es dem Schlaumeier gelungen, den Teufel beim Kartenspiel zu täuschen, so dass dieser die Geige wieder an den ursprünglichen Besitzer abtreten musste. Erstaunlich, wie töricht russische Teufel sein können! Dem Spiel der Violine ausgeliefert, muss der Höllenfürst nach den wilden Klängen tanzen, bis er erschöpft zu Boden singt. Das ist auch nachvollziehbar, denn schließlich handelt es sich bei der ‚Geschichte vom Soldaten’ auch um Ballett. Der Teufel sinnt auf Vergeltung. Diese kann aber nicht wirksam werden, weil seine Machtbefugnisse regional gebunden sind. Sobald der angeheiratete Prinz aber die Reichsgrenzen überschreitet, verfällt er der Macht des Rachsüchtigen. Die Prinzessin drängt, dass sie sein heimatliches Dorf und seine Anverwandten kennen lernen möchte. Sich des Risikos nicht bewusst, gibt er ihren Wünschen nach.

FÜNFTE SZENE:

Das Unglück tritt ein. Das Paar überschreitet die Landesgrenze und der Teufel ist zur Stelle. In Erinnerung an erlittenes Ungemach nimmt der dem Leichtsinnigen als erstes die Geige weg, um ihn dann in die Hölle zu entführen. Die Prinzessin lamentiert und ruft immerzu nach ihrem Joseph. Doch dieser ist weit weg und kann sie nicht mehr hören. Igor Strawinsky und sein Texter C. F. Ramuz möchten dem Theaterbesucher anhand eines Märchens eindringlich klarmachen, dass man niemals die Grenzen überschreitet sollte.

 


Ramuz und Strawinsky

 

Anmerkung:

Seine drei großen Ballettmusiken mit den perlmutschillernden Klangfarben und viel Getöse im Orchestergraben schrieb Igor Strawinsky in den Jahren 1910 bis 1913. Wer sie kennt, stellt sich die Frage, ob der Komponist sich danach zurück entwickelt hat oder lediglich bescheidener geworden ist. Der erste Weltkrieg war ausgebrochen und für Aufführungen großen Stils standen die Geldmittel nicht mehr zur Verfügung und viele talentierte Musiker waren im Krieg gefallen. Mit Hilfe seiner Freunde Ramuz und Ansermet gelang es dem Komponisten, sich mit weniger aufwendigen Werken im Bewusstsein der Musikfreunde lebendig zu halten.

‚L’Histoire du Soldat’ eignet sich mit geringem orchestralen Aufwand vorzüglich für eine Wanderbühne oder Schüleraufführung. Gesangliche Anforderungen stehen nicht an, da die Texte durchweg gesprochen werden. Das Stück besteht aus Tanz, Dichtung und Musik - alles bis auf den literarischen Text auf ein überschaubares Maß zusammengerückt. Der Erzähler tritt mit den Darstellern wie auch mit dem Publikum direkt in Verbindung. Xx Im russischen Märchen sind die geistigen Mittel des Teufels generell bescheiden. Will er gegen das überschlaue Bäuerlein antreten, zieht er meistens den kürzeren.

***
musirony 2007 - Engelbert Hellen

 

                


                                              
 
 
 
 
 
 
 

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